Folienabdeckung VS. Gasegitter

  • Danke für den Link Rainer, ich lese mir das komplett durch und messe meinerseits in meinen Beuten.


    Grüße Rubio

    Anfänger seit langem...:) , Zander 1,5, Umstellung auf Naturwabenbau,

  • Hallo,


    ich überlege, die in #21 erläuterte Deckelkonstruktion so zu optimieren, dass zwar die Feuchtigkeit abgeführt, dem Honigraum dabei aber möglichst wenig Wärme entnommen wird. Optimal wäre, wenn man die Wärmeableitung auf die latente Wärme beschränken könnte. Die Optimierung stelle ich mir mit der vorgestellten Grundkonstruktion vor, lediglich die Größe des Deckelloches, das die Zeltplane vom Honigraum trennt müsste größenmäßig angepasst/optimiert werden.


    Dazu wäre es hilfreich, wenn jemand eventuell bereits ermittelte Daten zur Verfügung stellen könnte.


    Ich bräuchte die Daten, aufgenommen an einem Trachttag im Mai. Tagestemperatur etwa zwischen 15 und 20 Grad, Nachttemperatur 6 bis 10 Grad.


    Gefragt wäre der Zusammenhang jeweils am selben Tag, etwa um dieselbe Zeit: gemessen:

    Tagestemperatur Außen

    Tagestemperatur im Honigraum

    Luftfeuchtigkeit Außen

    Luftfeuchtigkeit im Honigraum


    Außerdem:

    Nachttemperatur Außen

    Nachttemperatur im Honigraum

    Luftfeuchtigkeit Außen

    Luftfeuchtigkeit im Honigraum


    Mit diesen Daten wären eventuell einem Mollier-h-x Diagramm einige Erkenntnisse zu entlocken, die weiterhelfen würden, die hinter der Sache stehende Theorie zu nutzen. Letztendlich gilt weiter der alte Spruch "Versuch macht kluch", aber zu begreifen, was abläuft hat auch seinen Reiz und manchmal auch einen Nutzen.


    Vielen Dank im Voraus!


    Viele Grüße

    Friedrich

    Es ist besser, hohe Grundsätze zu haben, die man befolgt, als noch höhere, die man außer Acht läßt. (Albert Schweizer)

  • Folie und anderes weglassen, dafür über den Innendeckel eine dicke Isolierplatte auflegen. 4cm dicke Isolierung.

    Ich frage mich mittlerweile wofür haben denn die Beuten überhaupt einen Innendeckel?

    Warum legt man nicht direkt die Dämmplatte auf die Zarge, entweder mit Folie oder Gaze dazwischen.

    Anfänger seit langem...:) , Zander 1,5, Umstellung auf Naturwabenbau,

  • Folie und anderes weglassen, dafür über den Innendeckel eine dicke Isolierplatte auflegen. 4cm dicke Isolierung.

    Ich frage mich mittlerweile wofür haben denn die Beuten überhaupt einen Innendeckel?

    Warum legt man nicht direkt die Dämmplatte auf die Zarge, entweder mit Folie oder Gaze dazwischen.

    Wenn Du die Dämmplatte mit Folie auflegst, hast Du nur eine Isolierung. Die bekommst Du auch mit Styropor. Da hast Du keine Wasserableitung durch den Deckel.


    Wenn Du die Dämmplatte mit Gaze oder direkt auflegst, wird die Dämmplatte feucht und durch die Wasserverdunstung kalt. Sie entzieht dem Honigraum durch die große Fläche viel mehr Wärme, wie für die Feuchtigkeitsabfuhr nötig wäre. Die Wärme wird aber gebraucht, damit das Wasser im eingelagerten Nektar/Honig verdampft.


    Daher mein Vorhaben, die Fläche an der Feuchtigkeit abgeleitet wird so anzupassen, dass das Wasser herauskommt, der Wärmeverlust aus dem Honigraum aber möglichst klein bleibt.

    Es ist besser, hohe Grundsätze zu haben, die man befolgt, als noch höhere, die man außer Acht läßt. (Albert Schweizer)

  • Hallo Friedrich,


    ich glaube, dass du dich da etwas festgemacht hast...

