Waldtracht 2017

  • ...ich fang dann einfach mal an, sonst macht es sicher keiner.

    Ich sage dieses Jahr schon sehr früh, eine wesentlich bessere Waldtracht für unsere Region voraus, als es 2016 der Fall war. Da bin ich mir sehr sicher.

    Das kann ich jetzt schon sagen, da 2016 hier die Waldtracht quasi ausgefallen ist.


    Aber ernsthaft: Ich möchte dieses Jahr möglichst viele für die Beobachtung von Tauhonigvorkommen begeistern. Darum schon recht früh im Jahr solch ein Thema. Die regionalen Unterschiede sind extrem. Darum wäre es (mir zumindest) wichtig, möglichst viele Beobachtungen zusammen zu tragen. Prognosen halte ich für sehr schwer, da zu viele Faktoren auf einen möglichen Aufbau einer ausreichenden Tracht einwirken. Es gibt aber durchaus jetzt schon diverse Hinweise, dass sich hier bei uns eine Waldtracht aufbauen könnte.


    Wenn der ein oder andere sich vielleicht daran beteiligt, bei Verdacht auf Waldtracht mal nachzusehen und zu fotografieren, welche Läuse da den Honigtau produzieren, fände ich das schön. Zeitnah ein kleiner Bericht in diesem Thema, könnte viel dazu beitragen die Tauhonigtracht für mehr Imker interessant zu machen. Nicht nur Weißtannen haben Honigtau produzierende Läuse. Bitte macht mal die Augen auf und sucht nach den kleinen Freunden der Bienen.


    Vielleicht kann der Remstaler ja den zweiten Hinweis (Prognose) abgeben, wie seine Eiersuche im hohen Tann verlaufen ist? Mir war die Anfahrt dann doch etwas zu aufwändig und
    weit, um persönlich dabei zu sein. Vielleicht klappt es ja mal ein anderes Jahr? Für dieses bin ich auf seinen Bericht gespannt.

    Wenn jemand etwas vorgekaut serviert haben möchte, muss auch immer jemand da sein, der es ausspuckt oder -k...

  • Seid mir bitte nicht böse, aber man kann die Waldtracht so schlecht voraussagen.

    Mittlerweile habe ich einige Male schon erlebt, dass ca. 1 km von mir entfernt große Waldhonigernten eingefahren wurden und bei mir war aufgrund einiger schweren Wolkenbrüche nichts mehr los.

    Letztes Jahr war der schlimmste was ich in der Imkerei erlebt habe, musste alle Völker ab der Blütenhonigernte füttern, von wegen Waldhonigernte, alles fiel buchstäblich ins Wasser, aber kein Problem im Gegensatz zu dem von mir 15 km entfernten Simbach:

    http://www.br.de/nachrichten/n…ser-niederbayern-104.html

  • Hallo FX aus Niederbayern,:)


    es geht ja in erster Linie nicht um die Vorraussagen sondern:

    Aber ernsthaft: Ich möchte dieses Jahr möglichst viele für die Beobachtung von Tauhonigvorkommen begeistern. ...


    Die regionalen Unterschiede sind extrem. Darum wäre es (mir zumindest) wichtig, möglichst viele Beobachtungen zusammen zu tragen. ...


    Wenn der ein oder andere sich vielleicht daran beteiligt, bei Verdacht auf Waldtracht mal nachzusehen und zu fotografieren, welche Läuse da den Honigtau produzieren, fände ich das schön. ..

    ich finde das auch eine gute Idee.

    Es gibt sicher viele Jungimker, die sich keine guten Bücher jenseits der 100€ leisten wollen.

    Und wenn erfahrene Imker uns mit praktischem Wissen und Fotos teilhaben lassen finde ich das gut.

    Hier in meiner Gegend gibt es leider solche Trachten nur sehr selten (habe ich gehört).

  • Es geht ja auch weniger um die langfristige Prognose. Langfristig ist höchstens ein Trend möglich. Ein Vergleich zu anderen Jahren allenfalls.

    Mit dem Hellsehen ist es immer ein Problem.

    Laut dem von Euch empfohlenen Buch "Waldtracht und Waldhonig in der Imkerei" gibt es aber wesentlich mehr Möglichkeiten für eine Honigtautracht, als allgemein angenommen. Sehr viele dürften einen nicht unwesentlichen Anteil Tauhonig in den Beuten haben, ohne es zu bemerken. Nicht nur Fichten und (Weiß-)Tannen sind dafür zuständig. Diese zwei sind nur die Baumarten, die in großen Mengen auf großen Flächen vorkommen. Da ist die Wahrscheinlichkeit einfach größer, dass die Bienen solch eine Tracht bemerken. Zusätzlich zur Jahreszeit, in der sie auftreten. Ein kleiner Eichenbestand kann z.B. auch, in einigen wenigen Jahren beachtliche Mengen an Tauhonigtracht zur Verfügung stellen.

    Hier wird die Fichte die Baumart sein, die am wahrscheinlichsten für Tautracht sorgt. In vielen anderen Regionen wohl auch. Ich werde aber dieses Jahr auch mal einen Blick auf unsere Rotbuchen werfen. Die wurden 2015 an einem Stand sogar dem Raps vorgezogen. Ob den ganzen Tag über oder nur am frühen Morgen, weiß ich nicht. Ich hätte halt genauer hinsehen müssen. Dazu möchte ich alle Imker hier im Forum auffordern.

    Vielleicht lohnt ja auch mal ein Blick darauf, ob die Lindenblüten oder der Lindentau den größeren Anteil am Ertrag haben. Das gleiche gilt für Ahorn.

