Geteilte oder ungeteilte Pflege

  • Letztes Jahr habe ich die Methode von Rainer Schwarz ausprobiert.

    Macht folgende Abwandlung Sinn?

    In den verstellten Honigraum von 10 Rähmchen Jungbienen dazukehren.

    Nach der Reichung des Zuchtstoffes die Königinnen bis zur Verdeckelung dort lassen, und erst dann

    das Volk wieder zusammenbauen. Die verdeckelten Zellen verschulen und nur wegen der Wärme in den HR über ASG hängen, alternativ in den Brutkasten.


    Warum nur 24 Stunden anbrüten lassen und dann Umhängen, was soll das für einen Vorteil bieten, wo doch die geteilte Pflege immer das Risiko einer Versorgungsunterbrechung/minderung hat?

    Der Unterschied wäre, dass bei der Originalmethode die Königin auf der Umweiselung beruht, bei der abgewandelten Methode mehr auf der Nachzucht. Was ergibt die bessere Königin?


    Wie lange muss ein Volk weisellos sein, damit es so richtig in Pflegestimmung kommt?

    Bis die Futtersaftdrüsen auf Hochtouren sind?

    Wodurch kommen Bienen überhaupt in die beste Pflegestimmung?

    Erzwungen durch die Nachschaffung, durch die Umweiselung oder durch den Schwarmtrieb?

    Lg Franz - Zander 477x420x220 + 12er Dadant Blatt

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  • Sobald die Königin im Volk fehlt, ist es mit der Harmonie im Volk vorbei. Da bricht Panik aus. Das ist auch der Fall bei der beschriebenen Version. Gepflegt werden die Königinnen-Larven, wenn die alte weg ist. Bei der natürlichen Vermehrung ist das nicht der Fall. Da wird gepflegt, während die alte noch da ist. Somit kommt die geteilte Pflege der natürlichen Vermehrung näher.

    Ich glaube aber nicht, dass riesige Unterschiede bei den einelnen Versionen bestehen. Die Bedingungen müssen halt stimmen.

    Wie lange muss ein Volk weisellos sein, damit es so richtig in Pflegestimmung kommt?

    Nach spätestens einer Stunde wird intensiv nach der Königin gesucht. Der Beginn der Nachschaffung dürfte nicht viel später liegen. Wenn die Königin wieder auftaucht, kann man das ja immer noch wieder abbrechen.

    Eingehängte Zuchtrahmen werden fast unmittelbar belaufen und die Zellen gepflegt. Da vergeht nicht viel Zeit.

    Bis die Futtersaftdrüsen auf Hochtouren sind?

    Das sind sie doch sowieso. Die Bienen ziehen doch die ganze Zeit Brut auf.

    Wodurch kommen Bienen überhaupt in die beste Pflegestimmung?

    Erzwungen durch die Nachschaffung, durch die Umweiselung oder durch den Schwarmtrieb?

    Bei allen dreien sollen Königinnen entstehen. Die Möglichkeiten müssen stimmen. Kurz gesagt: Das Pflegevolk muss groß sein und ausreichend Futter zur Verfügung haben.

  • Hm, deine Argumente klingen schlüssig, aber im Endeffekt sind es immer nur Vermutungen.

    Kann mich aber der Sichtweise, dass Königinnen, die auf der Umweiselung und dem Schwarmtrieb basieren

    besser sind, als die auf der Nachschaffung basierenden, die aus der Not und im Stress geboren sind.

    Wissen tuns im Endeffekt aber nur die Bienen, vielleicht aber auch sehr erfahrene Imker mit guter

    Beobachtungsgabe.

    Lg Franz - Zander 477x420x220 + 12er Dadant Blatt

  • Wenn die Königin weg ist und die Bienen in Panik, wird mit der groben Nadel gestrickt, nach dem Motto, was man hat das hat man. Still umweiseln mit Qualitätskontrolle kann man ja immernoch. Deswegen ist die Zelle dann auch schonmal einen halben oder auch ganzen Tag zu früh fertig gepflegt. Will man als Imker nicht.


    Deswegen in Panik anpflegen lassen für die Stückzahlen, den Rest dann aber mit Ruhe und Gemütlichkeit fertig machen lassen für die Qualität.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Nabend zusammen,


    leider kann man die Qualität einer Königin nicht äußerlich beurteilen. Mir fällt nur öfter mal auf, dass manche Königinnen auffällig lange durchhalten und auch im 3. Jahr noch ordentliche Völker aufbauen können. Andere verschwinden sehr schnell wieder.


    Gruß Jörg

  • Ich habe nur wenige Völker und möchte zwei weitere als Ableger zur Überwinterungsstärke bringen.

    Damit es noch verwirrender wird:

    Ich habe vor, mir Königinnen durch Brutdistanzierung gleich in den "Ablegern" ziehen zu lassen. BR in zwei Zargen, HR am 25.03. aufgesetzt.

    Vorteile, die ich sehe:

    1. Das Volk bleibt als Ganzes bestehen.

    2. Die nach oben gesetzte, weisellose BR-Zarge wird über einem geteilten HR ebenfalls durch ein Schied geteilt (zwei Ableger). Die zweite BR-Zarge verbleibt der Altweisel.

    3. Die Ableger werden bis nach dem Verdeckeln mit dem ganzen Volk in Verbindung gelassen.


    Nach dem Verdeckeln werden den Ablegern eigene Fluglöcher freigegeben und durch eine eingelegte Hartfaserplatte an die Stelle des ASG (zwischen HR und BR-Zarge mit alter KÖ) vom Volk getrennt.

    Je nach Futterversorgung der Ableger kann der HR den Ablegern erhaltenbleiben oder dem Altvolk überlassen werden. Ablegerverstärkung mit Flugbienen kann durch Versetzen des Altvolkes erfolgen.

    Was sagen die erfahrenen Imker zu diesem Plan?

    Gruß

    Harald

  • 1. Ein bisschen zu früh für die Ablegerbildung

    2. keine Honigernte

    3. wo soll der Honig vom Altvolk hin, wenn eine Sperrholplatte aufliegt

    4. Warum nicht bewährte Methoden nutzen, die einfacher, effektiver, einfach viel besser sind?

  • Ich kann keinen Vorteil gegenüber bewährten Methoden finden. (und das ist die Anfänger freundliche Formulierung)

    Allerdings weiß ich nicht, ob meine Meinung gefragt ist, bei der Einschränkung "erfahrenen Imker"

  • Ich habe nur wenige Völker und möchte zwei weitere als Ableger zur Überwinterungsstärke bringen.

    Wenn du nur wenige Ableger brauchst, aber möglichst gute Königinnen mit möglichst wenig Aufwand produzieren möchtest ohne Sammelbrutableger, versuch doch mal diese Methode:

    Ableger mit Edellarven

    und statt einer Zuchtlatte steckst du nur wenige belarvte Weiselnäpfchen mittig auf die zwei hochgehängten Brutwaben mit dieser Methode:

    https://www.dropbox.com/sh/9qr…B6niginnen+nachziehen.pdf


    Ob das gut funktionieren wird weiß ich allerdings auch noch nicht. Auf jeden Fall will ich es in ca. 2 Wochen selbst mal so versuchen.

    Was sagen die erfahrenen Imker zu diesem Plan?

  • So habe ich es letztes Jahr auch gemacht, allerdings nach 5 Tagen die Zellen in den (selbstgebauten) Brutkasten umgehängt und das Volk zurückgebaut. Wenige Königinnen, aber sehr schön groß und hell sind dabei herausgekommen. Leider ist die weitere "Verarbeitung" dann total missglückt, aber die Königinnen wären sicher super geworden...