Folienabdeckung VS. Gasegitter

  • Wenn Du Dir nun das Badezimmer mit sehr großen Fensterflächen (Stoffflächen) vorstellst, wird am Anfang zwar mehr Wasser ausfallen, der Raum wird aber abkühlen, weil die Heizung den Wärmeverlust nicht mehr ausgleichen kann und der Prozess wird zum Erliegen kommen. Auf jeden Fall wird es im Badezimmer kühl. Das Wasser kondensiert dann an den Wänden. Diese werden feucht.

    Was würde in Deinem Modell passieren wenn die Stoffflächen gegen Styropor ausgetauscht würden?

    Grüße Rubio

    Die Wärme und das Wasser würden im Raum bleiben

    Guten Morgen Friedrich,

    das kann an sich nicht sein weil Styropor einen ähnlichen Dampfdiffussionswiderstand wie Holz hat, der Wasserdampf müßte durch die Platten hindurch wandern.

    Die für mich interessante Frage ist, weil der Taupunkt innerhalb der Platte liegt, was mit dem Tauwasser passiert da Styropor es nicht aufnehmen kann.

    Grüße Rubio

  • Hallo Rubio,


    Auf Deine Frage, was mit dem Tauwasser passiert, kann ich Dir nur antworten, "irgendwo kommts raus".


    Bei guten Trachtverhältnissen ist meine Erachtens so viel Wasser in der Beute, dass die Diffussion durch Holz oder Styropor zu vernachlässigen ist. Die Gewichtszunahme kann bei Massentracht pro Tag im Bereich von mehreren kg sein und von dem Necktareintrag ist 70 bis 90 % Wasser. Die Waagstockdaten von Imkerfreunden, die ihre Völker aktuell an Rapsfeldern auf der schwäb. Alb stehen haben, melden heute eine Gewichtszunahme von 2,6 kg und 3,8 kg. Da geht's nicht um Milligramm, sondern um Kilogramm / Liter. Das ist für die Bienen eine brachiale Arbeit, die man ihnen im Grundsatz auch nicht abnehmen kann. Ich arbeite daran, sie zu unterstützen, damit sie in die Lage versetzt werden, wasserarmen Honig einzulagern. Ich teste gerade eine verfeinerte Variante meiner vorstehend beschriebenen Deckelkonstruktion. U. U. habe ich nach dem Wochenende neue Erkenntnisse. Diese werde ich dann hier kommunizieren.


    Viele Grüße

    Friedrich

    Es ist besser, hohe Grundsätze zu haben, die man befolgt, als noch höhere, die man außer Acht läßt. (Albert Schweizer)

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  • Ja der Deckel ist schon so ne Sache. Ich habe Wagner Beuten, aber das Wasser sammelt sich bei mir immer am Überdeckel aus Holz. Leider verdunstet das Wasser da nicht so gut durch wie durch den unter Deckel. Bienenschweiß an den Fingern ... bääähhh ;)

  • Die 2 Hygrometer sind eingetroffen. Es sind digitale mit externem Fühler aus chinesicher Produktion, also keine Präzisionsinstrumente um aber eine Tendenz anzuzeigen wohl ausreichend.


    Habe zwei Beuten am gleichen Stand ausgesucht, stehen direkt nebeneinander, etwa gleichstarke Völker, 1. Honigraum gut angetragen, zweiter gut belaufen.


    Die Fühler liegen in der Mitte des 2. Honigraumes vorne auf der Gaze, habe die Rähmchen etwas auseinander geschoben so daß sie jetzt dazwischen liegen.


    Erstes Meßergebnis gestern ohne eine Veränderung an den Beuten ( also Gaze, durchlöcherter Holzinnendeckel, 19 mm Weichfaserdämmplatte, Außendeckel Holz mit Teichfolie ) :

    Außentemparatur 22 °,

    Beute links 55 % und 36 °

    Beute rechts 53% und 33,5 °


    Habe nun an der rechten Beute eine Plastikfolie über die Gaze gelegt und warte mal ab.

    Die Luftfeuchte außen zu messen wäre noch eine Maßnahme.


    Grüße Rubio

  • Du hast bei etwa 55% Luftfeuchtigkeit und 35° Temperatur etwa 25 g Wasser in einem kg Stockluft (1 kg Luft sind etwa 840 Liter)

    Wenn du die Stockluft auf 25° abkühlst hast du darin 100% Luftfeuchtigkeit und weiterhin 25 g Wasser pro kg Luft.

    Wenn die Stockluft unter 25° abkühlt, bist du unter dem Taupunkt und es fällt Wasser aus der Luft aus.


    Du brauchst im Stock eine Fläche, die Nachts unter 25° abkühlt, dann wird an dieser Fläche Wasser abgeschieden und dann must du noch dafür sorgen, dass das Wasser auf irgend einem möglichst unkomplizierten Weg die Beute verlässt. Das ist das Prinzip der Luftentfeuchter (Kondensationstrockner).


    Selbst wenn du nachts 15° und (Außen) 90% Luftfeuchtigkeit hast, hat diese Luft nur etwa 11 g Wasser pro kg Luft. Wenn die Bienen also Luftaustausch machen, trocknet der Honig. Die Bienen müssen allerdings die Heizleistung erbringen, die eingebrachte Außenluft zu erwärmen.


