Sind Bienenvölker zu billig ?

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    Hallo Miteinander,


    wie ermittelt sich der Preis für ein Bienenvolk ? Sagen wir zu Beginn der Saison ? Macht es Sinn, Arbeitsstunden geltend zu machen, die man in den Aufbau eines Volks hineingesteckt hat ? Kostet ein Volk, das auf Billigmittelwänden sitzt genausoviel, wie ein Volk, das auf rückstandsarmen Mittelwänden seine Zellen baut ? Kann man die Kosten für Ameisensäure und Oxalsäure etc. irgendwie in den Preis mit hineinarbeiten ? Oder soll man einfach nach der zu erwartenden Honigmenge gehen ? Wie wäre es, nur einen alten Gewohnheitspreis anzusetzen, obwohl sich die Lage der Bienenvölker und die Kosten drumherum verändert haben ? - Was ist da richtig ? - Freue mich auf Eure Beiträge.


    Viele Grüsse von Benjabien

  • Der Preis für Bienenvölker wird sich wie bei so vielem auch nach Angebot und Nachfrage richten.

    Qualität kann man sicher teurer verkaufen, als billiges. Nur kann das der Käufer übrhaupt unterscheiden und ist es ihm etwas wert?

    Da kommt denn noch das Marketing ins Spiel.

    Zu überlegen ist auch immer, dass man auf sein Umfeld Einfluss nehmen kann und evtl. auch will.

    Daher sollte man überlegen, was es einem selbst Wert ist, dass weniger Importbienen aus Italien in der näheren Umgebung fliegen.


    Von daher: Nein, du kannst diese Dinge nur sehr schwer in den Preis einrechnen.

    Was du errechnen kannst sind deine Kosten und da solltest du alles an Material einrechnen.

    Bei der Arbeitszeit mußt du selber entscheiden, ob es Arbeit oder Hobby ist.

    Für Hobbys gibt es selten Geld meist kosten sie.


    Dann solltest du entscheiden, ob deine Kosten und der erzielbare Preis in einem vernünftigen Verhältnis stehen und du verkaufen willst.

    Viel Grüße aus dem hohen Norden.

  • Moin Benjabien,


    es steht Dir und jedem Anderen frei, den Preis für sein Bienenvolk/Wirtschaftsvolk/Ableger fest zu legen. Was Du dabei in Deinen kalkulatorischen Verkaufspreis einberechnest, oder den eigenen "Vergnügungsfaktor", weil Hobby und Spaß, davon nicht geltend machst ist Dir doch überlassen.


    Ein Bienenvolk, wie auch jeder andere zu veräußernde Gegenstand, ist nun mal Mateiell gesehen, nur soviel Wert, wie ein anderer dafür bereit ist zu bezahlen. ;)

    Also versuche Dein Glück. Hebe die besonderen, sich von den übrigen Anbietern abhebenden Vorzüge für Dein Bienenvolk heraus (Marketing) und biete Deine Bienen am Markt an.

    Dann wirst Du schnell sehen, ob Du mit Deinen Preisvorstellungen richtig liegst.


    Grüsse von der Elbmündung

    Bernhard

    Imkern ist kein Hobby - imkern ist eine Lebenseinstellung!<3

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • Nehmen wir den minimalen Materialaufwand. 22 Segeberger-DNM (€1,40 fertig gedrahtetes Rähmchen + €1,40 Mittelwand) plus €14 Zucker plus MS , AS und OS. Damit sind wir schon über den €75, die der Jungimker bei uns im Verein pro Volk zahlt. Die 100€ Festpreisangebote im Imkermarkt.DE sind dann evtl. richtige Schnäppchen. Dagegen kann ein einzargiger, standbegatteter Ableger auf schwarzen Uraltwaben für €150 für den Verkäufer lukrativ sein. Also empfinde ich die üblichen €100-150 für ein zweizargiges Volk im 100km Umkreis als Käufer gerechtfertigt.

  • Hm.... wenn ich mir überlege, dass ein Volk mit einer einjährigen Königin voraussichtlich 60-70 kg Honig in der Saison produzieren wird, und ich als Verkaufspreis 10 EUR/Kilogramm veranschlage, was ja recht billig ist, dann wäre mir das Volk logischerweise immer noch zwischen 600 EUR und 700 EUR Wert; vorausgesetzt, dass ich es nicht verkaufen möchte.

    Möchte ich es aber verkaufen, dann sind doch 250 EUR bis 350 EUR für so ein Volk absolut angemessen. - Ich verstehe also noch nicht wirklich, wie man ein Bienenvolk für 100 - 150 EUR abgeben kann, zumal ja selbst der Honigpreis im Einkauf um die 6 EUR/Kilo liegt, damit der Verkaufspreis dann gegen 12 EUR tendieren kann. (Ganz gleich ob als Hobbyimker oder als Profi) Auch hier gilt ja der Hinweis auf die Balance von Angebot und Nachfrage, und gerade nach einem Varroajahr sollte die Nachfrage entsprechend stärker sein, aber irgendwie scheint das Preisgefüge bei den Tieren anders zu funktionieren...

  • Also, wenn Du das so siehst.... Dann stimmt Dein Titel "Sind Bienenvölker zu billig?".

    Ich sehe das ähnlich wie Imker2016. Mit voraussichtlich und hätte - (hätte, hätte, Fahrradkette) damit rechne ich nicht.

    Mir als Hobbyimker ist wichtig, dass die Materialkosten bezahlt sind - und noch ca. 30-50 Euro für die Bienen (wenn Du "nur" eine Königin kaufst, zahlst Du auch min. 30 Euro...). Also mein Preis wäre 120-150 Euro.

    Wenn ich mal groß bin, will ich auch Imker werden...

  • Also ich sehe das schon auch ziemlich ähnlich wie Benjabien.

    Rein betriebswirtschaftlich kühl durchkalkuliert wäre es wahrscheinlich ziemlich rentabel, jetzt Vollvölker für lächerliche 150,- zu kaufen, einige (wirklich wenige!) Arbeitsstunden bis in den Juli zu investieren, bis dahin aber reichlich Honig zu ernten und am Ende ein abgeerntetes Vollvolk und ein daraus auch noch gebildetes Jungvolk wieder zu verkaufen (da sind die 150,- auch schon wieder drin).

    Die wirklich wichtige Arbeit des Varroamanagements, des Einwinterns und die damit verbundenen Risiken wären dann alle schön außen vor.


    Kurz gesagt: Zum jetzigen Zeitpunkt muss ein Volk ein vielfaches dessen kosten, was im Sommer gezahlt wird.

  • Einen Möchtegernkäufer hätte fast der Schlag getroffen als ich 120 € als Preis nannte und das unabhängig von der Größe. Billigkäufer haben bei mir wenig Chancen lange Gehör zu finden.

    In unserer Gegend kauft man normal billiger ein, aber wenn ich dem Käufer sage, dass sich mit der Blütenhonigernte schon der Preis amortisiert hat und dann hat er noch den Spättracht - oder Waldhonig und einen Ableger kann er auch noch erstellen, dann versteht er normalerweise den Preis, außerdem ist die Nachfrage alljährlich riesengroß.

    Ein Völkerverkauf macht aber nur Sinn, wenn ich im Frühjahr wegen zuviel erwartender Arbeit meine Ableger, die ich erstellen musste verkaufe, bzw. den Honigabsatz nicht habe.

    Wenn ich die Imkerei mit vielen Völkern gerne mache, dann ist ein Völkerverkauf im Frühjahr betriebswirtschaftlich nicht zu rechtfertigen.

    Franz Xaver aus Niederbayern

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  • Kurz gesagt: Zum jetzigen Zeitpunkt muss ein Volk ein vielfaches dessen kosten, was im Sommer gezahlt wird.

    Naja, ein Vielfaches ist ein wenig übertrieben. Aber eine Differenz für die erfolgte -und erfolgreiche- Einwinterung ist sicherlich drin. Die rein materielle Wertdifferenz (Futter, Varroabehandlung) sind doch nur €20. Bleibt die Frage wie die "Arbeits"-Zeit in die Kalkulation einfließt.

  • Es gibt doch eine ganz einfache Lösung: Man vermehrt die Völker selber, hält sie fachgerecht gesund und verhökert den massenhaften Überschuss zu Billigpreisen! Damit ist allen gedient, vor allem den Biens, denn es brauchen keine Risikoexemplare aus Krisen-Gebieten gehandelt zu werden.
    Wäre das eine Offerte an die Pfennigfuchser (oder heißt es jetzt Cent-Manager)?

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)