Honigbestimmung

  • Werbung

    Hallo,


    ich frage mich die ganze Zeit wie woher Ihr alle wisst welchen Honig Ihr habt? Wie wird die Sorte bestimmt?

  • Guckst Du mal unter dem Stichwort "Sortenhonige" bzw. unter Honiganalyse zum Beispiel hier


    Zum einen gibt es typische Merkmale, Geschmack, Aussehen etc., wenn man dann in der Region mit dieser Tracht imkert, dürfte es klar sein, erst recht, wenn man ihn schon mal analysieren ließ. Ofiziell müsste ggf. eine jeweils neue Analyse gemacht werden (Weiterverkauf)


    http://www.drescherapoconsulting.at/maria/Sortenhonige.pdf

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Vielen dank schon mal. Sehe geradE das mein Wohnort nicht angezeigt wird. Ich bin aus der Nähe von Passau.


    Ich habe zum Beispiel hier mehrere trachten. Von Obstbäumen über Wiese und Wald. Was wäre z.b das für ein Honig?


    beetic Ihr lässt doch nicht jedesmal den Honig Analysieren? Sind ja auch stattliche Preise.

  • @ Adam:

    zum einen brauchst Du nicht jedesmal eine Sortenanalyse, wenn Du für Dich und für den kleinen Verkauf Honig erntest. Offiziell sollte aber bei einer Sortenbezeichnung auf dem Glas auch gesichert das drin sein, was draufsteht.

    Schreibst Du "Frühjahrstracht" z.B. drauf und sagst den Leuten, was da hauptsächlich so drin ist, ist das natürlich OK.


    Wenn man aber mitten im Raps steht, es kommen Kilos am Tag rein und der Honig ist hell etc., dann wäre es recht unwahrscheinlich, wenn da kein Rapshonig reinkommt.


    Der Rest ist Erfahrung, rechtzeitiges Abschleudern und Honigraumgabe zur Ernte von Sortenhonigen. Bzw wird eben die Tracht mit Absicht und in Massenvorkommen angewandert.


    Aber wie gesagt: Wenn du eine Sorte auf dem Glas deklarieren willst und den Honig dann auch schließlich teurer verkaufst, dann musst Du sicher sein. Großmenge Sortenhonig weiter verkaufen ohne Analyse geht kaum.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo,


    ich frage mich die ganze Zeit wie woher Ihr alle wisst welchen Honig Ihr habt? Wie wird die Sorte bestimmt?

    .. indem man z.B. dorthin eine Honigprobe schickt:

    https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/honiganalyse


    und die Preisliste dazu sagt:

    https://bienenkunde.uni-hohenh…F/Preise-Honiganalyse.pdf


    Aber für Bayern sollte das auch diese Institution durchführen:

    http://www.lwg.bayern.de/bienen/index.php

    Bloß da habe ich auf die schnelle keine Preisliste gefunden.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • Keinesfalls kann man nur daraus, was nahe am Bienenstand in Mengen blüht, direkt auf die Honigsorte schließen. Z. B. habe ich Bienen nahe an großflächigen Löwenzahnwiesen stehen. Eine Pollenanalyse letztes Jahr wies aber nur weniger als 1% Löwenzahnpollen aus. Auch unter Berücksichtigung, dass Löwenzahpollen im Verhältnis zum Nektar unterrepräsentiert sein könnte, war der Honig keinesfalls als "Frühtracht mit Löwenzahn" oder gar "Löwenzahnhonig" zu deklarieren. Die am stärksten vertretenen Pollen waren "Brassica-Typ" (vermutlich vom 1,2 km entfernten Rapsfeld) und Obstblüte. Löwenzahn honigt wohl erst bei relativ hohen Lufttemperaturen und passender Feuchtigkeit. Nachdem ich häufiger "Löwenzahnhonig", eine meiner Lieblingssorten, gekauft habe, habe ich auf Grund des Geschmacks den Eindruck, dass nur etwa die Hälfte die Bezeichnung zu recht trug; der Rest war wohl eher gemischte Frühtracht oder allenfalls "Frühtracht mit Löwenzahn".

    Bei einem Sommerhonig, geerntet nahe zahlreichen Linden, erlebte ich auch eine Überraschung: In ähnlicher Größenordnung wie Lindenpollen waren Pollen des Götterbaums, den ich bis dahin nicht kannte, vertreten.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Die botanische Herkunft eines Honigs wird mithilfe von sensorischen Tests (Geruch, Geschmack, Konsistenz), pH-Wert-, Leitfähigkeits- und Farbmessungen und einer Pollenanalyse bestimmt. Kurz gesagt: Wenn es sich finanziell nicht lohnt eine Sorte anzugeben, dann sollte man es lassen und lieber Frühjahrs-/Sommerblütenhonig (unter 800 ms/cm) bzw. Waldhonig (erst ab 800mS/cm) (HonigVO) drauf schreiben. Ein Leitfähigkeitsmessgerät gibt es ab 11 Euro bei Amazon für den Aquaristikbedarf und ist ausreichend für eine Unterscheidung von Honigtau- und Blütenhonig (würd ich jedem empfehlen, bevor er sich entscheidet eine Analyse zu machen).

    Größe allein ist nicht entscheidend. Eine Biene sammelt an einem Tag mehr Honig als ein Elefant in seinem ganzen Leben.;)

  • Vielen Dank euch allen.


    Also hab ich es richtig verstanden das je höher die Leitfähigkeit ist, es wahrscheinlicher ist Waldhonig zu haben?

    Wie kann man selbst ohne Analyse die Sorte weiter eingrenzen? Natürlich im günstigeren Bereich als die Analyse selbst.


    Wo macht ihr euere Honig Etiketten wenn ihr nicht die vom DIB benutzt oder benutzen könnt?

  • Ich persönlich brauch es für meinen Honig nicht machen, weil wir quasi keine Wald-/Laustracht haben, aber ich hab es oft an der Hochschule bei fremden Honigen machen müssen.


    Wichtig für die Leitfähigkeit ist die Temperatur!!! Zu den Messgeräten gibt es zwar häufig eine Umrechnungstabelle, aber die können sehr ungenau sein, also besser gleich bei 20 °C messen.

    Größe allein ist nicht entscheidend. Eine Biene sammelt an einem Tag mehr Honig als ein Elefant in seinem ganzen Leben.;)