Honig vs. Ableger

  • Hallo zusammen,

    alles begann ende März. Wir hatten 25 Grad und der Garten fing an zu blühen. Leider war das drei Wochen zu früh und es sollte sich noch bitter rächen.

    Die Bäume standen Anfang April in voller Blüte, der Frühling entwickelte sich und wie erwartet wurde das Wetter wurde merklich schlechter.

    Es ging sogar soweit daß wir am Ostermontag 15cm Schnee bekommen haben. Danach hatten wir Nachtfrost und ich musste Ende April sogar nachfüttern…

    Aktuell haben wir endlich die ersehnten 25 Grad, aber die Apfel, Kirsch und Birnenblüte ist total an mir vorbei gelaufen. Die Honigräume werden nur mässig ausgebaut.

    Ich bin Stadtimker mit Focus auf tausende Quadratmeter Streuobstwiesen und werde dieses Jahr wohl keinen oder nicht viel Honig ernten können.


    Die Frage ist… was mach ich jetzt?


    Aktuell habe ich 4 Völker die sich jetzt langsam entfalten. Die Honigräume sind schwach besetzt und es wird mässig eingetragen.

    Bekomme ich dieses Jahr trotzdem noch Honig von den Kastanien aus der Altstadt oder den Blumenwiesen oder kann ich das vergessen?

    Ich habe keinen Raps oder irgendwas an Landwirtschaft und nächstes Wochenende muss ich handeln.

    Der Momentane „Plan B“ sieht vor, dass ich meine vier Völker zerlegen werde und daraus 6 Ableger machen möchte. Dazu müsste ich sie kommendes Wochenende ja Weisellos machen damit ich kontrolliert Königinnen nachziehen kann und meine Völker dann von 4 auf 10 erweitern werde. Oder soll ich doch noch warten ob sie Honig eintragen?

  • Das Honigjahr hat doch gerade erst begonnen! Einfach abwarten. Ob noch eine gute Honigernte eingefahren werden kann oder nicht, liegt am Wetter.

    Und Ableger kann man immer noch später im Jahr machen.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • Ich würde mich Wald&Wiese anschließen. Nach der Beschreibung sind die Völker zwar nicht prall, das kann aber noch werden. Vielleicht sollte Rex mal über bessere Königinnen nachdenken.

    Ich verwurste ganz gern die schwächeren Völker zu Ablegern und schone lieber meine besseren. Vielleicht ist das ein guter Mittelweg --> 1 Volk jetzt in 3 Ableger verwursten und mit den anderen 3 auf die Sommertracht warten.


    Gruß Jörg

  • Ich kann die gleiche traurige Geschichte erzählen. Das hätte zudem mein erstes Honigerntejahr werden sollen. Für mich haben die Bienen die Frage nach Plan B gleich selbst beantwortet: Weniger als eine Woche, nachdem ich zwei Schwärme gekauft hatte, hat sich mein überwintertes Volk in drei bis vier (Schicksal einer Jungkönigin noch ungewiss) Jungvölker aufgeteilt … Bei mir, ausserhalb der Stadt, in einer traditionell bewirtschafteten Landwirtschaftszone (nicht gerade Industrie, aber auch nicht extensiv) rechne ich nicht mehr mit Honig, ausser es würde in der Gegend noch zu einer Waldtracht kommen … :( Wahrscheinlich ist eine Aufteilung der Völker und ein Hoffen auf ein besseres Jahr 2018 die klügere Entscheidung, aber ich bin Anfänger und schreibe, obwohl ich eigentlich keine Ahnung habe … ;)


    Edit: Was soll denn noch gross kommen? Bäume? Welche grosse Tracht übersehe ich?

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Ja das mit den Königinnen.


    Meine Königinnen sind maximal 2 Jahre alt. Ich habe ja auch erst 2015 damit angefangen.

    2016 habe ich dann einen Königinnen Zuchtkurs besucht um mich mal ein wenig damit zu befassen.

    Dieses Jahr werde ich dann damit einsteigen. Ich habe Begattungskästchen gekauft und werde versuchen kontrolliert Königinnen zu ziehen.


    Das lernt man eben nicht von Anfang an in der Imkerei, alles braucht ein wenig Zeit um es zu perfektionieren


    Aber wie gesagt... Unternehmen "Queen" läuft :-)

  • Hallo Rex,


    von was für Königinnen willst Du ziehen?


    Nur eine Generation weiter, bedeutet noch lange nicht besser.

    Eine gute Königin kostet 5-6 Gläser Honig.


    Gruß

    Ulrich

  • Hallo Rex,


    es gibt wirklich solche und solche Linien. Manche machen nur Bienen, manche tragen nur soviel ein wie sie selbst verbrauchen und anderen bringen richtig viel Honig und sind auch noch sanft dabei.


    Besorg Dir richtig gutes Ausgangsmaterial, damit Du im nächsten Jahr einen besseren Start hast.


    Meine Königinnen sind heute geschlüpft. Gezüchtet/vermehrt habe ich mit Finisher und Starter. Also mit einem nicht in schwarmstimmung befindlichen Vollvolk. Dafür wurde kein Honig geopfert.


    Für die Begattungsableger habe ich zwei Nachzügler aufgeteilt und der Nachbar hat einen Schwarm geopfert für die Neubesetzung von 4 Mini+-Einheiten.


    Andere vermehren immer nach der Ernte über Kunstschwärme. Welche Ernten bei Dir möglich sind, frag doch mal einen ortsansässigen Imker.


    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

    DN 1,5 in Segeberger Beuten

  • Ich bekomme Top Qualität als Ausgangsmaterial, sprich Larven von einem ziemlich bekannten Imker.


    Das Problem ist, dass es Buckfast sind und ich habe weder Connections zu einer Belegstelle und weiß ehrlich noch nicht wie ich das mit dem begatten machen sollte. Nur weil ich jetzt mal Buckfast "testen" möchte und das erste mal überhaupt Königinnen ziehen wollte ich jetzt auch nicht gleich bei einem Buckfast Imkerverband beitreten. Aber vielleicht gibt es ja die Möglichkeit für ein Entgeld eine Belegstelle zu nutzen, da muss ich mich mal umhören.

  • Stell die einfach in Deinen Garten. Die werden super. Und nächste Jahr machst Du es wieder genauso. In der ersten Generation schlägt das mütterliche Blut ziemlich durch. Das hört dann eventuell auf, wenn Du mit denen dann weiterzüchten willst. Aber für Wirtschaftsköniginnen sind Edellarven mit Standbegattung super.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Edit: Was soll denn noch gross kommen? Bäume? Welche grosse Tracht übersehe ich?

    Also, wer denkt, das nach der Raps nichts mehr für die Bienen kommt, sollte sich mal ein bisschen in der Landschaft umschauen. Also die Robinie in Bern ist leider erfroren, aber in geschützten Lagen blühen die seid Anfang der Woche, dazu die Rosskastanie. Dann stehen noch die Linden bevor, die Edelkastanien (gibt überall in den wärmeren Teilen der SChweiz Einzelbäume davon) kommen auch noch. Dann fangen die Himbeeren und Brombeeren im Wald auf den Schlagflächen an zu blühen, dazu die Begleitflora. Und der WALD, also DIE Waldtracht, die steht auch noch bevor. Im Berner Stadtwald klebt es unter Eichen, Ahorn und Fichten, hier im Seeland auch unter Tannen, Eichen, Ahorn. Überall sind Läuse unterwegs, das könnte hier am Jurasüdfuss ein gutes Waldhonigjahr werden. Dazu gibts ja auch noch ein paar Biobauern, die nicht jedes Kräutlein im Getreidefeld totspritzen, so das auch da immer noch was zu finden ist.

    Also hört auf zu jammern und bereitet eure Völker (und die HR) auf die Trachten vor. Neue Völker könnt ihr immer noch mit KS bei der Honigernte machen.


    Grüsse, Robert

  • War eine ernstgemeinte Frage eines Anfängers, kein Gejammere. Für mich sieht es aus, als wär die Knallerzeit schon vorbei. Meine HR sind leer. Dwshalb die Verunsicherung. Deine Berichte lese ich immer mit leichten Anflügen von Neid.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Sorry, jammern war vielleicht ein zu hartes Wort. Und neidisch musst du nicht sein, ich bin auch Anfänger im 2. Jahr (um genau zu sein, habe ich gestern vor 2 JAhren meinen ersten eigenen Schwarm gefangen). Aber dich mal in der Natur umschauen und genau hinsehen, was noch so alles blühen könnte. Hast du ne Siedlung/Stadt/Agglo in der Nähe mit Gärten? Da gibts auch immer ein bisschen zu holen, ich habe ja nur die Pflanzen in der Natur aufgezählt. Klar ist es Standortabhängig, aber das es gar nix mehr geben soll, kann ich mir in der kleinstruktierten und vegetationsmässig vielfältigen Schweiz nicht vorstellen. Vielleicht in meiner ostdt. Heimat, wo es zwar riesige Rapsfelder mit 50-100ha gibt, aber danach dort genau dann gar nix mehr.


    Kennst du den Flugkreisrechner auf homecrossing.com ? Stell dort mal deinen Standort ein, dann schaltest du noch 1-2km Flugkreis ein, merkst dir ein paar markante Stellen und dann machst du einen kleinen WE-Spaziergang/Velotour und schaust du mal, was da so alles vielfältiges wächst.


    Kopf hoch, das wird schon noch


    Grüsse, Robert

  • Für mich sieht es aus, als wär die Knallerzeit schon vorbei. Meine HR sind leer.

    Weide und die ganzen Weißblüher wie Kirsche und Kernobst sind spektakulär, aber im Grunde für den Normalimker nur Aufbautracht. Da kommt wenig bis nix von im HR an. Danach geht es los.


    Wird.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hier im Osten Belgiens geht der Lōwenzahn zu ende.

    HR sind 3/4 bis voll

    Apfel fāngt an zu blūhen,Gefolgt von Kastanie

    Sommertracht bei uns ist hauptsāchlich Weiss-Klee und Linde


    Gruss

    Kevin