Schwärme in der Öffentlichkeit

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    BaarImker ,

    Auch ich bin bei der Feuerwehr, und seit Jahren der Wespennestentferner. Soweit ich vom Kommandanten informiert wurde, darf die Feuerwehr bei Insekten nur noch tätig werden, wenn unmittelbare Gefahr für Leib und Leben besteht. Das heisst, wenn Wespen von ihren Nest aus in das Haus, bzw die Wohnung gelangen können, und Allergiker oder Kleinkinder da wohnen. Man darf als öffentlich rechtliche Einrichtung nämlich keiner Firma (in diesem Fall dem Kammerjäger) Konkurrenz machen.

    Wenn man dies allerdings dem Bürger erklärt wieder heim fährt, geht spätestens nach einer halben Stunde der Melder, wegen eines Wespennestes im Haus eines Allergikers.

    Zu Bienenschwärmen wurde ich leider noch nie alarmiert.

  • ...tätig werden, wenn unmittelbare Gefahr für Leib und Leben besteht.

    Eben. Und wer ist zuständig für die Einschätzung, ob unmittelbare Gefahr für die Öffentlichkeit, den Verkehr oder bspw. für Schüler und Lehrer besteht? Die jeweils dafür zuständige Behörde - bei einem Schwarm in Schulnähe dann auch das Schulamt. Die bestellen im Zweifel dann die Feuerwehr oder einen Imker Da gibt es naturgemäß Beurteilungsspielräume, die je nach Mentalität, Realitätssinn und nicht zuletzt Vorwissen über Bienen(schwärme) jeweils recht unterschiedlich ausgefüllt werden.

  • Wie schon erwähnt: Wir werden in der Regel angerufen von den Betroffenen mit der Bitte vorbei zu kommen, und das Nest zu entfernen. Nachdem wir uns das angesehen haben, erklären wir den Leuten, dass wir nicht befugt sind, das Nest zu entfernen, weil hier keine Gefahr besteht, die ein sofortiges Entfernen notwendig macht (Wenn wir feststellen, dass sich die Wespen schon ins Kinderzimmer eines Kleinkindes durchgefressen haben, dann entfernen wir das Nest natürlich. In diesem Fall dürfen wir das ja auch.). Nachdem wir weg sind, rufen sie den Kammerjäger an. Die Leute sind dann entweder vom nächstmöglichen freien Termin oder vom Preis des Kammerjägers schockiert, rufen die 112 und teilen der Leitstelle mit, dass sie plötzlich ein Wespennest haben, und schwere Allergiker sind. Die Leitstelle muss dann von Gefahr für Leib und Leben ausgehen, und alarmiert uns. Und schon sind wir wieder da.

    So läuft es bei einem Wespennest. Wäre es ein Bienenschwarm, würden wir zwar auch wieder abrücken, aber nach wenigen Minuten wäre ich privat vor Ort, und würde mir die Mädels holen.

  • Als Leitstellendisponent stelle ich mir die frage: Lassen sich eure Disponenten wirklich so veräppeln?


    Zu Wespen etc. schicken wir ausschließlich wenn uns der Mitteiler glaubhaft versichern kann dass sich die Tiere an einem nicht umgehbaren Ort wie z.B. der Haustüre befinden. Ansonsten untere Naturschutbehörde oder Schädlingsbekämpfer aus den gelben Seiten.

  • Mit meiner .schwarmhilfe hole ich (fast) jeden Schwarm innerhalb 3-4 Minuten runter - auch aus großer Höhe.

    ...die da wie beschaffen wäre?

    Kein Böses Wort, keine solche Tat könnten mich so hart treffen wie der ungläubige Blick meiner Hunde!

  • Als Leitstellendisponent...

    Mal ne Frage von mir:

    Meine örtliche Feuerwehr hat mir mitgeteilt, dass sie mich bei Bienenschwärmen nicht benachrichtigen dürfen. Irgendwas wegen "keine Bevorzugung eines Imkers..." oder so ähnlich. In dem Schreiben haben sie auch irgend eine Vorschrift zitiert.


