Schwärme in der Öffentlichkeit

  • Hallo,

    im Prinzip wollen die Schwarmmelder nur eine schnell verfügbare Telefonnummer. Da ist das Internet geeignet als Suchmaschine. Die Leitstelle der Feuerwehr ist auch ein guter Kontakt..

    Mit Grüßen aus Nürnberg

    Thomas

  • Nee, nee


    So sehe ich das nicht!


    Bei der Feuerwehr rufen die an, die melden wollen, jedoch keinen Imker kennen, und diese leiten dann weiter.

    Da wird der Schwarm geholt. Alles gut.


    Es geht hier noch einen Schritt zurück und die Info an die,

    die nicht genau wissen, was das ist,

    die Angst haben,

    den Gartenschlauch und/oder die Sprühdose holen,

    oder tagelang nix machen und gucken und warten und mit den Schultern zucken.

    Oder dran vorbei laufen und sagen, "och guck mal" ohne Reaktion.


    Die melden dann!

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Um dem vorzubeugen, werde ich dieses Jahr eine Anzeige im Dorfblatt erstellen.

    Hallo Werner,


    seit über 10 Jahren veröffentliche ich folgende kostenpflichtige Kleinanzeige zur Schwarmzeit in unserem Dorf-Blättle

    Bienenschwarm zugeflogen?

    Komme sofort 01755xxxxxx (Jonas)


    Einmal-Anzeigen bringen nichts. Mehrfach ist angebracht. Ich schalte 3-5 mal.

    Mittlerweile klebt meine Anzeige an vielen Kühlschränken - als schneller Helfer.

    Probleme mit Imkerkollegen wegen Neid oder so? Nein.

    Oft rufen diese mich sogar an, wenn es Ihnen zu viel ist.

    Selbst aus der 25 km entfernten Stadt Kempten wurde ich schon angerufen (bin dort gemeldet dort bei der Feuerwehr).


    Mit meiner .schwarmhilfe hole ich (fast) jeden Schwarm innerhalb 3-4 Minuten runter - auch aus großer Höhe.


    Jonas

  • Ich bin heute (Jung)Imkerin. Ich weiß, was ein Schwarm ist und wie es ihnen ergehen wird, wenn sie sich in die freie Natur absetzen können.


    Ein Jahr bevor ich mit der Imkerei begann sah ich einen Schwarm hier bei uns im Dorf. Ich kenne die zwei Imker hier. Gerufen habe ich keinen davon. Ich wusste, dass das ein Schwarm ist und habe ihn mir neugierig angesehen. Ich hatte keine Angst, dass er mich frisst :) Aber ich wusste nichts über die Varroa und andere mögliche Probleme. Bienen gehörten für mich zur Natur und ich ging davon aus, dass dieser Schwarm eben jetzt in Freiheit überleben wird. So pflanzten sich Bienen eben meiner Vorstellung nach fort, womit ich ja nicht ganz falsch lag.


    Was ich damit sagen will: Man muss nicht an die Milka Kuh glauben oder gleich Killerbienen vor Augen haben. Und trotzdem ruft man nicht unbedingt einen Imker, selbst wenn einen die Tiere faszinieren. Ich dachte, dass das so ganz natürlich sei.

    Daher finde ich die Idee toll, eine solche Anzeige zu setzen. Hätte ich diese gelesen, dann hätte ich gewusst, wie man richtig reagiert!

  • Was jonas schreibt ist ganz wichtig! Lieber von April bis Juli in jeder Ausgabe 3 Zeilen, evtl nach einer längeren Anfangsanzeige, als nur eine, die geht unter.

    In vielen Anzeigenblättern ist es auch guter Brauch, dass zahlende Anzeigenkunden bei passender Gelegenheit einen redaktionellen Beitrag bekommen. Und wenn man den in gewünschter Länge/Layout fertig liefert, wird der meistens auch so gedruckt. Also Anzeigenabo schalten und mit Artikel ein- oder begleiten!

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Ich bekomme auch so meine redaktionellen Beiträge. Einfach weil das Anliegen gut und interessant ist. Auch ganz ohne Anzeigen.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Probleme mit Imkerkollegen wegen Neid oder so? Nein.

    Nur weil dir das keiner sagt, heißt das noch lange nicht, dass es das nicht gibt.

    Man kann noch so freundlich formulieren und fünf mal schreiben, dass man niemanden beklauen will. Es wird etwas anderes gelesen. Jeder liest, was er lesen will.

    Lieber den Schwarm verrrecken lassen, als ihn einem anderen Imker gönnen.

    Ja, es gibt auch die, die oft und gerne eine Schwarmmeldung an einen anderen Imker weitergeben, weil eh schon alle Kisten voll sind und der Schwarmfang ja mit Anfahrt und allem drum und dran, auch nicht so mal eben gemacht ist.

    Imkern macht tatsächlich einsam.

  • Nö, absolut nö.


    Hier ruft anscheinend keiner deswegen dort an


    Habe beides...

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Wo's keine Schwärme gibt, gibt's auch keine zu fangen... :P

    Ich bin selbst bei der Feuerwehr und war dort zwischenzeitlich in der ganzen Stadt mit dabei, wenn irgendwelche Insekteneinsätze rein kamen. in den letzten 5 Jahren war allerdings einziger Bienenschwarm mehr dabei. Zwischenzeitlich haben wir ausserdem ne Dienstanweisung, dass wir bei Insekten gar nicht mehr tätig werden dürfen. Allerdings konnte ich bisher auch nicht rausfinden, wer stattdessen zuständig sein soll.


    Schwarmmeldungen habe ich bisher nur direkt von privat oder auch schon mehrfach über die Schwarmbörse bekommen.
    Die Idee mit der Anzeige hat was. Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass ich auch nicht jedesmal wenn ein Anruf wg. eines Schwarms kommt rennen will. Meistens bin ich um die Zeiten knapp 30km entfernt bei der Arbeit und im Normalfall sind die nicht imkereiaffinen Anrufer dann auch wenig geduldig.

  • Hier ruft anscheinend keiner deswegen dort an

    Es kommt darauf an, wie gelassen die Betroffnenen auf einen Bienenschwarm reagieren. Die Älteren kennen das oft noch aus Kindheit und Jugend und wissen, daß dann ein Imker zu kontaktieren ist. Die modernen Menschen rufen - wenn überhaupt - vorrangig im Tierheim oder bei Behörden an. Selbst wenn man dort Imkernamen mit Adressen oder die ganze Mitgliederliste des örtlichen Imkervereins hinterlegt, wird die nach einem Jahr oder längerer Schwarmpause im Zweifel vom Angerufenen gerade nicht aufgefunden. Schon allein aus seuchenhygienischen Gründen ist deshalb die alljährliche erneute Sensibilisierung bei Bevökerung wie bei potentiellen Angerufenen wichtig.


    p.s.: Amtlich zuständig dürfte im Normalfall der Amtsvet. sein (Seuchenhygiene), in Fällen von Gefahrenabwehr: Polizei, Feuerwehr, Schulamt etc.