Honig vs. Ableger

  • .... Und der WALD, also DIE Waldtracht, die steht auch noch bevor. Im Berner Stadtwald klebt es unter Eichen, Ahorn und Fichten, hier im Seeland auch unter Tannen, Eichen, Ahorn. Überall sind Läuse unterwegs, das könnte hier am Jurasüdfuss ein gutes Waldhonigjahr werden....

    .... Für mich sieht es aus, als wär die Knallerzeit schon vorbei. Meine HR sind leer. Dwshalb die Verunsicherung. ...

    Und, wie sieht es jetzt in deinen HR aus ?


    Meine Mädels von 2 Völkern haben mir in ziemlich genau 4 Wochen 4 HR mit leckerem Waldhonig vollgemacht. Also 4 HR habe ich heute geschleudert, je 1 ist noch drauf und wartet auf die Vollendung. Von den anderen 2 Völkern ist eines geschwärmt und schwächelt seitdem und das andere knallt lieber seinen BR mit Pollen voll anstatt ordentlich Honig zu sammeln .


    GRüsse, Robert

  • Grüss Dich, Robert! Leer sieht es aus, gähnend leer. Die Bienen tragen zwar etwas ein und leiden keinen Hunger, aber von gefüllten Honigräumen kann nicht die Rede sein. Obwohl vereinzelt Zellen mit dunklem Saft gefüllt sind, glaube ich nicht, dass bei mir der Wald honigt. Da müsste es ja anders zu und her gehen. Übrigens tropft unser Pflaumenbaum jeden Sommer ordentlich; ist wie ein feiner Nieselregen, der ab dem Nachmittag jeweils fällt. Erst dieses Jahr respektive diese Woche ist mir aufgefallen, wie laut es in den Ästen summt. Sind aber nur Wespen. Die Stockwaage eines nicht sehr weit entfernten Imkers zeigt seit einer Woche Zunahmen von rund einem Kilogramm pro Tag an. Wird wohl Wald sein. Bei mir wie gesagt nix.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Hallo swissmix,
    für mich hört sich das ganz stark nach einer gammligen Genetik an.
    Wie schon irgendwo in dem Faden hieg geschrieben, es gibt Völker die nur soviel sammeln wie sie selber brauchen.
    Solche Völker würde ich im Herbst umweiseln. Die 30 € pro Volk sind gut investiert & haben sich mit der Schleuderung des ersten HRs kommendes Jahr schon gelohnt.


    Vorallem wenn der Imker in der Nähe 1kg Plus am Tag macht, würde ich mir das nicht gefallen lassen wenn meine Damen nichts reinbringen. Auch wenn 1kg am Tag bei Waldtracht nicht unbedingt die Höhe sind, aber immerhin.

    Grüße

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Danke für den Hinweis, Luis. :) Ich bin ja in den letzten Jahren nicht wirklich in die Gänge gekommen und habe erst dieses Jahr begonnen, «richtig» zu imkern (vgl. meinen Vorstellungstext a.k.a. Leidensgeschichte). Deshalb kann ich nicht wirklich beurteilen, was «normal» ist. Ich habe ehrlich gesagt einfach angenommen, dass nun Trachtpause sei und dass es dann in einer Woche oder so losgehe. Der andere Imker befindet sich in der Nähe, aber nicht gleich nebenan. Er hat in den letzten Tagen aber auch nur Zunahmen von 100..200 Gramm verzeichnet; habe gerade mal nachgeschaut. Auf die Idee, schlechte Königinnen zu haben, wäre ich allein nicht gekommen. Dank Deines Hinweises kann ich da aber mal ein Auge drauf haben und dann allenfalls wirklich im September noch umweiseln. Mit 30 Euro kommen wir hier nicht weg ;) Aber der Honig ist auch teurer. Das gleicht sich dann wieder aus. :) Die Entscheidung wird in spätestens drei Wochen fallen, wenn ich die Honigräume abnehme und beginne, zu füttern. Jetzt könnte ich ja ohnehin nicht umweiseln …

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • rase Natürlich nicht, aber swissmix hatte ja geschrieben, dass ein Imker in der Nähe Zunahmen verzeichnet.

    swissmix Hm, wenn das so ist, dass der Kollege auch nurnoch minimale Zunahmen hat, würde ich über eine Verlegung des Standortes nachdenken...
    Da reichen ja eventuell schon ein paar Kilometer. Entweder dieses Jahr noch ne Radtour machen und diese dann alle 2 Wochen wiederholen, um zu sehen wo relativ konstant Tracht herscht.
    Oder villeicht gibts bei euch auch Stockwagen die im Internet abrufbar sind? Bei uns gibts da in meinem Gebiet ca. 10 - 15 Stück, da kann man dann auch gucken an welchen Stellen regelmäßig übers ganze Jahr Zunahmen sind.

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Jo, es gibt die Stockwaagen bzw Waagvölker des VDRB und der angeschlossenen Vereine. Aber dazu sollte man den genauen Standort der Völker kennen, um die Anzeigen interpretieren zu können. Wenn ich z.B. unseren Lehrbienenstand in Epsach nehme, da ist auch aktuelle Ebbe. Aber da ist rundrum Obstbau und wenig andere Vegetation. Da ist einfach nach der Frühtracht vorbei. Ich würde da auch mal über nen anderen Standort nachdenken.

    Wie oben gesagt, mal nen Spaziergang/Radtour machen, umsehen was so wächst. Aus dem Bauch heraus empfehle ich jetzt mal einen Waldrand von einem Wald mit Kirschen, Tannen, Fichten, kleinen Kahlschlagsflächen (Brombeeren, Himbeeren, Weidenrösschen, etc.), Buchen (meist mit Buschwindrösschen und Bärlauch im Unterstand), Weiden, Haselnuss. Daneben eine grössere Dorf/Agglo mit vielen blumigen Vorgärten und einigen Feldern, auf denen gern Raps, Sonnenblumen und Biogetreide mit Kornblumen und Mohn stehen darf. NAtürlich noch ein paar ökol. Ausgleichsflächenwiesen mit vielen Blumen, die erst rel. spät gemäht werden. Weisskleeweiden wären auch nicht schlecht, wenn sie nicht gleich beim kleinsten Wachstum abgemäht werden. Hecken mit vielen verschiedenen Gebüschen sind auch immer toll.


    Viel Erfolg bei der Suche wünscht


    Robert

  • Danke für die Ratschläge! Theoretisch sollte mein Standort nicht so schlecht sein. Wir haben Obstanlagen und viele Weiden sowie immer mehr renaturierte Wiesen in der Nähe, Wald ringsherum und eine kleinere Stadt im Flugradius, allerdings eher am Rand. Was definitiv fehlt, sind Raps und Biogetreide. Auf den Feldern, die bewirtschaftet werden, wird Mais oder klinisch reines Getreide angebaut. Wie es in den Wäldern aussieht, kann ich halt nicht genau beurteilen, da fehlt mir einfach die Erfahrung. Spontan fällt mir kein Standort ein, von dem ich sagen könnte: Da muss ich unbedingt hin. Ich werde halt die Augen offen halten, mir Gedanken machen und zusehen, was sich tut. Stände haben wir überall in der Gegend, Waagvölker mit Internetanschluss (VDRB) nur ganz wenige.


    Bald habe ich diesen Thread gekapert … :| Tut mir leid!

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).