Wohin mit Honig, der im Brutraum landet???

  • Werbung

    Liebes Forum,


    ich weiß nicht genau, was meine Bienen gerade eintragen, es sieht eher dunkel aus, schätze, es ist irgendein Tauhonig von Blattläusen, die gibt es bei uns hier in großer Zahl, man sieht den klebrigen Belag auf vielen Laubbäumen, Rosen, Tomaten,.... und auch die Läuse selbst.


    Das Problem ist, daß sie das Zeug in die oberen Brutraumzargen lagern und damit den Jungköniginnen, die mit der Eiablage begonnen haben den Platz für ein Brutnest nehmen, während die Honigräume nur spärlich gefüllt werden. Klar, man klatscht erst mal den darunter liegenden Raum voll und da will man nicht so wirklich mehr drüber.

    Eine Jungkönigin ist heute geschlüpft - ich hatte die Wabe gerade in der Hand und konnte zusehen!!!! - wenn die in einer Woche hoffentlich in Eiablage geht, hat sie nur noch unten Platz!


    Mein Problem ist auch, daß mir das Material ausgeht. Habe keine Mittelwände mehr, der Imkerladen auch nicht. Außerdem, wo soll ich mit dem ganzen Eintrag hin???? Und Brutwaben ausschleudern muß ja auch nicht unbedingt sein... Aber es wäre ja wirklich schade drum. Ich könnte es als Winterfutter aufheben , aber wie gesagt, habe auch kein Material mehr und brauche den Platz und die leeren Waben!


    Jetzt habe ich mir überlegt, wenn ich die Bruträume tausche, (besonders bei dem Volk mit der frisch geschlüpften Königin), so daß der honiggefüllte ganz unten ist und der mit Restbrut obendrüber und damit unter dem Honigraum... Tragen sie den Honig von ganz unten dann in den Honigraum (was ich hoffen würde) oder klatschen sie wieder den oberen Brutraum zu und die Königin hat dann nächste Woche überhaupt keinen Platz mehr????


    Vielen Dank schon mal für eure Hilfe

    Alois

  • Was wühlst du bei den Jungköniginnen in dem Beuten rum? So bekommt man weisellose Völker! Dein geplantes Zargenmonopoly bringt nichts. Die Königin legt dort, wo geputzte Zellen frei sind. Die Bienen werden dann schon umtragen in den Honigraum, momentan gibts den Bedarf nicht.

    die Lösung wäre gewesen, Königin in die untere Zarge, Asg drauf, Es gibt nur noch ein Brutraum. Der Rest ist Honigraum.

    Wenn dat nicht reicht, stelle eine leere Zarge auf den Boden, dann können sie bei Bedarf unten anbauen. Das nennt sich dann Naturbau.

    Ex-Brutwaben voll verdeckeltem Honig sind Honigwaben, die darf man schleudern.

    Jetzt setzt du dich auf deine Hände und lässt die Kiste die nächsten 14 Tage zu, bis sie Pollen verstärkt eintragen.

    Rähmchen mit Dreiecksleiste am OT werden auch ohne Mittelwand ausgebaut.


    Gruß Fred

  • Hallo Alois,

    ich würde diesem Volk mit der neuen Königin ca. einen Monat Ruhe können. Dann schau mal rein, wenn alles gut gelaufen ist dürftest Du dann ein Brutnest auch mit verdeckelter Brut vorfinden, hoffenlich auf einer Zarge, ansonsten die Brutwaben in eine Zarge hängen.

    Da Absperrgitter drauf, Rest ist Honigraum.

    Ein Brutraum wird wahrscheinlich reichen, glaube nicht das dieses Volk dieses Jahr noch in Schwarmstimmung kommt.

    Grüße Johannes

  • Nachtrag:

    Jungköniginnen müssen sich erst noch im Volk etablieren und sollten vorher wenig gestört werden. Ich warte z.B. mit der Zeichnung bis das verdeckelte Brutnest mindestens die Größe eines Handtellers hat.

    Grüße Johannes

  • Was wühlst du bei den Jungköniginnen in dem Beuten rum? ,..... bis sie Pollen verstärkt eintragen.

    Gruß Fred

    Weil ich genau dachte, daß nach dem Schwarm (zwischen 12. - 14. Mai) und verstärktem Polleneintrag eine schon in Eiablage befindliche Jungkönigin drin ist!!! Drum hab ich ja auch nur reingeschaut um sichergehen zu wollen. Natürlich wühle ich da normalerweise nicht drin rum, wenn ne junge Königin gerade erst geschlüpft ist oder zu schlüpfen erwartet wird.

    Aber in der Regel kann man 14 Tage nach Schwarmabgang und bei Polleneintrag das erste Mal vorsichtig nachschauen.


    Warum die da gestern geschlüpft ist, wie das zeitlich sein kann, ist eine ganz andere Frage. Muß am 15. Mai bestiftet worden sein. Kann aber gar nicht, da war der Schwarm nämlich definitiv weg. Es ist auch keine andere Brut in vergleichbarem Stadium vorhanden, das ist echt merkwürdig. Jetzt komm also erst mal auf die Idee, daß da jetzt ne Königin schlüpft!!!!


    Es wäre nett, nächstes Mal einen weniger vorwurfsvollen Ton zu wählen, wenn man die Umstände nicht kennt.


    Ex-Brutwaben darf man schleudern? Das fände ich ja allerdings gut. Woher hast du das?



