Honigräume bei Kirschblüte

  • Der Ratschlag zur (Süß-)Kirschblüte den ersten HR aufzusetzen ist für die Katz.

    Hallo, ich mache es immer zur Forsythien, bin aber kein Dr.

    Meine HR sin schon 3 Wochen auf und es gibt Honig.(Westerwald 400 ü.n.N.)

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Warum hier immer diese Sticheleien?

    Weil nicht nur der Blühzeitpunkt zwischen Schwarzwald und Bodenseeregion unterschiedlich ist, sondern auch die Art der Vegetation. Selbst zwischen dem jetzt genannten Rand der schwäbischen Alb und der Bodenseeregion dürfte es diese Unterschiede geben. Ich frage mich halt, wer oder was für eine so starke Tracht verantwortlich ist, der/das ein Aufsetzen des Honigraumes vor der Kirschlbüte rechtfertigt, nein notwendig macht?

    Wo wachsen Pflanzen, leben Läuse die dies auslösen? Die nächste Frage wäre dann, welche es wären? Und das ganze dann noch vollkommen unabhängig von der Brutraum- und Volksgröße.


    Und sollte dieser hübsche Spruch gelten:

    Beim HR aufsetzen kann es nur ein zu spät geben, und das gilt für alle Re(li)gionen.

    können wir uns jeden weiteren Beitrag hier sparen. Dieser typische Liebig-Totschlag-Ausspruch (wahrscheinlich nicht ursprünglich von ihm) hätte die einfache Regel zur Folge: Wir setzen immer, sagen wir z.B. am 1. März den ersten Honigraum auf. Das dürfte nicht zu spät sein, und zu früh geht ja nicht.

    "Ein zu spät aufsetzen des Honigraumes ist wahrscheinlicher, als ein zu früh." da ginge ich mit. Nichts desto Trotz, geht bei einem leeren, unbenutzten Honigraum mehr Energie verloren, als wenn der isolierte Deckel direkt über dem Brutnest liegt. Das bringt kein gesundes, versorgtes Volk um, es sind auch keine 35 Grad im Honigraum, alles richtig; aber vorteilhaft ist ein zu früh aufgesetzter Honigraum eben nicht. Es kostet unnötig Energie. Oder übersehe ich den Vorteil der Energieverschwendung?


    Ich hätte im Profil gerne gefunden, mit welcher Beute geimkert wird. Das erscheint mir nach wie vor wesentlich für diese Frage.

    Bei mir sind die Honigräume dieses Jahr aussergewöhnlich früh aufgesetzt worden. Vor der Kirschblüte. Wahrscheinlich nicht nachteilig, bei einem geringen Prozentsatz vielleicht geringfügig vorteilhaft, bei den meisten Völkern leicht nachteilig, einige Völker haben noch keinen Honigraum. Ich bin mit dem gewählten Zeitpunkt trotzdem zufrieden. Zur Zeit ist nirgens ein benutzter Honigraum zu finden. Auch nicht zum Ausbau der Waben. Gebaut wird, wenn Platz benötigt wird und/weil Tracht reinkommt. Zur Zeit nicht. Hier.

    Selbst wenn man mit größeren Völkern imkert als ich es zu tun pflege, kann ich mir nicht vorstellen, dass vor der Kirschblüte 2 Bruträume nicht ausreichend Platz für die Bienen bieten. Es mag an meiner Vorstellungskraft liegen.

    Zur Info noch: Ich habe in diesem Jahr kein Volk auf zwei Bruträumen.

    Schön ist, dass jeder die eigenen Entscheidungen treffen kann. Nur für einen Ratschlag bedarf es nun mal einiger Informationen, oder man kann den Ratschlag vergessen. Alternativ gibt es eben keinen Ratschlag. Ich arbeite daran.

    Zitat: ... (Dieter Nuhr)

  • Hallo Berggeist,


    dieser Spruch stammt von Guido Eich.

    Da Du selber mit Schied imkerst, ist das nun mal absolut wichtig, die HR früh auf zu setzen. Über die Vorzüge eines geschiedeten Volkes brauchen wir hier nicht reden. Aber wie schnell ist bei diesen Völkern in Extremsituationen das Brutnest verhonigt. Und dann ist positiv gleich negativ.

    Der frühe Honigraum ist nicht für den Imker, sondern der Nektarpufferspeicher für die Bienen.


    Es ist für die Bienen kein Problem, die Wabengassen nach oben abzudichten. Das geht mit sehr wenigen Bienen. Und Völker, die das nicht schaffen, sind so schwach, daß sie in der Frühtracht eh nicht in die Puschen kommen.


    Da jedes Volk anders ist, bekommt auch nicht jedes Volk einen HR. Es gibt Völker, die bekommen sofort 2.


    Gruß

    Ulrich

  • Der Spruch stammt nicht nur von Guido Eich. Es geht aber um den Inhalt. Und wörtlich genommen ist er schlichtweg Unfug. Geht nur mit nachdenken und interpretieren in verharmloster Form.


    Wenn Du von Deiner Betriebsweise, oder auch von meiner Betriebsweise (soweit Dir bekannt) ausgehst, kann man konkret etwas zum Zeitpunkt "Honigraum aufsetzen" sagen. Wenn es da aber nichts an Information gibt, ist ein Ratschlag nunmal Murks. Es gibt Unterschiede, die man nicht mit einem verallgemeinerten "immer" unter den Teppich kehren kann.

    Bei relativ eng geführten Einraumvölkern kann ein Aufsetzen des Honigraumes vor der Kirschblüte (vielleicht 2 Wochen etwa, hier) durchaus sinnvoll sein. Hab ich das schon anders geschrieben? Bei zwei Zanderbruträumen ist, bei meiner Vegetation vor Ort, alles vor der Kirschblüte zu früh. Es gibt ein zu früh. Und wie und wo ordnen wir jetzt den Donaldo ein? Ich weiß es nicht.


    Wenn das mit dem Abdichten der Wabengassen energieverlustfrei funktionieren würde, hätte Dein Honigraum zur Zeit Außentemperatur. Ist das so? Bei mir ist es dort wärmer als vor der Beute; und zwar wesentlich.

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  • Wenn das mit dem Abdichten der Wabengassen energieverlustfrei funktionieren würde, hätte Dein Honigraum zur Zeit Außentemperatur. Ist das so? Bei mir ist es dort wärmer als vor der Beute; und zwar wesentlich.

    Bei den Tiefsttemperaturen in der Nacht, ist der nicht angenommene Honigraum teilweise nur 4 Grad wärmer. Also ja, sie bekommen das Brutnest wohl recht gut dicht. Beispiel in der letzten Nacht 4°C, über dem Honigraum 8°C.

    In der Nacht davor hatten sie aber andere Pläne. Außen 6°C, über dem Honigraum 20°C.

    4 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • " Ich frage mich halt, wer oder was für eine so starke Tracht verantwortlich ist, der/das ein Aufsetzen des Honigraumes vor der Kirschlbüte rechtfertigt, nein notwendig macht?"


    Hallo Berggeist, ich setze die HR deshalb 1-2 Wochen vor der Kirschblüte auf, damit sie genau zu diesem Zeitpunkt für den Honigeintrag bereit stehen. Oder bauen Deine Binchen die Mittelwände an einem Nachmittag aus ? Auch Leerwaben werden von den Bienen erstmals beschnuppert und vorbereitet. Das dauert in der Regel mindestens 2-3 Tage. Dass Bienen den Honigraum sofort nach Aufsetzen besetzen und dort eintragen, habe ich noch nie erlebt. Übrigens ist die Wildkirsche für mich ein guter Zeitpunkt, da sie zumindest bei uns etwa 2 Wochen vor der Süß Kirsche blüht.


    Die Sache mit den Energieverlusten (Du meinst wahrscheinlich Wärmeverluste?) ist eine Glaubensfrage. Ich glaube gelesen zu haben, dass wissenschaftliche Experimente (Hohenheim?) hier keinen Nachteil in der Volksentwicklung erwiesen haben. Man geht davon aus, dass die Bienen nur die Traube (bzw. Brut)beheizen und nicht den Honigraum. Sie müssen bei tieferer Umgebungstemperatur etwas mehr (Heiz-)Energie aufwenden. Studien zeigen jedoch, dass sie Heizenergie sehr effizient und gezielt zum Beheizen der einzelnen Zellen verwenden. Ich mache mir auch diese Gedanken, ob sie bei Raumerweiterung dann noch kuschlig warm haben:-). Ich denke jedoch, dass es falsch ist mit unseren menschlichen Maßstäben hier heranzugehen. Als im Winter Vandalen meine Beuten umgeschmissen haben, lagen die Völker bei -10 bis -15 Grad eine Woche lang bei geöffneten Beuten auf dem Boden. Zwei der vier Völker, bei den Regen und Schnee nicht direkt in die Zargen gelangten, haben überlebt und sich inzwischen voll erholt. Seitdem mache ich mir keine Gedanken darüber, ob eine "zu früh" aufgesetzte Honigzarge den was ausmachen kann.

  • Als im Winter Vandalen meine Beuten umgeschmissen haben, lagen die Völker bei -10 bis -15 Grad eine Woche lang bei geöffneten Beuten auf dem Boden. Zwei der vier Völker, bei den Regen und Schnee nicht direkt in die Zargen gelangten, haben überlebt und sich inzwischen voll erholt. Seitdem mache ich mir keine Gedanken darüber, ob eine "zu früh" aufgesetzte Honigzarge den was ausmachen kann.

    Da muss ich dir recht geben!

    Mein Imkervater setzt immer so Mitte März die Honigräume auf. Weil die Temperaturen da in der Regel noch nicht für eine beständigen Bienenflug und somit Tracht sprechen, kommt zwischen Brut- und Honigraum ein Blatt Zeitungspapier, in welches mit einenem Cuttermesser 4-6 Schnitte von ca. 10 cm länge gemacht werden. Das ganze wird als "Fire and forget" eingesetzt, wenn vor dem Flugloch die ersten Papierwutzeln auftauchen ist der Honigraum im Ausbau. Wer will, kann den Rest der Zeitung jetzt entfernen, sonst machen das die Bienen. Wir arbeiten mit Zander 2-BR und mit Zadant 10BW ohne Schied. Wenn man damit "beruhigter imkern" kann sollte man das einmal ausprobieren.

    Grüße, Horst -- Wer nichts macht, kann nie etwas richtig machen. --

  • Bei uns herschen heute 8 Grad und es regnet leicht, die Honigräume habe ich seit mitte März auf den Völkern.

    Interessehalber habe ich gerade durch die Folie geschaut und die Räume sind bei 8 von 10 Völkern besetzt und schon teils ausgebaut und mit Nektar eingetragen. Ich imkere auf Zander und DNM sowie Zander 1,5 und DNM 1,5 immer mit einem Brutraum.

    Bei meinen Honigräumen handelt es sich um 1/2 Zander, welche jetzt zum teil schon ausgebaut sind.:):thumbup:

  • Ich muß dem Marcus da Recht geben.

    Ich nehme immer eine Kirschpflaume als Zeiger zum Aufsetzten der Honigräume.

    Die blüht meistens 10 Tage vor den Kirschen.

    Habe dieses Jahr am 25.03 den Honigraum aufgesetzt. Bereits 4 Tage später gab es

    die ersten Waagstockzunahmen. Am 12.04 bereits 11 kg.

    Wie bereits geschrieben kommt bei uns am Albtrauf wenn es warm wird oft alles gleichzeitig.

    Wer da seine Honigräume nicht rechtzeitig drauf hat, der kommt zu spät.

    Viele Grüße

    Schilling

    Es ist schwieriger ein Vorurteil zu zertrümmern, als ein Atom.

  • "kommt zwischen Brut- und Honigraum ein Blatt Zeitungspapier, in welches

    mit einenem Cuttermesser 4-6 Schnitte von ca. 10 cm länge gemacht
    werden. Das ganze wird als "Fire and forget" eingesetzt, wenn vor dem
    Flugloch die ersten Papierwutzeln auftauchen ist der Honigraum im Ausbau"


    Interessante Methode. Muss ich mal ausprobieren.

  • joew  

    du darfst auch handgeschöpftes Büttenpapier verwenden, du kannst aber auch Honigräume direkt aufsetzen.


    Wenn man aber für mehrere Monate wegfährt, ist das eine Möglichkeit, das die Bienen Platz nach Bedarf in Anspruch nehmen und allein durchs Jahr kommen können, ohne zu verhungern oder zu schwärmen


    Pollen werden draußen gesammelt, fallen zB aus den 60Jahre alten Deckeln Sägespäne aus der Isolierung werden diese nach draußen befördert und nicht in die Pollenwabe getragen und die Stellen zugekittet.

    Bei Pollenmangel soll es passieren, das Bienen Sägespäne als Pollenersatz eintragen können, bei mir nicht.

    Gruß Fred

  • Hallo,

    nur mal als ein "Einwurf" zu dieser Thematik von einem Warre-Imker im 3. Jahr: Ein Volk hat auf eigenem Honig überwintert. Dieses Futter war zu einem Großteeil im HR gespeichert. Er wurde draufgelassen und bis zum März bis auf zwei Waben geleert.

    Diesen HR habe ich dehalb nicht abgenommen. Das Volk ist stark und hat so ab Mitte März den HR geputzt und Waben repariert. Nach neuem eingetragenen Nektar habe ich nicht geschaut.

    Nach Abnahme des Deckels ist die Abdeckung auf dem HR spürbar warm.

    Nach dem Wetterumschlag in der kommenden Woche rechne ich mit dem 2. HR nach 10 bis 12 Tagen.

    Gruß

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?