Hohe Völkerverluste in Brandenburg - 40%

  • Schön. Und ?

    Spiegel, verlinkter Artikel schrieb:

    Die Viren können Bienen auch von sich aus infizieren, aber die Milben beschleunigen ihre Verbreitung. In Arealen ohne die Milbe wurden die Viren in sechs bis 13 Prozent der Völker entdeckt.

    Sobald sich Varroa etabliert hatte, stiegen die Zahlen auf 75 bis 100 Prozent. Damit einher ging eine dramatische Zunahmen der Viren pro Biene: 1000 Viren in Gebieten ohne Milben, eine Milliarde Viren in Regionen mit den Schädlingen.

    Das ursprünglich seltene DWV-Virus sei durch die Verbindung mit der Milbe zu einem weitverbreiteten Erreger geworden, erklären die Forscher.

    Behauptet denn irgendwer ernsthaft, dass die Milbe mit ihren Viren gar keinen Anteil hätte, sondern nur andere bekannte Faktoren?


    Nein, aber es wird alles andere bis auf de Milbe verleugnet, ignoriert oder verharmlost, wie man im letzten Absatz des Artikels aus dem Jahre 2012 vielsagend und verharmlosend verklausuliert. Der korrekte Ausdruck wurde weiter vorn genannt: multifaktoriell. In diesem multifaktoriellen Zusammenspiel hat die Milbe einen nicht unerheblichen Anteil neben den anderen Negativfaktoren, die im Artikel als lediglich vom BI Celle vermutet deklariert sind. 5 Jahre weiter sind auch andere Aussagen dazu bekannt geworden, u.a. von Prof. Menzel.


    Es ist die gleiche Verfahrensweise wie mit dem Begriff "Klimawandel", Es hat ihn in der Erdgeschichte im Wechsel schon immer gegeben. Dass es heutzutage eigentlich nur um die Beschleunigung des Wechsels oder Wandels, bzw. die Ursachen der Beschleunigung geht, aber nicht nur um den Wandel selbt, wird auch ganz gern unter den Teppich gekehrt. Je nach dem, ob man blind auf das vertraut, was in der Breite gestrut wird, oder ob man auch mal querliest und andere Quellen als Vergleich nimmt.


    Gruß Andreas

  • Ich war am Donnerstag beim Imkerverein in Teltow und da zeigte man sich von den 40% Verlusten sehr überrascht. Rückfrage beim LV ergab lt. schriftlicher Antwort dass es wohl bisher Verluste zwischen 10 bis 90% gegeben habe...ohne jedoch schon exakte Zahlen zu kennen. Ergo wurde es im Interview der Mittelwert zwischen diesen beiden Extremen obwohl scheinbar nicht mal klar ist ob nun auch tatsächlich 50% der Imker nur 10% und 50% der Imker 90% Verlust gehabt haben...und welche absoluten Zahlen (ob 10 oder 100 befragte Imker) dahinterstehen wurde auch nicht so recht klar.


    M.

  • Heute liegt die Schadschwelle durch Varroen bei 2300, lt. W. Ritter, d.h. ab 2300 Varroen im Volk wird es fürdas Volk gefährlich, kaum Überlebenschance.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Zu der Zeit als die Varroa hier ankam, waren nicht nur Bieneninstitute sehr experimentierfreudig ... zeitliche Korrelation kannn irreführen, wenn man außer acht lässt, was sich sonst noch verändert hat z. B. in den 1960er/70er Jahren. Und auch später, als die "Varroa" begann, auch mit vergleichsweise geringen Befallsraten Völker zu killen und zeitgleich die Imker verblödeten ...


    verschwörungstheoretischen Gruß

    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Lt. Genersch ist der DWV ein sehr altes Virus (Millionen Jahre), das in nahezu jeder Biene zu finden ist, jedoch nicht in krank machender Menge und grundsätzlich nur in Brust und Hinterleib, nicht im Kopf. Virus und Biene sind im Laufe der Jahrmillionen aneinander angepasst.

    Die Varroa hat im Gegensatz zur Biene angeblich die Eigenschaft, dieses Virus sehr stark zu vervielfachen. Wenn die Varroa dann die Larve ansticht, injiziert sie damit auch das Virus in sehr hoher Menge und die Larve wird krank. Die schlüpfende Biene trägt dann das Virus in sehr hoher Konzentration in allen Körperteilen, auch im Kopf. In der Folge kann die Biene (geistig) behindert sein und Krüppelflügel haben.

    Gruß Ralph

    Moin, moin,

    hmmmh, wenn das so ist, dass das Virus sich in der Milbe sehr stark vermehrt, müsste diese doch auch an der Virose leiden? Womöglich gar eingehen? Sehr starke Virrenvermehrung in den Zellen eines Organismus, und der merkt von nix? Und das bei einem doch eher minimalistischem und hochangepasstem Tier? Marion? Kommt Dir das stimmig vor?

    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • ...hmmmh, wenn das so ist, dass das Virus sich in der Milbe sehr stark vermehrt, müsste...

    man den Einfluss der Viren während der ersten gut zwanzig Milbenjahre, bei um die 10.000 Milben je Volk doch heftiger gespürt haben als jetzt. Sicher haben die heute alten Imker auch damals schon geschlafen und nicht hingeschaut. Also nur keine Panik um die paar Milben und Viren in den heutigen Fit-Imkervölkern!


    Gruß
    Manne

    Ich weiß dass ich nicht weiß. (Sokrates)

  • ...Sicher haben die heute alten Imker auch damals schon geschlafen und nicht hingeschaut...

    Ach du meine Güte, die Jungen und sogar die Wissenschaftler, sie müssen auch alle gepennt haben; Von ihnen kam damals nämlich auch kein Virusalarm!


    Gruß

    Manne

    Ich weiß dass ich nicht weiß. (Sokrates)

  • Moin Manne,


    das wohl auch; und wahrscheinlich kann man heute aber leider nicht mehr die genaue Virenlast der dazumaligen Milben feststellen, mit hinreichender Sicherheit, um auf die Blockade der Immunabwehr der Bienen durch, zum Beispiel, Neonics zurückkommen zu dürfen und den Befund, dass Virenlasten auch in wildlebenden Hummelvölkern zugenommen haben?


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Ich kann nur bestätigen, dass sich aufgrund mehrerer Pestizidverbote die Lebensgrundlagen der Bienen in meiner Imkerei wesentlich verbessert haben. Es ist nicht abzustreiten, dass es wesentlich mehr Insekten gibt. Letzte Woche auf der Heimfahrt mit dem Motorrad schlugen die Insekten pausenlos gegen meine, durch die mit einer Sturmhaube gesicherten Wangen ein, dass mir fast die Tränen runterliefen, soetwas habe ich schon 40 Jahre nicht mehr erlebt.

    Wenn ich nicht nachlässig bin, dass darf man bei der Varroa nicht sein, denn das wird für die Bienen die Todesstrafe nach sich ziehen, dann kann ich hervorragend Imkern und jedes Jahr den Bestand nahezu verdoppeln. Momentan sitze ich schon etwas auf heißen Kohlen, da die Baurahmen und Drohnenecken unbedingt ausgeschnitten werden sollten und seit geraumer Zeit kein "Beutenöffnungswetter" ist.

    Es gibt aber genügend Gegenden wo die Bienen aufgrund Raps - Obst - Weinbau - Kartoffelanbau sehr intensiven Spritzungen ausgesetzt sind und obendrein mit Tracht und Pollenmangel durch die intensive landw. Nutzung zu kämpfen haben und da trifft die Aussage der Imkerin mit den 99 % Imkeralleinschuld am Völkertod nicht zu, das halte ich für eine undetailierte Nestbeschmutzung.

    Ständig begleitet mich die Angst, dass plötzlich wieder ein neues Beiz - oder Spritzmittel, dass als ungiftig deklariert ist Unheil über meine Bienen bringt.

    Die Imkerei ist aber nicht mehr das wie sie vor der Varroa und vor dem Pestizideinsatz war.


    Mein Resümee:

    Die Angst imkert immer mit!

    Franz Xaver aus Niederbayern

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