Neuimker braucht Hilfe

  • Hallo liebe Imkergemeinschaft!

    Bald ist es soweit. Ich habe mir eine Golzbeute zugelegt und einen 1,5 Kilo Kunstschwarm (Buckfast) mit Königin bestellt (Lieferung Ende März / Anfang April). Sämtliche Kuntzsch hoch Rähmchen mit Mittelwänden und Abstandshalter versehen. Im Forum hier habe ich gelesen, dass der Kunstschwarm nach dem Einschlagen in die Beute noch gefüttert werden muss und vorher noch am besten gegen Varroa behandelt werden sollte. Daher habe ich jetzt noch eine Futterwabe, ApiInvert und Milchsäure bestellt. Jetzt stellt sich mir aber die Frage, wieviele Rähmchen packe ich in den Brutraum, wo packe ich die Futterwabe hin (auch in den Brutraum, oder in den Honigraum der Golzbeute), soll auch schon ein Drohnenrähmchen mit rein, und behandle ich den Kunstschwarm vor dem Einschlagen im mitgelieferten Käfig mit der Milchsäure, oder erst ein paar Tage nach dem Einschlagen auf den gezogenen Rähmchen, bevor eine mögliche Brut verdeckelt wird? Ich habe versucht, diese Fragen hier im Forum beantwortet zu bekommen, aber irgendwie keine direkte Antwort darauf finden können. Darum versuche ich es mit einem eigenen Thema.

    Vielen Dank schon mal im Voraus...


    Christian

  • Hallo,


    oh, oh...ein Lieferdatum Ende März/Anfang April, das bringt Dir keine Begeisterungsstürme hier!X/

    Das sind mal wieder wohl Bienen aus dem Ausland.

    Vorsicht. Das sollte man besser vermeiden.


    Nun ist es, wie es ist und an Abbestellung glaubt keiner. Also, der Bienen zuliebe.


    Zu den Fragen:

    Kein Drohnenrähmchen mit rein. Schwärme legen oft keine Drohnenbrut mit an. Brich ggf ein Dreieck aus einer MW-Ecke aus, dort können sie dann, wenn sie meinen.


    Zur Milchsäurenehandlung: Liest Du hier mal

    Du kannst die nackten Bienen auch mit MS besprühen und dann einlogieren, das kommt auf das Behältnis an, in dem der KS ist. Zu der Jahreszeit ist Besprühen mit MS ggf seitens der Außentemperatur bereits ein Problem. Ich würde das Wabenziehen bevorzugen.


    Allerdings sind solche bestellten KS offiziell fertig behandelt, oft sogar mittels Perizin z.B., das steht aber im angebot drin. Sollte man erfragenbeim Verkäufer, schon alleine, weil Mehrfachbehandlungen mit Säuren nicht sein sollten.


    Und zum Kunstschwarm und dessen Einloigieren liest Du das hier


    Beute immer voll mit allen Rähmchen und Mittelwänden, sonst besetzen sie geziehlt den Leerraum, weil sie sich dort besser aufhängenund aufketten können und bauen dort wild,

    dann sehen, wo sie sitzen und bauen, dann ggf eingrenzen / Schieden und oder auch zurechtrücken mittels Entnehmen von noch nicht bebauten Rähmchen bzw umsetzen von solchen Rähmchen. Später entsprechend Expansion erweitern oder aufsetzen, Honigröume geben, je nachdem.


    Gruß

    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Warum können die Leute nicht warten bis es Ableger oder Völker von heimischen Imkern gibt. Die Bienen müssen sich erst klimatisieren und ich behaupte dass diese Bölker anfälliger sind für "Schnupfen"😀😀 als wie Völker die sich den Gegebenheiten angepasst haben. Auch kann es sein dass man sich unerwünschte Schädlinge mitholt. Der kleine Käfer lässt grüssen. Dauert bestimmt nicht mehr lange bis sich ein unerfahrener "Imker" damit infiziert..auch beim Wandern..

    Also lieber vom heimischen Imker Bienen und Honig 😉😉kaufen. Leider wird das Imkern immer mehr zur Mode und unanbhägig vom Threadersteller müssen die Kontrollen durch Veterinäre Pflicht werden und jeder Honig muss untersucht werden. Jeder Honig auch der verschenkte...sonst sehe ich in ein paar Jahren die Schlagzeilen schon

  • Hallo!

    Oha, ich glaube jetzt habe ich mich hier so richtig eingeführt...Vielen Dank an Marion für die Ausführung.


    @Luis: Nun, den Kunstschwarm habe ich bei einem Imker in Heidelberg bestellt. (Bienenprofi.de, Familienbetrieb in 3. Generation stand in der Beschreibung).

  • ... Allerdings sind solche bestellten KS offiziell fertig behandelt, oft sogar mittels Perizin z.B., das steht aber im angebot drin. Sollte man erfragenbeim Verkäufer, schon alleine, weil Mehrfachbehandlungen mit Säuren nicht sein sollten. ...

    Ja: davon ausgehend, dass Du http://bienenzucht-profi.de meintest, findest Du da auch, dass die Kunstschwärme "als Neuerung für 2017" ... "Gegen Varroa behandelt" seien.


