Schwarmverhinderung durch offenes Brutnest

  • Ich imkere auf 2 Zander/Bruträumen und möchte Schwarmstimmung so früh wie möglich verhindern; kennt jemand die Methode nach Michael Bush "Der praktische Imker" und kann das bestätigen?

    M. Bush schreibt: Zitat:

    " Hören Sie auf, Schwarmzellen wegzuschneiden.

    Die Lösung läge daran, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Die beste Kontrollmöglichkeit, die ich herausgefunden habe, ist, das Brutnest offen zu lassen und für genügend Platz in den Aufsätzen zu sorgen. Wenn das Brutnest mit Honig gefüllt ist, dann geben Sie einfach ein paar leere Rahmen dazu. Ja, leer - ohne alles. Probieren Sie es. Die Bienen werden wahrscheinlich ein paar Drohnenwaben bauen - wahrscheinlich im ersten Rahmen - aber dann werden sie fleißig Arbeiterbrut vorbereiten und die Königin wird die Waben belegen, bevor überhaupt überall Waben gebaut sind. Sie werden erstaunt sein, wie schnell die Bienen das schaffen können und wie es sie vom Schwärmen ablenkt."

    Nun im Detail: Arbeiten mit offenem Brutnest. Zitat:

    " Das Brutnest zu öffnen hilft uns, den programmierten Ablauf der Ereignisse zu unterbrechen. Am einfachsten ist es, wenn Sie das Brutnest offen halten. Wenn sie es schaffen, das Brutnest nicht füllen zu lassen (backfilling), dann halten Sie die sonst arbeitslosen Ammenbienen beschäftigt und können sie so von ihrem Plan abbringen. Wenn Sie die Pläne aufdecken, bevor die Bienen beginnen, Königinnenzellen zu bauen, dann können Sie ein paar leere Rähmchen in das Brutnest geben. Ja, leer. Ohne Mittelwände. Einfach nur leere Rähmchen. Und an beiden Seiten geben Sie zwei Rähmchen mit Brut in der Mitte. Sie können das so strukturieren: BBLBBLBBLB (B=Brut und L=leer). Wie viele Rähmchen Sie einfügen, hängt davon ab, wie stark die Traube ist, denn sie muss all diese Lücken mit Bienen füllen. Zunächst kommen die bisher arbeitslosen Ammenbienen und beginnen, zu schmücken und Waben zu bauen. Die Königin wird die neuen Waben entdecken und sobald sie 0,6 cm tief sind, wird die Königin hier Eier legen. Damit haben Sie das Brutnest „geöffnet“. In einem einzigen Zug haben Sie die Bienen, die damit beschäftigt waren, den Schwarm vorzubereiten, mit Wachsproduktion und Aufzucht abgelenkt, außerdem haben Sie das Brutnest erweitert und der Königin mehr Platz gegeben, um Eier zu legen. Wenn Sie keinen Platz haben, um leere Rähmchen ins Brutnest zu geben, dann stellen Sie einen neuen Brutkasten dazu. Nehmen Sie einige Rähmchen aus dem bisherigen Brutnest heraus und geben sie in den neuen Kasten, um im Brutnest Platz für leere Rähmchen zu haben.

    Ihr oberster Kasten wird dann in etwa so aussehen: LLLBBBLLLL und der untere vielleicht so: BBLBBLBBLB. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie so gute Brutwaben in natürlicher Zellgröße erhalten.

    Ein Stock, der nicht schwärmt, wird viel mehr Honig produzieren als andere Stöcke, die schwärmen." Zitatende

  • wenn im Brutraum 8-9 Brutwaben(DNM oder Kuntzsch) von Holz-zu-Holz voll sind UND Weiselzellen oder der Baurahmen zipfelt, teile ich den Brutraum - der Teil, der die Königin bekam, erhält einen HR zusätzlich(= 2).

    Abgeschwärmte Völker kann man nicht mehr verkaufen. Honig ist genug da.

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  • Ja geht. Ist aber höchstens als Notprogramm anzusehen. Das sollte nicht die reguläre Betriebsweise sein.

    Ich stelle mir das so vor: Zwischen mein Schlafzimmer und das Bad schiebt irgend so ein Trottel das Esszimmer. Da würde ich auch die Möbel umstellen. Ein Schlafzimmer am Rand bleibt danach aber unbenutzt, bzw. wird zum Esszimmer ummöbliert.

    Es gibt so nicht mehr Brut und somit Bienen.

    Lego spielt man mit kleinen Steinen und nicht in Bienenbeuten.

    Sollte dies notwendig werden, hat man vorher geschlafen.

  • das Brutnest offen zu lassen und für genügend Platz in den Aufsätzen zu sorgen

    Das kann ich bestätigen, besonders die Carnica ist stets bestrebt das Futter "Brutnestnah" einzulagern.

