Schwärme in der Öffentlichkeit

  • Dann stell mal eine Mitimker freundliche Formulierung zusammen. Sonst ist das wieder das Ergebnis:

    dass sie mich bei Bienenschwärmen nicht benachrichtigen dürfen. Irgendwas wegen "keine Bevorzugung eines Imkers..."

    Wobei ich mich frage, was die Feuerwehr bei Euch (Jörg und Ralf) denn dann macht bei einer Schwarmmeldung? Einfach nichts?

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Ja, so hab ich mir das gedacht. Besser keiner als ein anderer. Au Mann. Und die Feuerwehr wird von denen so eingeschüchtert, die vorher tönen: "Ich fange keine Schwärme mehr." oder "Den Vorschwarm lasse ich immer fliegen."

    Arme Bienen bei solchen Imkern...

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Da ist durchaus was dran, allerdings kommen oft Unwissenheit und Unsicherheit dazu.


    Dass Problem entstand eigentlich aus ganz banalen dingen. Grundstückseigentüme A möchte gerne eine Fichte im Garten los werden. Weil der Nachbar B von ggü. 2. Kdt. Ortsfeuerwehr ist trifft man eine Abmachung: Die Ortsfeuerwehr schneidet im rahmen einer Übung den Baum um so dass unerfahrene Kameraden darin Übung bekommen und lernen können, A ist den Baum los und zahlt dafür die Brotzeit, eine klassische Win-Win Situation.

    Nun kommt Nachbar C in´s Spiel, Betreiber einer Landschaftsgärtnerei und Ortsbekannter Streithansel. Der setzt alle hebel in Bewegung weil er als Unternehmer nicht zum Zuge kommt sondern die ehrenamtliche Feuerwehr in seinen Augen gewerblich tätig wird. Aufgrund dessen ist es vielerorts nicht mehr üblich dass die Feuerwehr Bäume schneidet, was tatsächlich ein Problem bei klassischen Unwettereinsätzen wird.


    Abgesehen davon kommt es drauf an wer Träger der Feuerwehreinsatzzentrale ist, in unserem Fall dass Landratsamt, mit allen vor und nachteilen.


    Aber genug von Nachbarschaftsquerelen, wir an unserer Dienststelle gehen damit folgendermaßen um:


    1.) Dem Mitteiler ist ein Imker in der nähe bekannt, dann wird er an diesen verwiesen

    2.) Wenn ihm keiner bekannt ist verweisen wir an die Schwarmbörse

    3.) Hat der Miteiler kein Internet versuchen wir mittels Schwarmbörse einen Imker zu vermitteln

    4.) Handelt es sich um einen "Problemschwarm" oder die Schwarmbörse bringt keinen erfolg (oft unter der Wocher tagsüber) wenden wir uns an uns bekannte Imker von Feuerwehren oder an einen Kollegen bzw. mich.

    5.) Erst wenn dies alles keinen erfolg bringt kommt die Feuerwehr zum Einsatz.


    Man muss auch bedenken dass man fast überall in D für einen Bienenschwarm eine freiwillige Feuerwehr alarmiert, die lassen Arbeit, Familie etc. stehen und liegen. Insbesondere hier im Speckgürtel von M macht uns da der Urban geprägte Bürger (auch Stoderer genannt) viel Kummer.


    Ich hoffe ich konnte euch da ein wenig einblick geben. Wenn ihr mehr wissen wollt, einfach fragen! ;)

  • Hallo,

    melde mich jetzt auch noch zu diesem Thema :)

    Also ich habe auf die Startseite unserer Stadthomepage (bin die Webmasterin) einen kleinen Bericht gestellt mit den Telefonnummern der Imker, die bereit sind einen Schwarm einzufangen. Dann diesen Bericht auch in unsere Stadtzeitung, die monatlich erscheint, den Bericht dem Feuerwehrkommandanten gegeben, im Einwohnermeldeamt hinterlegt (da hier die besorgten Bürger zuerst anrufen - klingt jetzt doof :), aber da ist unsere Telefonzentrale) und einen Ausdruck an die Vereinsmitglieder, damit die auch verteilt werden können.

    Ich denke man muss da einfach alle Möglichkeiten die einem so einfallen ausschöpfen um in der Öffentlichkeit besser zu informieren.


    Liebe Grüße

    Andrea

  • Vorhin ist durch unsere Stadt ein Bienenschwarm gezogen und zwar auf dem Bürgersteig in ca. 2 - 4 m Höhe.

    Die Menschen fingen das Laufen an, einige schlugen wie wild um sich. Habe mich so schnell wie möglich aus der Gefahrenzone begeben, denn die Autofahrer schauten nicht mehr auf den Verkehr, sondern waren nur noch am Gaffen.

    Gibt schönere Dinge als wenn die ein Autofahrer hinten aufs Motorrad fährt und die Gefahr war gegeben, der Lederkombi hätte zwar gegen die Stiche geholfen, aber nicht gegen die geistesabwesenden Autofahrer 😀.

  • Als Leitstellendisponent stelle ich mir die frage: Lassen sich eure Disponenten wirklich so veräppeln?


    Zu Wespen etc. schicken wir ausschließlich wenn uns der Mitteiler glaubhaft versichern kann dass sich die Tiere an einem nicht umgehbaren Ort wie z.B. der Haustüre befinden. Ansonsten untere Naturschutbehörde oder Schädlingsbekämpfer aus den gelben Seiten.

