Flügeldeformationsvirus

  • "War das gar nicht trotzig?"😆

    Ja, da hast du es richtig interpretiert. Trotzig ist nicht das ganz richtige Wort. Das tönt so auf die Finger klopfend weil sich jemand wehrt. Warum sollte ich mich nicht wehren? Weil ich eine Frau bin?

    "Hallo?" war so gemeint: "Denk mal nach!" Wie gesagt, wenn man zum Inhalt den ich schrieb mein liebes Gesicht gesehen hätte, hätte man mit nicht untergeschoben ich vergreife mich in meiner Ausdrucksweise. Das ist alles hinein interpretiert. Bitte Vorsicht. Besser das Gute annehmen, als gleich drauflosfahren und Böswilligkeit o.ä.voraussetzen!

    Kontrolle nach Flugbetrieb: Es war an einem Abend mit Höchstemperaturen von 22 Grad. D.h es war ca. 17/18 Grad. Also: Immer bedenken, dass man nur wenige Anhaltspunkte hat. Nicht so vorschnell urteilen bitte! Solch ein Umgang untereinander macht den Aufenthalt auf diesem Erdball sonst ziemlich unerträglich.

    Unterdessen denke ich, dass das abschwefeln richtig gewesen sein könnte.

    Man kann es nicht ganz sicher wissen. Wir handeln mit bestem Wissen und Gewissen.

    Schöne Ostern!

  • Hallo Imkerfreunde

    ich habe gerade alles durchgelesen, zu Beginn des Themas sind die Fragen nicht ganz konkret und die Antworten auf ein "normales" Volk bezogen. Wenn ich jetzt den vorletzten Beitrag von Lilie lese und sie von einem Volk auf einer 1/4 Wabe schreibt, würde ich dem Schwefelfaden zustimmen, um das Elend zu beenden.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • ...erschreckend wenig Bienen. Sagen wir mal, ca. 1/ 4 der Wabe besetzt. Hallo? Die Königin würde niemals das Brutnest so ausdehnen, hätte das Volk so wenige Bienen.

    Waren also mehrere Brutwaben...

    lilie

    Kannst du nicht einfach vor so einer Aktion mal eine wirklich konkrete Frage stellen?:roll:

    z.B.:

    Eines meiner Völker ist viel schwächer als die anderen und es gibt ein paar Bienen mit zu kurzen Flügeln. Soll ich abwarten, wie es sich weiter entwickelt, oder ist das hoch ansteckend und besser das Volk sofort abzuschwefeln?

  • Ich bin über Euren Tonfall gegenüber Lilie schon sehr erstaunt. Sie hatte am Anfang präzise Fragen zum FDV gestellt. Aber darauf hat sie keine passende Antwort bekommen, sondern seitlich weitreichende Kommentare. Ich habe hier alle Beiträge nacheinander durchgelesen und dabei hob sich am Anfang auch meine Hut, den ich gar nicht besitzte und deshalb auch nicht aufhaben konnte. Der Tonfall einiger Komentatoren gefiel mir gar nicht. Und dann, nachdem sie eine eigene Entscheidung getroffen hat sie so anzugreifen, ist wohl auch nicht angemessen. Zum Abschwefeln, früher war das die Standartversion an den Honig in den Körben zu kommen. Also in Deutschland nicht unbekannt. Und im Handel gibt es noch immer die Bündel Schwefelstreifen und Schwefeldosen. Also nicht so tun, als ob hier die heile Welt, im Gegensatz zur Schweiz sei. Es wäre schön, wenn die "Schlauberger" ihr Wissen auch in freundlicher Art und Weise kund tun könnten. Wie heißt ein alter Spruch: reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

    Ein frohes Osterfest wünscht Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Nee, nee, noch mal spring ich nicht über das Stöckchen, sonst krieg ich wieder Ärger mit meinem Arzt. Ich halt mich dann mal an

    reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

    wobei - die Sache mit der eingeschränkten Meinungsfreiheit für Frauen...?:/

    Kann man auch einzelne Textpassagen liken?

  • Auf dem Vortragsabend in Westerstede war der Virus auch ein kurzer Abschnitt. Deine Informationen wurden dort sinngemäß auch mitgeteilt. Der Referent von deiner Veranstaltung war aber selbst nicht da, darum wurde es nur angesprochen, das Thema in WST war ja ein anderes. Man hat e also nur kurz angesprochen und die "Kernaussagen" wiederholt.