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Und ich habe immer nur gedacht, naiv sind nur die anderen. Bei der Bestellung habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, bzw. bin nicht darüber gestolpert. Hätte wohl besser gleich hier fragen sollen, jetzt muss ich wohl damit leben hier als Depp darzustehen.


    Also, wenn ich das richtig verstanden habe, sollte ich auch davon absehen, den Kunstschwarm nochmals mit Milchsäure zu behandeln, da er schon vom Versender behandelt wurde. Ansonsten sind meine Fragen soweit beantwortet, bis auf die, wo ich die Futterwabe einsetzten muss. Im Brutraum, oder im Honigraum der Golzbeute?

    Hymenoptera : Bei mir im Ort sind noch 2 Imker. Ein Berufsimker, der leider nichts preisgeben möchte und ein Hobbyimker, der jetzt seit 1 1/2 Jahren dabei ist, aber sich nicht mit der Golzbeute auskennt. Daher war ich jetzt viel im Netz unterwegs. Vor 1Jahr habe ich zwar an einen Imkerkurs teilgenommen, allerdings viel Theorie und die Praxis auf Segeberger. Da ich aber mit 47 schon starke Rückenbeschwerden habe, habe ich mich für die Golzbeute entschieden, da ich das imkern auch wirklich nur als Hobby sehen will und nicht nur den Honig sehe. Grundsätzlich geht es mir um die Natur und um die Bienen.

  • Als Depp stehst du nicht da, nächstes mal machst dus besser.

    Falls dich interesiert, was gerade die größte Angst ist, such mal nach dem kleinen Beutenkäfer.

    Die Futterwabe solltest du, direkt neben den Brut hängen.

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • bienenfred : Auf die Idee, ins Impressum zu schauen, bin ich nicht gekommen. Da ich mal in Aachen gewohnt habe, und bei einem Paketdienstanbieter gearbeitet habe, bin ich davon ausgegangen, dass die Angabe über eine frz. MwSt auf den Versand bezieht. Heidelberg liegt in der Nähe zur frz. Grenze und es ist nicht unüblich, dass Expresslieferungen über benachbarte Expressdienste laufen um Kosten zu sparen. Da wahr ich scheinbar sehr naiv am denken. Jetzt will ich nur hoffen, dass alles gut läuft und werd in Zukunft erst hier im Forum fragen, bevor ich wieder Blödsinn mache. Hoffe ich kann trotzdem auf Eure Hilfe zählen.

  • da ich das imkern auch wirklich nur als Hobby sehen will und nicht nur den Honig sehe. Grundsätzlich geht es mir um die Natur und um die Bienen.


    Argh! Diese zwei Sätze kommen in den letzten Jahren bei gefühlt 5 von 4 Jungimkern! Das Problem: Wenn es dir nicht um den Honig geht, hast du das falsche Hobby und solltest lieber andere Tiere halten (Frei nach Hans Beer).

    Honig ist der Gradmesser dafür, wie gut du die Bienen hältst und zwar "gut" im Sinne der Bienen!

    Wer Bienen hält und es nicht schafft (schaffen will), dass sie viel Honig haben und bringen, quält seine Bienen, weil er sie daran hindert, so zu leben, wie sie es gerne möchten. Denn die Bienen leben vom Honig, nicht vom Bestäuben (auch wieder so ein "Beer", aber er hat nun mal Recht damit).


    Leider ist mehr als nur ein Körnchen Wahrheit in diesen markigen Sprüchen enthalten, das beweisen mir viele der ähnlich gestrickten Romanik-Imker in unserer lokalen Imkergruppe hier. Der nahe Campus schwemmt viele davon an.


    Die hampeln seit Jahren mit ein paar kümmerlichen Völkern herum, verlieren regelmäßig viele davon (obwohl sie doch viel Zeit für die wenigen Völkchen aufwenden könnten), haben fast keinen Honig, erzählen Horrorgeschichten von misslungenen Eingriffen und Misserfolgen aller Art - mir dreht sich der Magen rum, wenn ich das immer höre. Anfänger machen Fehler, das ist normal, aber wenn es jahrelang gar keine Fortschritte gibt, fehlt mir das Verständnis. Die armen Bienen!

    Aber Hauptsache "wesensgemäße" Kisten und "viel Honig interessiert mich doch gar nicht".


    Ich empfehle daher immer: Erst mal machen und lernen, wie die "bösen Intensivimker", dann habt ihr die Technik drauf und könnt immer noch romantisch imkern oder exotische Kisten bauen - wenn ihr dann noch wollt!


    Gruß

    hornet

  • Ich werde auch in Zukunft keine Bienenvölker oder Schwärme an interessierte Umweltfanatiker verkaufen die als Grund angeben: Ich möchte nur, dass in meinem Garten etwas fliegt, der Honig interessiert mich zweitrangig. Viele sind dann enttäuscht, wenn ich ihnen erzähle, dass so etwas in der heutigen Zeit nicht mehr funktioniert.

    Die Aussage, dass der Honigertrag ein gewisser Gradmesser für die Pflege der Bienen ist finde ich sehr treffend.