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Fragen zum Aufstellen der Beuten

  • Hallo zusammen,

    ich würde euch mal gerne um eure Meinung bitten.


    Folgendes:

    Ich möchte meine Beuten im Garten aufstellen. Dazu hat mir mein Imkerpate geraten, die Beuten etwas vor der Südsonne zu schützen. Hierzu habe ich eine Möglichkeit: Ich würde die Beuten hinter der Werkstatt aufstellen. Dort habe ich bis ca. 10 Uhr Sonne aus Richtung Osten (im Sommer). Dann würden die Beuten tagsüber im Schatten stehen und würden abends ab ca. 17 bis 18 Uhr Sonne aus Richtung Westen bekommen.


    Der Imker bei mir aus der Nachbarschaft empfahl mir im Prinzip das Gegenteil. Er ist der Meinung, das Flugloch soll (muss) nach Süden zeigen. Wenn ich die Beuten so aufstelle, würden sie allerdings auch im Sommer den ganzen Tag in der knallen Sonne stehen.


    Zu guter letzt noch die Meinung des Referenten auf dem Theorieteil des Imkerlehrgangs. Er sagt, er hat viele Beuten im Wald stehen, die sind von Bäumen eingeschlossen und die bekommen wenig Sonne ab. Von daher ist es aus seiner Sicht völlig egal, in welche Richtung das Flugloch ist.


    Also ist das mal wieder der Klassiker: Frag drei Imker und du bekommst drei verschiedene Meinungen. Ich als Anfänger kann es jedenfalls nicht beurteilen.


    Wie ist eure Meinung zu dem Thema?


    Viele Grüße

    Manuel

  • Hallo Manuel,


    hier eine weitere Meinung. ;-) Meiner Meinung nach ist das ok, wenn auch nicht optimal. Ich finde es wichtig, dass die Bienen von der Morgensonne (Osten) wachgeküsst werden. Dann ziehen sie früh los um Nektar und Pollen zu holen. Mittagsonne ist gut aber kein K.O. Kriterium. Vor der Spätnachmittag/Abendsonne kann man sie etwas schützen. Nach dem ganzen Tag bei über 35 Grad (wenn es im Hochsommer so warm wird) kann man sie Abends etwas unterstüzen, wenn sie im Schatten stehen.


    Aber die Sonne alleine macht es auch nicht aus. Ich lege viel Wert drauf, dass sie Völker windstill stehen und in keinem Kältesee.


    Ich habe über ein halbes Jahr gesucht, bis ich meinen Ablegerstand gefunden habe.



    Gruß,


    Tom

    Der Bien lehrt mich auf wunderbarer Weise eine schwere Disziplin: Geduld mit Ruhe. Ich bin dankbar an ihm Teil haben zu dürfen.

  • Meine Meinung:


    im Zweifel und bei sonst gleichen Bedingungen immer den wärmeren und sonnigeren Ort wählen. Erst recht bei dir in Norddeutschland. Dort brauchst du doch vor heißen Tagen nun wirklich keine Angst haben. Falls sie bei euch überhaupt vorkommen, sind es doch nur ganz wenige Tage im Jahr. Viel häufiger dagegen sind Tage an denen es ruhig wärmer sein dürfte - wir sind immerhin ein nordisches Land auf dem Breitengrad von Quebec, also Kanada! Unsere Biene wird aber auch in den Tropen gehalten.

    Und vergiss' den Wind bei euch nicht - dann auch noch Schatten, da wird so manche Durchsicht für die Bienen eine größere Belastung sein.


    Volle Südaufstellung hat bei uns vor allem den Haupteffekt, dass die Völker sich schneller und besser entwickeln. Wenn das für dich ein Nachteil ist...


    Gruß

    hornet

  • Gugel bitte mal "Fritzlar". Ist zwar alles relativ, aber...


    Grundsätzlich stimmt es schon. Bis es in unseren Breiten den Bienen zu warm wird, muss der Stern schon ordentlich lachen. Ich suche mittlerweile möglichst sonnige Plätze. Zu kalt ist viel häufiger. Die Fluglochrichtung ist unwichtiger als die Außentemperatur.

    Menschen deuten oft nach ihrer Weise die Dinge, weit entfernt von ihrem Sinn. (William Shakespeare)

  • . Bis es in unseren Breiten den Bienen zu warm wird, muss der Stern schon ordentlich lachen. Ich suche mittlerweile möglichst sonnige Plätze.

    Der Stern lacht immer öfter ordentlich. Weiß ja nicht wie der Sommer im Sauerland ist. Aber 2015 war es hier lange über 32/33 Grad, bis zu knapp 40 Grad. Und letztes Jahr waren 35Grad auch keine Seltenheit. Das müssen die Immen kompensieren. Warum sie nicht dabei unterstützen?

    Manuel , siehst Du. So einfach ist das mit der Meinungsfindung.

    Der Bien lehrt mich auf wunderbarer Weise eine schwere Disziplin: Geduld mit Ruhe. Ich bin dankbar an ihm Teil haben zu dürfen.

  • Hallo,

    vielen Dank schon mal für die Antworten.


    Wie erwartet setzen sich die unterschiedlichen Sichtweisen fort ;-)


    Nur eine kleine Anmerkung zu meiner Region: Fritzlar ist in Nordhessen, ca. 30km südlich von Kassel. Das Sauerland ist noch gut und gerne 50 bis 80km entfernt. Das ist eher Richtung Nordrhein-Westfalen. Wir leben hier auf 220 Meter ü. NN. Die höchsten Erhebungen bei uns liegen auf ca. 380 Meter.


    Aber wie gesagt, schon mal vielen Dank für die Antworten. Ich freue mich auf weitere Sichtweisen.

  • Nur eine kleine Anmerkung zu meiner Region: Fritzlar ist in Nordhessen, ca. 30km südlich von Kassel. Das Sauerland ist noch gut und gerne 50 bis 80km entfernt. Das ist eher Richtung Nordrhein-Westfalen. Wir leben hier auf 220 Meter ü. NN. Die höchsten Erhebungen bei uns liegen auf ca. 380 Meter.

    MIR war das klar. Nur Hornet hat sich wohl etwas gedanklich verfahren.

    Menschen deuten oft nach ihrer Weise die Dinge, weit entfernt von ihrem Sinn. (William Shakespeare)

  • Ob dieses unbekannte Fritzlar jetzt in Kassel oder läppische 30km südlich davon ist, ändert doch nix daran, dass es sich geografisch und erst recht wettertechnisch eher um Nord- als um Süddeutschland handelt?

    Die Mittelgebirge markieren nunmal die Wettergrenze zwischen dem eher kontinentaleren Süden und dem ozeanischeren Norden.


    Man darf Norddeutschland halt nicht nur mit der Küstenregion gleichsetzen. Genau so wenig wie Bayern mit dem Alpenrand, wie es Außerbayerische leider meistens machen.

    Niemand würde doch wohl den Ruhrpott mit Süddeutschland verbinden, aber Kassel liegt nunmal auf der gleichen Höhe.


    Und überhaupt: Für mich persönlich ist eh alles nördlich von Franken "der Norden"und für die meisten meiner Nachbarn gilt das sogar für alles nördlich der Donau :wink:

  • Wie war noch mal die Brutnesttemperatur?

    Vor etlichen Jahren ist mir mal an einem Stand in den Honigräumen der Wabenbau kollabiert, weil ich an einem richtig schön heißen Tag morgens die Bienenfluchten eingelegt hab, um nachmittags abzuräumen.

    War bestimmt keine gute Aktion, aber da ist mir schon klargeworden, wie die Bienen temperieren müssen, wenn die Sonne brät.

  • Bienen sind Sonnentiere, man sollte die Beuten nicht in den Schatten von Gebäuden stellen. Unter einem Schattenbaum ist das was Anderes, da dieser in der Regel doch zeitweise Sonne durchlässt.

    Ich habe einen Stand im Wald und dort bereits mehrmals (in 20 Jahren) die Beuten voran gerückt, weil die größer werdenden Bäume zuviel Schatten warfen und die Völker merkbar in ihrer Entwicklung gehemmt wurden, besonders im Frühjahr.

    Wichtig ist auch ein einigermaßen windstiller Platz; zugige Ecken taugen nicht für die Aufstellung von Bienen

    Erst danach kommt die Frage der Ausrichtung, aber nach Osten oder Süden ist schon von Vorteil.


    Aber keine Sorge: Es ist keine Entscheidung für`s Leben, sondern kann bei Bedarf geändert werden. :wink:


    Quirin

  • Die einfachere Lösung wäre eine Aufstellung auf der Schattenseite.

    Die bessere Lösung wäre die Südseite, aber mit Schutz vor praller Sonne an heißen Tagen!

    Das kannst du mit Büschen erreichen, die für Halbschatten sorgen, aber die brauchen natürlich ein paar Jahre zum wachsen. Alternativ kann man natürlich auch mit z.B. einer Schilfmatte für Halbschatten zu sorgen.


    Ich hatte an meinem Bienenstand die ersten Jahre keinen Sonnenschutz, bis eines schönen Sommers eine so starke Hitzewelle kam, das man sich echt Sorgen machen mußte. Als Sofortmaßnahme konnte ich nur Sonnenschirme aufstellen, hab dann aber so schnell wie möglich noch eine Schilfmatte an den großen Stand angebaut, und die einzelnen Beuten mit Dachziegeln beschattet:

    dsc_9308_600.jpg

    Die Schilfmatte ist abnehmbar, damit bei Bedarf auch im Frühjahr die noch schwache Sonne genutzt werden kann.

  • Im Prinzip wäre im Sommer ein Sonnendach schon prima, das in der Mittagshitze Schatten gibt, aber morgends sowie an kühleren Tagen im Frühjahr/Herbst die (tiefer stehende) Sonne durchlässt, Dann auch noch weit genug von er Beutenoberkante weg und ohne Ständer, dass man gut drunter arbeiten kann und sturmfest und genug Licht bei der Durchsicht....


    Eigentlich bleibt da als Kompromiss nur ein Baum, der im Winter ohne Blätter ist und dabei so positioniert, dass es wirklich nur bei hoch stehender Sonne Schatten gibt und der keine Früchte auf die Beuten wirft. Die Hütte macht leider immer Schatten, wenn ich das richtig sehe und am anderen Standort haben sie nie Schatten. Entweder müssen sie also mehr heizen oder mehr kühlen.


    Meine Bienen stehen auf der Ostseite vom Haus mit etwas Abstand, sodass sie vom Sonnenaufgang bis zum frühen Nachmittag Sonne abbekommen und dann in den Schatten vom Haus oder eines Apfelbaums kommen. Zudem sind sie dort durchs Haus vom Wind etwas abgeschirmt. Die (Sonnen-)Wärme tut der Entwicklung allem Anschein nach sehr gut und dank vieler Wasserflächen in der unmittelbaren Nähe und wenig Tracht im Juli/August haben sie genug Kühlmöglichkeiten an den heißen Tagen. Ich würde sie also eher in die Sonne stellen, auch wenn es die hohlen Bäume für die Vorfahren meiner Bienen früher wohl eher im Schatten des Waldes gegeben hat.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Was ist hier denn jetzt das Fazit?


    Für alle für die der Weisswurstäquator der Tellerrand ist ist alles nördlich davon gleichmäßig kalt und nass?

    Und ein starkes Selbstbewusstsein ist immer noch ausreichend für starke Behauptungen über die Wettersituation an einem ansonsten unbekannten Ort? Der Zwinkersmiley machts übrigens auch nicht besser.


    Gruß

    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!