Buckfast in Dadant und Carnica in Zander. Warum?

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    Im Vereinsgarten führe ich die Völker in DNM-Liebigbeuten mit einer Brutzarge und mit Schied. Die Biene ist Carnica. Im vergangenen Jahr waren das 2 Völker. Keins war schwarmtriebig. In Styroporbeuten (an meinem Stand) ist das schwieriger, weil die Völker früher auf Schwarmstärke sind, aber in den Liebigbeuten ist wegen der langsameren Frühjahrsentwicklung der Betrieb mit einer Brutzarge völlig problemlos - mit Carnica. Buckfast habe ich dort nicht getestet.

    Gruß Ralph

  • Das stimmt, solche Völker gibt es bei der Carnica. Ich habe das auch während Massentrachten bei der Buckfast gesehen. Dort wurde das Brutnest anschließend aber freigeräumt. Aber trotzdem: Was hat das mit Zander oder Dadant zu tun?

    Gruß Ralph

  • Hm, ich denke, brutnestfernes Honigstapeln ohne Verkleistern und Ablage im brutnahen Bereich vereinfacht das Dadant bevorzugte Trennprinzip "unten Brut und oben Honig" incl. Schiedführung - da wird es unten doch sonst nun mal noch schneller deutlich zu eng.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Buckfast: Kunstrasse, lederbrauner erster Hinterleibsring, sehr brutfreudig. ....


    Quellen: Lampeitl: Bienen halten. Zander/Böttcher: Haltung und Zucht der Biene.

    Was bedeutet denn der Begriff -Kunstrasse-?


    Ist die Buckfast nicht genauso "künstlich" gezüchtet worden wie die Carnica? Oder ist sie noch "künstlicher"? Oder war es gar eine Kunst der Züchter, so eine tolle Bienenrasse zu erschaffen? :)


    Habe ich das richtig verstanden: Carnica brütet im Fühjahr früher und schneller, kommt dafür eher in Schwarmstimmung als Buckfast? Bruckfast legt mehr Brut an als Carnica, somit größere Völker, aber dafür später und träger im Frühjahr und weniger schwarmlustig?


    Ich habe da jede Menge Fragen. Gibt es ein empfehlenswertes Buch, dass Grundwissen über Binnenrassen vermittelt? Das Buch Zander/Böttcher ist vergriffen, oder kostet 60 bis 70€. :(


    Danke,


    Tom

  • Tom,

    Steffan Luff und Co. !

    buckfast-bayern.de

    Da werden sie "!Geholfen" und da beißt keiner.

    Sollte in deiner Gegend sein.

    Ansonsten

    http://www.buckfastimker.de/buch

    Da steht was du suchst drinn, ich kann das Buch nur ALLEN empfehlen. Ist gerade zu haben!

    Annsonsten ist anders nur sehr schwer zu bekommen.

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Ich habe beide aus der Bücherei ausgeliehen. Manche Bibliotheken sind ein wahrer Fundus an alten Imkerbüchern. Vieles ist überholt (z.B. alte Methoden der Varroabehandlung). Manches ist schon vor einem halben Jahrhundert ausprobiert worden und wird heute als neue Idee diskutiert, wie z.B. "Der Wärmehaushalt der Bienenwohnung" (Büdel, Biene und Bienenzucht, 1960) 😀

  • Kunstrasse, ähnlich wie Kunstrasen, soll noch einmal verdeutlichen, dass es sich hier um nichts natürliches handelt. Quasi schon einmal für denkende Menschen suggeriert, Hände weg von solchen Vergewaltigungen der Natur. Als habe man Kunststoffbienen in den Kisten, oder ähnliches.


    Es muss ja auch eine markante Abtrennung und Verunglimpfung geben, sonst spräche man von Honigbienen allgemein und deren Unterarten.


    Es wird oftmals ausser Acht gelassen, dass Eigenschaften in die Buckfast eingekreuzt und gefestigt wurden, die erbfest sind. Diese Eigenschaten konnten bei einer Vielzahl bestimmter Unterarten gefunden werden, Adam nahm nicht ohne Grund die ganzen Reisen auf sich.


    Inwieweit erbfeste Honigbienen nun noch immer als Kunstrasse zu sehen sind, die nach Meinung mancher, immer neu erzeugt werden müssen, erschliesst sich mir nicht.


    Aber ich bin froh. Seit Jahren erfährt diese Biene immer mehr Interesse und Halter und daher sehe ich diese ganzen Abgrenzungsdiskussionen als in ein paar Jahren obsolet an.

  • Ich habe beide aus der Bücherei ausgeliehen. Manche Bibliotheken sind ein wahrer Fundus an alten Imkerbüchern.

    Man kann sich in den Bibliotheken fast alles an Büchern besorgen lassen, auch die ganz alten oder vergriffenen die in manch einer Buchhandlung zu unverschämten Preisen angeboten werden.

    ( Fernleihe schimpft sich das, und kostet hier bei uns nur 4 € pro Buch )

  • Einen wunderschönen guten Morgen an diesem wunderschönen trub-kalten guten Morgen :-)


    Naja, so schön ist Er nicht, dieser Morgen, ich hatte heute Morgen um 3.00 Uhr Besuch vom Fuchs :-( aber das nur am Rande.


    Seit letztem Jahr hat der DIB die Buckfast als "eigenständige Rasse" incl. Ihrer Zuchtordnung anerkannt.

    Jede Rasse, ob Hund,Katze, Schafe,Hühner,Kühe,Schweine u.s.w. wurden aus Kreuzungen verschiedener Rassen mit Festigung der Genetik , entwickelt.

    Natürlich auch mittels Auslese, aber ohne Beides gibt es keine neuen Rassen.

    Darum von einer "Kunstrasse" der Buckfast zu sprechen ist und war schon immer falsch.

    Leider wurde das den Imkerern immer so erzählt und Sie sind und waren ein schnell zu beeiflussendes Puplikum, das leider immer noch am falschen gesagtem hängt und es mit Hände und Füßen verteidigt.


    Fakt ist das der Unterschied zwischen Carnica und Buckfast folgender ist (ich habe mir letztes Jahr nochmals Carnicavölker gekauft,zum testen, weiß also wovon ich rede) :


    Carnica (es gibt auch Ausnahmen): Die Carnica ist eine normalerweiße im Gebirge (früher) heimische und dor seliktierte Bienen, die sich sehr gut an die dort herrschenden Witterungsverhältnisse angepasst hat. D.H. schnelle Frühjahrsentwicklung, guter Honigeintrag, der und das ist mit der größte Unterschied, "Brutnest nah" eingelagert wird.

    Das bewirkt eine Verkleinerung der Brutfläche sprich Brutnestes und dadurch ein schnelles in Schwarnmstimmung gehen. Das ist geschultert auf die Wetterlage im Gebirge, da muß die Biene schnell Futter holen und nah lagern, sonst kann es passieren das bei einem Wetterumschwung mit Kälte die Biene und deren Brut verhungern.

    Weil genug Futter vorhanden ist, ist ein schnelles in Vermehrung gehen, wiederum dem kurzen Frühjahr und Sommer geschuldet.

    Leider bekommt man den Schwarmtrieb sehr schlecht und nur mit viel Mehrarbeit , Zwischenableger, Königin entfernen, schröpfen u.s.w. in den Griff.

    Die Biene ist z.T. sanftmütig, nicht so Wabensteht und durch die Verarmung der Gene (Zucht) etwas Krankheitsanfällig.

    Auch ein mehrfaches und spätes Schwärmen ist möglich.

    Hat man diese arbeitsaufwendige Zeit überstanden, holt Sie genauso Honig wie die Buckfast, das leider durch die Schwächung während der Schwarmzeit, Brutaussetzung, versuchtes oder gelungenes Schwärmen meistens nicht mehr zu einer optimalen Ausnutzung der Wald.-oder Spättracht führt.

    Dadurch muß auch die Varroa nach dem Anräumen dringest behandelt werden B.z.w. die Winterbehandlung zwingend sein sollte.

    Sie geht im Herbst schnell aus der Brut und überwintert in kleineren Völkern.

    Sie ist sparsam im Winterfutterverbrauch.


    Buckfast : Die Buckfast überwinter in einer größeren Einheit.

    Bedingt dadurch hat Sie auch eine sehr gute und schnelle Entwicklung im Frühjahr. Auch wir wollen Frühjahrs.-Rapshonig ernten.

    Durch die geringe Schwarmneigung (auch hier gibt es Unterschiede) ist Sie in der Hauptsaison leicht zu lenken.

    Das ist durch die "brutnestferne Honigstapelung" und eine hohe Legekraft der Königin geschuldet.

    Die Biene ist sehr sanftmütig, Wabensteht, schwarmträge, Leistungsstark und nicht so krankheitsanfällig .

    Im Vergleich zur Carnica braucht Sie mehr Winterfutter, im Dadant ca. 25-30 Kg und brütet entgegen der weitverbreitetn Meinung und Aussagen nicht durch, sondern nur länger.

    Durch die geringe Schwarmneigung ist Sie auch in der Waldtracht noch leistungsfähig.

    Durch die hohe Bruttätigkeit ist eine Varroabehandlung nach dem abschleudern dringend an zuraten.

    Auch ein Verzicht der Winterbehandlung ist falsch.

    Außer bei den jetzt angelaufen VSH - Züchtungen.


    Von einer sogenannten "Kunstrasse" zu sprechen ist falsch, da die Buckfast genauso erbstabil wie die Carnica ist.

    Buckfast x Buckfast = Buckfast

    Carnica x Carnica = Carnica


    Standbegattungen von allen Bienenrassen führt meistens zu einer Vermischung der Rassen und ist im Sinne der Tierzucht (s. Hybridhühner.-schweine.-Pflanzen die Wirtschaft spricht von "Hybridzucht" ,gewollt weil meistens leistungfähiger ) oft gewünscht.

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Aus welcher Linie stammt deine getestete Carnica? Da gibt es Unterschiede bezüglich Schwarmträgheit, Sanftmut und Honiglagerungsverhalten. Ich hatte 2 Jahre zum Vergleich Buckfast von Osterloh (auf deren Heimatstand begattet) und Carnica von Kirchhain (an meinem Stand begattet) auf dem Stand. Ich konnte bezüglich aller genannten Eigenschaften keine deutlichen Unterschiede feststellen. Möglicherweise könnte das aber auch am Beutensystem liegen? Ich arbeite mit Segeberger DN1,5.

    Gruß Ralph

  • Hallo Ralph, vielleicht sind ja die Kirchainer von den Osterloher Drohnen begattet worden, lach.

    Bis bald Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • Hallo

    Ich habe seit 3 Jahren 6 Carnica Völker in Dadant und 1 Buckfast in Dadant davor waren es 10 Carnica in Zander.

    Der Beschreibung von Heike hätte ich früher zugestimmt heute jedoch nicht mehr, ich denke heutzutage kommt es nur noch auf die Linie und die Fähigkeiten/Sorgfalt des Züchters an.

    Ich kann zumindest wen ich meine Carnica mit der Buckfast die ich habe und den 15 Buckfast von nem Freund vergleiche keinen unterschied feststellen.

    Leider bekommt man den Schwarmtrieb sehr schlecht und nur mit viel Mehrarbeit , Zwischenableger, Königin entfernen, schröpfen u.s.w. in den Griff.

    Natürlich hatte ich sowas auch schon aber seitdem ich den Züchter und die Linie gewechselt hab läuft es anders ab.

    Wenn bei den Linien die ich habe Schwarmstimmung auftritt, hab ich nicht rechtzeitig den Honigraum erweitert.Ich breche 1 mal alle Zellen und wenn ich dann immer brav rechtzeitig erweitere kommt auch keine Schwarmstimmung mehr auf.

    Wie gesagt ich denke das es heutzutage weniger auf die Rasse ankommt sondern mehr auf die Linie und den Züchter und natürlich ob der Imker mit seinem ausgewählten Beutensystem zurecht kommt.

    Gruß

  • Infolge der gezielten Züchtungen über längere Zeit verwischen sich die Unterschiede, die H. Aumeier beschreibt, zunehmend. Wie Kleingartendrohn beschreibt, kann ich keine großen Differenzen zwischen meinen Buckfast und Carnica Völkern feststellen. Bei mir sitzen beide in DN1,5 Styro-Kisten. Lediglich im Schwarmverhalten : setzt die Ca zum Schwärmen an, schwärmt sie ohne die o.g. Maßnahmen. Die Buckfast kann schonmal WZ pflegen und diese vor Schlupf aufressen. Das habe ich bei Ca noch nie beobachtet. Aber auch hier gibt es Unschärfen von Volk zu Volk.


    Meine Kö's habe ich von anerkannten Züchtern und ziehe max. 2 Generationen nach.


    Beste Grüße


    Rainer