Flugloch einengen bei Erweiterung von 1 auf 3 ??

  • Hallo zusammen,


    ich habe einen Ableger auf einer Zarge (Zander) , der vor 14 Tagen nur etwa auf 4 Wabengassen saß. Möchte am Wochenende mal reinschauen und hoffe, dass er sich mittlerweile entwickelt hat. Bienen flogen jedenfalls in den letzten Tagen viele und Tracht war auch reichlich vorhanden. Wenn dem so ist würde ich gerne von 1 auf 3 erweitern (wie beschrieben im Buch von Liebig "Einfach Imkern"), also einen Brutraum druntersetzen und Honigraum oben drauf. Liebig schreibt, man solle das Flugloch danach einengen. Soll man das wirklich? Warum ist das so? Gerade jetzt brauchen die Bienen doch Platz. Ich habe nur diesen einen Ableger am Bienenstand, muss ich da wegen Räuberei aufpassen? Konnte dazu bisher nichts im Netz finden. Noch ne Frage: wie "voll" muss mein Ableger sein, bevor ich diese Erweiterung durchführe? Theoretisch sollte es kurz vor der Kirschblüte erfolgen und die steht hier kurz bevor, wenn ich mir meinen Kirschbaum so anschaue.

  • Vor 14 Tagen auf vier Wabengassen und jetzt von eins auf drei erweitern?

    Ungefähr zu vergleichen mit dem Vorhaben einen Opa aus dem Altersheim zu holen und gegen den Usain Bolt antreten zu lassen.

    Dein Vorhaben ist gegenüber den Bienen völlig kontraproduktiv und du würdest sie in der Entwicklung sehr behindern.

    Wenn es schon möglich ist und das Volk die eine Zarge besetzt, dann würde ich zuerst eine zweite aufsetzen und dann abwarten, denn es ist jetzt doch nichts aus der Zeit den Honigraum aufzusetzen, insbesondere da du anscheinend nicht mal die eine Kiste voll hast.

    Solltest du auf Mini plus arbeiten gilt mein Ratschlag natürlich nicht :)

  • Für zwei weitere Zargen ist es entschieden zu früh, wenn das Volk die Kiste nur halb füllt, wie Franx Xaver das ja auch sagt.

    Meine Empfehlung wäre aber, wenn schon erweitern, einen Honigraum (über ASG versteht sich) aufzusetzen. Wenn Tracht in Aussicht ist, macht das Sinn. Platz zum Brüten findet das Volk in einer Zarge für's erste genug. Vor allem bleibt so das Brutnest kompakt, was gerade bei einem schwachen Volk wichtig ist.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • ich würde die Erweiterung 1 auf 3 natürlich nur machen, wenn die Zarge voll ist, was ich erst am Wochenende prüfen werde. Für diesen Fall empfiehlt aber Herr Liebig eindeutig diese Vorgehensweise. ...mit der Begründung, dass dies gewährleistet, dass der Honigraum besser angenommen wird. (siehe Kopie) Ist die beschriebene Vorgehensweise von Herrn Liebig dann (wenn die Zarge voll ist) zu empfehlen oder eher nicht?

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    Gruß ruhrbiene

  • Frag doch mal Herrn Liebig, wieviel Honig er durchschnittlich so erntet und dann frag mal Franz Xaver und Wolfgang und vergleiche und entscheide, wer dir die richtige Handlungsempfehlung gab. ;)

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • ich würde die Erweiterung 1 auf 3 natürlich nur machen, wenn die Zarge voll ist, was ich erst am Wochenende prüfen werde. Für diesen Fall empfiehlt aber Herr Liebig eindeutig diese Vorgehensweise. ...mit der Begründung, dass dies gewährleistet, dass der Honigraum besser angenommen wird. (siehe Kopie) Ist die beschriebene Vorgehensweise von Herrn Liebig dann (wenn die Zarge voll ist) zu empfehlen oder eher nicht?


    Normalerweise will ich an Doktor Liebigs Theorien nicht rütteln, aber dass der so einen Mist rät, das kann ich absolut nicht glauben.

    Glaub es mir, ich bin kein Akademiker sondern jahrzehntelanger Praktiker, aber ich sage dir, dass eine Erweiterung von eins auf drei zum jetztigen Zeitpunkt und mit deiner Bienenmasse völliger Schwachsinn ist und ich das mit Tierquälerei gleichsetzen möchte.

