Räuberei auf dem Bienenstand

  • Hallo zusammen,

    habe auf meiner Terasse 3 Völker nebeneinander; ein Wirtschaftsvolk und zwei Ableger, einer davon bereits relativ stark, der andere erst 4 Wochen alt, aber schon fleißig in Brut. Habe diesen gestern mit 1 kg Zuckerwasser (1:1) gefüttert, und heute war die Futterzarge komplett leer. Das Flugloch ist natürlich noch verengt. Hatte bisher mit Sirup gefüttert, der relativ langsam abgenommen wurde, und jetzt erstmals dünnere Zuckerlösung ausprobiert, da ich dachte, dass dann die Mittelwände schneller ausgebaut werden. War schon überrascht, dass die das ganze Kilo Zucker an einem Tag runtergetragen haben.


    Das Wirtschaftsvolk hat heute bei gutem Wetter richtig viel eingetragen (>1 kg). Das Futter (im 2. HR) ist natürlich noch sehr dünnflüssig, und schmeckt nach nicht sehr viel.


    Jetzt meine Frage:

    Ist das normal, dass der frisch eingetragene Nektar noch nicht sehr stark schmeckt, weil er noch einen hohen Wassergehalt hat? Oder muss ich mir Sorgen machen, dass das starke Volk das Zuckerwasser aus dem Ableger räubert?


    Danke! :)

  • Ja, das ist mehr oder weniger normal


    Sorgen machen ist relativ:


    Natürlich könnte das sein.

    Aktuell herscht gut Tracht überall, da ist es weniger warscheinlich. Aber ein schnelles Schnäppchen macht jeder gern, gelle?

    Du musst von außen gucken.

    Fliegen die aus dem starken Volk in den Ableger? zur Not stell Dich mit einem Teesieb hin mit Puderzucker drin und staub ein paar Ausfliegende ein damit. Dann beobachten, ob diese beim Ableger einfliegend zu sehen sind.


    Der Ableger würde einen wesentlich stärkeren Flugbetrieb haben als sonst. Oft ist das Flugloch klebrig. Der Betrieb geht bis in die Abendstunden, viel länger als sonst üblich - und direkt früh morgens wieder los. Und hektisch das Ganze, Gerangel am Flugloch sieht man zumindest am Anfang.

    Beim Öffnen der Beute fliegen viele auf und raus, das sind die Räuber.

    Die Waben sind ggf. zerfranst, da wo Futterkränze waren, ist nix mehr. Und in späteren Stadien des Beklauens findet man auch keine Brut mehr bzw. auch nur noch wenig ursprüngliche Bienen, die Königin kann ebenfalls dabei verlust gehen.


    Füttern immer nur abends!!

    Keine Spuren! Kein Kleckern, Gießkanne mitnehmen, Lappen etc.

    Nicht zu große Portionen,

    sie sollten das abnehmen, bauen und einlagern können. Es sollte nicht lange in der Futterzarge herumduften.

    Sirup und Futterteig sind geruchloser als Zuckerwasser. Honigwasser sollte man sich klemmen...riecht noch mehr.Bei Tracht und einem jungen Ableger würde ich ca 200 ml als Tagesmenge nicht überschreiten.


    Daumendrückend, dass nicht geklaut wird


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Moin Marion,


    würde füttern in einer Futtertasche vor Räuberei besser schützen?


    Gruß Bernhard

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.

  • Flugloch beim Ableger ganz eng stellen (ein bis zwei Bienenbreiten und erstmal testen ob das wirklich Räuberei ist.


    Wenn ja - wegstellen. Was anderes hilft nicht mehr, wenn die Räuberei mal eingesetzt hat. Vorbeugend - so füttern, dass potentielle Räuber einen langen Weg durchs Volk nehmen müssten (extra Zarge, Folie über dem Brutnest ganz schmal öffnen) und natürlich abends, kleckerfrei, wie meine Namensvetterin schon schrieb.


    Gruß

    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Hallo Bernhard,


    hm, kann ich nicht aus eigener Erfahrung im Vergleich sagen,

    (ich hatte zweimal Räuberei übelst und muss das nicht nochmal testen)

    zum einen ist das Futter näher am und somit schneller im Völkchen,

    es ist in der Beute. Riechen wird es ggf aber eben trotzdem.

    Zum anderen muss man zum Nachfüttern immer öffnen.

    Wenn natürlich oben eine Futterzarge aufgesetzt wird mit Ritzenbildung beim Abdecken und da ist dann Zuckerwasser in einer Wochenportionsgröße drin, womöglich mit Honigbeimischung....

    Das käme Speisekartenaufhängen ziemlich nah

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • wenn dünnes Futter gefüttert wird, wird ventiliert- man riecht es am Flugloch gut.

    Gerade bei kalten Temperaturen hat die Futtertasche Vorteile, aber mehr nutze ich Industriegläser(0,7- 1,7l) mit gelochtem Twist-Off-Deckel , die kopfüber auf ein Loch im Zwischendeckel gestellt werden. Bei den Magazinen wird dafür eine HR-Zarge draufgestellt oder sie stehen wie die Ablegerkisten im überdachten Freistand. Da nur durch die Löcher das Futter abgegeben wird, wollen weniger Bienen oben rein, als wenn ein offener Futterbehälter in der Zarge steht.