    Das mit der laufenden Veränderung der Virus-Struktur wurde dort als einer der Hauptgründe für die Probleme bei der Bekämpfung/Reduzierung/Kontrolle über ihn beschrieben. Dr. v.d.O. hat es so umschrieben, als dass man den DWV-Virus am anschaulichsten mit Grippeviren vergleichen könnte, die sich ständig weiterentwickeln und daher schlecht einschätzbar sind. Wenn dann ein Wirtswechsel stattfindet, findet auch eine erhebliche Veränderung des Schadenspotentials statt, die man erst nachvollziehen können muss.

    Die Rolle der Milbe in diesem Lauf sei die eines Katalysators oder "Veredlers", der den schlummernden Virus erst durch die körpereigene Chemiefabrik aktivert und dann scharfgemacht an die Biene weiter- , bzw. an die nächsten befallenen Bienen zurückgibt. Zum Gedanken an eine natürliche Auslese durch die oder unter den Bienen hat er nichts gesagt.


    Gruß Andreas

  • ...Die Rolle der Milbe in diesem Lauf sei die eines Katalysators oder "Veredlers", der den schlummernden Virus erst durch die körpereigene Chemiefabrik aktivert und dann scharfgemacht an die Biene weiter- , bzw. an die nächsten befallenen Bienen zurückgibt...

    Danke, Andreas!


    Ohes Darstellung lässt erkennen, dass die Varroen allein bei uns ca. 20 Jahre benötigten, um jene Katalysator- oder "Veredler"- Fähigheit zu erwerben.


    Man muss aber davon ausgehen, dass besagte Viren auch schon in den westlichen Honigbienen gewesen sein können, welche als "Übernehmer" der Varroen in Asien fungierten; sie kamen ja aus Europa und dann führte der Weg zurück nach Europa, mit...


    Lt. Wikipedia: "Der erste Nachweis von der russischen Pazifikküste stammt von 1952, aus Japan von 1958. In Europa wurde sie zuerst 1967 in Bulgarien gefunden. Der erste deutsche Nachweis stammt aus dem Jahr 1977."

    Und, was bestimmte Refenten nicht ansprechen, sind Untersuchungsergebnisse von Di Prisco und Kollegen: Pestizide ebnen tödlichem Bienenvirus den Weg.

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

  • Zitat

    Ohes Darstellung lässt erkennen, dass die Varroen allein bei uns ca. 20 Jahre benötigten, um jene Katalysator- oder "Veredler"- Fähigheit zu erwerben.

    So würde ich das nicht unbedingt interpretieren oder festlegen wollen.


    Dass der Virus, bzw. seine "Stämme" schon vorhanden waren, ist ja allgemeiner Wissenstand und anerkannt, oder besser: unzweifelhaft, denn verkrüppelte Flügel gab es schon vor der Varroa destructor. Aber ob die Milbe diese anschaulich formulierte "Veredler"-Fähigkeit hier, bzw. auf dem diffusen Weg zwischen Europa - Asien - Europa erst bekommen hat, ist damit nicht gesagt worden. Es gibt manchmal "schlummernde" Fähigkeiten, die erst aufgeweckt werden müssen.

    Manchmal geht es schnell, manchmal dauert es ene Weile. An dem Punkt könnte ich mir gut vorstellen, dass die chemischen Gifte der Schlüssel waren, die die Abwärtsspirale erst in Gang gesetzt haben, bzw. diese "Veredler"-Fähigkeit aktiviert haben. So in etwa wird es in der von dir verlinkten Quellen vermutlich ausgeführt - ich habe sie jetzt noch nicht gelesen, aber der Titel deutet darauf hin.


    An oder ab diesem Punkt werden wir dann im Dunklen gelassen. Wir, die es nicht selbst sehen, bestätigen und beweisen können, vermuten das zwar mit ziemlicher Treffgenauigkeit, weil wir aus guten Gründen 1 und 1 zusammenzählen, aber die, die es beweisen können, schweigen sich dazu aus guten Gründen aus...


    Gruß Andreas

  • Aber ab welchem Punkt greift man denn ein? Im Bericht, den Manne verlinkt hat, liest man: "Das sogenannte Flügeldeformationsvirus grassiert in vielen Bienenvölkern, wird aber von der Immunabwehr der Tiere meist gerade noch in Schach gehalten. "

    Wenn man, wie in meinem Fall, beobachtet dass täglich viele Flugbienen abgehen und vor dem Flugloch täglich ausgeräumte Brut und auf den Rücken liegende zappelnde Bienen liegen so dass ein Zusammenbruch kurz bevor steht, wie lange schaut man zu?

    Gibt es etwas was man tun kann?

  • "Das sogenannte Flügeldeformationsvirus grassiert in vielen Bienenvölkern, wird aber von der Immunabwehr der Tiere meist gerade noch in Schach gehalten. "

    Um Deine Situation zu erfassen, bedarf es noch des darauf folgenden Satzes:

    ...Gewinnt es aber durch die Hilfe der Pestizide die
    Oberhand, kann es ganze Völker innerhalb weniger Tage zum Kollaps
    bringen...

    Dieser Satz könnte auch den Ansatz zum Finden der Problemlösung enthalten.

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

  • Bei Frau Prof. Genersch habe ich folgendes gelernt:

    Das Virus und die Biene gehören seit Millionen von Jahren zusammen und tun sich gegenseitig nichts. Das Virus ist normalerweise in Brust und Hinterleib positioniert und wird von der Biene kaum vermehrt. Der Kopf ist normalerweise frei von dem Virus.

    Die Varroa hat die Eigenschaft, dem Virus gute Bedingungen für die Vermehrung zu bieten. Hierdurch kann sich die Virenlast in der Varroa mehr als vertausendfachen. Wenn eine solche Varroa die Larve ansticht, wird diese von dem Virus geradezu überschwemmt. Die schlüpfende Biene enthält das Virus dann in abnorm hoher Konzentration im ganzen Körper, auch im Kopf. Die betroffene Biene ist dann krank, hat deformierte Flügel und ein gestörtes Nervensystem.

    Entscheidend für den Ausbruch der Krankheit ist die Vervielfältigung des Virus durch die Varroa. Wird die Varroa eleminiert, entfällt die Vervielfältigung. Die erkrankten Bienen gehen ab und der Rest normalisiert sich.

    Soweit Frau Prof. Genersch (sinngemäß).

    Ich habe im vergangenen Jahr ein sehr hoch befallenes Volk mit sehr viel Brut und ohne Königin und wenig Bienen (einen Brut Sammler-Sammler) etwas abseits gestellt und die Brut schlüpfen lassen. Ich habe dieses Volk ab dem 7. Tag alle 3 Tage mit OS behandelt, bis der Varroatotenfall aufhörte. In dieser Zeit verließen DWV-geschädigte Bienen massenhaft die Beute; wegen der großen Brutmenge blieben aber auch viele Bienen übrig. Ich habe die so gegen die Varroa behandelten Bienen einem kleinen aber gesunden Volk zugegeben. Dieses ist auch gesund geblieben und zählt jetzt zu meinen starken Völkern.

    In dem Fall von Lilie: Warum die Zahl der Bienen so massiv abgenommen hat, lässt sich aus der Entfernung nicht einschätzen. Ein Abgang durch Varroabelastung könnte aber möglich sein. Eine Sanierung wäre dann möglicherweise mit dem Konzept "Teilen und behandeln" möglich gewesen: Die Brut wird komplett entnommen, das Volk auf wenige Waben gesetzt und mit OS bedampft. Die Brut lässt man schlüpfen und behandelt die geschlüpften Bienen ebenfalls mehrmals mit OS, bis keine Milben mehr fallen. Dann gibt man die Bienen dem Volk zurück, das sich dann gesund entwickeln kann.

    Gruß Ralph

  • Eine Korrektur: Das Konzept "Teilen und behandeln" geht im Sommer, da es dann warm ist. In der jetzigen Jahreszeit geht das nicht, da dann die Brut verkühlt. Stattdessen muss das Volk sofort mit OS bedampft werden, um den durch die Varroa induzierten Bienenabgang zu stoppen. Anschließend muss die Königin mit einem Teil der Bienen entnommen und geparkt werden. Nach 9 Tagen werden alle Weiselzellen entfernt und das Volk wird weiter mit OS behandelt, bis alle Bienen geschlüpft sind und keine Varroen mehr fallen. Dann erfolgt die Rückvereinigung.

    Gruß Ralph