Dadant Mod US Wabenabstand, Rähmchenbreite und Polsternägel

  • Werbung

    Hallo liebes Forum,


    lange lange ist es her, dass ich hier mal aktiv war, was aber auch bedeutet, dass es gut läuft. Nun habe ich aber wieder eine Frage, die in verschiedener Hinsicht mal dikutiert wurde aber aufgrund neuer Gegebenheiten für mich wieder diskutabel ist, der Wabenabstand in Verbindung mit Rähmchenbreite und Polsterägel.


    Hierzu gibt es zumindest hinsichtlich der Polsternägel viele Übereinstimmungen, 7mm für den Abstand Wabe zu Wabe werden am häufigsten genannt. (7,5 habe ich auch schon gefunden.) Soweit, so gut aber nur in Verbindung mit der Rähmchenbreite ergibt sich auch der Wabenabstand (Mitte zu Mitte).


    In einem alten Post hat Lothar darauf verwiesen, dass Dadant US in der geraden Ausführung üblicherweise 28 mm breite Seitenteile hat. Mit den 7 mm Pilzkopf ergibt sich der in Deutschland übliche Wabenabstand von 35 mm. Dieser wird auch in verschiedenen Quellen angegeben, genauer heißt es 35-38mm.


    Nun ist mir aufgefallen, dass verschiedene Hersteller haben nun aber verschiedene Rähmchenbreiten obwohl die 7mm Pilzköpfe überall vertrieben werden. Getreu dem Motto - Treffen sich 3 Imker und haben 4 Meinungen.


    Ein Hersteller aus der Lüneburger Heide hat 27 mm breite, ergibt also nur 34 mm. Irgendwo habe ich gelesen, dass die 27 die neue 28 ist und momentan wohl en vogue.


    Ein Hersteller aus Thüringen hingegen vertreibt 28,5 also 35,5, was in den 35-34 mm liegt.


    Wieder ein anderer Hersteller hat 25 mm, das macht mit den 7 mm Polsternägeln nur 32 mm, mit den 10 mm Abstandsröllchen wären wir wieder bei 35

    Zugegeben, Erfahrung mit 35,5-35+x habe ich mit meinen Hoffmann-Seitenteilen auch, das funkioniert aber wie ist es mit 34 mm.


    Liebe Grüße aus dem Sauerland,


    Boris

  • Hallo Boris,


    nachdem ich vor ein paar Jahren über die Broschüre 'Imkern mit Dadant' vom 'Immenreiner' gestolpert bin, faszinierte mich, dass "In alten unversehrt vorgefundenen Strohkörben (...) dieser geringere Wabenabstand gemessen werden" kann - gemeint sind 32 mm abzgl. der 7 mm Polsternägel du dann bei einer Rähmchenbreite von 25 mm landest.

    Ich bin dieser Empfehlung - 32 mm Wabenabstand - gefolgt (in Verbindung mit 5,1er Zelle) und habe es bis dato nicht bereut.


    Gruß Marius

    "Wenn du merkst, daß du zur Mehrheit gehörst, wird es Zeit, deine Einstellung zu revidieren." Mark Twain"

  • Den Bienen wohl, aber vielleicht nicht dem Imker.


    Denn es wird gelegentlich vermutet, dass schon minimal falsche Abstände zu vermehrtem Wachsverbau zwischen den Rähmchenoberträgern führen können. Schon wenn man die Nägel nicht sehr sorgfältig einschlägt, soll sich diese Effekt einstellen.

    Z.B. wenn man die Nägel etwas zu fest einschlägt und damit etwas platt drückt oder andere vielleicht leicht schief einschlägt und sie daher minimal höher stehen.


    Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber ich habe bei einigen Völkern schon vermehrt Probleme mit mehr Wachsbrücken gegen Ende der Saison, obwohl die Rähmchen sicherlich gerade sind. Aber ich ich weiß, dass ich die Nägel bis vor kurzem auch nicht übertrieben sorgfältig eingeschlagen habe, die genannten Nagelabweichungen liegen bei mir also sicherlich vor.

    Gruß

    hornet

  • Ich frage mich, was der Landsmann Boris jetzt für Reaktionen erwartet? Soll jetzt jeder sagen diese Rähmchenbreite mit diesem Abstand ist die beste?

    Schade finde ich übrigens, wenn das Forum nur zum fragen benötigt wird. Vielleicht ist ja auch antworten mal eine überlegenswerte Alternative, wenn man Erfahrungen gemacht und gesammelt hat. Über zehn Jahre ist doch schon was. Viele Anfänger freuten sich sicher darüber.

