Flugloch und Windel bei Ableger?

  • Moin moin,


    nachdem meine Tochter (7 Jahre) und ich uns seit Januar in der Theorie ausführlich mit der Bienenhaltung beschäftigt haben, haben wir nun am vergangenen Wochenende das Vorhaben in die Praxis umgesetzt und unser erster Ableger (zwei weitere folgen noch) ist in unseren Garten eingezogen. Die Wohnung ist eine 12er Dadant US Beute, in der Stand jetzt 2 Brut-, 1 Futter- und eine Drohnenwabe hängen, zusätzlich eine leere Mittelwand zum Ausbau und eine Futtertasche als Trennschied. Das Flugloch habe ich bisher mit dem zur Beute gehörenden Keil verengt, d.h. auf halbe Höhe bei fast kompletter Breite. Zudem habe ich auf Empfehlung meines Imkerpaten zur besseren Temperaturhaltung noch die Varroa-Windel unten eingeschoben. Nun liest man ja, gerade bzgl. der Fluglochgröße, hier und da unterschiedliche Meinungen / Empfehlungen - von komplett offen bis verengt auf 3 cm Breite. Was empfehlt ihr? (Räuberei habe ich - denke ich - nicht zu befürchten, soweit mir bekannt ist gibt es im Dorf nur 1 weiteres Bienenvolk.)

  • Eine Wabe mit Drohnenbrut oder eine leere Drohnenwabe. Falls es eine leere ist kannst du die Wabe raus nehmen, die wirst du erst im nächsten Jahr benötigen.


    Ansonsten: Schieb den Wabenblock an einen Rand dirket an die Beutenwand. An diesem Rand lässt du ein kleines Flugloch, maximal 2 bis 3 Bienen breit.

  • @Or Wala: Es ist eine Wabe mit Drohnenbrut. Zusätzlich eine leere Mittelwand. Meine Anordnung ist folgende:


    Beutenrand - Drohnenwabe - 2x Brutwabe - Futterwabe - leere MW - Futtertasche als Schied.


    Danke für den Tip zum Flugloch. Ist diese Begrenzung der Breite denn eher für die Temperaturhaltung gedacht oder zum Schutz vor Räubern bzw. der besseren Verteidigung wegen?

  • Moin moin,


    nachdem meine Tochter (7 Jahre) und ich uns seit Januar in der Theorie ausführlich mit der Bienenhaltung beschäftigt haben, haben wir nun am vergangenen Wochenende das Vorhaben in die Praxis umgesetzt und unser erster Ableger (zwei weitere folgen noch) ist in unseren Garten eingezogen. Die Wohnung ist eine 12er Dadant US Beute, in der Stand jetzt 2 Brut-, 1 Futter- und eine Drohnenwabe hängen, zusätzlich eine leere Mittelwand zum Ausbau und eine Futtertasche als Trennschied. Das Flugloch habe ich bisher mit dem zur Beute gehörenden Keil verengt, d.h. auf halbe Höhe bei fast kompletter Breite. Zudem habe ich auf Empfehlung meines Imkerpaten zur besseren Temperaturhaltung noch die Varroa-Windel unten eingeschoben. Nun liest man ja, gerade bzgl. der Fluglochgröße, hier und da unterschiedliche Meinungen / Empfehlungen - von komplett offen bis verengt auf 3 cm Breite. Was empfehlt ihr? (Räuberei habe ich - denke ich - nicht zu befürchten, soweit mir bekannt ist gibt es im Dorf nur 1 weiteres Bienenvolk.)

    Hallo RoWa Bielitz.

    Was du jetzt brauchst sind weibl. Bienen und keine Drohnen. Deswegen Drohnenrahmen unbedingt sofort raus. Futterwabe an die Zargenwand dann die Brutwaben und dann die Mittelwand. Flüssig in kleinen Portionen 1:1 flüssig füttern. Das regt die Bienen zum ausbau der Mittelwand an und die Königinn zum Eier legen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

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  • Hallo Josef,


    wie gesagt ist das kein leerer Drohnenrahmen sondern bereits bebaut und mit Brut besetzt.

    Das heißt, du würdest die Bienen von diesem Rahmen abfegen und ihnen die Drohnenbrut nehmen und vernichten?

  • Moin zusammen,


    Drohnenrahmen im Ableger klingt schon etwas komisch. Das würde aber Sinn machen, wenn er mehr als eine Handfläche Futter drauf hat. Dann würde ich ihn drin lassen.

    In Ablegern und schwächeren Völkern werden die Drohnenzellen eigentlich nicht bestiftet und verhonigen recht schnell. Daher kann man den dann als Randwabe schrittweise nach aussen rücken (bei Volksentwicklung vor den DR eine MW stecken...).


    Und willkommen hier und viel Erfolg!


    Gruß Jörg

  • Beutenrand - Futterwabe - 2x Brutwabe - leere MW - Drohnenwabe - Futtertasche als Schied.


    Erweitern tust du immer vor der DW. Wenn die DW ausgelaufen ist kannst Du sie entweder entnehmen oder zum Winterfutter einlagern drinne lassen - große Zellen fassen viel Honig. Sie rutscht mit weiteren Waben immer weiter weg und wird über den Winter als erstes wieder leer und kann im Frühjahr entnommen werden.


    Wenn keine Tracht ist über die Tasche füttern. Wenn die MW ausgebaut wird und Futter trägt, wird sie auch bald bestiftet. Dann kannst Du eine neue MW vor der DW geben. Futter (Tracht/Sirup/Zuckerwasser) ist Dein Gaspedal. Fahr nicht zu schnell. Fütterst Du zu viel hat die Königin keinen Platz mehr zum legen. Dann drücken entweder Futter oder Pollen auf das Brutnest. Also mit Augenmaß arbeiten... Kleine Portionen und bei Zuckerwasser dünn (1:1).


    Flugloch lieber etwas enger... es gibt auch dort oft Bienen wo man sie nicht auf den ersten Blick vermutet/sieht. Wenn es sich am Eingang staut, kannst Du immernoch etwas mehr öffnen.


    --

    Ups... Jörg war schneller :)

  • Zusammen mit der siebenjährigen Tochter: Sehr schön! Viel Spass beim Einstieg und viel Erfolg! :) Das Flugloch würde ich auch kleiner machen, aber Achtung: ich verfüge nicht über allzu viel Erfahrung. ;) Meine Beuten haben schon gar kein Flugloch, das über die ganze Breite geht. Wenn ich das Flugloch verkleinere, dann ist es nur noch wenige Zentimeter breit. Bei einem Ableger würde ich es so klein halten. Die Temperatur regeln die Bienen schon und einen richtigen Stau am Flugloch würdest Du bemerken. Der erste Ableger, den ich (überhaupt je) erstellt habe, füllt mir nun etwas mehr als die halbe Kiste. Ich werde das Flugloch nun vielleicht etwas weiter öffnen, vielleicht aber auch nicht. Bislang hat ja alles tadellos funktioniert (Flugloch aktuell ca. 7mm × 75mm).

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Moin zusammen,


    Drohnenrahmen im Ableger klingt schon etwas komisch. Das würde aber Sinn machen, wenn er mehr als eine Handfläche Futter drauf hat. Dann würde ich ihn drin lassen. ..


    Und willkommen hier und viel Erfolg!

    Ja genau, außer der Drohnenbrut sind auch ein ganz Teil Zellen mit Futter dabei, daher auch die Intention meines Imkerpaten (der mir den Ableger erstellt hat), diese Wabe mit dazu zu geben.


    Vielen Dank für die Tips und die Willkommensgrüße! :)

  • Zusammen mit der siebenjährigen Tochter: Sehr schön! Viel Spass beim Einstieg und viel Erfolg! :)

    Vielen Dank! :)

    Ja, ich bin total stolz auf meine Große. Als ich anfing, mich für die Bienen zu interessieren, war sie sofort mit Begeisterung dabei. Zuerst dachte ich, es wäre vielleicht ein Strohfeuer - ist ja bei Kindern manchmal so. ;) Aber es riss nicht ab und als bei mir die Entscheidung gereift war, den Gedanken wirklich in die Tat umzusetzen, bin ich mit ihr zu einem Bienenhof in der Nähe gefahren, habe der Imkerin von unserem Vorhaben erzählt und gefragt, ob sie uns mal mit zu den Bienen nehmen kann. Ich wollte ja sehen, ob meine Tochter auch noch so begeistert ist, wenn die Mädels direkt um sie herum summen. Gestochen wurde sie vor ca. 2 Jahren schon einmal, von daher weiß sie zumindest, dass das passieren kann. Sie ist dort dann völlig ohne Angst und Vorbehalte ran gegangen und förmlich in die geöffnete Beute herein gekrochen, ich selbst konnte kaum noch etwas sehen. ^^ Daher freue ich mich total über unser gemeinsames, neues Hobby. Wir werden sicherlich Fehler machen, aus denen wir aber hoffentlich viel lernen werden.

  • So, haben uns eine neue Fluglochverengung zurechtgesägt und 1 Liter 1:1 Zuckerlösung gegeben. Danke für die Tips, mal schauen wie's weiter geht. Die Waben hab ich noch nicht umgehängt, dafür war's mir zu windig heute. Ab morgen soll das Wetter wieder schöner werden.

  • Hallo und willkommen im Forum, beste Grüße aus Sachsen.

    Nun gleich zum Thema, du hast ja schon ausreichend Tipps bekommen. Bei der Drohnenwabe, wenn da noch Futter drin ist, kann man sie noch drin lassen, aber wenn da noch viel unverdeckelte Brut drin ist, würde ich einen Teil ausschneiden, da es den Bienen unnötig Arbeit macht. Bei solchen Ablegern, vor allem wenn die Königin befruchtet ist, werden die Drohnen, nach dem Schlupf zum großen Teil abgetrieben.


    Wenn es um die Größe des Flugloches geht und ich 2-3 Bienen breit lese, sträuben sie mir immer die Nackenhaare. Wenn schon der Schieber drin ist, was ich auch für den Ableger gut heiße, ist das Flugloch zu klein. Luft ist für die Volksentwicklung genau so wichtig wie Wärme. Deshalb empfehle ich, das Flugloch so breit wie die Waben sind, aber wenigstens 4 Waben breit. Bei meinen Völkern sind die Fluglöcher so breit wie die Beute und in denen mit geschlossenen Böden ist gar kein Keil drin. Wenn du an einem schönen Flugtag mal die Bienen am Flugloch beobachtest wirst du ganz schnell das Flugloch erweitern.



    Alles Gute und viel Glück.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Danke Drobi für die Antwort. Ich habe anscheinend instinktiv einen Mittelweg gewählt bzw. mich an Swissmix orientiert, das Flugloch ist bei mir jetzt 80 mm breit bei voller Höhe (22 mm). Werde das jetzt erstmal so lassen und die Damen ein paar Tage beobachten. Spannend zu sehen übrigens wie sofort nach dem Einschieben der Verengung sich die erste ankommende Biene in die veränderte Öffnung stellte und zu sterzeln begann - sie hatte nicht mal Zeit ihren Pollen abzuladen. :-) In der Theorie 100mal gelesen, aber das dann live in aller Ruhe zu beobachten, macht schon Spaß. Ja ja, der Anfänger beginnt zu schwärmen... ;-p