Wie oft tauscht ihr eure Königin?

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    Hallo


    Wie oft tauscht ihr eure Königinnen oder lässt ihr das den Bienen selbst entscheiden?

    Mir wurde gesagt ich sollte alle 2 Jahre tauschen.


    Wie und wann sollte ich Umweiseln ?


    Mfg

  • Hallo mazi94,


    alle zwei Jahre ist ein sinnvoller Rhythmus, finde ich.


    Wenn eine Königin zu schwach ist oder es womöglich Stecher gäbe, tausche ich die Kö aus. Schwache Völker teile ich im Mai zu Ablegern auf oder erstelle einen SBA. Die Königinnen habe ich verschenkt mit der Angabe, dass sie nicht soo stark sind. Zum Aufbau von Stellvertretervölkern waren sie alle mal gut.


    Ich baue jetzt Ableger auf für die Honigernte in 2018. Die alten Königinnen von 2016 sind noch in den Originalvölkern aktiv. Die erste Schwarmlust ist verflogen. Es gibt zur Zeit keinen Anlass sie auszutauschen.


    Also über Ableger/Vereinigen oder im Oktober ist ein guter Zeitpunkt für den Wechsel.

    Auch bei der letzten Honigernte kann man über TBE gut umweiseln.


    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

    DN 1,5 in Segeberger Beuten

  • Ich tausche Königinnen nur dann wenn ich extrem und dauerhaft unzufrieden mit ihr bin - zu viel Schwärmerei, Stecherei o.ä. Aber ansonsten werden die F1, F2... gerne standbegattet weiter gepflegt. Was ich nun gar nicht mag ist dieses "Tauschen nach der Uhr"...warum unbedingt eine ältere aber fleissige Lady austauschen nur weil sie die falsche Plättchenfarbe hat? Nee, finde ich irgendwie undankbar...die bekommen ihr Altenteil und sei es nur in einem kleinen Ableger wenn ich wirklich Zweifel daran habe, dass sie den Winter schafft.

    Aber meistens entscheiden die Bienen schneller und besser als ich!


    M.

  • die beiden rot gezeichneten haben den Winter nicht überstanden- einer drohnenbrütig, die andere still umgeweiselt.

    Am wenigsten Stress bzgl Schwarmneigung und Ertrag hat man, wenn mehr als die Hälfte aus dem letzten Jahr sind.

    Gruß Fred

  • Meine beste Königin ist derzeit mit einem grünen Plättchen unterwegs. Geschlossenes Brutbild auf allen Waben, keine Schwarmlust, das Volk ist ohne Schleier zu bearbeiten ....
    Ich werde nichts unternehmen und hoffen, das Volk weiß, wann es eine hoffentlich ähnlich geartete Nachfolgerin heranziehen muss!

  • Meine beste Königin ist derzeit mit einem grünen Plättchen unterwegs. Geschlossenes Brutbild auf allen Waben, keine Schwarmlust, das Volk ist ohne Schleier zu bearbeiten ....
    Ich werde nichts unternehmen und hoffen, das Volk weiß, wann es eine hoffentlich ähnlich geartete Nachfolgerin heranziehen muss!

    Mach doch noch einen Ableger von der! :lol:

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • wenn du mit einer Königin sehr zufrieden bist, rechtzeitig von ihr NACHZIEHEN. Für Ableger Brutwaben von anderen- nach 9 Tagen WZ brechen oder verdeckelte Brutwaben über Zwischenaufenthalt im Honigraum entnehmen - Stück mit Eiern/jüngsten Maden aus dem Lieblingsvolk. Aus Stechern werden keine Kuscheltiere und bessere Leistung bringt die Nachzucht dieser auch nicht.

  • Wann ist die beste Zeit zum umweiseln?

    Wie gehe ich am besten vor?

    Hallo,


    dazu gibt es ja genügend Beiträge. ich mache das so:


    Alle zwei Jahre, habe aber auch einige 3-Jährige in den Wirtschaftsvölkern

    Wirtschaftsvölker weisele ich September-Oktober um.

    Alte Königin ein Tag vorher suchen und im Iltis über Nacht belassen, dann am nächsten Tag Alte raus und Neue unter Zuckerteig zusetzten. Die alte eventuell als Reserve in Miniplus. Die alte Käfige ich aus dem Grund über Nacht, dass ich mir nicht den Stress gebe, wenn ich die Neue in der Tasche habe und die Alte noch suchen (finden) muss.

    Wenn die neue mindestens 8 Wochen in Eiablage war (Erfahrene Königin), gebe ich sie direkt zu, ansonsten warte ich exakt eine Stunde nach Entnahme der Alten vor Zugabe der (noch) unerfahrene Königin. So gehe ich sicherheitshalber auch bei nötiger Umweiselung im August vor.

