Königinnenzucht will einfach nicht klappen!!!

  • Hallo zusammen,


    ich habe seit 5 Jahren Bienen (13 Völker) und wollte dieses Jahr mit der Königinnenzucht (umlarven) beginnen.

    Ich habe dafür ein Volk entweiselt und 7 Tage später, nachdem alle frei angelegten Weiselzellen entfernt wurden, den Zuchtrahmen mit 20 Weiselnäpfchen eingehängt. Einmal mit künstlichen Weiselnäpfchen (siehe Bild) und einmal mit selbst gemachten Weiselnäpfchen aus Wachs.

    Umgelarvt habe ich die kleinsten Larven mit einer Schweizer Umlarvnadel. Nach dem umlarven habe ich den Zuchtrahmen in ein feuchtes Geschirrtucht eingewickelt und bin direkt zu den Bienen gefahren (ca. 30 Minuten).

    Von den 20 Zellen sind nur 2 Stück angeblasen. Der Rest ist leer.


    Hat von euch einer eine Idee was da schief läuft? Ich bin 35 und sehe wie ein Adler. Auch die Larven habe ich in der gleichen Position wieder abgestreift und penibel darauf geachtes das ich sie nicht verletze.


    Hoffe ihr könnt mir weiterhelfen :(


    Gruß

    Stefan

  • Hallo Stefan,


    ich bin zwar auch noch Anfänger, aber so weit ich weis, werden nach 9 Tagen die Nachschaffungszellen gebrochen, und dann der Zuchtstoff gegeben. 3-5-8. 3 Tage das Ei, 5 Tage die Made, am 9. Tag verdeckelt, dann können die Bienen nicht mehr auch noch so alte Maden "umpolen" zur Königin. Aber es melden sich sicher noch Profis.


    Viele Grüße


    Margit

    Wenn ich mal groß bin, will ich auch Imker werden...

  • Hallo StefanF!


    Ob das Umlarven nach 7 Tagen die Misere alleine verursacht hat, möchte ich bezweifeln.



    Ein paar wichtige Punkte:


    Grundsätzlich wird nach 9 Tagen umgelarvt. Das hat einerseits den Vorteil, dass keine offene Brut mehr gepflegt werden muss und die ganze Kraft den Königinnenlarven gewidmet werden kann und andererseits hat es den Vorteil, dass aus der verdeckelten Brut bereits mehr Brut geschlüpft ist. Aber auch nicht länger warten, denn am 10. Tag könnte bereits eine wilde Königin schlüpfen.


    Unbedingt die Bienen beim Zellen ausbrechen abschütteln, damit nicht eine versteckte Zelle übersehen wird. Dann ein bis zwei Stunden warten und den Zuchtrahmen einhängen. Bis dort hin haben sie sich von der Prozedur beruhigt und ihre Ausweglosigkeit erkannt. Sie haben nur noch die Chance den Zuchtrahmen anzunehmen.


    Weiters ist bei der Königinnenannahme wichtig, dass das Volk so richtig zusammen gestaucht wird. Die Bienen müssen in die Gasse mit dem Zuchtrahmen förmlich hineingedrängt werden.



    Bei mir war es heuer umgekehrt, ich hatte die beste Annahme seit ich zurück denken kann. Es wurden 25 von 26 angenommen.


    MfG

    Honigmaul

  • Nimm nächstes mal die Wabe mit dem Zuchtstoff an deinen Zuchststand und stecke die für einen halben, besser einen ganzen Tag in das Weisellose Pflegevolk.

    Stelle, es war zu heiß!!! , eine Leeere Zarge/ Brutraum unter das Pflegevolk auf den Boden, die Bienen können sich dort im kühlen anhängen.

    Ansonsten Pollen und Honig füttern, wenn keine Tracht ist.

    Margit

    ich vermute er hat nicht gleich 50 reingehängt....wenn alles andere ok ist, wird es ihm nach dem 7en Tag an Stückzahl schon reichen!

    Bei wenigen Zellen geht das auch.

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Guten Abend! Zu diesem Thema habe ich ebenfalls eine Frage an die Profis. Schränkt eine starke Tracht die Annahme der Maden stark ein. Ausgerechnet nach Gabe des Zuchtstoffs hat die Robinie angefangen stark zu Honigen......danke für die Antworten. Eine weitere Frage hätte ich noch. Wie oft kann ich einen Zuchtrahmen einhängen bis der Anbrüter (7 Zander BW) "verbraucht" ist!?

  • Hallo,


    also das Bueno Zuchtsystem von dem du ein Bild gepostet hast ist mMn nicht das gelbe vom Ei!

    Ich hab heuer in meinem ersten Jahr auch gleich mit der Zucht begonnen, und mit dem Bieno System hatte ich eine ähnliche Ausbeute (3 von 20)

    Bei meiner zweiten Serie habe ich dann Nicot verwendet, und siehe da, jetzt sinds schonmal 7 von 10!

    Die sieben Tage könnten aber auch eine Rolle gespielt haben, schau doch mal ob sie nicht nochmal aus eigentlich zu alten Larven nachgezogen haben, ist bei meiner ersten Missglückten Serie auch so gewesen.

    Bei der 2ten wiederum habe ich strikt 9 Tage eingehalten und es hat besser geklappt.


    LG

  • Hallo Stefan,


    vielleicht hast Du einfach eine Zelle übersehen oder es ist Dir eine junge Königin zugeflogen.


    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

    DN 1,5 in Segeberger Beuten

  • Danke erstmal für Eure Antworten!


    Das mit den 9 Tagen war mir zwar bekannt, aber ich dachte die 7 Tagen sind ausreichend, da keine offene Brut mehr vorhanden war. Die Weiselzellen habe ich auch sorgfälltig entfernt. Das ganze habe ich paar Stunden vor dem Umlarven gemacht. Beim einhängen war als wieder Ruhe eingekehrt. Evtl war es tatsächlich zu warm, wie wasgau immen schreibt.


    @ wasgau immen: Was ist der Vorteil wenn ich den Zuchtstoff vorher für einen Tag in das weisellose Volk hänge? Fangen die Bienen dann nicht an von dort die Larven anzublasen? Verbrauchen sie da nicht unnötig Energie?


    @ tpeintne: ich hatte auch das Gefühl dass das Bueno nicht das gelbe vom Ei ist. Deswegen habe ich die Weiselnäpfchen selbst hergestellt. Denke das ist am natürlichsten und wenn das nicht klappt, was dann ;)


    Wie soll ich jetzt weiter vorgehen? Einen Versuch will ich mir noch geben ;)


    Da in dem jetzigen Ableger zwei Zellen angeblasen wurden, will ich den erstmal in Ruhe lassen. Ich hätte noch einen weiteren Ableger von diesem Jahr, der jetzt 16 Tage weisellos ist. Kann ich den dafür verwenden oder sollfe ich lieber ganz von neu starten?


    Wenn ich neu Starte, würde ich diesmal 9 Brutwaben nehmen, 9 Tage warten, Weiselzellen ausbrechen und dann umlarven?!


    Was mir gerade noch einfällt. Bei youtube gibt es einige Umlarvvideos. Dort schwimmen die Larven alle noch im Saft. Kann das evtl auch ein ausschlaggebender Punkt gewesen sein? Die meisten, die ich umgelarvt habe, waren auf dem trockenen.


    Viele Grüße

    Stefan

  • @ wasgau immen: Was ist der Vorteil wenn ich den Zuchtstoff vorher für einen Tag in das weisellose Volk hänge? Fangen die Bienen dann nicht an von dort die Larven anzublasen? Verbrauchen sie da nicht unnötig Energie?

    du findest dann garantiert Larven ( frische nicht gefahrene also gerade aus dem Ei ) die gerade erst geschlüpft/bestens angefüttert sind. (du kannst vieeel besser die Larven picken)

    Die Futtersaftdrüsen der Pflegebienen sind dann ebenso in Topzustand, du nimmst die Wabe ja raus (abkehren!) der angeworfene Futtersaftüberschuß geht umgehend...na wohin wohl!

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Hallo Stefan,


    der Erfolg beim Umlarven liegt auch an der Qualität des Zuchtstoffes.


    Wie du schriebst waren Deine Larven beim Umlarven "trocken". Sie hatten somit eine schlechte Brutpflege aufgrund einer evtl.

    Nosemaerkrankung im Spendervolk (momentan nur an einer trockenen Brut zu erkennen) . An unserem Lehrbienenstand das gleiche Problem bei einer Zuchtkönigin (gekauft). Maden wurden schlecht von den Pflegevölkern angenommen.


    Mein erster Zuchttermin war bis zum Schlupf ein voller Erfolg - Die Maden waren so im Futtersaft gebettet, dass ich Schwierigkeiten hatte die Maden von der Rückenseite aufzunehmen, da ich vor lauter Futtersaft nicht immer sehen konnte, ob Rücken oder Bauch.


    VG

    Ruth

  • Guten Morgen zusammen,


    danke für eure Hilfe.


    Ich werde es vor dem Umlarven probieren und die komplett Brutwabe in das Pflegevolk hängen.


    Kann ich mit dem derzeit weisellosem Volk noch etwas in Sachen Zucht machen? Den Ableger habe ich vor ca. 2,5 Wochen gemacht.

    Brut ist keine mehr vorhanden.


    Viele Grüße

  • Der Zuchterfolg hängt u.a. vom Charakter des Spendervolkes ab. Ein schwarmtriebiges Volk ergibt bessere Quoten. Ein weiteres Kriterium ist die Größe des Pflegevolkes, bei Dir kein Problem. Der Transportweg von 30 Minuten könnte kritisch sein wenn der Zuchtstoff zu kalt oder zu warm transportiert wurde.

    Bist Du Dir sicher, daß die Larven nicht älter als 1-2 Tage waren?

    Wenn 2 Zellen angeblasen wurden, kann der etwas zu frühe Starttermin (7 Tage ) eigentlich nicht stören.

    Das weisellose Volk kannst Du ohne weiteres mit einer Zuchtleiste beglücken.