Blüh-Trachtmischung im großen Stil

  • Hallo Gemeinde,
    heute melde ich mich mit einer weiteren Frage zur Bienenweide.


    Ich habe an dem vergangenen, verlängerten Wochenende einen Freund in Niederbayern besucht, der auch Bienen hat.
    Er wohnt auf einem Hof, der ein eigenes Dorf ist. Der Hof hat über 800 Jahre belegte Geschichte und ist ziemlich groß.
    Uhrsprünglich wurden dort Rinder gehalten, dann wurde auf den Maisbau umgestellt.
    Zurzeit sind die 34ha Ackerfläche verpachtet, da momentan niemand in der Familie lust hat, sich mit monokultureller Biomasse-Produktion abzurackern.


    Als wir dann neulich Abends mit reichlich Bier am Lagerfeuer saßen, meinte ich, man sollte die 34ha einfach völlig unbehandelt mit einer bunten Blühmischung besähen und reichlich Völker reinstellen, um der Monokultur grinsend den Stinkefinger zu zeigen.


    Erst haben wir mit dem Gedanken ein wenig rumgealbert, die Überlegung ist dann aber immer ernster geworden. Jetzt sieht es so aus, dass man vermutlich nächstes Jahr mal einen 'Stroif' mit sowas besähen will, um sich das anzugucken.


    Jetzt meine Frage an die Tracht-Profis:
    Was nimmt man da am besten? Gibts da Fertigmischungen die super dafür sind?
    Eher Ein- oder Mehrjährig?
    Raps mit rein? Kornblume? Mohn? Sonnenblume?
    Es sollten natürlich schon Pflanzen sein, die reichlich Honigen, und nicht dazu führen, dass der ganze Honigraum nur voll Pollen ist, zudem sollten keinen Trachtlücken entstehen.
    Es gilt quasi eine dauerhafte Massentracht zu erzeugen.


    Vielen Dank im Voraus,
    Luis

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Kann so pauschal sicher nicht beantwortet werden.

    Was für Böden?

    Was für Klima?

    Düngung?

    Integrierter Pflanzenschutz?

    Unkrautzusammensetzung?

    Verfügbare Technik?

    Werterhalt der Flächen gewollt?

    Kostenrahmen?

    ...

  • Dafür gibts ab 4 Ha auch Kulap Förderungen.

    Da können wir im Forum leider nicht genug helfen vermute ich mal, da das je nach ALEF immer unterschiedlich gehandhabt wird.

    Am sinnvollsten ist wenn er mal nen Besuch bei seinem Sachbearbeiter im ALEf anstrebt, die wissen Saatgut usw.

  • Servus miteinander,


    habe vor 3 Tagen einen neuen Bienenstand an einer solchen Fläche aufgebaut.

    Und komme gerade zurück von der "Erstkontrolle".

    Allein schon der Flugbetrieb läßt auf Positives hoffen. Nach 3 Tagen sollten sich nicht mehr soviel Einfliegen müßen. :-)

    Zumindest ist mehr los wie an meinem Heimstand.

    Ein Teil der Fläche ist mit einjährige Mischung und die anderen mit 5 jähriger Mischung.


    Also immer die Augen offenhalten beim in der Gegend rumfahren.

  • Rhabarber...ein Großteil des ehem. Gemüsegartens vor 25 Jahren damit bepflanzt- macht wenig Arbeit, nur im Frühjahr 1x Unkraut hacken, danach wird das Unkraut unterdrückt. Alle paar Jahre mal Mist auf die Fläche getan.

    Die Blüten wurden gut beflogen.

  • ...

    Rhabarber...

    Huhu,


    mit Rhabarber verbinde ich ein kulinarisches Kindheitstrauma...


    Ich gehe davon aus, dass Du keine Anbauempfehlung für Rhabarber aussprechen wolltest - der Beitrag von Beekloppter ist keinesfalls "Rhabarber" .

    Er stellt die richtigen Fragen. Diese Fragen wird sich der Flächeneigentümer in Niederbayern nämlich ganz sich ohne Bier und Lagerfeuer völlig nüchtern am Schreibtisch zeitnah ebenfalls stellen.

