Wer kennt Oberträger mit L-förmigem Ausschnitt statt Nut?

  • Hallo,


    kennt und verwendet jemand Rähmchen, deren Oberträger keine Nut haben, stattdessen einseitig ausgeschnitten sind?

    Im Bild unten habe ich mal ein Schema erstellt, bei dem man in Längsrichtung auf den Oberträger schaut und bei dem der Unterschied hoffentlich ersichtlich wird.


    Der Vorteil soll wohl sein, dass man beim Ausschmelzen keine schwer zu reinigende Nut mehr hat, die Mittelwand auch nicht in diese reinpfriemeln muss, sondern statt dessen die Mittelwand einfach auf die Drähte und den senkrechten Schnitt des Ausschnittest legt und einlötet.


    Ich fände das genial, habe aber komischerweise noch nie solche Rähmchen bewusst gesehen. Unbewusst schon, denn sonst hätte ich kein Foto davon, nur leider weiß ich nicht mehr genau wann und wo mir das Teil untergekommen ist und viel dazu gesagt wurde wohl auch nicht.


    Gibt es Erfahrungen dazu? Weiß jemand, wo der Haken ist, weil es sich nicht durchgesetzt hat?


    [Blockierte Grafik: http://fs5.directupload.net/images/user/170315/temp/jrhuboaa.jpg]


    Gruß

    hornet

  • Hi,


    soweit ich weiss sind solche Oberträger in den USA üblich (oder zumindest nicht so unbekannt wie bei uns). In meinem Imkerverein gibt es einen älteren Imker, der sowas verwendet, er bezieht seine Rähmchen seit Jahrzehnten aus den USA. Sein ganzes System ist sehr durchdacht und gefällt mir sehr gut, werde es mir demnächst nochmal genauer ansehen.


    Wenn ich mich richtig erinnere sehen diese Oberträger bei Lieferung noch nicht ganz nach "L" aus, sondern ähnlich wie ein normaler Oberträger mit Nut. An der Seite ist aber ein weiterer Einschnitt, so dass man das Holz auf der einen Seite leicht ausbrechen kann und dadurch das L-förmige Profil erhält.

    (Bezeichung: "Wedge top bar"?)


    Dieses rausgebrochene Stück Holz hat irgendeine Funktion, an die ich mich aber gerade nicht genau erinnere. Eventuell nageln manche Imkereien das Teil wieder rein, nachdem die Mittelwand eingelegt wurde.


    Grüsse,

    Robert

  • Re-Mark: Interessant, danke!

    Wenn du da noch mehr rausfindest bei deiner Besichtigung, es würde mich sehr interessieren!


    Die MW einfach einlöten und oben nur anstehen lassen müsste eigentlich reichen, da die Bienen OBEN ja immer fest machen.

    Einziges Problem: Wenn sie zu schnell Gewicht in die MW einlagern noch bevor sie oben richtig fest gemacht haben, kann das Teil oben in der Stockwärme womöglich umklappen und dann hat man Wildbau vom Feinsten.


    Ist mir mal mit HR-MW passiert, die oben nicht in der Nut steckten.


    Wenn die Amis das Holz aber wieder draufnageln, wäre ja der Vorteil weg, den ich mir bei dieser Oberträger-Form ausrechnen würde, nämlich einfacheres ausschmelzen.


    Gruß

    hornet

  • Einziges Problem: Wenn sie zu schnell Gewicht in die MW einlagern noch bevor sie oben richtig fest gemacht haben, kann das Teil oben in der Stockwärme womöglich umklappen und dann hat man Wildbau vom Feinsten.

    Ich habe noch einige alte Brutraum-Rähmchen dieser Bauart im Bestand, weiß ich woher. Mir ist es tatsächlich auch schon passiert, dass die Mittelwände umklappen und damit wertlos werden, obendrein noch gut Sauerei verursachen, wenn man es nicht rechtzeitig entdeckt. Dieser Nachteil ist für mich ziemlich schwerwiegend, deshalb benutze ich sie nicht gern. Auch habe ich das Gefühl, dass die Bienen die MWs allgemein nicht so stabil an diese Oberträger anbauen.


    Janina

  • ich hatte auch mal welche, Herkunft weiß ich auch nicht mehr. Ich hab die gleiche Erfahrung wie Janina gemacht, die Mittelwände haben sich umgebogen, und meine Beuten standen in vollkommenen Schatten damals. Allein das Gewicht und die Wärme der Bienen haben gereicht. Also ohne Festklemmen nicht wirklich zu empfehlen finde ich

  • Hallo Hornet,


    Bienen Ruck hat die. Nur wie immer, ob die bei Dir passen? Ich finde die Kombination aus L und Nut nicht tiefer 2mm optimal. Grüße Stefan (schnell vom Handy geschrieben) :)

  • Ich hab auch solche Rähmchen im Einsatz. Sind aus Völkern die ich zu meiner Anfangszeit erworben habe. Sind echt viel einfacher zu reinigen!


    Allerdings waren die damals schon komplett ausgebaut und ich kann daher (noch) nichts dazu sagen wie die MW drin halten. Werd aber nachdem was ich hier gelesen habe vorsichtshalber mal die MW am Oberträger mit paar Wachstropfen zusätzlich befestigen wenn ich die mal wieder verwende.


    Max

  • Bienen Ruck hat die. Nur wie immer, ob die bei Dir passen? Ich finde die Kombination aus L und Nut nicht tiefer 2mm optimal.

    also wenn die Ohren beim Ruck so sind wie bei meinem Bild, passen sie bei mir nur im Honigraum nicht, weil ich die 19mm-Ohren habe. Im Brutraum wäre es egal, weil Schienen.


    Du meinst, es gibt welche, die diese L-Form haben, aber trotzdem auch noch eine 2mm-Nut?

    Das dürften dann aber ziemlich teuere Rähmchen sein, weil da sind dann schon eine Menge mehr Schnitte nötig.


    Eure bisherigen Antworten bestätigen aber schon meine Befüchtung wegen umklappender MW und zeigen daher vermutlich schon langsam die Gründe dafür auf, warum diese Bauform bei uns ein Exot geblieben ist...

  • Hallo


    ich sehe einen Vorteil darin, wenn die MW eingelegt ist und die MW dann mit der Klemmleiste befestigt wird, da braucht man sie nicht einlöten. Bei 1,5 DNM löte ich immer ein um das herausrutschen, vor allem bei Schwärmen zu verhindern.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Heißt das, die MW wird gar nicht eingelötet? Wie kann ich mir das vorstellen, hängt sie dann an den Drähten vorbei einfach runter? Ob das dann so stabil ist... Und in den Zellen, wo der Draht vor der MW verläuft, würde doch dann auch gar keine Brut angelegt werden.

  • Ich hätte besser schreiben sollen, die MW in der Nut mit Bienenwachs vergießen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Der ältere Vereinskollege, von dem ich sprach, ist stolz darauf, dass in seinen Beuten kein Metall ist. Und das zurecht. Er verwendet 2/3 Langstroth (159mm Rähmchen), ungedrahtet. Mittelwand wird oben am L-förmigen Oberträger festgeschmolzen (Lötkolben?). Unten hängt sie in die Nut des geteilten Unterträgers.

    Keine Arbeit mit Ösen, keine Arbeit mit Drahten, kein Vorwärmen zum Einlöten, viel einfacher beim Ausschneiden/Ausschmelzen und anschliessendem Reinigen.


    Grüsse,

    Robert