    Ich empfehle 2 Situationen zu unterscheiden und getrennt voneinander zu bewerten:

    Winter - Volksstärke passend zur Beute + Isolierung auf dem Deckel = minimale Kondensation = kein Problem bei ausreichender Isolation oder Folie

    Sommer - sehr selten Kondensation, eher Frage nach dem Grund der schwankendenen Honigfeuchte = offene Frage, m.E. nicht allein durch eine diffusionsoffene Deckelkonstruktion zu lösen.

    Verschiedene erfahrene Leute haben ja bereits gute Hinweise gegeben. Ich sehe trotzdem kein Universalrezept für trockenen Honig.

    Für das physikalische Verständnis der ganzen Wärmedämmung im Deckel ist der Taupunkt entscheidend. Dazu ist es sehr aufschlussreich, wenn man die Materialien und Dämmdicken mal in einen Dämmwertrechner eintippt. Dann weisst du erst, ob deine gut gemeinte Konstruktion auch wirklich funktionieren kann.


    Gruß Jörg

  • Wenn Du die Dämmplatte mit Gaze oder direkt auflegst, wird die Dämmplatte feucht und durch die Wasserverdunstung kalt. Sie entzieht dem Honigraum durch die große Fläche viel mehr Wärme, wie für die Feuchtigkeitsabfuhr nötig wäre. Die Wärme wird aber gebraucht, damit das Wasser im eingelagerten Nektar/Honig verdampft.

    Die Platte einfach dick genug nehmen, 4 cm oder 6 cm, das müßte die Auskühlung doch verhindern.

    Und das Aufheizen von oben auch, ein Luftpolster unterm Deckel sollte vorhanden sein.


    Ich werde das ausprobieren und Temparatur und Luftfeuchte messen.


    Grüße Rubio

    Anfänger seit langem...:) , Zander 1,5, Umstellung auf Naturwabenbau,

  • Optimal wäre, wenn man die Wärmeableitung auf die latente Wärme beschränken könnte.

    Rein aus dem Bauchgefühl ohne das nachgerechnet zu haben würde ich vermuten, dass die latente Wärme den weitaus grössten Anteil am Wärmeverlust hat. Eine solche Optimierung würde somit nur einen geringen Mehr-Nutzen haben.

  • Hallo Jörg,


    meine Deckelkonstruktion ist ausschließlich für die Zeit der Tracht vorgesehen. Außerhalb der Tracht arbeite ich mit Folie, Holzdeckel und Styroporplatte zwischen Holz und Blechdeckel.


    Für den Deckel, mit dem der Honig trocknen soll, sind die Dämmwerte wenig entscheidend.


    Zum Verständnis (jeder Vergleich hinkt irgendwo):

    Stell Dir ein Badezimmer mit 25 Grad Temperatur vor, in dem gerade jemand duscht. Vor dem Fenster im Freien hat es ca. 15 Grad.

    Im Badezimmer hat es durch den Dampf eine Luftfeuchkeit von 65 %.


    Die Temperaturdifferenz an der Fensterscheibe beträgt ca. 10 Grad. Diese Temperaturdifferenz reicht aus, um die Luftfeuchtigkeit an der Fensterscheibe auf den Taupunkt (100 %) zu erhöhen. Das Wasser fällt aus und läuft an der Scheibe herunter. Wenn Du Dir nun statt der Scheibe einen Stoff vorstellst, der das Wasser aufnimmt und nach außen verdunstet, hast Du die Luft zu einem Teil entfeuchtet, der Stoff wird aber nass und kalt, weil ihm durch die Verdunstung nach außen Wärme entzogen wird. (Effekt der kalten Badehose). Die Temperatur im Raum bleibt annähernd bei 25 Grad, weil die Heizung in der Lage ist, den Wärmeverlust auszugleichen. Die anfallende Kondensationswärme wird nach außen abgeleitet.


    Wenn Du Dir nun das Badezimmer mit sehr großen Fensterflächen (Stoffflächen) vorstellst, wird am Anfang zwar mehr Wasser ausfallen, der Raum wird aber abkühlen, weil die Heizung den Wärmeverlust nicht mehr ausgleichen kann und der Prozess wird zum Erliegen kommen. Auf jeden Fall wird es im Badezimmer kühl. Das Wasser kondensiert dann an den Wänden. Diese werden feucht.


