Dunkler Honig im Mai

  • Hallo, in diesem Jahr, in dem ich auf Blütenhonig besonders scharf bin, macht mir die Natur irgendwie einen Strich durch die Rechnung. Gestern habe ich die Obstblüte meines Heimatstands abgeschleudert, da war mir schon klar, dass ich Fichtentau mit reinschleudere, weil ich die Bienen beim Tauhonig sammeln beobachtet hatte. Und so war es dann auch. Nichts gegen Waldhonig - aber ich liebe auch den Geschmack von reiner Obstblüte.

    Heute habe ich den Honig von einem Volk geschleudert, das ich bei einem Bekannten aufgestellt habe, der in einem Dorf Rappach, in dessen Flugkreis sich überhaupt kein Wald befindet. Ergebnis: Dieser Honig ist noch viel dunkler, alle Rähmchen waren unbebrütet. Ich imkere mit einzargigem Zanderbrutraum und über dem Absperrgitter waren vor allem die Waben des imaginären Brutnestes, die so weit ich weiß im Honigraum als letzte befüllt werden, mit ganz dunklem Honig befüllt. Was könnte das sein? Der Honig schmeckt eindeutig nach Honigtau - die einzigen Blatthoniggewächse, die dort in nennenswerter Zahl stehen, sind Linden. Mit Lindenblatthonig kenne ich mich überhaupt nicht aus. Ist der auch so dunkel? Habe dort leider nie eine Trachtenschau durchgeführt. Ade, Du geschätzter Obstblütenhonig. Sollte in diesem Jahr einfach nichts werden ...

    Ich mag ja eigentlich Waldhonig. Letztes Jahr habe ich ihn vermisst. Aber heuer fehlt mir die Ordnung in der Abfolge. Die Läuse halten sich an gar keine Regeln ...

    Gruß Steffen

  • Moin!

    Einzig wirklicher Hinweis auf Tauhonig ist die erhöhte Leitfähigkeit.


    Gib mal bei Ebay z.B. ein: "Digital TDS-Messgerät PPM"


    Zur Frage der Deklaration auf dem Honigglas nicht ganz unwichtig, die darfnun mal nicht Pii-mal-Daumen sein.


    Es muss der Wassergehalt mit einem Refraktometer bestimmt werden, dann die Trockenmasse berechnet. Man verdünnt dann entsprechend mit destilliertemWasser auf und erhält eine korrekte Testlösung.


    Für manch einen, der öfte mal auch Mischungen mit Tauhonig bekommt, nicht unwichtig. Selbstmessung ist dann unsinnig, wenn ohnehin wegen Großmangen oder weiterverkauf Analysen stattfinden. Lohnen kann es sich, wenn immer mal wieder die eine mit der anderen Tracht überlappend stattfindet und man lediglich wissen will: was darf ich denn nun draufschreiben.


    Link zur Anleitung zur Selbstmessungmit Angaben zu Geräten, wie gesagt, gibt's auch noch günstiger, s.o., so um 8 € (wenn es dem Selbstmessenden um eine Einordnung geht, ersetzt nicht die Analyse, rettet aber vor Fehldeklarationen)


    Link zum Thema elektrische Leitfähigkeit beim Honig und Grenzwerten.Tauhonige und Kastanienhonig müssen mindestens eine Leitfähigkeit von 0,8 mS/cm besitzen

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper