Zeitspanne bei der Oxalsäurebehandlung

  • Hallo,

    sehe ich das richtig so. Die Varroamilbe steigt je nach Autor nach 5 oder 5,5 Tagen auf Larve um. Leider wird nie angegeben ob das Eistadium mitgezählt wird oder nur das Larvenstadium. Zur Folge hat dies, dass nach dieser Zeitspanne sich die Milbe im Futtersaft versteckt und von der Oxalsäure nicht mehr erreicht wird. Die Zeitspanne für die Behandlung wird dadurch erheblich kürzer. Bitte keine Meinungen sondern Fakten.


    Blödeleien sind nicht erwünscht.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Das ist bei der Blockbehandlung wichtig. Es ist zwar Brut da, aber man versucht alle Milbe außerhalb der Brut zu erwischen. Ich habe mal im Forum gesammelt und 29 "verschiedene" Meinungen gefunden. Das ging von 7 Anwendungen im 2-3 Tagesabstand über insgesamt 17 Tage bis runter auf 2 Anwendungen im 7 Tagesabstand.

  • Warum ist das so entscheidend, wenn OS so oder so nur bei Brutfreiheit angewandt werden soll?

    Quelle und Kontext zur Frage wären nicht verkehrt, so steht das eher als Behauptung im Raum...


    Gruß Andreas

    Hallo Andreas,

    ja man soll. In der Praxis ist das nicht immer möglich. Man steht nicht jeden Tag Gewehr bei Fuß. Bei der Ablegerbildung legt die Königin erst nach dem Schlupf der letzten Zelle. In wenigen Fällen auch schon vorher. Da hast du es mal zuerst. Es gibt noch andere Infos

    http://www.bienenschade.de/Hon…en/Krankheiten/varroa.htm

  • Hallo Remstalimker,

    habe vor kurzem einen Vortrag von Dr. Liebig gehört. Sein Hinweis bezog sich auf das Sprühen von Oxalsäure (und wohl auch auf das Sprühen von Milchsäure) Er sagte explizit, dass bereits die Anwesenheit von unverdeckelter Brut, sich negativ auf den Wirkungsgrad auswirke. Er sprach von Größenordnungen von 10-15% weniger Wirksamkeit. Zur Verdampfung von Oxalsäure habe ich bisher keine Zahlen gehört, könnte mir aber auch dort eine Absenkung der Wirksamkeit gegenüber einem vollkommen brutfreien Volk vorstellen.


    Gruß

    Ludger

  • Hallo Ludger, dann dürfte die Behandlungsspanne bei Ablegern nur 3 Tage sein, denn die Eizellen dürften nicht attraktiv für Milben sein, denn ohne Futtersaft gibt es kein Versteck. Das deckt sich mit Liebigs Aussage.


    Remstalimker

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  • Hallo Ludger, dann dürfte die Behandlungsspanne bei Ablegern nur 3 Tage sein, denn die Eizellen dürften nicht attraktiv für Milben sein, denn ohne Futtersaft gibt es kein Versteck. Das deckt sich mit Liebigs Aussage.


    Remstalimker

    Ja, Ablegerbildung mit Sprühbehandlung ist Terminsache - den Schluss habe ich daraus auch gezogen. Erklärt mir auch, warum ich bisher deutlich unterschiedliche Erfolge mit der Behandlung hatte. Wobei man natürlich das Behandlungsfenster durch die Wahl der Brutwaben wieder vergrößern kann. Das macht die Sache ein wenig kniffelig, denn letztlich will man ja gerade in dieser Phase, kurz vor Eilage der Königin, auch nicht jeden Tag nachschauen, wie weit die Sache denn fortgeschritten ist.


    Gruß

    Ludger

  • Sobald "genügend" Futtersaft die Larve umgibt "könnte" eine Milbe sich alsbald dort verstecken.

    Meine Beobachtung: die ganz jungen Larven werden nicht in jedem Volk gleich viel mit Futtersaft versorgt, im einen Volk schwimmen die Larven...im anderen sehen die eher aus als würden sie auf Sparflamme groß gezogen. Vielleicht wird ja der Behandlungserfolg von so Kleinigkeiten beeinflusst?

    Die Art des Futtersaftes könnte ja auch die Milben inspirieren sich darin zu verstecken oder eben nicht?

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Richtige Auslese und exaktes Verpaaren, ist das Ruder mit dem das Schiff auf Kurs gehalten wird.

    Paul Jungels


    https://www.bienen-plus.de/

  • Hallo Ludger, hallo wasgau immen,

    zuerst mal dank für eure sachlichen Beiträge. Mit den Ablegern hatte ich seither keine Probleme. Das Problem taucht da auf, wenn man einen Nachzügler mit einer Brutwabe verstärken will. Bei einem Kunstschwarm (Kunstschwarm) wird die theoretische Spanne schon enger. Ich möchte im Sommer eine alternative Varroabehandlung machen ursprünglich öffentlich. Das hat sich zerschlagen und jetzt am eigenen Stand und da müssen 10 Völker ran und die möchte ich nicht verlieren.


    Hallo Ludger, wenn man dann noch eine legende Jungkönigin in den Ableger einweiseln will, ist das besonders kitzelig. Die legt gleich los. Das Volk kann man ja ruhig halten indem man die Nachschaffungszelle in einen Schlupfkäfig steckt.


    Remstalimker

  • Ist es nicht völlig ungeklärt, ob AS in die verdeckelte Brut wirkt?!? Ist es vielleicht gar nicht die Verdeckelung, sondern der Futtersaft das entscheidene Wirkkriterium? Gesprühte MS (flüssig), sublimierte OS (Staub) wirken vielleicht nicht im Futtersaft und die AS-Dämpfe wabern in die Zellen und säuern den Futtersaft an. Gibt es pH-Wert-Untersuchungen des Futtersaftes?

  • Schon klar, aber bei allen organischen Säuren geht es immer um die Frage der Wirkung in die "verdeckelte Brut". Mir kam der Gedanke, ob nicht die Verdeckelung sondern der Futtersaft für den Wirkerfolg wichtig und das dann eben auch für OS.

  • Ist es nicht völlig ungeklärt, ob AS in die verdeckelte Brut wirkt?!? I

    Laut Dr. v.d. Ohe ist es geklärt. AS wirkt, wird aber auch durch wasserhaltige Flüssigkeiten absorbiert und dadurch in der Wirkung reduziert, auch von verdeckeltem Honig.


    OK, Remstaler, in dem Zusammenhang ist es dann deutlicher.


    Gruß Andreas

  • Hallo Remstalimker,


    Nach Aussage von Frau Dr. Marina Meixner vom Bieneninstitut Kirchhain (Hohenheimer Tag 2017) beträgt die phoretische Phase sowohl für Mutter, als auch für Tochtermilben 7 Tage. Die Aussage war nicht in Ihrem Vortrag, ich habe sie persönlich gefragt.

    In der (Master?)arbeit von Frau Dr. Ziegelmann (Hohenheim) steht in der Einleitung Seite 3, dass die Milbe kurz vor dem Verdeckeln in die Zelle steigt.


    Ich habe irgendwo gelesen (leider fällt mir die Quelle nicht mehr ein), dass die Milbe sehr kurz vor dem Verdeckeln in die Zelle steigt, da die Larve wenn sie angestochen wird, ihren Geruch verändert und ausgeräumt wird. Somit hat die Milbe die besten Chancen, wenn sie wartet bis kurz vor dem Verdeckeln. Die Tatsache, dass parasitierte Larven ausgeräumt werden, soll auch dazu benutzt werden können, den Milbenbefall einzuschätzen. D. h. wenn das zahlenmäßige Verhältnis der Larven in den verschiedenen Lebensaltern nicht stimmt, also wenn zu wenige Larven im Stadium kurz vor dem Verdeckeln da sind, ist von einer hohen Milbenbelastung auszugehen. Wenn ich die Quelle finde, teile ich sie mit.


    Viele Grüße

    Friedrich

    Es ist besser, hohe Grundsätze zu haben, die man befolgt, als noch höhere, die man außer Acht läßt. (Albert Schweizer)