    Meine Deckelkonstruktion ist im Testeinsatz und erlebt gelegentliche Verbesserungen in Details. Bei Erreichen der Serienreife stelle ich sie vor.


    Die Sache mit der Weichfaserdämmplatte funktioniert auf jeden Fall ebenfalls.

    Es ist besser, hohe Grundsätze zu haben, die man befolgt, als noch höhere, die man außer Acht läßt. (Albert Schweizer)

  • Das Brutnest sollte ziemlich genau 35°C haben. Die Termometer kannst du also schon mal vergessen...

    Die Thermometer liegen im zweiten Honigraum, aber ich werde die Thermometer überprüfen.

    Mir ist klar das diese Gerätchen für diesen Preis keine exakten Werte leifern können, aber wohl eine Tendenz.

  • Wenn die Bienen also Luftaustausch machen, trocknet der Honig.

    Vielen Dank für Deine ausführliche Erklärung.

    Mir ist nicht klar wie der Luftaustausch funktioniert, bauen die Bienen eine Zirkulation mit frischer Luft rein und feuchter Luft raus auf ? Oder spielt die Diffussion durch die Beutenwand und den Deckel eine wichtige Rolle?

    Mein Ansatz ist den Unterschied zwischen Gaze und Folie einfach zu messen und mich für das trockenere Klima zu entscheiden.

    Und den Deckel auf keinen Fall aufwendiger machen. Als Ergebnis würde mir gut gefallen wenn da nur noch eine Dämmplatte auf Gaze läge, also kein Innendeckel mehr.

    Grüße Rubio

  • mach den Gazeboden mit einem Wärmebrett/Schublade komplett zu, dann kannst du bei Tracht abends beobachten und riechen was aus dem Stock kommt. Auf der einen Seite des Fluglochs wird kalte Luft angesaugt, auf der anderen warme, feuchte Luft ausgeblasen. Das sieht man schon an der Anordnung der Bienen.

    Wenn ich mit einem Lüfter ein Brett anblase, spielt dann die Diffusion durch das Brett eine Rolle, wenn es drumherum einen geringen Widerstand zum Ausweichen gibt?

    Meßgeräte, die nicht reproduzierbar/kalibrierbar messen, sind für die Schrottkiste. Da lobe ich die alten Quecksilberthermometer zB Min/Max aus DDR-Zeiten. Keine Batterien notwendig, laufen wie vor 30 Jahren.

    Gruß Fred

  • Wo kommt das nur her?


    Elektronik - billig - genau - gut

    Ist für mich nicht nachvollziehbar.


    Gruß

    Ulrich

  • Ja der Deckel ist schon so ne Sache. Ich habe Wagner Beuten, aber das Wasser sammelt sich bei mir immer am Überdeckel aus Holz. Leider verdunstet das Wasser da nicht so gut durch wie durch den unter Deckel. Bienenschweiß an den Fingern ... bääähhh

    Ist da ein Luftpolster oder Ähnliches zwischen Innendeckel und Außendeckel?

  • mach den Gazeboden mit einem Wärmebrett/Schublade komplett zu, dann kannst du bei Tracht abends beobachten und riechen was aus dem Stock kommt. Auf der einen Seite des Fluglochs wird kalte Luft angesaugt, auf der anderen warme, feuchte Luft ausgeblasen. Das sieht man schon an der Anordnung der Bienen.

    Wenn ich mit einem Lüfter ein Brett anblase, spielt dann die Diffusion durch das Brett eine Rolle, wenn es drumherum einen geringen Widerstand zum Ausweichen gibt?

    Meßgeräte, die nicht reproduzierbar/kalibrierbar messen, sind für die Schrottkiste. Da lobe ich die alten Quecksilberthermometer zB Min/Max aus DDR-Zeiten. Keine Batterien notwendig, laufen wie vor 30 Jahren.

    Gruß Fred

    Vielen Dank für diese ausführliche , konstruktive Antwort.

    Ich habe die Böden dieses Jahr erstmals zu da die Wärme scheinbar sowohl den Bienen

    als auch dem trockenen Honig zuträglich ist.

    Die einseitig am Flugloch sitzenden Bienen habe ich bei den starken Völkern gesehen, die saßen aber nicht nicht so bei einer Fächelstrecke, werde aber auf Grund Deines Hinweises stärker darauf achten.

    Vielleicht hast Du Recht das der Deckel von mir überbewertet wird, aber ich gucke es mir trotzdem mal an, insbesondere bei starkem Kondenswasserausfall ist ein gut durchlässiger Deckel nach meiner Beobachtung eine Hilfe.

    Eine Wissenschaft kann und möchte ich nicht daraus machen, dafür fehlt mir die Kompetenz und das professionelle Gerät.

    Mir reicht es die Tendenz zu sehen.


    Grüße Rubio

  • Ja der Deckel ist schon so ne Sache. Ich habe Wagner Beuten, aber das Wasser sammelt sich bei mir immer am Überdeckel aus Holz. Leider verdunstet das Wasser da nicht so gut durch wie durch den unter Deckel. Bienenschweiß an den Fingern ... bääähhh

    Ist da ein Luftpolster oder Ähnliches zwischen Innendeckel und Außendeckel?

    Ja zwischen der Dämmplatte und dem Oberdeckel ist ein leichter Luftraum, der aber wiederum durch den Rand des Oberdeckels eingeschlossen ist. Soweit man das bei Holz sagen kann, dass Arbeitet.