  • Weil ich von Zander weg bin habe ich nicht bemerkt, dass ganz heimlich der Wabenabstand von 37mm auf 35mm verkürzt wurde. Man darf ruhig jeweils noch einen Millimeter dazu geben. Ich denke, der Wildbau hängt mehr von der Genetik ab als vom Abstand. ich habe im Honigraum 12, 11 oder auch 10 Waben und trotzdem wenig Wildbau.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Man kann ja einfach die zu den neu zu erwerbenden Rähmchen passenden Nägel/Pilzköpfe kaufen um auf die 35mm zu kommen und gut ist.


    GRüsse, Robert

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für die Rückmeldungen. Das hatte ich noch nicht erwähnt, aber generell finde ich diese Unterschiede in den Rähmchenabmaßen schon problematisch. Als Imker muss man schon genau hinsehen oder aber es ist schlicht egal, wie Remstalimker schrieb. Trotzdem bin ich skeptisch, da die Bienen bei vielen Dingen eine gewisse Stringenz erfordern.


    Marius, hast du mal einen geringeren Wabenabstand mit "normalen" Zellen probiert? Derzeit imkere ich noch mit Mittelwänden und der normalen Zellengröße, würde aber es aber gerne mal mit Naturbau probieren. Dennoch, und das ist nur eine Vermutung, denke ich, dass meine Bienen an die normale Zellengröße über Genenrationen gewöhnt wurden. Somit habe ich mit einem so geringen Wabenabstand ein wenig Bauchschmerzen.


    Remstalimker, Deine Erfahrungen belegen ja dass 35+x für die Bienen funktioniert.


    Aber zu den 34 mm hat niemand Erfahrungen?


    Ich bin geneigt es auf einen Versuch ankommen zu lassen. Mal sehen, ich werde noch ein wenig darüber brüten, ich bürden meinen Lieben ungerne unnötige Last auf.

  • Ich habe sowohl 10mm-Paschke-Bügel als auch 7mm Nagelstifte in der derselben Beute gemischt, dazu noch Rähmchen ohne Abstandsregelung (bzw. Pi x Daumen x Augenschein). Mein Eindruck ist, das die 10er mehr verbaut werden, aber das ist nur ein grober Eindruck, wissenschaftlich statistisch abgesichert würde ich das bei 4 Völkern nicht nennen. Wahrscheinlich haben meine Rähmchen je nach Herlunft auch noch um 1-2mm unterschiedliche OT-Breiten, habe ich noch nicht nach gemessen.

    Ja, dann verbauen sie halt bei dem einen Rähmchen ein bisschen mehr und beim anderen ein bisschen weniger, was solls. Musst du die Rähmchen halt nicht wegen Propolis auseinanderdrücken, sondern wegen Wachs, ist doch sch.... egal. Aber es scheint Ihnen bei mir gut zu gehen, woran auch immer man das erkennen könnte. Mach dir nicht so nen Kopf drüber.


    Grüsse, Robert

  • Hallo Boris,

    Wichtig ist doch erstmal, dass die Abstandshalter möglichst die gleichen sind. Bei mir die ewähnten Pilzköpfe mit 7mm. Dann passen alle Rähmchen, egal ob 32mm oder 35mm Wabenabstand, auch zusammen.


    Selber arbeite ich mit Naturbau, anfangs noch mit gekauften Rähmchen mit 35mm Wabenabstand. Bei meinen selbstgebauten habe ich dann auf 25mm OT umgestellt, also gesamt 32mm. Es ergibt sich für mich bisher kein Unterschied. Die Bienen nehmen beides, auch gemischt kein Problem. In der Zellgröße hat sich (bis jetzt) nichts verändert.

  • Hallo Boris,

    nein, belastbare Erfahrungen habe ich keine mit geringerem Wabenabstand und "normalen Zellen".

    Stichwort Naturbau: Wo liegt denn das Problem, einfach mal die MW gegen einen Anfangsstreifen auszutauschen? Oder den OT als Dreiecksleiste zu gestalten? Rähmchenbreite bleibt gleich --> ergo: keine Bauchschmerzen.

    Mellifera e.V hatte mal untersucht, ob Schwärme ggf. von sich aus die kleineren Zellen bauen. Ergebnis: Machen Sie nicht. Vermutung: " Es ist aber denkbar, dass mit der Verwendung von Mittelwänden, über hundert Jahre hinweg eine unbeabsichtigte züchterische Selektion auf Völker stattgefunden hat, die zu einem größeren Zellmaß neigen." (siehe: http://www.imkerei-fischermueh…einzellen%2002-2009.2.pdf).

    Gruß Marius

    "Wenn du merkst, daß du zur Mehrheit gehörst, wird es Zeit, deine Einstellung zu revidieren." Mark Twain"

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Marius () aus folgendem Grund: rugnuza war schneller UND hat dbzgl. Erfahrungen.