    Da wird er sich fragen ob er - je nach Gegend in Niederbayern- so auf 400 bis über 1000€ /ha Pacht im Jahr verzichten möchte um in Blühflächen zu "investieren"...

    Gerne werden wir den Fortgang des "Projektes" hier verfolgen...


    Grüße aus dem Sauerland

  • Er stellt die richtigen Fragen. Diese Fragen wird sich der Flächeneigentümer in Niederbayern nämlich ganz sich ohne Bier und Lagerfeuer völlig nüchtern am Schreibtisch zeitnah ebenfalls stellen.

    Da wird er sich fragen ob er - je nach Gegend in Niederbayern- so auf 400 bis über 1000€ /ha Pacht im Jahr verzichten möchte um in Blühflächen zu "investieren"...

    Gerne werden wir den Fortgang des "Projektes" hier verfolgen...

    Nach dem was ich so weiß. dürften, Biogas sei Dank, die Pachtpreise wohl sicher im vierstelligen Bereich liegen.


    Die Flächen einzusäen bedarf, neben, nicht zu unterschätzender Saatgutkosten, eines gewissen Maschineneinsatzes.

    Um das ganze nicht verbuschen zu lassen, muss alles auch mindestens einmal pro Jahr gemulcht werden.

    Dazu müssten die eingesäten Pflanzen aber auch noch eine dauerhafte Bienenweide ergeben,

    Leider ist das wenig realistisch:

    Praktisch wird nach zwei bis drei Jahren dort nicht mehr viel zu holen sein...

    Bleibt also nur eine regelmäßige Neuansaat.


    Rechen wir also bloß mal mit jährlichen Kosten von 50 000€ (bei einem von Pachtausfall 34 000€, dann bleiben da pro ha keine 500€ für Saatgut und Pfegemaßnahmen).

    Da muss schon ein bisserl Honig dabei rauskommen.

    Ich rechne mal einen (Großhandels)preis von satten 5€/kg.


    Wären dann ja gerade mal schlappe 10 Tonnen pro Jahr, die es braucht, um sich entspannt zurück zu lehen und den dummen Bauern mit ihren Monokulturen mal so richtig den Stinkefinger zeigen zu können!


    Das ganze läuft dann unter dem Motto:

    Es ist ganz einfach, mit Bienen zu einem kleinen Vermögen zu kommen:

    Man muss nur mit einem großen anfangen...

  • Wären dann ja gerade mal schlappe 10 Tonnen pro Jahr, die es braucht, um sich entspannt zurück zu lehen und den dummen Bauern mit ihren Monokulturen mal so richtig den Stinkefinger zeigen zu können!

    Halt, Kommando zurück!

    Hab grad nochmal kurz drüber nachgedacht:

    Da sind ja grad mal die Unkosten der Flächenbewirtschaftung gedeckt.

    Die Schachtel Streichhölzer, um den Smoker anzuzünden, ist da ja noch gar nicht verdient...

  • Hallo Luis,


    google mal nach Sida, Silphie und anderen blühenden Energiepflanzen. Auch eine Überlegung wert, dazu streifenweise blühende Sträucher/Bäume im Sinne einer Kurzumtriebsplantage einzusetzen. Weide böte sich an, aber auch z. B. diverse Prunusarten. Wächst halt nicht so rasant wie Pappel. Damit hättet ihr eine Frühtracht durch die Sträucher und eine spätere durch Sida & Co.


    Erstere müsste man mit potentiellen Abnehmern abstimmen, nicht jeder Maisvergaser will/kann auch andere Biomasse abnehmen.


    Auf einer kleinen Fläche (um die 2000 qm) hier wollen wir ab dem kommenden Jahr Streuobstwiese (die Obstbäume sind bereits gepflanzt) und extensiven Getreideanbau mit Blühbeimischung (u. a. Kornblume) zum Selberabernten für unsere Weidegänse testen. Das ganze zweigeteilt im Wechsel Frühjahrswiese/Wintergetreide.


    Gruß

    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de