    Ich weiß natürlich nicht, wie hoch die Dunkelziffer derer ist, die von der Leitstelle "abgewimmelt" werden. Allerdings ist es auch nicht so, dass wir dreimal täglich zu einem Wespennest alarmiert werden, welches wir schon mal angeschaut haben, und deshalb nicht tätig wurden. Das kommt zwar immer wieder vor, aber an der Tagesordnung ist es Gott sei Dank nicht.

  • Gerade Gestern wurde ich gegen 14:30 h von meinem Imkerverein Vorsitzenden angerufen, ob ich einen Schwarm einfangen könne.


    Er sei vom Landradsamt informiert worden, kann aber selber nicht hin fahren. Ich erhielt noch eine Telefonnummer eines Bürgers, bei dem der Schwarm niedergekommen sein soll.

    Nach einem Rückruf zu dieser Telefonnummer meldete sich hörbar erleichtert ein Mann, der mir sagte,


    „jetzt braucht keiner mehr zu kommen, die Bienen sind weiter geflogen. Ich habe seit ca. 6 Stunden versucht bei Polizei, Feuerwehr und Stadtverwaltung jemanden zu bekommen, der dafür sorgt, dass die Bienen aus unserem Garten entfernt werden. Jetzt ist es halt nicht mehr nötig.“

    Dieses zeigt doch, dass die Informationswege manchmal nicht optimal laufen und dieser Schwarm hier nicht gerettet werden konnte. Woran es letztendlich gelegen hat, dass der Kontakt zum Imkerverein Vorsitzenden so lange gedauert hat, kann ich jetzt nicht sagen.


    Die Schwarmbörse ist eine gute Einrichtung, aber bringt dem ängstlichen meist auch älteren Bürger direkt keine schnelle Hilfe


    Da sind die Leitstellen von Polizei u. Feuerwehr wie auch das Ordnungsamt der Stadtverwaltung gefragt, die ggf. auch die Kontaktnummern der Personen weitergibt, die sich bereit erklären Bienenschwärme zu holen. Das diese Institutionen wegen einem "Bienenschwarm" keine Einsatzfahrt machen können, ist wohl für alle verständlich.


    Grüsse von der Elbmündung

    Bernhard

  • Das diese Institutionen wegen einem "Bienenschwarm" keine Einsatzfahrt machen können, ist wohl für alle verständlich.


    Grüsse von der Elbmündung

    Bernhard

    ...wenn es denn nur so wäre dass es allen klar und verständlich ist!:(

    Ich sehe das Problem darin, das der irritierte Bürger nicht weiss, an wen er sich bei Bienenschwärmen wenden kann. Daher ist es für mich naheliegend, das er sich zunächst an die von mir genannten Institutionen wendet. Insbesondere wenn eine gewisse Angst durch Unkenntnis zusätzlich vorhanden ist.

    Durch die Weitergabe von Kontaktdaten hilfsbereiter Imker vor Ort oder in der näheren Umgebung, durch die Einsatzzentralen, könnte hier schnell und unbürokratisch, effektive Abhilfe geschaffen werden und die Einsatzbereitschaft der öffentlichen Einsatztruppen ist dadurch nicht beeinträchtigt.

  • Stimmt so auch, und ich denke die meisten Leitstellen arbeiten auch so, leider ist zunehmend Unverständnis gegeben dass jetzt nicht die Ortsfeuerwehr mit Sirenenalarm alarmiert und mit Blaulicht kommt. Sind ja schließlich gefährliche, wilde und bösartige Menschenfresser...!


    Was glaubst du muss man sich selbst dann noch anhören wenn man erklärt dass man versucht einen Imker zu informieren und der in den nächsten ein bis zwei Stunden voraussichtlich kommt. ;)

  • Gerade klingelt der Nachbar und meldet einen Schwarm im Dorf beim Nachbarimker. Der war leider nicht zu erreichen. Hier klappt es offenbar :love: Allerdings war der Schwarm innerhalb von fünf Minuten wieder zurück in seiner Ursprungsbehausung. Irgendwas hat scheinbar nicht gepasst. War aber der erste Schwarm, den ich aufbrausen sehen durfte. Ordentlich was los, wirklich ein toller Anblick! :)

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  • Gerade klingelt der Nachbar und meldet einen Schwarm im Dorf beim Nachbarimker. Der war leider nicht zu erreichen. Hier klappt es offenbar :love: Allerdings war der Schwarm innerhalb von fünf Minuten wieder zurück in seiner Ursprungsbehausung. Irgendwas hat scheinbar nicht gepasst. War aber der erste Schwarm, den ich aufbrausen sehen durfte. Ordentlich was los, wirklich ein toller Anblick! :)

    So ein damisches Volk hab ich heuer auch - 3x die Woche schon ausgezogen ... mords TamTam und dann ziehn sie wieder in die Beute ein! Aber sie bleiben ihrem Grundstück treu - immer schön in unseren Apfelbaum! Mittlerweile hab ich auch die Gelassenheit und warte erstmal ab bevor ich das Equipment hole! Eine Tasse Kaffee, Gartenstuhl und beobachten..... :) :)