  • ein Kollege arbeitet mit 5.1er MW seit langem. Wenn die Betriebsweise nicht stimmt, hat es auch keine positiven Effekte.

    Ich habe nur an den originalen Bienenbox-Hoffmanns gemerkt, das wenn der Abstand zu gering ist, die Waben nicht mittig im Naturbau ausgebaut werden. Aktuell werden dort Rähmchen mit Paschkebügeln verkauft.

    Ich habe es vorgezogen bei 5,4-Standard zu bleiben, und 50kg als Eigenwachs umarbeiten lassen. Bei den Rähmchen

    sind, bis auf wenige Hoffmanns, diverse Abstandshalter einseitig angebracht. Mischbetrieb war bisher kein Problem.


    Gruß Fred

  • Hallo zusammen,


    nochmals danke. Der Naturbau ist für mich gesetzt. Damit habe ich noch keine Erfahrung aber es reizt mich einfach. Ich werde in ein paar Wochen Kunstschwärme (vielleicht auch Freiluftkunstschwärme) machen und diese dann auf Anfangsstreifen setzten. Damit habe ich neben Dadant noch eine Variable die ich noch nicht kenne, wobei ich dem anderen Rähmchenmaß eigentlich keine Bedeutung beimesse.

    Aus diesem Grund werde ich vorerst nicht 34 probieren, sondern auf 35,5 setzten um nicht noch eine weitere Variable zu bekommen.

    Ich werde mich dann in ein paar Wochen nochmal mit ein paar Eindrücken melden.

  • Hallo zusammen,


    ich wollte mich mal zurück melden und Bericht erstatten. Mitte Juni hatte ich 2 Kunstschwärme zu 1,1 und 1,3 kg mit je einer letztjährigen, vorgeprüften Königin aus meinen Minis gemacht. (Die Idee einen Freiluftkunstschwarm zu machen kam mir leider erst im nachhinein, das würde ich beim nächsten mal auf jeden Fall dann so machen.)


    Eingeschlagen habe ich sie dann auf 4 Anfangsstreifen und je einer flankierenden Mittelwand. Die übrigen 4 Mittelwände habe ich hinter das Schied gehängt. Die gekäfigte Königin habe ich dabei in die Mitte gehängt. Anschließend direkt mit ca. 4l Futtersirup via Futterzarge gefüttert.


    Nach 2 Tagen habe ich dann die Käfige entfernt.


    Die Entwicklung in den folgenden Wochen war schön mit anzusehen. Wie zu erwarten war hat das stärkere Volk schneller gebaut als das schwächere Volk, wobei jetzt nach 8 Wochen beide Völker ungefähr gleich auf sind.


    Nach ca. 3 Wochen waren die Rahmen zur Hälfte ausgebaut. Interessanterweise haben sie die Mittelwand nicht zügigier ausgebaut, als die Anfangsstreifen. Auch konnte ich keinerlei größere Zellen beobachten, sei es nun für Drohnen oder für Futter.

    Das Futter war zu diesem Zeitpunkt abgenommen, und die Bienen hatten eine halbe Wabe Reserve angelegt, es war allerdings nur wenig Pollen eingelagert. Ich habe nochmal 4l Futter gegeben.


    Dann ist erstmal 2 Wochen nicht viel passiert, was ich darauf schiebe, dass das Volk vorerst an Bienenmasse verloren hatte und ein Zuwachs erst nach 2-3 Wochen erfolgte.


    Mittlerweile haben sie die 4 Anfangsstreifen und die beiden Mittelwände voll ausgebaut und belagern diese auch. Die erste Wabe neben dem Schied wurde auch schon zaghaft ausgezogen, worauf hin ich 2 Mittelwände durch versetzen des Schiedes "freigegeben" habe. Es sind Honigvorräte von einer Wabe sowie Pollenvorräte von ca. 1/2 Wabe vorhanden. (Eine Danant Futterwabe ist ganz schön schwer, glücklicherweise muss diese nur geschoben werden.) Im unteren Bereich der 4 Anfangsstreifen habe ich nun auch größere Zellen, es sind sogar vereinzelt auch noch Drohnenzellen zu sehen, wenngleich die Drohnenschlacht hier bereits begonnen hat.

    Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Entwicklung der Völker. Es ist für mich auch nach mehr als 15 Jaher Bienenhaltung immer wieder eine Offenbarung was die Bienen aus dem Nichts erschaffen und mir scheint, am Besten gelingt das, wenn sich der Imker wenig einmischt.


    Momentan werden die Völker weiter "gefüttert", ich benutze sie um die halbvollen Waben, die ich nicht schleudern konnte zu leeren.


    Ich melde mich dann nochmal im Herbst, um über die Einwinterungsstärke zu berichten.