    Kann das so richtig sein?


    Gruß Jörg

  • p.s.: Amtlich zuständig dürfte im Normalfall der Amtsvet. sein (Seuchenhygiene)

    Hör mir auf mit dem Amtsvet! Ich war gestern auf der Suche nach einem Imker der einen Schwarm einfangen sollte! Ich war einfach zu weit weg, hätte gut 30 Minuten Anfahrtsweg gehabt.

    Da sagt mir doch die Dame vom Amt, dass Sie den Schädlingsbekämpfer für Schwärme empfehlen! Da die ja Faulbrut haben könnten! :cursing:

    Ich musste mich sehr zusammenreisen, um nicht ausfallend zu werden.

    Mit freundlichen Grüßen


    Steffen Winde

  • Ändern?


    Hast Du schon mal probiert mit Amtsmedizinern zu kommunizieren?


    Oft sitzen die dort nicht umsonst.

    Mit tiefster Inbrunst verkünden sie ihr Evangelium...

    Da hilft nur Ruhe und Fachkompetenz. Am besten schriftliche Gegenbeweise.


    Und selbst dann wird es meist nur still. Und dann folgt das heilsame Vergessen.


    Wohltuende Ausnahmen sollen existieren.

    Schickt sie bitte her....

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Da sagt mir doch die Dame vom Amt, dass Sie den Schädlingsbekämpfer für Schwärme empfehlen! Da die ja Faulbrut haben könnten! :cursing:

    Das Amt benötigt dringend fachliche Fortbildung bspw. über gängige Methoden der Faulbrutsanierung. Da hilft ein Fachgespräch sicher weiter. Hier konnten wir den Amtsvet. damit überzeugen, daß es für andere Tierseuchen auch Einsatzkonzepte o.a. gibt. So war er dann doch interessiert, ein solches für AFB zu besprechen. Dabei wurde viel Fachwissen vermittelt. Er weiß jetzt, daß evtl. AFB-Sporen durch 3-tägiges Hungern aus einem (Kunst- oder Natur-)Schwarm entfernbar sind und er weiß auch, daß er zumindest bei uns Vereinsimkern darauf vertrauen kann, daß wir schon in inserem eigenen Interesse AFB-Vorsorge treffen. Die Handhabung des jährlichen amtlichen AFB-Monitoring wurde als "Nebenprodukt" gleich mit "vereinbart". Ein Gewinn für beide Seiten.

    Steffen : Und - offen gesagt - bin ich erleichtert, wenn sich kein verwahrlostes oder gar unbetreutes ("wildes") Bienenvolk in der Nähe meiner Völker befindet.


    p.s.: beetic : Freilich muß man Amtsleute dort abholen, wo sie gerade sitzen. Man muß sich eben mal in deren Lage, angespannte Personalsituation etc. versetzen. Da findet man auch Lösungen gegen ihr Vergessen - bei uns z.B. AFB-Vorsorge und Einsatzkonzept. Das ist jetzt zu einem amtlichen Dokument gewachsen und Entscheidungsgrundlage in den einzelnen Stufen. Unser BSV und unser IV sind sehr zufrieden damit, ein Qualitätssprung in der Arbeit des Amtes. Das kann auch der Amtsvet. bei seinen Vorgesetzten entsprechend vorweisen und abrechnen...

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von ribes ()

  • Dann wäre eben ein Artikel in der Rundschau oder ähnliches in der Region sinnvoll, um die Menschen zu informieren und sensibilisieren, was beim Auftreten eines Schwarms getan werden muss. Auf unserer Homepage der Stadt ist immerhin eine Seite mit den Imkervereinen und jeweiligen Ansprechpartnern zu finden, auf die man hinweisen kann.


    Ich war gestern sehr erstaunt, wie wenig dazu bekannt ist, auch bei mir auf Arbeit und ich arbeite im Naturkundemuseum!

    Worte dürfen nur dazu dienen, die Stille zu verbessern.