Sehr schwaches Volk als totaler Neuling

  • für mich ist das für ein Jungimker "Niederschmetternd". ich hätte (Fahrradkette) ein solides Volk (sogar 2 oder 3) übergeben, wo er im ersten/zweiten Jahr die Liebe dazu findet. So ein Volk gehört natürlich wie schon geschrieben unter den Erfahrenden aufgelöst. Mit Glück wird daraus noch was zum nächsten Jahr. Der Rest endet ohne Erfahrung in Quälerei.


    Bienenschnuffel, kauf Dir analog ein oder zwei Völker aus der Umgebung mit Beistand, das der Trend nach oben geht! :thumbup::)



    viele Grüße stefan

  • Was denn? Mit so einer Geschichte ist gleich die richtige emotionale Nähe hergestellt. Wird schon. Nur jetzt nicht mit doof Tipps vom richtigen Weg abbringen. Fokus und Timing sind jetzt wichtig. Hätte könnte würde ist jetzt erstmal für DAS 'Völkchen' egal. Zügig Bienen dabei und eventuell ein bißchen füttern. Der Rest kommt dann. Und wer hindert Euch, dem Threadersteller ein paar Bienen(völker) zukommen zu lassen? ^^


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo :)


    hier das Update:

    Ich hab eben mit dem Imker telefoniert und ihm die Sachlage erklärt. Dieser meinte Bienen dazu kippen wäre die falsche Lösung das gäbe nur eine Schlacht. Auch davor kippen und dass diese sich einbetteln wehrte er ab. Ich solle als erstes überprüfen ob die Königin Stifte legt, da es aber aktuell sehr kalt ist solle ich das Volk möglichst kaum stören. Also werd ich das Morgen Mittag nach Möglichkeit bei warmem Sonnenschein kurz erledigen. Sofern das Volk nicht zu mickrig ist und die Königin stiftet würde sich das Volk erholen. Durch den Winter wären die Meisten Völker hier recht geschädigt. Man könne sofern Hoffnung besteht gleich eine besetzte Wabe mit Bienen dazu geben. Desweiteren meinte er dass aktuell ein Anfängerkurs im Imkerverein hier stattfindet und ich werde da am Samstag mit einsteigen :)

    Entgegen der einschlägigen Meinung hier im Forum mit dem Dazugeben der Bienen bin ich nun durch die andere Meinung des Imkers ehrlich gesagt etwas hin und her gerissen. Grundsätzlich erhoffte ich mir von diesem einen guten Rat und Hilfe erwartete aber nicht, dass dies nun zum Zwiespalt führt. Grundsätzlich gehe ich aber mal logischerweise davon aus, dass die Tausenden Beiträge und vermutlich in der Summe viele Jahrzente Imkererfahrung hier im Forum die Meinung dieses Imkers wegtrumpfen :)
    Stellt sich mir jetzt nur die Frage woher Bienen beziehen, ich hoffe bis Samstag ist es noch nicht zu spät, dort findet sich sicherlich Jemand der mir im Zweifel ein Rettungstrupp verkauft. Ein paar Euro sind mir da jetzt nicht zu Schade.

    Übrigens richtete ich meine Anfrage an den Imkerverein nicht gerade an die mir persönlich sympathischste Person. Diese hat mir geantwortet und auch auf einen Kurs verwiesen und desweiteren möchte sie mit einer Frist bis zum 05.05 und drohendem Unterton ein Gesundheitszeugnis der Bienen, da ich sonst privat für entstehende Schäden aufkommen muss usw. Außerdem will sie dass ich Gebühren an die Tierseuchenkasse entrichte. Insbesondere hier bin ich über die Antwort enttäuscht :(
    => ich hab mich kurz belesen und entschieden das erstmal zu ignorieren und am Samstag andere Imker darauf anzusprechen, grundsätzlich kann mir das hier vom Imkerverein ja Jemand machen aber da jetzt Himmel und Erde in Bewegung zu setzen um nach der Nase einer Wichtigmacherin zu tanzen sehe ich nicht ein. Erst recht nicht da das Überleben des Volkes ja noch ungewiss ist. Das nur am Rande.

    Die Bienen sind schon sicher Buckfast, ich hab beim Bienen holen geholfen das ist das bestehende Volk.

    Das Beutenmaß kenne ich noch nicht, ich glaube Marke Eigenbau, aber anhand der Größe der Rähmchen dürfte sich das ja feststellen lassen? Werde ich Morgen gleich mitmessen und auch gleich ein Trennschied einbauen. Danke für den Rat mit dem dünnen Holz, ich hätte das jetzt zumindest auf einer Seite bündig zu schließen versucht :)
    Leere Rähmchen hab ich noch, aktuell stehen 2 dieser Kasten aufeinander, im unteren oben in der Mitte tummelt sich das Volk.

    Das Flugloch ist bereits verkleinert, ca. 5cm. Oder besser noch weniger? Morgen Mittag isolier ich auch gleich die möglichen Schwachstellen des Kastens. Heute Abend möchte ich da jetzt nicht mehr ran.

    Sofern das reibungslos klappt kann ich auch ein paar Fotos machen und hier hochladen. Ich denke das ist besser als jede mir mögliche Beschreibung :)

  • Kipp einfach Bienen vors Flugloch. Einfach machen. Dann in einem Meter Entfernung hinhocken und zuschauen. Ich mach das jetzt schon länger und auch mit mehr als vier Völkern. Mehr kann ich als Reputation nicht bieten. Mach das, und mit ein wenig Glück können wir Dich die nächsten Schritte begleiten :)


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Zwei Zargen? Dann solltest Du die nicht von Bienen besetzte wegnehmen und die verbleibende wie schon gesagt mit einem Schied einengen. Dann haben es die wenigen Bienen leichter den Wärmehaushalt zu kontrollieren. Ist der Deckel isoliert? Ist ja nachts schon noch ziemlich kühl...


    Und wenn das alles (in einer Aktion!) passiert ist - Finger weg, in Ruhe machen lassen.


    Und wenn Du Deinen Wohnort in Dein Profil einträgst, muss man nicht jedesmal den passenden Beitrag suchen :-)


    Gruß

    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Hallo,


    Deine Einschätzung, was Ratschläge hier angeht, ist schon ganz treffend gewesen.:daumen:


    Diese Meinung des befragten Imkers bzgl. der angeblichen Schlacht, die ausgelöst würde, ist nämlich leider Bullshit.

    Die werden vorher durch Rauch aus dem Smoker dazu gebracht, sich mit Nektar vollzusaugen, die sind möglichst jung, aus Honigraum oder auch von Brutwaben abgeschüttelt und wissen noch nicht genau, wo sie hingehören in Sachen Einfliegen auf die Beute/ den Standplatz, denn die haben noch Innendienst und gehören nicht zur Flugtruppe.

    Sie kommen ohne Königin neu an und wollen rein, haben Honig dabei (vollgesogene Honigblase) und werden so gern eingelassen. Selbst freuen sie sich, wieder eine Königin und eine Behausung vorzufinden.

    Die werden friedlich wie eine Karawane in die Beute einmarschieren! Sie werden alle durch das Flugloch nach innen "fließen" - schwupp - und alles ist gut!


    Glaub uns das mal so.


