Wie vorgehen beim Völkervermehren / welche Variante

  • Eigentlich wollte ich dieses Jahr 3 mal 3 Einwabenableger machen (Mitte April, Anfang Mai und Mitte Mai) und im Herbst die Königinnen dann durch bestellte begattete Königinnen ersetzen. Die neuen Völker sollen zu meinen Opa in den Garten. Nun hat mir das schlechte Frühjahr aber einen ordentlichen Strich durch die Rechnung gemacht.


    Ausgangssituation:

    Habe bei mir im Garten momentan 3 Wirtschaftsvölker (DNM 1,5 aber alle noch mit ein paar normalen DNM-Rähmchen).

    Für die Einwabenableger habe ich mir einen Adapterrahmen gebastelt (also die DNM in einen Dadant-Rahmen schrauben und fertig).

    Die 3-Einwaben Ableger von Mitte April haben sich prächtig gemacht und sind momentan 3 schöne Völker. Die Ableger die von Ende April haben leider die Frosttage in der ersten/zweiten Mai-Woche nicht überstanden und mussten aufgelöst werden. Das Wetter war auch der Grund warum ich dann auf die 3. Einwabenableger verzichtet habe.

    Hier hab ich auch gelernt, dass Styropor-Ablegerkästen echt gut sind, die ersten Ableger Mitte April haben darin die Kälte gut überstanden. Anders als die anderen Ableger Ende April, welche in den 12 Dadant Holzbeuten waren.

    Momentan gibt es noch gut Tracht (Akazien und eine Menge Sträucher). Die Linden (mit die größte Tracht hier) haben aber noch nicht angefangen zu blühen.


    Ein Wirtschaftsvolk hatte Ende Mai auf einer schönen verdeckelten Brutwabe 2 Spielnäpfe/Schwarmzellen. Leider waren beide so jeweils unten in die Ecken gezogen, dass man ohne Zerstören nicht hätte nach gucken können. Hab, auch weil alle Völker sehr stark waren und auch nach unten durchhingen noch ein 3 Waben Ableger gebildet. (Sollte passen um die Zeit oder zu wenig Bienen?)

    Nun zum Problem:

    Da ich die zweite und dritte Reihe der Einwabenableger nicht bilden konnte, aber gerne noch 3 (oder auch mehr) Völker bilden würde, überlege ich welcher Weg der geeignetste ist um möglichst noch die Lindetracht mitzunehmen und dann dabei gleich auf Dadant umstellen mit bestellten begatteten Königinnen. Da das Bestellen und liefern der Königinnen ja auch etwas dauert, wollte ich mich hier erkundigen, welches wohl die beste Variante ist, damit ich dann planvoll vorgehen kann.


    Nach dem Studium zahlreicher Bücher und Foren (leider wird kaum auf Flugling/Brutling mit 2 Königinnen eingegangen) kam ich auf 2 mögliche Lösungen:

    Ein Brutling (alte DNM-Wirtschaftsvölker) mit den „alten“ Königinnen umstellen und dann Flugling (gleich Dadant) mit den neuen Königinnen am alten Standort und ein paar abgestoßenen Waben. Nur hier stellt sich die Frage wann? Vor, während, kurz vor Ende oder nach dem Ende der Lindentracht? Das würden 3 Völker ergeben. Problem ist nur ich habe für Dadant nur Mittelwände keine ausgebauten Rähmchen.

    Oder doch lieber mit beim Abschleudern der Lindentracht 2,5 KG (oder mehr/weniger?) KS aus dem HR (oder erst beim Ausschlecken?) mit den begatteten Königinnen gleich in die neuen Dadantbeuten erstellen? Die könnte man dann gleich zu Opa (mehr als 10 km Entfernung) schaffen. Da ich keine Erfahrung habe wie viel Bienenmasse sitzt wohl auf einem gut besetzen Flachzargen HR-Rähmchen? Damit ich weiß, wie viele Königinnen ich bestellen soll.


    Gibt es noch andere Möglichkeiten oder welche sollte man wählen oder liege ich völlig daneben?


    Vielen Dank schon mal für eure Hilfe.

  • Mach ne TBE zwei Wochen vor Trachtende und aus dem Brutscheunen mit den begatteten Königinnen Kunstschwärme auf Dadant - ich schätze aber es werden nur zwei.

    Alternativ kannst du bei der TBE die Altvölker auf Dadantzargen setzen, musst dir nur überlegen, wie die Honigräume darauf passen.

    Du könntest dabei auch die Altvölker versuchen zusätzlich umzuweiseln. Alte Kö raus und auf Mittelwände abschlagen und die neue unter Verschluss reinhängen. Da habe ich aber eigene Erfahrung zu.


    Umwohnen, Umweiseln, maximale Vermehrung auf das Plansoll und maximale Trachtmitnahme schließen sich irgendwie aus. Aber so hättest du die Varroabehandlung auch schon durch. Trotzdem den Befall kontrollieren.

  • ah ok, das klingt ja eher nach Brutling/Flugling. Vergessen zu schreiben die "alten" Damen sollen auf Dnm 1,5 bleiben und sind ausm 2016 belegstellenbegattet, die würde ich ungern dieses Jahr schon ersetzen.

  • Nach/bei der Ernte die WV teilen, frische Königinnen rein und fertig. Dosiiiiiert und dünn(!) einfüttern.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Nach der Ernte (Linde) Mitte Juli kannst du doch über Kunstschwärme am besten das neue Beutenmaß besiedeln. Warte jetzt nochmal die 5 Wochen ab, dann hast du auch die volle Honigernte und kannst immernoch rechtzeitig mit der Vermehrung, Behandlung und auch Umweiselung beginnen. 

    Blühbeginn der Linde sollte der ca. der 17.6. werden:

    http://www.dwd.de/DE/fachnutze…zenentwicklung/_node.html

    Versuche lieber jetzt nochmal die Wirtschaftsvölker möglichst stark zu halten, nicht mehr zu schröpfen und ein bisschen Ruhe vor dem letzten großen Sturm einkehren zu lassen.


  • Dank euch.


    ok also warten und dann Kunstschwärme.


    Kruppi ich war gestern hier bei mir gucken (Mahlsdorf) an den Straßenlinden. Waren so ungefähr 15 Bäume beim Weg vom Bahnhof zu mir. Die meisten Linden haben noch keine Blüten, sondern nur sehr kleine "Kugeln". Jedoch gab es schon 3-4 Bäume wo einzelne offene Blüten zusehen waren. Die Damen sind aber noch nicht in Richtung der nächsten Linde mit Blüten geflogen. Glaubst du das sich das noch bis zum 17.06 dauert bis sie blühen?

  • Hm, ich versuch mal zu Orakeln...

    ich glaub auch, daß es vereinzelt bestimmt schon in der nächsten Woche losgeht. Man riecht das dann ja auch sofort, wenn man durch Mahlsdorf, Kaulsdorf, Biesdorf oder Karlshorst mit dem Fahrrad durch die vielen Alleen voller Linden fährt.

    Letzte Chance am Wochenende z.B. noch aus je zwei kleinen Völkern (starke Ableger oder kleine Nachschwärme) einen kleinen 1-Waben Königin-Ableger und ein Trachtstarkes Volk zusammen zu stellen, so daß dort auch fast alle Flugbienen landen und etwas Lindentracht einbringen könnten.

    Die dabei verstellten mini Völker kann man ja später wieder aufpeppeln, sofern sie es nicht durch die Tracht sogar selber schaffen.

    Das Wetter sollte jetzt ja auch endlich mal mitspielen und für eine schöne lange Linden-Tracht sorgen.

    Voriges Jahr waren in Berlin Gewichtszunahmen vom 9.6.-25.6. im Honigraum. In der letzten Woche hatte es nicht geregnet und es waren über 30°C. Die Linden sind regelrecht schlagartig vertrocknet.

    In Leipzig hat es dagegen am 25.6. 2016 nochmal ordentlich geregnet und die Tracht bis zum 1.7. 2016 verlängert. Im Jahr 2015 waren vom 11.6.-5.7. und 2014 vom 6.6-28.6. die Zunahmen. Man könnte also davon ausgehen, das auch dieses Jahr nach der ersten oder zweiten Juli Woche der reife Lindenhonig geerntet werden kann. Also für das Wochenende 8.+9.Juli und/oder 15.+16.Juli kannst du schon mal Honigernte und Kunstschwarmbildung mit Honigraumbienen einplanen.


    Für dieses Jahr sind erst mal immer um die 22°C und ab und zu auch etwas Regen vorausgesagt. :)

    Wenn das nicht das verkorkste Frühjahr etwas ausgleicht weiß ich auch nicht. Bis jetzt war ja außer etwas Kastanie noch nichts zu ernten. Hoff`n wama...

  • Völkervermehren - letztes Jahr bin ich im März mit zwei eher schwachen Völkern gestartet, eines gekauft auf 11 DNM-Waben davon 4 mit Brut, ein vorjähriger später Ableger auf 6 Waben von meinem Imkerpaten. Im Mai aus 1 mach 3 - jeweils ein Flugling und 3 Ableger mit je 3 Brutwaben zum selber nachschaffen. Frühjahrstracht war für die Vermehrung eingeplant und abgeschrieben. Ende Juni sind 5 unerwarteterweise noch geschwärmt und das Wetter ließ hier eh keine Tracht zu. Kleine Völker hab ich im Herbst noch vereinigt, 9 eingewintert, mit 8 im neuen Jahr, also heuer gestartet. Keine Kö getauscht, alles standbegattet, alle friedlich und gut zu bearbeiten. Also null,nix Honig aber Völker vervierfacht.


    Dieses Jahr April/Mai fielen - erwartungsgemäß - etliche Schwärme, dazu ein Fremder. Die abgeschwärmten Völker habe ich jetzt abgeerntet - gut 12 kg pro Volk und 3 der frühen Schwärme haben jetzt Honigräume und beginnen die auszubauen. Alles auf Naturbau. Die Altvölker gehen jetzt alle in die TBE, aus den Brutsammlern werde ich die kleineren Schwärme verstärken. Wenn ich noch überzählige Beuten hätte, könnte ich aus den zwei Sammlern bestimmt 4 bis 6 Kunstschwärme machen. Wenn es Sommer/Waldhonig gibt, werde ich da bestimmt nochmal ernten können.


    Mein Fazit - die Bienen können das selber ganz gut. Und mit Schwärmen imkern passt bei mir, weil ich die Beuten vom Büro aus im Blick habe - mir fliegt so schnell keiner davon.


    Gruß

    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Ja. Nur mit vernünftigen Königinnen hättest Du mit einem Volk soviel Honig wie jetzt mit fünfen, keine oder wenig Schwärme und nur ein Fünftel Arbeit.


    ...


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Raps, klar. Der Trick ist, die dürfen nicht schwärmen oder schwärmen wollen. Aber selbst bei 25 Kg statt 15 Kg dürfte die Königin kostenneutral schon 100€ kosten ;)


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo,


    also ich haben vor 2 Wochen knapp 30 kg pro Volk ohne Wandern geerntet. Geschwärmt ist kein Volk. Zu Zeit honigt es so stark, das bereits 2 HR wieder fast voll sind pro Volk. Der dritte wird angetragen. Der 4. steht bereit, falls die so weitermachen. Gute Königinnen machen schon was aus.


    Liebe Grüße

    Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene: