Honig in modifiziertem Kühlschrank lagern

  • Servus miteinander,


    erst einmal ein herzliches Servus in die Runde.


    Ich lese hier schon seit einiger Zeit interessiert mit und muss jetzt doch meinen ersten Beitrag verfassen. Da wir in einem Neubau wohnen haben wir leider einen isolierten Keller in dem die Temperatur nicht unter 18 °C sinken will. Auch das nächtliche Lüften bringt hier nicht viel. Ich würde unseren Honig (im Moment nur für den Eigenbedarf) aber gerne bei niedrigeren Temperaturen lagern.

    Immer wieder wird hier davon geredet einen Kühlschrank entsprechend zu modifizieren, um diesen als Auftau- bzw. Wärmeschrank zu benutzen. Kann man das auch andersherum nutzen, also einen Kühlschrank mit einem Universalthermostat (UT-200) ausstatten und nur laufen lassen, wenn die Temperatur im Kühlschrank > 15 °C ist? Sollte die Temperatur wieder unter 15 °C fallen schält das Thermostat den Kühlschrank ab (Stichwort Hysterese).


    Was haltet ihr davon? Schon jemand Erfahrungen mit so einem Kühlschrank gemacht? Bei Fragen einfach melden.


    Schon mal vielen Dank für eure Antworten


    Gruß Manu

  • Servus Donaldo,


    danke für den Hinweis über die Funktionsweise eines Kühlschranks. Ich kenne aber keinen Kühlschrank den ich auf 15 Grad einstellen kann, daher die Frage ob jemand so etwas in der Art im Einsatz hat und welche Erfahrungen er damit gemacht hat ( z.B. Feuchtigkeit im Kühlschrank usw.)


    Gruß Manu

  • Moin Manu,

    ich stehe vor dem gleichen Problem wie Du. Auch wir haben im Neubau keinen Keller. Im Abstellraum habe ich einen großen Getränke-Umluftkühlschrank. Dort kann ich bis zu 3 Hobok übereinander stellen. Wenn ich diesen Kühlschrank auf Stufe 1 stelle, erhalte ich mit der Zeit eine Innentemperatur von ca. 12°C


    Die Raumfeuchte habe ich noch nicht gemessen, werde ich aber mal nachholen. Vielleicht hilft ja auch ein kl. Raumluftentfeuchter mit Salzkisseneinlage.


    Grüsse von der Elbmündung
    Bernhard

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • Hallo,


    Wenn du die Temperatur außerhalb des Regelbereiche des eingebauten Thermostate regeln willst muss dieses überbrückt werden. Dies solltest du nur von einem Fachmann durchführen lassen. Damit kühlt er permanent und kann z.B. Über den UT-200 auf jede beliebige Temperatur eingestellt werden. Heizen kann er aber nicht. Dafür brauchst du ein Heizelement welches dann über den UT-200 gesteuert werden kann.

    Erfahrungen mit Honig Lagerung oder - Verflüssigung habe ich damit aber keine. Verwende dies bis jetzt lediglich für meine Hobby Brauerei und Anwärme der Mittelwände vor dem Einlöden.

  • Ich fürchte das klingt jetzt großkotzig, aber warum willst du 1-2 Hobbocks dauerhaft bei 15°C lagern?

    Ich weiß nicht, wie lange du schon dabei bist, aber spätestens nach 2 Jahren ist der Kundenstamm bei mir so angewachsen, dass der Honig ins Glas geht und verkauft wird.

    Ich würde eher über einen Tiefkühlschrank nachdenken, um mit Arbeitsschritte zu sparen.

    Cremigen Honig durch einfrieren, dann hast du auch optimale Lagertemperaturen.

  • Servus ChrisAusEssen,


    wir sind noch nicht lang im Geschäft und haben im Moment 2 Völker. Es ist überhaupt unser erster Honig und in erster Linie ist der Honig für uns selber. Wenn aber jemand ein Glas haben möchte, dann kriegt er auch eins. Aus diesem Grund müssen wir unseren Honig länger lagern, da er ja nicht verkauft wird, und jeden Tag ein Glas zu schlecken ist mir dann auch too much. Daher lagern wir auch nicht in großen Hobbocks, sondern in handlichen 12,5 kg Eimern. Unser Keller ist eben gut isoliert und kann fast nicht unter 18°C gebracht werden. Deswegen die suche nach einer Kühlmöglichkeit ohne gleich ein Kühlhaus bauen zu müssen. Klar kann ich einen Kühlschrank nehmen und den Honig reinpacken (ausschließlich Honig, nichts anderes), aber ist das energietechnisch zu vertreten? Für mich eben nicht. Als wir unser Haus geplant und gebaut haben war noch nicht abzusehen das wir dieses tolle Hobby angehen werden.


    Die Idee von Pirschstock mit dem Getränkekühlschrank find ich ne gute Idee und ich werd mal schauen was sich da machen lässt. Die können ja wohl mit "höheren" Temperaturen betrieben werden.


    Den Punkt mit dem cremigen Honig durch einfrieren muss ich mir mal in Ruhe durchlesen, danke für den Hinweis.


    Gruß Manu

  • Hallo Manu,


    Honig wurde auch schon vor der Erfindung des Kühlschrankes und ohne tiefe Keller sehr lange gelagert. Und meine alten Imkerpaten haben ihren Honig auch nur in einem nicht sehr kühlen Keller.


    Mach doch erst ein Jahr so, und dann kannst Du besser beurteilen, ob das geht, oder nicht.


    Gruß

    Ulrich

  • Nimm einen Gefrierschrank und eine externe Temperatursteuerung, die die Stromzufuhr zum Gefrierschrank unterbricht, wenn deine gewünschte Temperatur erreicht ist.

    Hab ich so auch schon gemacht und dazu meine Steuerung für den Wärmeschrank genutzt. Die lässt sich nämlich auch auf kühlen programmieren.

    Das Fühlerkabel ist so dünn, dass ich es einfach durch die Tür geführt habe und die Dichtung trotzdem ziemlich dicht schließt.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

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  • Ich denke auch, dass man die leichte Temperaturabsenkung auf 15°C entweder mit einem Getränkekühlschrank hinbekommt oder mit einem normalen Kühlschrank, wenn man ggf. auch Absenkung auf 10°C akzeptieren kann. Der Stromverbrauch hängt dann wieder von der Qualität des Kühlschranks ab und von der Qualität der Anschaffungspreis. Du wirst also immer ein ziemlich teures Lager schaffen.


    Bei wenigen Kilogramm Honig für den Eigenbedarf und einer maximal nötigen Lagerzeit bis zur Ernte in der nächsten Saison wird dein Honig auch bei 20°C nicht so viel an Qualität verlieren können, dass sich der Aufwand mit dem Kühlen lohnt. Wichtiger ist eine möglichst gleichmäßige Temperatur, da sich beim Aufheizen/Abkühlen-Wechsel am ehesten Luft aus dem Keller in das Gefäß saugt, wenn der Deckel nicht ganz luftdicht ist. Das kann Feuchtigkeit und Fremdgerüche in den Honig bringen.

    Ich empfehle einmal die Lektüre dieser Untersuchung und dann noch einmal die Kosten-Nutzen-Betrachtung für Ökologie und Ökonomie.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Servus zusammen,


    vielen Dank für eure Ratschläge und Hinweise. Ich werde jetzt erstmal vermutlich alles so lassen wie es ist und schauen wie lang unser Honig überhaupt gelagert werden muss. Evtl. ist das ganze ja auch gar nicht wirklich nötig und der anfängliche Eifer war/ist übertrieben. Sollten sich meine Mädels in Zukunft rapide vermehren und ich deutlich mehr Honig ernten können, dann habe ich zumindest mehrere Ansätze in petto dieses Thema erneut anzugehen.


    Nochmal vielen Dank und weiterhin viel Spaß beim Honigschlotzen


    Gruß Manu

  • Ich habe zwar nicht viel zur Ausgangsfrage zu sagen, kann aber berichten, dass wir noch Reste unserer ersten Ernte von vor zwei Jahren haben. Lagert im Wohnzimmerschrank und schmeckt immer noch so lecker, wie schon am Anfang...