    "2017 wird ein Waldhonigjahr" ist eine (fast) vollkommen unsinnige Aussage. Wo? Von welcher Baumart? Dann noch jeweils, von welcher Lausart? Das ist alles anders. Aber eine genaue Betrachtung, kann für richtig volle Kisten sorgen. Oft braucht man die Bienen dann nur wenige Kilometer verstellen, wie Franz Xaver schon richtig bemerkte. Natürlich gehört auch Glück dazu, aber das gehört, in geringerem Ausmaß, auch zur Rapstracht. Die kann auch komplett verregnen oder vertrocknen.

    Wenn jemand etwas vorgekaut serviert haben möchte, muss auch immer jemand da sein, der es ausspuckt oder -k...

  • Hier in meiner Gegend gibt es leider solche Trachten nur sehr selten (habe ich gehört).

    Darum geht es. Ich halte dies für extrem unwahrscheinlich. Nicht die Tautracht in deiner Region, sondern dass diese Aussage stimmt. Such mal den Bären auf deinem Rücken. Extrem selten ist höchstens, die Bevorzugung der Tautracht vor der, direkt vorm Flugloch blühenden Rapsfläche. Hierin liegt wohl eher der Grund für die seltene Waldtracht bei Euch. Tautracht scheint für die Bienen schwieriger zu finden, als die offensicht und -duftliche Blütentracht.

    Wenn jemand etwas vorgekaut serviert haben möchte, muss auch immer jemand da sein, der es ausspuckt oder -k...

  • Also ich bin ein Imker von der Sorte, der sich gerne überraschen lässt, denn oftmals habe ich in der Hinsicht "Trachterwartungen" schon Überraschungen erlebt.

    Es vergeht normalerweise kein Sonntag wo ich nicht eine Inspektionsfahrt durch meinen Wald mache.

    Hier im Wald kann man auch für die Imkerei wichtige Schlüsse ziehen.

    Im letzten Jahr vermutete ich einen Bienenschwarm im Wald ob des gewaltigen Summens.

    Schließlich entdeckte ich die Ursache, es blüte der Faulbaum und der Himmel war grau und schwarz vor lauter anfliegenden Bienen.

    Zur Waldhonigernte die meistens in meinem Gebiet aus der Fichte besteht, beobachte ich speziell die Holundersträucher unter den Fichten. Honigt der Wald gut, dann sieht man die Blätter der Sträucher sehr schön in der Sonne glänzen, hervorgerufen durch die herabfallenden Tautropfen der Fichtenläuse.

    Schaut man zu den Völkern dann erkennt man schon an den fast manchmal besoffenen wirkenden fliegenden Bienen, die gar nicht das Flugbrett treffen die gewaltige Tracht die diese heimschleppen und dann schlägt das Imkerherz schneller :)

  • Moin zusammen,


    ich glaube beim Thema Tautracht spielt wirklich die Bienenherkunft eine größere Rolle. Ein erfahrener Kollege, der mehrheitlich Carnicas hatte, war im letzten Jahr vom späten Eintrag seiner ersten Buckfastvölker überrascht.


    Gruß Jörg

  • Ich habe nur Carnica-Landmischung und war letztes Jahr auch über den späten Eintrag überrascht.

    Fast das ganze Winterfutter habe ich noch da. Nur die Ration vor der 1. Varroabehandlung habe ich gebraucht.:D

  • Moin, moin,


    je atlantischer und kühler und nasser, desto seltener eine Tautracht... Insofern gibt es schon Unterschiede in der Gegend, und mithin Imker, die das Phänomen eher aus Büchern kennen...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Das ist die richtige Antwort.

    Wo kann ich denn hier, im schleswig-holsteinischen Hügelland, Waldhonig ernten?? ;)

    Im Sachsenwald oder der Hahnheide bestünde zumindest die Möglichkeit.

    je atlantischer und kühler und nasser, desto seltener eine Tautracht...

    Auf dem Pferd hab ich auch mal gesessen. Da bin ich aber abgestiegen. Kühl und nass zur richtigen Zeit ist sehr gut für eine Tautracht.

    Bäume brauchts allerdings schon und auch ne ganze Menge. Insofern gibt es tatsächlich Gegenden, in denen man die Tautracht nur aus Büchern kennt, wenn überhaupt.

    Wenn jemand etwas vorgekaut serviert haben möchte, muss auch immer jemand da sein, der es ausspuckt oder -k...

  • Moin, moin!

    Letzten (Früh-) Sommer sah ich Läuse, und es klebte, zum Beispiel, Ahorn, besonders Feld- und Berg. Auch Eiche, Hainbuche, Weide und Tanne. Ich sah es mit Freuden. Bevor aber die Bienen drauf verfielen, regenete es wieder und spülte die gute Gabe runter, zum Teil zusamt den Erzeugern. Sie wurden nicht trachtreif. Das war mehrmals hintereinander so. Die Bäume kamen nicht zum Summen. Bei günstigeren Witterungsverlauf hätte es hier Waldhonig gegeben, den man hätte ernten können. So zeigten sich nur gelegentlich einzelne Zellen, bis zu 100 Stück pro DN-Wabe, auf 2 bis 3 Waben eines Honigraumes... Auf den Blättern reichte es gerade für etwas Rußtau. Linde gab reinen Blütenhonig von hoher Helligkeit.

    Im Jahr davor war es besser.


    Wenn Wald richig honigt, kommen da pro Baum schon erkleckliche Mengen, mehr als bei Blüte.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...