Erbfolge - Zuchtkönigin tot

  • Hallo,


    Ich habe eine frage bezüglich folgendes ....

    Ich hatte eine sehr gute reinrassige Zuchtkönigin , leider musste ich feststellen das bei der letzten Durchsicht Zellen zu sehen waren und keinerlei Stifte mehr im Zuchtableger zu finden waren , warum auch immer . Ist es möglich das sehr gute Material noch wieder zurück zu gewinnen ...Indem ich nach Begattung der F1 von dieser Königin nachziehen und die unbegatteten dann zu Belegstelle fahre ? Mir ist bewusst das dann auch schon anderes Genmaterial durch die Standbegattung in der F1 vorhanden ist , aber es ist ja auch ein sehr grosser Anteil mütterlicherseits dabei, oder ist das nur ausgedachte Strategie und in der Praxis völlig anders und mein Gedanke ausgemachter Blödsinn ?


    Vielen Dank und


    LG Chrischan

    Biene-Buckfast ;Bienengiftallergiker-Rastklasse 4 ---Kann die Finger nicht von den Bienen lassen jetzt Dadant US 12 er Holz + Mini Plus

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  • Hallo.

    Ich habe hier standbegattete Nachzuchten von einer F1, die benehmen sich wunderbar. Also warum der Aufwand? Guck doch was draus wird und dann kannst du immer noch entscheiden ob du davon nachziehen willst oder nicht.

  • Hallo!


    Du hast eine nennen wir diese Biene a (=Ba).


    Methode 1:


    Diese Ba ist jetzt weg und die Nachschaffungs- oder Umweiselungsköniginnen dieser Ba werden auf einer Belegstelle mit Drohnen der Biene b (=Bb) begattet.

    Das ergibt dann Bab (oder auch Ba x Bb).

    Also jeweils 50 % a und 50 % b.


    1. Mutterlinie:

    Im nächsten Jahr (2018) ziehst Du von der Bab Königinnen.

    Diese ist (ohne Berücksichtigung der Meiose und crossing over!!!) dann wieder Bab.

    Sie bringt 50 % des Erbgutes des späteren Volkes (F2) ein. Also 25 % deiner ursprünglichen Zuchtkönigin Ba und 25 % deiner Bb von die Drohnen der besuchten Belegstelle von diesem Jahr (2017).


    2. Vaterlinie:

    Im nächsten Jahr (2018) nimmst Du von der Bab die Drohnen.

    Aufgrund der Parthenogenese sind alle diese Drohnen ja 100 % Ba!!!

    Also tragen das Erbgut der jetzt (2017) toten/fehlenden Zuchtmutter.

    Mit diesen Drohnen Ba-Drohnen besamst Du die Bab-Königinnen.

    Die Drohnen bringen 50 % des Erbgutes des späteren Volkes (F2) ein. Also 50 % deiner ursprünglichen Zuchtkönigin Ba.


    In der Summe wären das dann 75 % der Ba.

    Das geht eben nur mit Inzucht

    :daumen:


    Anderer Weg (Methode 2):

    Heuer noch diese Nachgeschafften Zellen mit den eigenen Drohnen der Ba besamen lassen.

    Ist dann auch irgendwas um die 75 %, es fehlen aber 25 % von der ursprünglichen Anpaarung deiner Ba, weil die Drohnen der Ba ja nicht Ba sind, sondern nur 50 % davon also 50 % Ba.


    Bist aber näher an der alten Mutter als mit der Methode, die ich zuerst geschrieben habe...


    Bei Methode 1 kriegst Du also 25 % neues Erbgut dazu, bei Methode 2 verlierst Du 25 %...


    Problem der Methode 2: Hast Du auch wirklich NUR die Drohnen deiner Ba im Volk?

    Vorteil der Methode 1: Besser planbar fürs nächste Jahr und du kannst von den Nachzuchten Bab die beste selektieren, wenn du vielleicht bis nach der Frühtracht wartest, wie sie sich verhält...


    Viel Erfolg!

    :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)