Schwärme in der Öffentlichkeit


  • Hallo,


    auch auf dem Lande muss ich immer wieder mit erstaunen die Unkenntnis der Leute feststellen. Letztes Jahr habe ich leider zu spät von einem Schwarm erfahren, der war dann schon entsorgt. Zu meinem zusätzlichen Entsetzen fast in meiner Nachbarschaft. Man kennt mich eigentlich, aber anscheinend doch nicht gut genug. Um dem vorzubeugen, werde ich dieses Jahr eine Anzeige im Dorfblatt erstellen. Zum einen Aufklärung über den Bienenschwarm im allgemeinen, zum Anderen um den Leute den Hinweis auf den Imker zu geben.

    Mal schauen wie es wirkt.


    Gruß

    Werner

  • Hallo Werner


    Kennst du nen Redakteur oder Journalisten dort vom Dorfblatt ? Dann mach doch gleich nen kleinen Artikel draus, ala Interview mit dem Dorfimker, Wichtigkeit der Bienenhaltung, leckerer Honig, Schwärme, du hast ganz liebe nette Bienen, die NIEEEE stechen ;-) etc. Lesen vielleicht mehr Leute als die Anzeigen (ich zumindest lese wenns hoch kommt, 2x im Jahr die Anzeigen).


    Grüsse, Robert

  • Hallo Robert,


    danke für den Hinweis. Leider ist das Dorfblatt mehr ein Mitteilungsblatt vor allem von den beteiligten Gemeinden und der Kirche und den Vereinen. Anzeigen finanzieren das Ganze ein Stück mit. Die Anzeigen sind allerdings nicht so zahlreich, als dass meine untergehen könnte.


    Aber die Tageszeitung wäre noch eine Idee. Da kenne ich eine Schreiberlingin.


    Gruß

    Werner

  • Dorfblätter sind IMMER auf der Suche nach einer guten lokalen Geschichte. Sprich den Redakteur da an und erläuter Dein Anliegen! Die Werbung bekommst Du dann so nebenbei. Viel besser als eine Anzeige.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • auch auf dem Lande muss ich immer wieder mit erstaunen die Unkenntnis der Leute feststellen. Letztes Jahr habe ich leider zu spät von einem Schwarm erfahren, der war dann schon entsorgt. Zu meinem zusätzlichen Entsetzen fast in meiner Nachbarschaft. Man kennt mich eigentlich, aber anscheinend doch nicht gut genug. Um dem vorzubeugen, werde ich dieses Jahr eine Anzeige im Dorfblatt erstellen. Zum einen Aufklärung über den Bienenschwarm im allgemeinen, zum Anderen um den Leute den Hinweis auf den Imker zu geben.

    Die Leute zu informieren erscheint mir auch sinnvoll, aber am Text würde ich noch etwas schrauben. Warum der Absatz über das Verfolgen des Schwarmes durch den Imker? Diese Information ist doch für Ottonormalverbraucher eigentlich erstmal egal, ich würde sogar vermuten, das trägt höchstens zur Verwirrung bei. Der/die Meldende soll doch nicht erst anfangen darüber nachzudenken, ob da wohl schon ein Imker hinterher ist, bzw. wo denn der Imker bleibt, oder ob er sich jetzt in irgendwelche Eigentumskonflikte einmischt.


    Nach meiner Erfahrung gibt es vor allem zwei Problemfälle

    - manche Leute sehen den Schwarm, sind evtl. ängstlich, aber sie warten einfach ab, ob sich 'das Problem' von alleine löst. Mich ärgert das sehr, wenn ich irgendwann erfahre, dass da irgendwo ein Schwarm seit Tagen im Baum hängt, der aber 'schon merklich kleiner geworden ist'.

    - erstaunlich viele Leute sehen so einen Schwarm als echte Gefahr an. Insbesondere 'für Kinder', also Schwarm in der Nähe einer Schule oder eines Spielplatzes: dass der bloß nicht 'die Kinder anfällt'. (Ja, so eine Formulierung habe ich gehört.) Und dann wird mit Wasserschlauch oder gar mit Giftdose oder mit Spiritusflasche versucht, den Schwarm wegzubekommen...