    Ich achte darauf, dass zumindest 3-4 Brutwaben bis zur Oberkante bebrütet werden.

    Dies erreiche ich damit, dass ich bei den Routinekontrollen, die vorhandenen Futterkränze mit einem

    Tapezierermesser hinterschneide. Die Bienen korrigieren dies, indem sie das Futter dieser Zellen umlagern

    und Platz für Brut schaffen


    Natürlich geht's auch mit Zargentausch, aber ich glaube "weniger ist mehr"

    dann geben Sie einfach ein paar leere Rahmen dazu. Ja, leer - ohne alles

    könnte funktionieren und reines Bienenwachs kann man nie genug haben.


    Schöne Grüße Sepp

  • Hallo Berggeist,

    was wäre denn dein Tip zur rechtzeiigen Scharmverhinderung? (Zander-Magazinbeuten, 2 Bruträume, 1 Honigraum)

    Bin zwar nicht der Geist, würde aber auch gern mienen Senf dazugeben:

    1.) 1BR wegnehmen

    2.) 2.HR aufsetzen

    3.) Schwarmkontrolle

    In der Reihenfolge.

  • Hallo Berggeist,

    was wäre denn dein Tip zur rechtzeiigen Scharmverhinderung? (Zander-Magazinbeuten, 2 Bruträume, 1 Honigraum)

    Einen Brutraum weglassen.

    Ohne Scherz, ich will dich nicht veräppeln.

    Ich persönlich habe noch keine Möglichkeit gefunden bei zwei Zanderbruträumen (NM das gleiche) die Schwarmvorbereitungen effektiv zu verhindern. Das kann ich nur durch schwache Völker erreichen und mit Maßnahmen, die dieses zum Ziel haben.

    Ich möchte gerne ausreichend Honig ernten; das kann ich nicht mit zwei Bruträumen. Andere können das offensichtlich. Da musst du leider die fragen. Ich ernte bei zwei Bruträumen Bienen. Es gibt auch Imker, die genau das wünschen.

  • Honigtechniisch kurz gedacht gedacht, weil eingefangene Schwärme Honig im Folgejahr bringen.

    Elk

    Schwärme, die weg sind, bringen dem Imker gar keinen Honig und können auch nicht verkauft werden.

    Die Teilung ist ein zeitliches Notprogramm, wenn ich die Anpassung an einen Brutraum versäumte bzw die sanfte Schröpfung verpasst habe und die Anzahl der HR zu gering war.

    Die Schwarmrate lag die letzten Jahre unter 10% - davon habe ich 1-2 jährlich wieder gepflückt.



  • Und wie sieht dann deine Schwarmkontrolle aus bei nur 1 BR:

    Von April- Juli 7-tägiges Rähmchebziehen ?

    Ich möchte diese wöchentliche Rähmchenkontrolle irgendwie vermeiden.:roll: Dafür suche ich Tipps.

  • was wäre denn dein Tip zur rechtzeiigen Scharmverhinderung? (Zander-Magazinbeuten, 2 Bruträume, 1 Honigraum)

    Großartig!!! Jetzt sach domma. Wie geht denn jetzt Imkern? Menno, und mach es bitte nicht unnütz kompliziert, und am liebsten als Hörbuch, ich les doch so ungern. Aber bisserl unterhaltsam, nich so wie der Liebich, ne? Kannst'te?


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich möchte diese wöchentliche Rähmchenkontrolle irgendwie vermeiden.:roll: Dafür suche ich Tipps.

    Geh zum Imker Deines Vertrauens, gib ihm Deine Bienen und kauf zwei Gläser Honig. Fertig.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Die wöchentliche Rähmchenkontrolle ist doch nur dann nötig, wenn die Bienen schwarmtriebig werden.
    Davor (bis dahin ;)) reicht es doch, den Baurahmen als Indikator anzuschauen.

    Ist dort alles so, wie es sein soll, kann man noch die Pollenvorräte betrachten, aber dann sollte man es doch haben.

    Die komplizierte Arbeit mit Leerrähmchen ist ja letztlich auch nichts anderes als was wir schon gelesen haben:
    • Virtuelles Brutnest

    • Brutnest bis zum oberen Wabenrand

    • Checkerborarding (erinnert sich da noch jemand dran?


    Die offene Frage ist halt, wie man das in zwei Zargen Brutraum bewerkstelligen soll.

    Das Hinterschneiden von Futterkränzen ist meiner Einschätzung nach tatsächlich eine mögliche Lösung, vorausgesetzt, sie setzen dann wirklich Brut an Stelle des Futterkranzes.


    Grüße

    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • Ja, wenn der Brutraum zu groß ist für die Königin, so das er bei ausreichendem Platz im HR verhonigt, dann ist noch mehr Platz im BR bestimmt der richtige Weg. Wohin auch immer.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife