wenig Bienen im Volk

  • Also von Auflösen um diese Zeit bei Mickerlingen halte ich nicht viel - bei einem weisellosen, drohnenbrütigen Volk macht das Sinn aber alle anderen streuen das Risiko einer von mir ev. noch nicht erkannten Krankheit über den ganzen Stand. Dafür erhalte ich größtenteils altersschwache Damen, die nun auch nicht mehr viel bringen für die einzelnen Völker. Also kein Abfegen solcher aus nicht-bekannten Gründen schwacher Völker im Frühling.


    Aufsetzen birgt das gleiche Risiko für das starke Volk; zumal ich bisher noch nie beobachtet habe, dass die Queens in Konkurrenz gehen würden und sich die Völker untereinader stärken wie so oft behauptet....meistens führt das bei mir zur Vereinigung unter Opfern einer (der schlechteren, nehme ich an) Königin.


    Daher dann lieber gleich mit einem anderen Mickerling vereinigen und diesen sorgfältig beobachten.


    Fehlt ein zweiter Mickerling als Vereinigungspartner, dann bleibt das schwache Volk stehen; ggf. mit engem Flugloch. In der Regel machen die keine Arbeit (zu schwach zum schwärmen = Durchsicht nicht erforderlich) und werden nicht beräubert da die Tracht für Beschäftigung sorgt.

    Zur Linde sind sie dann oft stark und honigliefernd. Das wäre auch für starke Schwärme der Fall gewesen so dass nun die vom Mickerling besetzte Kiste nicht ins Gewicht fällt. Wer natürlich von jeder Beute 100% Honigertrag erwartet, wird da anders denken aber ich mag das so ganz gerne - der Mickerling aus diesem Jahr hat mir letztes Jahr vielleicht toll Honig geliefert und da fände ich es als sehr undankbar, sie in diesem Jahr wegen schlechter Überwinterung abzustrafen. Das kann manchmal auch tollsten Zuchtköniginnen "passieren"; jungen wie alten, und da muss nicht auch immer gleich eine unerkannte Krankheit, eine schlechte Genetik oder ein(e) unfähige(r) Imker*in dahinterstecken... allenfalls wenn das regelmäßig, an mehreren Ständen und vielen Völkern auftaucht, würde ich das mal kritisch hinterfragen.


    Daher also immer schön alles aufschreiben was man so tut, denkt, beobachtet und ggf. im Folgejahr in den Aufzeichnungen blättern...ev. findet man dann Hinweise auf eigene Fehler, besondere Trachtkonstallationen o.ä. die die schwachen Völker erklärbar machen.


    M.

  • Guten Morgen, mach das so, wir von Rase empfohlen, die nächsten Tage wird es wärmer, da passiert dann auch nichts mit dem Mickerling, warte noch eine Woche, dann müssttest Du in starken Völkern genügend verdeckelte Brut haben, eine BW mit aufsitzenden Bienen müsste helfen. VG

  • Guten Morgen,


    würde es auch wie Rase machen, nimm nach Möglichkeit eine Brutwabe mit schlüpfenden Bienen, die müssen nicht mehr warmgehalten werden und stehen gleich zur Verfügung.


    Umstellen wär mir gerade je nach Region und Witterung ein bisschen früh, da das starke Volk auch seine Flugbienen braucht.


    Mit Aufsetzen auf einem starken Volk über ASG habe ich auch gute Erfahrungen gemacht. Ich habe regelmässig kleine Völker im Frühjahr, die zwar eine gute Königin haben, aber wegen zu später Varroabehandlung schwach in den Winter gegangen sind. Für die ist das optimal. Die kleinere Einheit muss aber schon Brut haben. Nach etwa 4 Wochen bzw zur Kirschblüte wieder trennen, und sicherstellen, dass das obere Brutnest nicht in der Weide verhonigt. Dem oberen Volk werden beim Trennen mehr verdeckelte Brutwaben belassen, damit es stark bleibt.


    Gruss, Jan

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  • Ich würde es nicht wie Rase machen, sondern den Platztausch bevorzugen. Wenn du Bienen vom gleichen Stand in das schwache Volk gibst, fliegen die meisten zurück, das ist wenig effektiv.

    Bei Verstärkung über Platztausch schlägst du 2 Fliegen mit einer Klappe:

    Erstens ziehst du vom Spendervolk Altbienen ab, die dort wegen demnächst schlüpfender Brut sowieso bald sterben würden, zweitens gibst du diese Altbienen einem Volk mit wenig Brut, wo sie wegen der dort wenigen schlüpfenden Brut länger leben. Du hast also effektiv mehr Bienen zur Verfügung als mit der anderen vorgeschlagenen Variante.

    Außerdem brauchst du dafür kein Volk zu öffnen.

    Gruß Ralph

  • Kleingartendrohn : Den Platztausch besser bei Flugwetter ?

    Das war mein Punkt, ja. Ohne Flugwetter nützt es ja nix :)


    Wenn's kalt ist und absehbar bleibt (paar Flugstunden um Mittag mein ich nicht), dann ist zuhängen besser. Da fliegt auch nicht viel zurück. Im Sommer natürlich Standort vertauschen!

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich hatte im vergangenen Jahr einige ruhrkranke Völker in Kaffeetassenstärke, auch da Flugwetter für einige Stunden. Eins von denen habe ich durch Platztausch saniert. Das Volk wurde nicht riesig dadurch, aber entwicklungsfähig, darauf kam es mir an.

    JCD Bienen können sich in jeder Altersstufe zurück entwickeln. Deshalb können reine Fluglinge bauen, Brut pflegen, putzen - alles was im Stock nötig ist. Probier es im Sommer mal aus!

    Gruß Ralph

  • Ich hatte gedanklich, aber eben zweifelnd, die paar Tage Mittagsflug mit zum Flugwetter gezählt.

    Zugehangene Wabe macht Sinn.

    Mit solchen Tipps wäre ich zurückhaltend. Das Zuhängen von Waben um diese Zeit ist oft eben nicht sinnvoll. Man kann keine "nackten" Brutwaben um diese Zeit umhängen da die Bienenmasse im schwachen Volk oft gar nicht ausreicht um die Brutwabe zu pflegen und zu wärmen. In den kalten Nächten zieht sich die Bienenmasse eng zusammen; das vergisst man ganz gerne bei der sonnigen Tagesdurchsicht. Dann stirbt ein Teil der umgehängten Brutwabe einfach ab und wird ausgeräumt.


    Hängt man die Brutwabe dagegen mit Bienen um so schwächt man ein starkes Volk unnötig und die Brutanlage "passt" oft nicht, da die Brutfläche auf der umgehängten Wabe andere Lage und Form auf der Wabe hat als im Empfängervolk - zumindest bei den Grossformaten wie Dadant, DN 1,5 u.a. muss man da schon sehr aufpassen. Die "Anatomie" der Bienentraube muss zur Brutanlage passen.

    Die Völker pflegen jetzt so viel Brut wie sie halt können.


    Später im Jahr geht das aber um diese Zeit würde ich auf so eine Geigelei verzichten. Da muss man manchmal einfach mal aus den Fingern sitzen bleiben und nicht einfach Rezepte aus dem Frühling oder dem Sommer anwenden.


    M.

  • Melanie, da bin ich ganz Deiner Meinung.

    Für mich war es nur ein Gedankenspiel.

    Mein einer etwas schwacher Kandidat, geigelt vor sich hin.

    Ich beobachte nur das Futter und habe ihm ein Wärmeschied verpasst.

    Zaghaft beginnen sie Pollen einzutragen, wenn das Wetter passt.

  • Natürlich muss man die Wetterlage beachten. Aber wenn die Bienen 2 Wabengassen belagern und man die Wabe in die Mitte hängt, klappt das schon, weil ja die Brutwabe eine bestimmte Grundwärme mitbringt.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Natürlich muss man die Wetterlage beachten. Aber wenn die Bienen 2 Wabengassen belagern und man die Wabe in die Mitte hängt, klappt das schon, weil ja die Brutwabe eine bestimmte Grundwärme mitbringt.

    Also von unserer Lage darfste da keinesfalls ausgehen. Wir haben noch teilweise mäßigen Nachtfrost. Hat das Völkchen selber keine Brut (ein paar Stifte zählen nicht), wird es auch keine schlüpfende BW wärmen können. Das ist mit einem zu zeitig gebildeten Brutableger vergleichbar, dem dann noch die Flugbienen abgehen. Ohne Wärme ist das alles nichts wert.

  • Außerdem gibst Du gerade den Tipp, im Februar ein Volk zu öffnen und eine verdeckelte BW zu entnehmen. Kann mir nicht vorstellen, dass es eine mit rein auslaufender Brut in dieser Jahreszeit in Deutschland überhaupt gibt.

    Aufsetzen wäre ne Möglichkeit, wo ich aber keine Erfahrung mit habe. Ist bei mir mal so ein Kümmerling vorhanden, setze ich den erstmal in einen warmen Kasten und hole ihn zu mir ans Haus um oben in einer Leerzarge ein Heizkissen aufzulegen. Damit gewinne ich Zeit. Wenn dann richtig Flugwetter ist, bekommt er, wie Kleingartendrohn vorgeschlagen hat, Flugbienen von einem starken Volk des anderen Standes. Ich fange die einfach mit einer leeren Schwarmkiste bei bestem Flugwetter vor dem Flugloch weg.