    Bei meiner Deckelkonstruktion suche ich die Fläche für den Stoff zur Wasserableitung, an dem aus dem Honigraum ausreichend viel Wasser abgeleitet wird, die Bienen aber noch die Heizleistung aufbringen können, um die Temperatur zu halten, damit es im Honigraum nicht feucht wird.


    Viele Grüße

    Friedrich

    Es ist besser, hohe Grundsätze zu haben, die man befolgt, als noch höhere, die man außer Acht läßt. (Albert Schweizer)

  • Hallo Friedrich,


    naja, mach es und berichte dann mal vom Ergebnis!


    -Badezimmervergleich: Das Kissen vor dem Fenster wird feucht und kann niemals die relativ große Wassermenge abführen -> Schimmel

    -Beuten im Sommer: Ich halte die Kondensation immer noch für vernachlässigbar. Und ein gängiges Mittel, um die Luft (allg.) abzuführen sind HR-Fluglöcher, die mit Korken verschlossen werden können. Das ist simpel und in der Praxis erprobt.

    -Und ich wiederhole mich gern: Warum ist dann der Honig aus Hinterbehandlungsbeuten generell mindestens 1...2% trockner als aus Magzinen?


    Gruß Jörg

  • Wenn Du Dir nun das Badezimmer mit sehr großen Fensterflächen (Stoffflächen) vorstellst, wird am Anfang zwar mehr Wasser ausfallen, der Raum wird aber abkühlen, weil die Heizung den Wärmeverlust nicht mehr ausgleichen kann und der Prozess wird zum Erliegen kommen. Auf jeden Fall wird es im Badezimmer kühl. Das Wasser kondensiert dann an den Wänden. Diese werden feucht.

    Was würde in Deinem Modell passieren wenn die Stoffflächen gegen Styropor ausgetauscht würden?

    Grüße Rubio

    Anfänger seit langem...:) , Zander 1,5, Umstellung auf Naturwabenbau,

  • -Und ich wiederhole mich gern: Warum ist dann der Honig aus Hinterbehandlungsbeuten generell mindestens 1...2% trockner als aus Magzinen?

    Hallo Jörg,

    ich kenne solche Beuten nur vom Zugucken. Und ich habe mal Leere irgendwo gesehen und die sahen aus wie kleine feine Möbelstücke.

    Sind diese Beuten dichter als unsere Magazine, keinen offenen Boden etc.? Ist das der Grund?

    Grüße Rubio

    Anfänger seit langem...:) , Zander 1,5, Umstellung auf Naturwabenbau,

  • Naja, gute Frage! Ich weiß es nicht...


    DDR-Normbeute 52


    Sie haben erst einmal ganz kleine Fluglöcher (8x120mm), einen geschlossenen Boden und im Standard nur einen Honigraum. Für ordentliche Völker sind die viel zu klein. Brutraum und HR je max. 14 Waben DNM...


    Und der Honig hat gern mal 16%.


    Gruß Jörg

  • Wenn Du Dir nun das Badezimmer mit sehr großen Fensterflächen (Stoffflächen) vorstellst, wird am Anfang zwar mehr Wasser ausfallen, der Raum wird aber abkühlen, weil die Heizung den Wärmeverlust nicht mehr ausgleichen kann und der Prozess wird zum Erliegen kommen. Auf jeden Fall wird es im Badezimmer kühl. Das Wasser kondensiert dann an den Wänden. Diese werden feucht.

    Was würde in Deinem Modell passieren wenn die Stoffflächen gegen Styropor ausgetauscht würden?

    Grüße Rubio

    Die Wärme und das Wasser würden im Raum bleiben

    Es ist besser, hohe Grundsätze zu haben, die man befolgt, als noch höhere, die man außer Acht läßt. (Albert Schweizer)

  • Tolle Seite, Danke für den Link, ist ja quasi ein sehr umfangreiches Fachbuch.


    Die Kisten sind augenscheinlich klein, eng und dicht. Für Freiaufstellung wohl ungeeignet weil die Türen etc. sich doll verziehen würden. Gab es in diesen Beuten auch Kondenswasser und wie hat sich das ausgewirkt?

    Anfänger seit langem...:) , Zander 1,5, Umstellung auf Naturwabenbau,