    Rubio, das Volk war schon in Schwarmstimmung :)

  • Ja, schleudern darf man die schon.... aber ich will keinen Honig aus bebrüteten Waben. Ich verwende die zur Ablegerbildung. Einlagern und aufheben für eine evtl. Frühjahrsnotfütterung würde ich die auch nicht - wegen der Wachsmotten.


    Viele Grüße


    Margit

    Wenn ich mal groß bin, will ich auch Imker werden...

  • Aber Fred, eine Frage habe ich noch. Da du dich ja offensichtlich mit Naturwabenbau auskennst. Warum rührt ein Schwarm eine untergestellte Zarge mit Rähmchen mit Anfangsstreifen nicht an??

    Hatten Brut in einer Zarge und ich habe dem einen Schwarm Anfangsstreifen untergestellt, dem anderen Rahmen mit Wachslinie. Bei beiden herrschte nach 1 Woche unten gähnende Leere. Ein Schwarm will doch bauen und Brut anlegen... Dachte ich.

    Daß Naturwabenbau prinzipiell funktioniert, weiß ich. Liegts am geteilten Brutraum, daß es hier nicht geklappt hat? Hätte ich von Anfang an 2 Zargen geben müssen? Nee, oder?


    Grüße Alois

  • Hallo Alois,


    der Fred hat das gut beschrieben und der Ton war sicher vorwurfsvoll, aber nicht bös gemeint...


    Das mit dem 2BR und Naturbau ist sicher nicht ganz einfach. Untergestellte Bruträume werden oft nur sehr zögerlich besiedelt, auch mit MW. Es kommt m.E. auf die richtige Bienenmenge und "Druck" (sich ausdehnendes Brutnest) aus Brutnest an.

    Einem Ableger kannst du ruhig ein Anfangsstreifen direkt ans Brutnest hängen. Das bauen die bis zu einer gewissen Größe (6...7 Rähmchen) gut mit Arbeiterinnenbau aus. EInfach mal in 14 Tagen 2 Waben im oberren BR mit den Abfangsstreifen tauschen und direkt neben das neue Brutnest stecken.

    Und generell erklärt der Simon Hummel seine 2BR-Betriebsweise auf youtube sehr gut.


    Gruß Jörg

  • Ja, schleudern darf man die schon.... aber ich will keinen Honig aus bebrüteten Waben. Ich verwende die zur Ablegerbildung. Einlagern und aufheben für eine evtl. Frühjahrsnotfütterung würde ich die auch nicht - wegen der Wachsmotten.

    soviel Ableger kannst du gar nicht bilden, wie bebrütete Waben von den Bienen verdeckelt werden. Die stehen dann irgendwie rum und warten auf Verwendung- die Wachsmotte findet die sofort! Da hat man mehr Aufwand, die zu lagern und zu kontrollieren und am Ende noch einzuschmelzen, und den überhitzten Honig kannst du dann nicht mal mehr für Futterteig verwenden.

    Deshalb besser schleudern, und die leeren Waben wieder in die Stöcke. Im Brutraum oder 1.HR mit virtuellem Brutnest sind die gut aufgehoben. Honigräume werden mit bebrüteten Waben auch besser angenommen, am Rand als Aufstiegshilfe für MW oder Randstreifen.


    Mit dem Naturbau kenne ich mich überhaupt nicht aus, den machen die Bienen bei Bedarf und zeigen mir so, das meine Vorstellungen von Leerraum hinterm Schied oder Beespace an den Seiten oder unten, bei zu wenig Raumangebot auch mit Brut oder Lagerzellen verbaut werden. Auch wenn ich mal aus Materialmangel die Honigraumzarge nicht sofort voll bestückte und dann vergessen habe, zeigen mir die Bienen ihre Vorstellung von Wohnungseinrichtung.


    Beim Schwarm habe ich zuerst eine Leerzarge unten, solange sie unten anbauen, obwohl oben im HR gleichzeitig die MW ausgebaut werden, kann man auch eine Zarge mit Anfangsstreifen oder MW untersetzen. Die Bienenmasse und Tracht treiben dann.


    Gruß Fred


  • lecker lecker: taucht mal eine ehemals bebrütete Wabe in Wasser und lasst sie paar Stunden liegen.
    Dann klopft das Wasser auf ein Küchentuch und staunt.... woher kommt bloß die braune Verfärbung?

    Aber das hatten wir oft genug..... und ist nicht das Thema hier

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • mache ich & mache ich,

    ich mach aber auch keine Ideologie daraus, wenn mal eine bebrütete mit geschleudert wird, weil sie in den HR umgehängt wurde und gefüllt wurde.



    bienenfred Mal vorsichtig gefragt und definitiv nicht ironisch gemeint... warum verwendest Du kein Schied und schleuderst den Honig am Ende aus unbebrüteten Waben?

  • Man sollte es nur beachten, gegen das "mal" sage ich nichts, aber ich habe schon Dunkelbraune "Ehemals-uralt-Brut-jetzt-Honigwaben" gesehen - einfach nur Igitt

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Man sollte es nur beachten, gegen das "mal" sage ich nichts, aber ich habe schon Dunkelbraune "Ehemals-uralt-Brut-jetzt-Honigwaben" gesehen - einfach nur Igitt

    Mal grob ausgedrückt, ist der von allen sehr geschätzte Waldhonig nichts anderes ist, als von den Bienen eingesammelte Läusescheiße. Warum sollte dann der Honig aus schon bebrüteten Waben "igitt" sein.

    Auch wer in ein Feinschmeckerlokal geht, tut sich oft einen Gefallen, wenn er nicht wissen will, was in der Küche so alles geschieht.