Mein Gespräch mit dem Rapsbauer

  • eine Ahnung was der wirklich gesagt haben könnte, aber so schlecht drückt sich da kein Fachmann (auch kein "schlechter") aus.

    Was meinst du denn, wieviel Fachmann ist ein Landwirt auf dem Gebiet der PSM??? Der kennt sich genau so wenig mit Wirkstoffen, Formulierungen usw. aus wie wir. Der wendet im günstigen Fall das Mittel nach Beipackzettel an. Dieser besagt, das Mittel ist B4, gibt also keine Probleme für Bienen und weitere Gedanken macht sich der Landwirt da nicht. Wir würden nicht anders handeln (s. Varroamittel).

    vor allem kennt er sich nicht mit den Zusammenhängen von Wirkstoffen und Wirkung bei Bienen/Wildbienen aus. Wird nicht gelehrt.

    Trotzdem würde er sich ganz anders ausdrücken, egal wie wenig Ahnung der hat.

    Von rezitieren kann da keine Rede sein.


    Ich weiß ja nicht was Du beruflich so machst, aber wenn da einer drüber redet der nicht vom Fach ist, drückt der sich nicht ganz anders aus als ein (ggf. schlechter) Fachmann?

  • Beekloppter - vielleicht wäre es für die Diskusssion hilfreich, wenn Du nicht nur feststellst, dass getroffene Aussagen nicht richtig sind/sein können, sondern uns sagst was genau deiner Meinung nach nicht stimmt und wie der Sachverhalt aus Deiner Sicht ist.


    Vielen Dank schonmal!

    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Hm...es gibt einen Ausspruch "der Empfänger bestimmt die Botschaft"...

    Inspiriert von dieser Diskussion, habe ich heute Abend mit zwei Landwirten bzgl. "Rapsspritzen" telefoniert.


    Ich bin in unserem Ort der einzige Imker. Da ich relativ neu angefangen habe, war dies den Bauern nicht bekannt. Ich habe bemerkt, dass es in deren "Kopf" gearbeitet hat.


    Ich glaube schon, dass der eine oder andere Landwirt sehr wohl weiß, was gut oder schlecht für die Umwelt (Bienen eingeschlossen) bzgl. Spritzmittel ist.


    Der Ausspruch "dummer Bauer" ist längst überholt.


    Es geht halt immer um das Geld und was der Natur zuträglich ist, ist und wird immer teuer sein.


    Solange wir Raps in Energie umwandeln und zweitrangig als Lebensmittel benutzen, werden unterschiedlichen Meinungen keine Rolle spielen.


    Meine beiden Groß-Bauern wissen nun, dass hier einer "mitspielt" und genau hin schaut.


    Schaun mer mal....


    Grüße

    Thomas

    (Fange nie an aufzuhören, höre nie auf anzufangen)

  • Beekloppter - vielleicht wäre es für die Diskusssion hilfreich, wenn Du nicht nur feststellst, dass getroffene Aussagen nicht richtig sind/sein können, sondern uns sagst was genau deiner Meinung nach nicht stimmt und wie der Sachverhalt aus Deiner Sicht ist.


    Vielen Dank schonmal!

    Marion

    hab ich doch...?

    Die ganze Ausdrucksweise passt absolut nicht zu einem Landwirt.

    Da brauch ich die ganzen sachlich falschen Dinge nicht ansprechen, bzw. wäre sinnlos, da ich davon ausgehe, dass das kein Zitat sein kann und nicht weiß was der "Empfänger" da wissentlich oder unwissentlich reingedichtet hat.

    Im Endeffekt wird hier zum einen der Rapsanbauer (bzw. Rapsanbauer allgemein) (wahrscheinlich) zu unrecht gegenüber den Imkern als gefährlich blöd hingestellt. Zum anderen macht sich der Imker (die Imkerschaft) gegenüber den Ackerbauern lächerlich.

    Das kann nicht zielführend sein in zwei Bereichen der Landwirtschaft die sich eigentlich genial ergänzen.

  • Gut das alle Landwirte einheitlich und gleichgeschaltet sind.

    Die ganze Ausdrucksweise passt absolut nicht zu einem Landwirt.

    Ich kenne genug Beispiele, bei der dies schlichweg gelogen ist.


    Aber niemand stellt hier den Rapsanbauer als blöd hin. Vielleicht als nicht 100%ig informiert. Und dies ist sicher häufig der Fall. Nicht nur in der Landwirtschaft.


    Und es interessiert mich ganz besonders: Verschweigen von Weisheit ist zielführend in dieser Angelegenheit?

  • wenn der Bauer sich bemüht, möglicht wenig schädigende PSM( auch teuere) nur bei Bedarf außerhalb der Bienenflugzeiten abends auszubringen, schelte ich ihn dafür nicht.

    Selbst wenn der Pollen belastet ist, werden davon bei angepasstem Brutraum keine großen Vorräte angelegt. Das Problem wird kurzfristig verbraucht sein. Ein Vorteil dieser Betriebsweise!

    Im Gegensatz zu staatenlosen Insekten sind Bienenvölker robuster aufgestellt.


    Gruß Fred

  • Wie könnte ein Betrieb, der hunderte ha Raps anbaut überhaupt Spritzungen in der fluglosen Zeit garantieren? Und dennoch käme der “Mist“ in den Pollen sowie in den Nektar.

    Lasst euch doch nicht von Politik und Industrie vera...

    Die Bauern und die Imker sitzen im selben Boot. Miteinander reden ist nicht schlecht. Es bringt aber nicht mehr als die gemeinsamen Weihnachtsliedergesänge 14/15 an der Wetsfront.

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

  • Wie könnte ein Betrieb, der hunderte ha Raps anbaut überhaupt Spritzungen in der fluglosen Zeit garantieren?

    Meine Erfahrung ist, dass die großen Betriebe (wie bei uns hier in MV) da eher korrekter arbeiten als die kleinen. Die Gerätschaften sind zudem an die Flächen angepasst, die haben Arbeitsbreiten, die wirklich beeindruckend sind.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • ...die haben Arbeitsbreiten, die wirklich beeindruckend sind.

    Und sie bringen das gleiche aus, wie ihre Kollegen.
    Gute Gespräche miteinander finden in der Klemme statt, in der sich beide "Behandler" bewegen. Das macht die Welt nicht ungefährlicher.

    Vielleicht schaffen es ja Insekten gewisse Kulturen zu meiden und dadurch zu überleben.

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

  • Hat hier einer in Physik besser aufgepasst wie ich?


    Kleine Rechenaufgabe:

    Ackerbaugroßbetriebe A und B applizieren beide PSM für 300,- € pro ha und Jahr.

    Spritzgestänge wird 50 cm über dem Boden geführt.

    Wasseraufwandmenge durchschnittlich 150 l/ha.

    Betrieb A spritzt überwiegend Abends/Nachts bei Luftfeuchte von durchschnittlich 90 %.

    Betrieb B spritzt überwiegend Tagsüber bei Luftfeuche von durchschnittlich 60 %.

    Wieviel von den Spritzmitteln von A und B kommen tatsächlich bei den Pflanzen an, statt auf dem Weg dahin zu verdunsten?

    Welche Einsparung gegenüber Betrieb B kann A erzielen um die gleiche Wirkung zu erreichen?

    Wie hoch sind die Einsparungen bei einem 2000 ha Betrieb?


    Na, jemand eine Idee daraus mal ein sachliches und auch überzeugendes Argument für eine Spritzung am Abend abzuleiten???

  • Moin, moin,


    verdunsten tut ja in erster Linie Wasser, bei den Wirk- und Hilfsstoffen hängt es sehr vom spezifischen Dampfdruck ab und lässt sich nicht nicht pauschal über alle angeben. In der Spritznebelwolke steigt die Luftfeuchte so oder so auf nahe 100%. Bei Spritzung tagsüber müsste man demzufolge die Brühe etwas dünner machen. Die Mehrkosten liegen dann in den zusätzlichen Wegekosten wegen der begrenzten Tankkapazität auch moderner Spritzfahrzeuge, im wesentlichen.

    Hier in der Gegend ist es zudem meist der Lohnunternehmer, der spritzt, und der bringt aus, was er im Auftrag hat, und gerne bis an den Wegrand oder Graben...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Welche Einsparung gegenüber Betrieb B kann A erzielen um die gleiche Wirkung zu erreichen?

    A b l e n k u n g s v e r s u c h !


    So oder so, es wird mindestens die gleiche Menge Umweltgift appliziert (angewandt).

    Wohl bekomms!

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)