    Isso


    Den Rest dann Schritt für Schritt. Nun ist es so, da musst Du jetzt auch durch und arbeiten


    Toi toi


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Anmeldung bei der Tierseuchenkasse dürfte Pflicht sein. Hier in NRW hat man 1€ pro Volk und Jahr zu zahlen; mag sein, dass es Mindestbeitrag von z.B. 10€ gibt. Ansonsten ist es Pflicht, die neue Bienenhaltung beim Veterinäramt (Kreisbehörde) anzumelden. Ein Gesundheitszeugnis bekommt man normalerweise beim Kauf von Bienen mit. Dieses benötigt man zumindest, wenn Bienen über eine Kreisgrenze transportiert werden. "Amtkiche" Funktionen der Imkervereine sind mir zumindest hier in NRW nicht bekannt außer dass vom Veterinäramt bestellte Bienensachverständige der Vereine für Gesundheitszeugnis Proben nehmen/ Untersuchungen durchführen. Im Zweifelsfall Veterinäramt fragen!

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Noch einige Worte zu diesem netten Vereinsmitglied (obwohl mir beim Lesen deiner Zeilen selbige fehlten): Man muss nicht Mitglied in einem Imkerverein sein, wenn man Bienen hält. Anmelden muss man die Bienenhaltung aber. Bei uns hier in Sachsen meldet man seine Völkerzahl beim Veterinäramt des Landkreises an und erhält dann eine Betriebsnummer und auch jährlich seinen Gebührenbescheid von der Tierseuchenkasse. Ein Gesundheitszeugnis benötigt man meines Wissens nach nur wenn man wandern will. Aber erstmal müssen sie ja überleben.

    Willst du Gottes Wunder sehen, musst du zu den Bienen gehen.

  • Hallo :)


    Danke für die weiteren Ratschläge und Antworten. Den Beitrag von Stefan hab ich gestern irgendwie übersehen, grundsätzlich möchte ich schon aufstocken (hake ich bei der Schulung dann im Imkerverein nach) und dass die Bienen unter meiner unerfahrenen Obhut in Quälerei enden ist leider möglich. Letztlich möchte ich aber nicht aufgeben und so schlecht sieht es vllt nach heutiger Sichtung garnicht aus :)

    Die Beute scheint im Zandermaß zu sein, die Rähmchen haben 40x20 cm.

    20170503_164901.jpg

    Also die Königin stiftet. Konnte kleine Larven und auch diese kleinen weißen Stifte in den Brutwaben wo sich die Bienen tummeln entdecken. Außerdem schienen es mir mehr Bienen zu sein, als ich bei letzter Sichtung in Erinnerung hatte. Die Brutwabe ist wie gehabt mit ca. 1/4 Bienen inkl. Königin beidseitig bedeckt. Hinzu kommt nochmals in etwa 1/4 Bedeckung auf der Honigwabe und noch eine Handvoll auf einer anderen Wabe was mir der Pollenvorrat zu sein scheint. Außerdem sind sicherlich auch ein paar Bienen unterwegs.

    DSC00661a.jpg

    DSC00659a.jpg

    a.jpg

    asdf.jpg

    DSC00667a.jpg


    Die obere Zarge hab ich runtergenommen und bei der unteren ein provisorischen Trennschied eingebaut und den Deckel (ist nur aus Holz) noch mit einer Decke isoliert, zusätzlich den erkennbaren Lichtschlitz abgeklebt und das Blech oben durch ein größeres ersetzt.

    20170503_171148.jpg


    Was mich jedoch etwas stutzig machte, es liegen unter der Brutwabe einige tote Bienen. Ich weiß nicht ob die bei erster Sichtung schon dort lagen, da ich diese recht planlos und den Bienen dann eher kurz ausgeführt habe. Es war einfach mein erstes Mal :)


    20170503_164613.jpg

    Ist das normal oder könnte dies ein Indiz für ein ernstes Problem sein? Geputzt wurde das sicherlich länger nicht mehr, ich gehe von Herbst aus. Dummerweise kam es mir erst danach in den Sinn das gleich wenigstens grob reinigen zu können.
    Im Pollenfilter fand ich eine tote Varroamilbe. Gereinigt habe ich diesen am Montag.


