Hohe Völkerverluste in Brandenburg - 40%

  • Entscheidend erscheint mir - sowohl aus dem Artikel wie auch aus der Diskussion hier- die Nachricht, wie inhomogen die Völkerverluste verteilt sind.

    Das treffen wir doch, egal wo wir hinschauen: Morgenpost, Imkerforum, Infobriefe aus Mayen oder im eigenen Imkerverein (so gerade bei uns: von Totalverlusten bis hin zu verlustfrei).


    Insofern wird die Analyse der verlorenen Völker immer wichtiger, damit wir besser lernen können.

    Und bevor wir analysieren können, müssen wir noch lernen (richtig) hinzusehen und das Gesehene zu dokumentieren.


    Aber jetzt fange ich an, andere und mich zu wiederholen ...

    Ein Volk ist tot

    Brutnestfotos


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Hi Leute,

    hohe Verluste in BB Kann ich teilweise bestätigen.

    Ich hab 3Standorte. 1. Standort (Magazine) 70% Verlust (7von 10), 2. (Hinterbehandlung) 10% Verlust (1 von 10) 3. 0% (0 von 2) Verlust.

    Ich habe meine Völker gleich behandelt. 1x AS Nassenheider klassisch + api live var Langzeit.

    Futter war reichlich.

    Da wo die hohen Verluste waren, keine Spättracht, aber Wespen bis zum Abwinken. Trotz kleinem Flugloch und Wespenfallen. Die Gelben haben Unruhe gestiftet.

    Grüße

    Knäcke

  • ".....ist es wieder mal Unfähigkeit und kein Verhängnis.

    Ich imkere hier nur ein paar Kilometer von der Brandenburgischen Grenze entfernt und habe auch diesen Winter (wie die beiden letzten auch) kein einziges Volk verloren

    Was ist los mit den Brandenburgischen Imkern?

    Also ich imkere nicht in Brandenburg sondern in Sachsen/Anhalt und meine Verluste sind erfreulich gering. Trotzdem würde ich nie auf die Idee kommen, die Imker eines ganzen Bundeslands als unfähig o.ä. hinzustellen.

    Ich kenne nämlich einen solchen betroffenen Imker direkt in Brandenburg, der ist weder alt, noch Erkenntnisresistent und trotzdem stark betroffen.

    Es könnte durchaus sein, dass wir im nächsten Jahr über große Verluste z.B. in "Südwest-Mecklenburg" informiert werden, so wie es immer wieder bestimmte Gebiete betrifft.

    Dann kann der heute betroffene Imker aus Brandenburg auch mal fragen :" Was ist nur mit den Imkern in Südwest-Mecklenburg los ?


    mfg

    hartmut17

  • ...Es könnte durchaus sein, dass wir im nächsten Jahr über große Verluste z.B. in...

    Richtig, Hartmut17, wie sagen es Erfahrene, aus beknnendem Herzen:
    Auch eine kluge Henne scheißt mal ins eigene Nest.

    Und dafür sind nicht einmal zwangsläufig nur eigene Anteile maßgeblich.


    Genau, nur die konsequente Anwendung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse wird unseren Honigbienen das Überleben sichern, so, wie das über zig Mio. Jahre hinweg der Fall war.


    Gruß
    Manne

    Ich weiß dass ich nicht weiß. (Sokrates)

  • Es ist immer wieder interessant, wie das Halbwissen, welches ein 2.- oder 3.-Klassejournalist nacherzählt, zu Kontroversen bei den "Wissenden" führt...


    Wenn wir wüssten, woran es liegt, wie das Zusammenspiel von Wetter (nicht Klima!), von Varroa/Viren, von eingeschränkter Ernährung, von belastetem Wachs und vielleicht auch Fehlentscheidungen des Betreuers wirken, könnten wir es ggf. nachvollziehen.


    Es wird gerne mit großer Handbewegung das verantwortlich gemacht, was momentan "en vogue" ist - der Klimawandel, die vielen Mäuse, weil nicht mehr gepflügt wird (früher war alles besser...) und und und...


    Als Halbwissende oder gar Kenner der Materie sollten wir nicht pauschal sein. Es ist für die Betroffenen ein schwerer Schlag - keine Frage. Ich behaupte mal, dass nahezu alle sich wieder auf den Weg machen; denn einmal Bienen - immer Bienen. Das gibt Hoffnung...


    Rainer


  • Wenn wir wüssten, woran es liegt, wie das Zusammenspiel von Wetter (nicht Klima!), von Varroa/Viren, von eingeschränkter Ernährung, von belastetem Wachs und vielleicht auch Fehlentscheidungen des Betreuers wirken, könnten wir es ggf. nachvollziehen.

    Das Wetter kann es in Brandenburg nicht gewesen sein. Das war letztes Jahr völlig unkritisch. Wir hatten anders als im Westen einen schönen Sommer. Ohnehin haben wir hier eher mit Trockenheit zu kämpfen als mit zu viel Regen.

    Den milden Winter heranzuziehen, ist ein problematisches Argument. Wenn ich bei der Varroa auf harte Winter angewiesen bin, habe ich das falsche Behandlungskonzept. Das kann man natürlich auf den Klimawandel schieben - aber es ist wohl eher der fehlende Wandel in den Behandlungsmethoden.

    Wir haben auch hier in Mecklenburg-Vorpolen regelmäßig hohe Winterverluste. Ich schiebe das zu einem wesentlichen Teil auf das Durchschnittsalter der Imker hier. Da wird mit Methoden gearbeitet, die noch aus der DDR-Zeit stammen. Das gilt sogar bei den Varroaziden. Eine Untersuchung des Landesverbands fand Wirkstoffe, die seit 25 Jahren verboten sind.


    Und zu Eurem Hinweis darauf, dass auch in Südwestmecklenburg das Verhängnis zuschlagen könnten: Etiam si omnes, ego non!


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Irgendetwas muss an den Völkerverlusten dran sein.

    Heuer gibt es Käufer die fahren sogar 100 km und weiter um Bienen zu bekommen, die Nachfrage ist riesig.

    Dass das Alter etwas mit der Professionalität bei der Varroabehandlung zu tun hat wäre mir neu.

    Beschränkungen gibt es bei anderen Hobbys, wie zum Beispiel beim Motorrad fahren, so zum Beispiel bei Harleyfahren:

    Bin ich zu laut - bist du zu alt 😀, dass ist die Beschränkung an die ich mich halte, noch sind mir 102 Phon nicht zu laut.

    Franz Xaver aus Niederbayern

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  • Alter insofern, dass viele von denen nicht auf dem neuesten Stand sind. Oder kennst du etwa nicht den Satz: "das haben wir schon immer so gemacht!" ?? Viele behandeln noch immer nach Datum und Kalender, nicht nach den phänologischen Ereignissen draußen. Das geht so nicht mehr, durch den Klimawandel hat sich schon einiges verschoben. Und milde Winter hatten wir jetzt öfter, da sollten die Imker inzwischen gelernt haben damit umzugehen!

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Monokulturen und deren Bearbeitung ein größeres Problem darstellt. Da gibt es auch sublethale Effekte, die sich erst im Winter/Frühjahr bemerkbar machen, denn das Zeugs ist ja im Bienenbrot. Das ist aber mittlerweile auch bekannt und sollte auch bei den Imkern angekommen sein. Nichts, um jetzt aus allen Wolken zu fallen, aber auch nichts, um es totzuschweigen,wie es von den Imkerverbänden gern getan wird.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

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  • Hallo zusammen,


    also ich denke, dass sich hier einfach nur ein Betroffener bei einem Journalisten ausgeheult hat... Ich habe aus meiner Umgebung (Brandenburg) auch verschiedenen Horrormeldungen gehört, aber auch Positives.

    Im Allgenmeinen sehe ich hier, wie wahrscheinlich überall in Deutschland, einen großen Einfluss der Spritzmittel aus der Landwirtschaft und teilweise antiquierte Arbeitsweisen mancher Kollegen.


    Gruß Jörg

  • Alter insofern, dass viele von denen nicht auf dem neuesten Stand sind.

    Das hat nichts mit dem Alter zu tun, sondern mit der eigenen Persönlichkeit, zumindestens spiegelt das meine Käuferschicht in den letzten Jahren wider.

    Meines Erachtens nehmen viele die Varroabekämpfung auf die leichte Schulter und sind immer zu spät dran mit ihren Behandlungen, obwohl das zu verwendende Equipment passen würde.