    Außerdem sind Beschreibungen bei Schwarmmeldungen mit großer Vorsicht zu genießen. Mal ganz abgesehen davon, dass immer wieder Leute Stein und Bein schwören, dass da ein Schwarm Honigbienen an ihrem Balkon ist, der sich dann aber bei meinem Besuch als Wespennest herausstellte.

    Wenn mich jemand anruft und einen Schwarm 'in ca drei Meter Höhe' meldet, dann gehe ich mittlerweile von irgendetwas zwischen zwei und acht Metern Höhe aus.

    Es kommt auch mal vor, dass da 'ein Schwarm Bienen auf der Terrasse' sein soll, wobei es in Wirklichkeit nur hundert Wasserholerinnen an der Vogeltränke sind.

    Umgekehrt habe ich es aber auch erlebt, dass ein Schwarm Bienen gemeldet wird, "bestimmt 200 Tiere, die fangen gerade an ein Nest zu bauen". Ich war mir fast sicher, dass das alles mögliche sein könnte, nur kein Bienenschwarm. Doch zum Glück fragte ich nochmal nach der Form und der Größe: "fast fußballgroß". Also doch hingefahren, und siehe da: eine echte, wunderschöne Schwarmtraube in der Hecke. Also nix "200 Bienen", sodern eher 10.000 Bienen.


    Deshalb erscheint es mir am dringlichsten, wenn man schon eine Anzeige oder einen Artikel in die Zeitung bringt, den Leuten diese Informationen nahezubringen:

    - Schwärme tun Euch nichts. Aber seht zu, dass Kinder sie nicht ärgern, also nichts dagegen schmeißen. Imker anrufen!

    - Die Tierchen brauchen Hilfe. Und zwar schnell. Also nicht erst warten, sondern sofort den Imker anrufen!

    - [Unterschied zwischen Bienen und Wespen, evtl. mit Bild]



    Grüße,

    Robert




  • Stimmt, es ist erschreckend, wie wenig Bezug der Grobdurchschnitt zu Natur, Umgebung,

    Entstehung und Ursprung von Nahrungsmitteln und deren originären Zubereitung hat.

    Und der Rest ist Aufmischung durch Medien und Netz, Halbwissen gepantscht mit Fiction und Unterhaltung bzw. was man mal so aufgeschnappt hat, das Potpurri führt dann in letzter Konsequenz zu mehr Panik, als ob man nun gar keine Ahnung hätte...


    Erschreckend bis horrorartig, kann man schon fast sagen.


    Kein Mensch mehr mit links und rechts je ner gesunden Hand mit angeborenem Pinzettengriff ist mehr in der Lage, eine Zecke zu entfernen,

    nein, dazu muss man nachts um 00:30 die Ambulanz aufsuchen, damit das ärztlich entfernt wird, dieses Ding, dieses gräßliche, lebensgefährliche... man liest ja die dollsten Sachen und meine Nachbarin hat auch gesagt....


    Und diese Reihe passen Schwärme, die Kinder "anfallen".

    Spinnen, Käfer, Wespen, Ameisen, Steckmücken, Motten... Alles unnützes Ungeziefer, dafür gibt`s im Drogeriemarkt so Sprühdosen. Bäh!


    Ich reg mich wieder mal auf - ich stoppe hier besser :cool:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Guter Ansatz, Werner,


    man sollte da mal genauer drüber nachdenken.


    Es steht so viel unnützer Kram in diesen Lokalkäseblättern. Mal was Sinnvolles mit Hand und Fuß. Da finde ich Ralfs Idee schon überlegenswert.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Oh je, wer hat Dich denn so irritiert? Das geht doch schon länger so.…

    An der Geschichte mit den Zecken sind die medialen Experten schuld. Erst sollte es die Zeckenzange sein, aktuell ist das fast "Selbstmord".

    Früher war's ein Holzbock - den haben wir irgendwie rausgemacht… und leben noch.

    Aber die Hummel kann auch nicht fliegen …

    Grüße Ralf

  • Es steht so viel unnützer Kram in diesen Lokalkäseblättern. Mal was Sinnvolles mit Hand und Fuß. Da finde ich Ralfs Idee schon überlegenswert.