    Franz Xaver aus Niederbayern

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von honigmayerhofer ()

  • Hallo ruhrbiene,


    kauf Dir noch ein paar andere Bücher. 3 zargig imkern frustriert nur. Und der, das in seinem Buch so bewirbt, soll es doch selbst so machen. Für Anfänger und zum Teil auch Profis ist das nichts.


    Gruß

    Ulrich

  • tja, als Anfänger liest und hört man viel und versucht einen Weg zu finden, der irgendwie sinnvoll scheint, ohne dass man das mit eigener Erfahrung abgleichen kann.


    Wenn ich also Wolfgangs Tipp folge und zur Kirschblüte den HR gebe (wenn mein Volk die Zarge füllt), wie sähen dann im Verlauf die nächsten Schritte aus? Brutraumerweiterung ?


  • Wenn ich also Wolfgangs Tipp folge und zur Kirschblüte den HR gebe (wenn mein Volk die Zarge füllt), wie sähen dann im Verlauf die nächsten Schritte aus? Brutraumerweiterung ?

    Wenn Du wirklich mit zwei Bruträumen arbeiten willst, kannst Du später ja noch einen geben.

    Meine Empfehlung für das weitere Vorgehen: Es bei einem Brutraum lassen und bei Bedarf einen weiteren Honigraum geben.


    Ich arbeite nur noch mit einem Brutraum. Zwar mit 12er DNM, aber da sehe ich keinen nennenswerten Unterschied zu 10er Zander.

    Außerdem kann man das ja immer im Einzelfall entscheiden, abhängig davon wie stark ein Volk ist. Zumindest bei schwachen Völkern reicht ein Brutraum mit Sicherheit aus. Zugleich ist das eine gute Methode, auch von schwachen Völkern Honig zu ernten.


    Ich empfehle Dir, es einfach bei einem Teil der Völker mal auszuprobieren. Man muss ja sonst nichts umstellen.


    Weil Michi nach den Honigmengen fragte: Ich habe im Durchschnitt der letzten drei Jahre 64 Kilo pro Volk geerntet - ohne Wandern.

    Nun hängt das natürlich noch von anderen Faktoren als von der Betriebsweise ab. Ich habe einen sehr guten Standort, d.h. von der Kirsch- bis zur Lindenblüte so gut wie nie Trachtpausen und mit Raps und Linde zwei sehr starke Trachten.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • danke Wolfgang, letzte Frage hierzu: wohin setzte ich dann den Baurahmen bei der Erweiterung mit dem HR?

    Hallo,


    ich empfehle in solchen Fällen immer die tollen Videos von Simon Hummel auf youtube.


    Der konnte die 2 Raumbetriebsweise sehr schön und logisch erklären ohne die Allüren oder Stammtischparolen anderer Möchtegernbienenpäbste...


    Gruß Jörg

  • danke Wolfgang, letzte Frage hierzu: wohin setzte ich dann den Baurahmen bei der Erweiterung mit dem HR?

    Der Baurahmen muss natürlich im Brutraum sein und da wie üblich am Rand des Brutnest.

    Weil sich das Brutnest bei nur einem Brutraum stärker in die Breite ausdehnt, etwas mehr Abstand lassen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Simon Hummel selbst rät von der einräumigen Zanderbetriebsweise ab und kann (konnte) dies auch gut begründen.

    Die Erweiterung von 1auf 3 beschreibt er auch ganz gut. Persönlich bin ich davon aber nicht überzeugt und habe es deshalb auch noch nicht ausprobiert.

    Ich würde in diesem Fall eine Betriebsweise ohne Absperrgitter verfolgen und nach Bedarf des Volkes erweitern. Kostet evtl etwas Honig, aber damit kann man ja (vielleicht) leben.


    Tom

  • Hast du das so verstanden? Ich denke, dass er schon mit 2BR gearbeitet hatte. Nur eben nicht stur. Er hat aber sehr schön angepasste Betriebsweisen für schwächere Völker beschrieben. Und natürlich auch von 1 auf 3, aber garantiert nicht mit Schwächlingen...

    Ich persönlich würde immer nur mit einem BR arbeiten, egal mit welchem Maß.


    Gruß Jörg