    Annahme-Quote ca. 80-90%. (Vorgehensweise bei zugekaufte/direkt gelieferte Königinnen da ich nicht wissen kann, wie lange diese in Eiablage waren). Meine eigenen Königinnen oder früher bestellte Königinnen warten in Miniplus. Die Minipluszarge stelle ich dann im Herbst ohne Boden auf die Wirtschaftsvölker über eine Zentralbohrung im Dadantdeckel (nach Entnahme der Alten). Die neue Königin zieht es dann nach einigen Tagen selbständig runter. Aktuell wurden bei dieser Variante alle meine Königinnen seit drei Jahren zu 100% angenommen.



    grüße Stefan

  • Da gibt es einige Parameter, die bestimmen, wie lange eine Königin im Volk bleiben kann: Das ist der Spermavorrat. Und das Wetter bei der Begattung. Und die Bedingungen bei der Königinnenzucht.

    Der Spermavorrat definiert die Anzahl der befruchteten Eier, die eine Königin in ihrem Leben legen kann. Diese Gesamtlegemöglichkeit kann nun über die Betriebsweise auf eine kürzere oder längere Zeit erstreckt werden. In Hünglervölkern beispielsweise kann eine Königin älter werden. Wenn die Legeleistung einer sehr guten Königin stark beschränkt wird, kann die Königin bis zu 6 Jahren im Volk bleiben.

    Die Menge des Spermas wiederum wird durch die Begattungsbedingungen und durch die Größe der Spermathek bestimmt. Die größten Spermatheken findet man bei Schwarmköniginnen. Bei Umgelarvten sind sie etwas kleiner und werden immer kleiner je älter die Larve beim Umlarven ist.
    In Wirtschaftsvölkern ist die Spermathek schneller leer, sehr gute Königinnen halten bis zu 3 Jahre durch. Ich habe eine grüne Königin, die beginnt jetzt mit vereinzeltem Einstreuen von Drohnenbrut. Gleichzeitig erscheinen Umweiselungszellen.

    Typisch ist in Wirtschaftsvölkern eine Lebensdauer von 2 Jahren. Wenn aber die Begattungsbedingungen schlecht waren oder wenn die Königinnenzucht selbst schlecht war, kann auch schon deutlich vorher Schluss sein.

    Es gibt also keine allgemeinverbindliche Zahl. Es gilt, sich das Volk anzusehen und dann zu entscheiden. Lässt die Legeleistung nach, wird die Arbeiterinnenbrut mit Drohnenbrut gesprenkelt, erscheinen Umweiselungszellen - dann ist es Zeit zum Wechsel. Leider passiert das oft im Spätsommer oder, noch ungünstiger, im zeitigen Frühjahr. Deshalb ist es wichtig, Reseveköniginnen zu haben, mit denen man dann den Wechsel vornehmen kann.

    Gruß Ralph

  • Genau so ist`s, wie Ralph es oben beschreibt! :daumen:


    Diese fixe Idee, die manch einer immer noch hat, dass junge Queens nicht schwärmen, alte aber schon, die soll lt. Herrn Eich total irrelevant sein! Viel ausschlaggebender ist das Alter des Wabenwerkes - und das wird wohl vermutlich gern fehlinterpretiert: Junge Königin, neu erstelltes Volk, neuer Wabenbau, schwärmt nicht, die Jungweisel macht`s. Typischer Rückschluss...

    Was einen Unterschied macht ist die oft gelobte Entwicklung von Völkern von Jungköniginnen. Das sollte aber nicht unbedingt das Argument sein. Wirtschaftsvölker mit Königinnen vom Vorjahr oder älter sind stetige, gleichmäßige Vertreter. Da weiß man, was man hat.


    Wenn Nachkommenschaft von einer schönen bereits gebildet wurde, und diese das Alter erreicht, dann finde ich es immer prima, die auch in einem kleineren ablegerartigen Altenteil ausklingen zu lassen.

    Fast immer ist es darin bisher gelungen, die Stille Umweiselung mit zu verfolgen. Und Umweiselungsköniginnen von solchen Goldstücken sind einfach bestens gepflegt und genial!


    Gruß


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

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  • Meine beste Königin ist derzeit mit einem grünen Plättchen unterwegs. Geschlossenes Brutbild auf allen Waben, keine Schwarmlust, das Volk ist ohne Schleier zu bearbeiten ....
    Ich werde nichts unternehmen und hoffen, das Volk weiß, wann es eine hoffentlich ähnlich geartete Nachfolgerin heranziehen muss!

    Mach doch noch einen Ableger von der! :lol:

    Würde ich ja gerne. Aber am liebsten aus einer "freiwilligen" Schwarmzelle. Und da machen sie keine :). Eine "erzwungene" wäre im Juni die nächste Option!