    Ich vermute, einige von Euch haben da eine falsche Vorstellung von der Zeitung. Ich kenne verschiedene Formen eines Anzeigenblattes:


    - einmal etwas, dass immerhin wie eine Zeitung aussieht. Besteht zwar zu einem großen Teil aus Anzeigen und ist mit einem ganzen Stapel an Werbebroschüren von Baumärkten und Discountern gefüllt, enthält aber nebenbei auch noch ein paar Artikel zu Lokal- oder Trivialthemen, damit es nicht als reine Werbung direkt in den Müll geworfen wird.


    - andererseits gibt es aber auch 'Anzeiger'. Die, die ich kenne sind heftförmig. Darin befinden sich amtliche Mitteilungen, Veranstaltungshinweise, auch einige Anzeigen, aber keine bunten Werbebroschüren, und auch nicht solche Artikel wie in dem Lokalwurstblatt.


    Aufgrund der Beschreibung von Werner vermute ich den zweiten Typ.


    Grüße,

    Robert

  • die Insekten könne eigentlich nichts dafür, das sich Menschen mit Allergien und Angst vor jeder Natur als Evolutionsuntauglich erweisen- intelligent sind auch die wenigsten- die Mehrzahl läuft mit- Lemminge, falls jemand das Spiel kennt. Die Unkenntnis ist erfolgreich verbreitet, und im Gegensatz zu den Insekten, die vergiftet werden, sehr toleriert.




    .

  • Lustig, wohin so ein Vorschlag geht...


    Werner möchte doch nur informieren. Zum Wohle aller beteiligten. Das finde ich gut. Sicher will er nicht über irgendwelche Rechtsgrundlagen zum Schwarmfang schwadronieren. Ganz einfach: So sieht ein Bienenschwarm aus. Das macht man am besten, wenn man einen sieht. Und der und der Imker sind bereit, diesen dort zu weg zu holen. Also bitte umgehend da oder da anrufen.

    Ob er das jetzt als redaktionellen Teil mit Hilfe eines Reporters macht; verbunden mit allen Unwägbarkeiten, die ein Reporter da noch beifügen kann. Oder ob er es als kostenpflichtige Anzeige gestaltet, bei der er zum einen die ihm wohl wichtige Zeitung unterstützt und zum anderen jede noch so kleine Kleinigkeit selber festlegen kann. Missverständnisse sind eher ausgeschlossen bei zweiterem. Ersteres ist kostengünstiger und meist umfangreicher. Wie auch immer, Hauptsache er machts. Und viele andere tun es im gleich.


    Im letzten Jahr hat mich ein Dorfmitbewohner nach sehr vielen Umwegen wegen eines gesichteten Bienenschwarms angerufen. Der Schwarm hing direkt bei den Beuten eines Imkerkollegen und der Anrufer ist direkter Nachbar zu dem Waldgrundstück, in dem die Beuten stehen. Nur leider wusste er immer noch nicht, wem die Bienen dort gehörten, obwohl sie schon seit gefühlten Ewigkeiten dort stehen.

    Genau das sollte halt nicht passieren.

    Werner:daumen:, gute, nachahmenswerte Idee. Gut, dass du mich daran erinnert hast.


    Ich habe übrigens den Schwarm nicht eingefangen, sondern den Mitimker informiert, weil ich keine Schwärme wegklaue. Nur wenn er ihn nicht einschlagen wollte, hätte ich das übernommen.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

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  • weil ich keine Schwärme wegklaue. Nur wenn er ihn nicht einschlagen wollte, hätte ich das übernommen.

    Hallo,


    dieser Punkt war mir wichtig bei der Formulierung des Textes. Es gibt bei mir in der Umgebung genügend Imker, auch einen richtig Großen. Ich möchte da nicht als der auftreten, der jetzt alle Schwärme will, sondern einfach die Leute sensibel machen, auch die Mitimker. Ich bin selber gespannt auf die Reaktionen, auch auf die Reaktionen der Mitimker.


    Gruß

    Werner

  • Wichtig ist,


    dass die ahnungslose Mehrheit mit doch ein bisschen Restinteresse und Tiiiiieeeerliiiiebe


    dann ganz genau weiß: die brauchen Hilfe und sind nix Schlimmes


    Das ist wie den Tierschutz für den armen Fifi alamieren :p_flower01:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper