Ganz ohne Chemie?

  • Und natürlich ist der "pitter-pöse" Nachbar Schuld, der schlecht oder nicht behandelt hat!

    Die Völker dieser ständig im Imkerverein genannten gemeingefährlich ahnungslosen, schlampigen, unfähigen Uralt-/Ökospinnerimker sehe ich inzwischen als Quelle von Bienen-Varroen-Gemeinschaften, die trotz Nicht-/Schlechtbehandlung überleben. Also eher als Gewinn denn als Gefahr.

    Ich möchte auch so eine Imkersgattin: zum Hinterherputzen, Entdeckeln, Einlöten und Abendessen kochen. Ach ja, vermarkten darf sie gerne auch.

  • Hi Ralf!


    Ja, es hat auch bei mir länger gedauert aber um so leidenschaftlicher versuche ich das dann auch umzusetzen, wenn es einmal "Klick" gemacht hat...

    Und würdest du bitte den anderen noch erklären, dass du diese Erfolge nicht mit irgendwelchen x-beliebigen Abstammungen und ohne wissenschaftliche Begleitung erreicht hast?

    Sonst denkt jetzt wieder jeder Anfänger er muss mit seinen drölf Völkern einfach nur 3 Jahre abwarten und nichts tun und hat dann schwuppdiwupp resistente Völker.


    Gruß Jörg

  • ..... 3 Jahre abwarten und nichts tun ......


    Gruß Jörg

    Das hat hier niemand behauptet. Hier war die Rede von ..... Zellen öffnen , zählen zählen ......


    Das ist nicht mal ebend einfach so, das sehe ich selbst bei mir.

    Sehr intensiv "bewirtschaftet" und nicht Honigtopf orientiert. Klar kann ich rase verstehen wenn er 2,5kg Honigertrag pro Volk bei dem damit verbundenem Aufwand nicht unbedingt erstrebenswert hält.


    Aller Anfang ist schwer und wenn dann wirklich wenig Honigertrag rumkommt, man mehr braucht, hält man vielleicht mehr Völker.

    Oder man überdenkt einfach seine Position als Imker, ob das bis zum letzten kg Honig den Bienen abpressen und ihnen danach Zuckerlösung anbieten, nicht doch der schlechtere Weg ist.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Jep, wenn man mit 500 Völkern je Volk 100,-€ Miese macht, brauch man halt mehr Völker! Die Masse muß es dann halt machen...:daumen:


    Bei so Diskussionen ob was funktioniert oder nicht vermiss ich irgendwie immer die verschiedenen Definitionen von „funktioniert“...

  • Ich weiß das Luffi und eine Hand voll anderer Quallifizierter Praktiker eher die Deutsche Wissenschaft auf den rechten weg geschubst...

    Und ja doch, auch in drölf Völkern kann was drinn sein, das Geheimnis liegt im Finden und Festhalten!

    Aber das rate ich keinem Anfänger zu versuchen.:)

    Luffi:p_flower01::p_flower01:

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Ich gebe keinem anderen als mir die Schuld, wenn ich Verluste habe. Kunstschwärme und Völker mit TBE habe ich bisher im folgenden Wirtschaftsjahr nicht verloren.

    Varroazählen - ich habe nur bei ca 1/3 Gitterböden und bei bis 200km zu betreuten Ständen dafür einfach keine Zeit.

    Gruß Fred

  • Aller Anfang ist schwer und wenn dann wirklich wenig Honigertrag rumkommt, man mehr braucht, hält man vielleicht mehr Völker.

    Klar. Schön wäre, wenn man parallel die Tageslänge verlängern könnte. Mein Tagewerk ist in der Saison jetzt schon auf Kante genäht. Wenn was schief läuft, brauch ich neue Batterien für meine Stirnlampe. Selber schon mal Völker mit Stirnlampe durchgeschaut? Wenn die Nummer nur geht, wenn man jede Biene persönlich namentlich kennt, geschenkt. Dann geht's halt nicht. Der eine wirft mir vor, ich wäre pseudoesoterisch unterwegs, der nächste ich presse eiskalt eiskalt den letzten Tropfen aus den Völkern. Das Thema scheint mir ein ideales Tummelfeld für Schwätzer und Rattenfänger. Schwierig da die Spreu vom Weizen zu trennen, wenn man wie ich keine Ahnung davon hat und sich Fehltritte nicht leisten kann, weil die Existenz dran hängt.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Lieber Jörg!


    Na ganz so is' es nun auch wieder nicht, wie du schreibst:


    ...Und würdest du bitte den anderen noch erklären, dass du diese Erfolge nicht mit irgendwelchen x-beliebigen Abstammungen und ohne wissenschaftliche Begleitung erreicht hast...

    Wenn man das System einmal verstanden hat, dann funzzt das auch mit irgendwelchen x-beliebigen Herkünften. Sorry, wenn dir diese Aussage - wie ich Dich kenne - wohl nicht allzu sehr gefällt.


    Es geht sicher besser oder leichter oder auch schneller mit langjährig vorselektierten Abstammungen behandlungsfrei zu imkern und dann auch noch nach VSH-Merkmalen zu suchen, etwas zu finden und dann heraus zu selektieren.

    :wink:


    Behandlungsfrei imkern geht schon mit wenigen Völkern bei der richtigen Aufmerksamkeit und dem richtigen Wissen mit vielen Herkünften.

    :daumen:


    Die Problematik ist die, dass bei wenigen Völkern die Selektionsbasis zu gering ist.


    "Drölf"(!) Völker könnten ausreichend sein. Besser sind sicherlich Einhundertunddrölf Völker. Dann hast Du sicherlich mehr Glück was zu finden was dann auch VSH hat. Aber behandlungsfrei imkern ist auch mit wenigen Völkern möglich! Das stelle ich hier so in den Raum.


    Wobei wohl sehr häufig behandlungsfrei mit behandlungsarm verwechselt wird:


    Ich nehme mal die Worte aus einem aktuellen Email eines guten Imkerkollegen und Buckfasturgesteins an mich über behandlungsfreie Völkerführung.


    Dieser schrieb mir gestern:


    "Lieber Stefan!

    ...Über "6 Jahre ohne Behandlung" bin ich skeptisch, wenn man mir sagt "keine Behandlung", denn:

    - Jeder Schwarm ist eine Behandlung!

    - Wenig Ernte ist eine Behandlung!

    - Geringe Fruchtbarkeit (nur 4-5 Brutrahmen!) ist eine Behandlung!

    - Die Entfernung der Drohnenbrut ist eine Behandlung!

    ..."


    Es steckt also schon einiges mehr dahinter.

    Hinter "Behandlungsfrei"!!!


    Wenn Du so willst, fehlt in der vorgenannten Aufzählung noch:

    - TBE ist eine Behandlung

    - Einschmelzen von Brutwaben ist eine Behandlung

    - Selektion auf VSH ist eine Behandlung

    - Eindrohnbesamung ist eine Behandlung

    - Ablegerbildung ist eine Behandlung

    - Puderzucker/CO2 über die Völker und Varroamilben zählen ist eine Behandlung

    - Trachten anwandern ist eine Behandlung

    ...


    Aber das ist jetzt von mir...

    :u_idea_bulb02:


    Unter der Berücksichtigung ALL DIESER Voraussetzungen sind meine Völker daher nicht behandlungsfrei geführt! Asche über mein Haupt und ich werde mich dann mal wieder etwas mehr zurück halten, um den vorweihnachtlichen Frieden und die aktuell unbedingt durchzuführende, für die Bienen lebensnotwendige Winterbehandlung der nächsten Tage und Wochen nicht allzu sehr zu stören. Ob diese auch wirklich überlebensnotwendig ist, das wage ich inzwischen zu bezweifeln...


    Nur vielleicht noch was zur allgemeinen Info:


    Die wissenschaftliche Begleitung begrenzt sich auf die Selektion auf VSH und die Eindrohnbesamung. Den Rest kriege ich unter tatkräftiger Mithilfe von Kollegen so einigermaßen ohne große Völkerverluste mit meinem begrenzten imkerlichen Wissen und Handwerkszeug einigermaßen so lala hin. :wink:


    Danke wasgau immen für die Blumen...) :liebe002:


    Und mit Kollegen meine ich Josef Koller und andere, die mich auf den Weg gebracht haben.

    :daumen:


    Und ich halte mich insbesondere an "Roots" von Josef Koller. Der Josef macht demnach von jedem überwinterten Volk einen Ableger. Ist ja auch schon eine Behandlung?:confused:


    Aber das kann man auch nachlesen.

    :p_flower01:


    Stand ja auch schon irgendwo im Imkerforum.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von luffi ()

  • Rase, es ist manchmal nicht verwunderlich, wenn du mit deiner Art zu extrapolieren und dem kurzen Abwatschen der Meinung anderer auch mal ohne viel Prosa und mit Übertreibung in meiner Meinung unpassenden Verbalien abgefrühstückt wirst.

    Leider kannst du es nicht lassen das Feuer zu schüren und dich darüber weiter lustig zu machen.

    Es kostet dann sehr viel Überwindung, in deinen Postings die sich dahinter versteckende Wahrheit und Ernsthaftigkeit zu begreifen.


    Es wird hier mit keinem Wort erwähnt das dies alles einfach ist. Es zwingt niemand irgend jemanden zu einer chemisch behandlungsfreien Betriebsweise und es wird hier auch nicht missioniert. Ich finde, das für den der möchte, die Change da sein sollte, es selbst auch mal probieren zu können.

    Ich kann allerdings nicht empfehlen so holter die poltern alles oder nichts umzusteigen.

    Ob es nur etwas für Idealisten ist oder nicht, mag jeder für sich beantworten. Viele Arten von "Fortschritt" in der Geschichte der Menschheißt startete mit Idealismus und Glaube an die Sache, bis sie einfach nicht mehr zu leugnen waren.


    Ob man dies einem Anfänger zumuten kann, möchte ich nicht beurteilen, da jedes Individum anders geartet ist.

    Allerdings gebe ich dir Recht, einfach so nix zu machen und von nix eine Ahnung zu haben, kein Weg zum Ziel ist.

    Selbst mit Anleitung und Unterstützung kombiniert mit wenig imkerlich praktischem Hintergrund ist das ein sehr sehr schweres Unterfangen, aber nicht unmöglich.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Und ich halte mich insbesondere an "Roots" von Josef Koller. Der Josef macht demnach von jedem überwinterten Volk einen Ableger. Ist ja auch schon eine Behandlung?

    wie mans bezeichnet ist egal- ein Vermehrungsquote von 100% der Wintervölker verdünnt die Milbenlast, nutzt die Entwicklungskraft junger Völker, verjüngt den Weiselbestand (höchste Leistung im ersten Jahr!) und es gibt einem auf jeden Fall genug Freiheit und ein Abfangnetz, um Veränderungen zu testen. Wenn es zu wenig Verluste dabei gibt, muß man verkaufen, sonst wirds immer mehr (Arbeit, Raumbedarf und Honig). Man denke an das Reiskorn auf dem Schachbrett.

    Beim Verdoppeln darf man aber nicht schon bei 4 Völkern aufhören. Zweistellig sollte es schon werden.

    Bei mir liegt die Rate eher bei 50-75%, da ich mehr über Kunstschwärme und einige (zu) starke Ableger vermehre bzw den Bestand verjünge. Ich möchte nur noch im Nahbereich erweitern.

    Gruß Fred

  • Das wäre ja nur ein Ausgleichen oder Vorbeugen vor Verlusten. Sicher ein gangbarer Weg einen Totalausfall zu vermeiden :daumen:. Das arbeitet aber nur wenig an der Wurzel.

    Was der Josef Koller macht geht weit darüber hinaus.

    Um das zu verstehen must du allerdings unfassend Sattelfest in der Paarungsbiologie der Bienen sein, und nachdrücklich wissen was du willst.

    Ich lupfe meinen Hut vor solchen Leuten.

    Übrigens, der Josef Koller lebt vom Honig, es geht also.

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Jetzt brummt mir aber der Kopf über allen diesen vielen Aussagen und Links!


    Was heißt das nun für den kleinen Imker mit 12 Völkern?

    Behandlungsfreies imkern ist möglich?

    Kann das jeder?


    Und wie mache ich das praktisch?


    Ich versuche das mal, so wie ich es verstanden habe, zusammen zufassen:

    -- viele Ableger

    -- Drohnen schneiden (?)

    -- schwärmen lassen

    -- TuB, totale Brutentnahme und Kunstschwärme bilden

    -- Fangwaben verwenden

    -- Varroa zählen um vergleichen zu können und die Völker zu erkennen, die besser mit der Varroa zurecht kommen. Nur von diesesn Völkern Kös nachziehen


    Ich gehe mal davon aus, dass das bei 12 Völkern vielleicht am Anfang 1-2 Völker sind , die mit der Varroa einigermaßen zurecht kommen, wenn überhaupt!

    Die anderen Völker werde ich trotzdem bedarfarfsorientiert behandeln müssen. Jede Behandlung mit AS oder OS weniger kommt dem Volk zugute, aber wenn ich mit den Säuren eingreife, wird Selektion auf Varroaresistenz unterbrochen bzw ich beschlummle mich selbst, da die Bienen es nicht von sich aus selber schaffen! Ich müsste eigentlich diese Völker sterben lassen. Honigernte gäbe es dann keinen oder kaum.


    Ich denke, wir Imker könnten mit weniger AS und OS auskommen, wenn man bei mehr Völker mit TuB oder totale Brutentnahme arbeiten würde und verstärkt den Varroafall beobachtet.

    Das habe ich dieses Jahr zum erstenmal gemacht und bei einem Volk war keine weitere Behandlung außer jetzt die OS nötig! Die anderen Völker aus der Gruppe kamen mit einer AS-behandlung weniger aus. Ich bilde mir auch ein, dass diese Völker stärker sind.


    Wenn ich nicht gezielt von den Völkern vermehre, die nur mit einer oder gar keine OS/AS-behandlung auskommen, ist meine Betriebsweise nur auf eine Chemie freiere Völkerführung ausgelegt, aber nicht auf eine Varroaresistente Biene. Doch auch das finde ich schon sehr erstrebenswert!


    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • Vor allem nicht alles auf einmal und schon gar nicht in planloser Hektik...
    Jetzt mit dem Schritt ins fünfte Jahr haben sich für mich erst einige Beobachtungen gefestigt und etwas mehr Sicherheit im Umgang mit meinen Bienen ergeben. Ich beobachte sie so oft wie möglich und ja, ich mache auch jetzt (vorgestern erst wieder) ab und zu stichprobenweise bei dem einen oder anderen Volk den Deckel auf und sehe nach, was sich darunter tut. Einfach nur um selbst zu sehen, wie die Lage ist. Die Bienen hat es nie gestört, wenn es wirklich nur ein Blick war...


    Ich wäge aus allen Empfehlungen der alten Hasen hier im Forum und denen aus meiner Umgebung ab, was ich "riskieren" kann. Immer den Vergleich von Lehrmeinung - soweit bekannt und verstanden - mit den Empfehlungen anderer Praktiker im Verhältnis zu meinen eigenen Beobachtungen vor Augen. Dazu mache ich mir meine unabhängigen Gedanken und verfolge auch diese, um möglichst frühzeitig Sackgassen zu erkennen.


    Mittlerweile habe ich schon einige Dinge weggelassen oder entgegen weit verbreiteter "Parolen" anders gemacht und bin damit gut klargekommen. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass es niemanden weiterbringt, sich in Nibelungentreue nur auf die Erfahrungen Anderer zu verlassen. Man kann zwar jederzeit auf sie zurückkommen, aber letztlich zählt nur das, was man selbst an seinen Bienen beobachtet oder festgestellt hat. An anderer Stelle habe ich schon mal geschrieben: irgendwann sollte man seinen eigenen Beobachtungen trauen! - was nicht bedeutet, dass man von Rückschlägen jeglicher Art abgesichert ist. Aber mit irgendwas muss man anfangen.


    e:

    Eins habe ich aber immer noch nicht durchgezogen: eigene MW herzustellen, ich habe noch nichtmal das diesjährige Wachs umgeschmolzen und sortiert...

    e2:

    Und noch etwas ist mir mittlerweile klar geworden:

    Ich kann die Imker, die sich bedeckt halten, mittlerweile sehr gut verstehen. Sie sind keine Hexer oder Spökenkieker, sondern ziehen Ihr Ding sachlich-fachlich nüchtern so weit wie möglich durch. Da sie aber immer wieder gern für unberechtigte Prügel herhalten sollen, erzählen sie nicht großartig, dass sie eben genau keine Geheimnisträger sind. Sie haben nur einfach keine Lust mehr gegen Windmühlen zu kämpfen, weil alles, was sie beitragen oft und zu Unrecht genau ins Gegenteil verdreht und sinnententstellt wird...


    Gruß Andreas

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