    Anmelden werd ich die Bienen beim Veterinäramt, sobald klar ist, dass sie durchkommen. In dem Zug dann ggfs. auch gleich aufstocken, auch wenn ich mir sagen ließ Bienen wären im Frühjahr besonders teuer. Die Schulung am 06.05 war leider eine Fehlinfo, diese ist erst am 12.05.

    Zu guter letzter noch die gute Nachricht dass ich eben telefonisch ein lieben Imker finden konnte der mir ca. ein halbes Kilo Bienen abgeben wird. Dieser meldet sich telefonisch wenn er das nächste Mal zu seinen Bienen geht. Meinte leider aber aufgrund meiner Schilderung, dass das Volk wahrscheinlich nichts mehr wird.

    Danke und viele Grüße!

  • Sieht schon sehr elend aus.

    Gibt es da noch irgendwo in der Nähe des Wabensitzes Futter? So eine kleine Truppe kann sich nicht auch noch darum kümmern, das von weit her zu holen.

    Die Zellen unterhalb der Bienen auf der Wabe sehen so aus als wären sie geöffnet und nicht ausgeräumt worden. Wenn das so ist, hatte das Volk vermutlich ein massives Problem erkannt, aber nicht mehr die Kraft zum Aufräumen.


    Die Bienenhaltung anmelden muss man mit Beginn der Haltung, solltest also nicht zu lange damit warten. Selbst wenn das Volk nicht überlebt, wirst du ja sowieso mit einem anderen weiter machen wollen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Hm,


    also wenn das auf den Fotos nun alles ist, dann ist das vermutlich kein Volk.

    Weil da die Königin fehlt.


    Bist Du sicher, dass da eine ist?


    Die Anzahl der Bienen ist jämmerlich wenig, Verstärkung brauchen sie also auf jeden Fall.

    Wenn wirklich keine Königin drin ist, dann kann es sein, wenn dieser Zustand schon länger besteht, dass Du zwar Stifte gesehen hast, also Eier, und auch Larven möglicherweise,

    diese stammen aber nicht von einer Königin, sondern von Arbeiterinnen, die sich nach ausreichend langer Zeit ohne Einwirkung des Königinnen-Pheromons wieder in der Lage befinden, selbst Eier zu legen. Diese sind aber unbefruchtet und ergeben nur Drohnen.

    Drohnenbrütig nennt man das.


    Lass diesen Imker mal mit schauen, das ist wohl das beste. Die Fotos sind zwar schon aufschlussreich aber eben nur eine Momentaufnahme, den Inhalt der Zellen kann man auch nicht wirklich erkennen. Ich sehe nur Pollen und frischen Nektar, alte Reste verdeckelter Brut, vermutlich verkühlt und abgestorben.


    Die Toten im Boden sind "normal". Da fehlt es an Volksstärke zum Aufräumen...


    Alles gute trotzdem noch - muss ja nicht stimmen, was ich hier vermute. Leider sehe ich da aber recht schwarz

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Foto 4 sieht aus wie Räuberei... :cry:

    Wollte ich jetzt gerade fragen :) So kenne ich das von einem unserer Völker. Diese halbaufgerissenen Deckel und untendrunter die gelben Krümelchen. Bei der geringen Stärke wäre das auch nicht sehr verwunderlich, oder?


    Auf dem gleichen Bild sieht man mittig diese weißen, kristallinen Strukturen. Ist das einfach kristallisiertes Futter?

  • Na ja, es sind Reste einer Futterwabe, kristallisierte Futterreste sind noch da.

    Dieses zerfetzte, krümelige Bild ist typisch für Räuberei, klassisch wäre aber eigentlich alles leer.

    Jedoch wurde diese Kiste ja verstellt; vielleicht Unterbrechung dadurch? Und wer weiß, woher diese Futterwabe stammt und ob sie überhaupt ursprünglich zum Volk gehörte.


    So Schwächlinge haben es außerdem auch schwer, so was noch zu öffnen und umzutragen, sauber und ordentlich sieht das dann auch oft nicht aus, kann täuschen.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper