Wandern in den Raps?

  • Hallo zusammen,

    Ich habe meine Bienen im eigenen Garten stehen. Im Umkreis habe ich wenige Hektar Streuobstwiesen und absolut keine Landwirtschaft weil wir noch zum Stadtgebiet von Bamberg gehören.


    Jetzt habe ich in 8km Entfernung ein Bienenhaus angeboten bekommen. Das liegt im gleichen Landkreis unmittelbar in einem Raps Anbaugebiet.


    Nun ist die Frage, ob sich das denn lohnen würde, seine Bienen ab Juli dorthin zu verfrachten wenn die Obstblüte vorbei ist.


    Ich hab mit der Imkerei erst angefangen, aber letztes Jahr kam es mir eben so vor, dass der Raps geblüht hat während in meinem Garten schon alles vorbei war.


    Allerdings habe ich am aktuellen Stand noch richtig viel Wald in der Nähe und davon könnten sie ja auch noch etwas eintragen.


    Lohnt sich denn das Wandern auf Raps?

  • Guten Morgen,


    Rapsblüte dauert in der Regel von Mitte April bis Mitte Juni. Letztes Jahr war es bei mir sogar fast zeitgleich mit der Obsblüte.


    Also sollte im Juli beim Raps nichts mehr zu holen sein.

    Vielleicht hast du es mit Senf verwechselt. Der blüht Teilweise bis in den Oktober hinein. Sieht beim vorbeifahren fast identisch aus :-)


    Ansonsten lohnt sich die Wanderung in den Raps auf jeden fall. Nur eben früher ;-)


    Viele Grüße


    Stefan

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Nafets () aus folgendem Grund: RS

  • Hallo Rex,


    im Juli wirst Du keinen Rapshonig mehr ernten, der blüht im April und Mai. Du verwechselst das bestimmt mit dem Gelbsenf, der auch zu den Kreuzblütlern gehört, im Spätsommer wächst und sehr ähnlich aussieht.


    Gruß

    Frank

    Der Aphorismus ist wie die Biene: mit Beute beladen und mit einem Stachel versehen. (Carmen Sylva)

  • Ab Juli blüht auch kaum noch Raps, besonders nicht bei nicht mal 300 Höhenmetern wie du sie in Bamberg hast.

    Normal hast du eine knappe Überschneidung von Apfelblüte mit Raps, da gilt es dann den richtigen Zeitpunkt zu finden um Ende April/Anfang Mai in den Raps zu wandern. Das gleiche dann mit Raps und Akazie. Dann im Juni gehts mit dem Wald los und gegen Mitte/Ende Juni kommt die Edelkastanie und so ab Juli die Tanne. Alles Anhaltswerte die von Jahr zu Jahr variieren und gerade beim Wald/Tanne ist alles möglich.


    Also wenn du deine Obstblüte nicht voll ausnützt und dann rechtzeitig in den Raps wanderst, dann lohnt es sich auch. Musst halt immer wieder die 8km fahren um zu sehen wie weit die Rapsknospen sind.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo Rex,


    Raps ist zweischneidig. Einerseits ist es ganz nett eine zweite bzw. dritte Sorte Honig im Schrank zu haben. Bei normaler Witterung ist die Rapsernte auch von der Menge her, sehr ansprechend. Zeitliche Überschneidungen mit der Obstblüte hat man beim Raps eigentlich immer. Und je nach Anbauschema der Landwirte, musst du bei Rapsfeldern, insbesondere wenn du sehr nah an die Felder herangehst, auch mit Problemen durch Insektizide und Fungizide aus den verschiedenen Behandlungen der Rapsfelder rechnen.

    Ich würde empfehlen, gerade bei der ersten Rapswanderung, nur mit wenigen Völkern direkt an den Raps zu gehen; um Erfahrungen zu sammeln, das Risiko zu minimieren und genug der, wie ich finde, sehr leckeren Obsttracht, ernten zu können.


    Gruß

    Ludger

  • Ja, das war ein Grund warum ich mit der Imkerei angefangen habe.


    Nähe der Bamberger Altstadt und ich kann mir ziemlich sicher sein, daß ich kein einziges Volk durch Pestizide verlieren werde.

    Da ich aber unter der Woche in Nürnberg wohne, wollte ich einen zweiten Standort auch nur dann aufmachen, wenn sich der Aufwand wirklich lohnt und die Rapsblüte dann auf später ist wenn die vielen Hektar Obstblüte auch gänzlich abgeblüht sind.

    Aber wenn es mehr Arbeit als Nutzen ist, werde ich das Projekt nicht starten.


    Ich hab ja ausreichend Wald in der Nähe. Aber Waldtracht haben die in den beiden Jahren noch nie eingetragen . Und ich weiß nicht warum

  • Im ersten Jahr hatte ich gar keine Spättracht. Das war der Anfang, da hatte ich 2 Völker.


    Im zweiten Jahr hatte ich 3 Völker am Start.

    1 Volk hat 2 Waben Spättracht geholt und mein Stechervolk, die "Sowjets" haben 9 Waben Spättracht eingetragen.


    Aber ich weiß nicht ob es Waldhonig war, ausgesehen hat es genauso wie die normale Tracht im Juni...

  • 2 Standorte sind gut, mit je 4 Völker lohnt sich auch schon der Weg von 8km, selbst wenn man nicht wandert, sondern dauerhaft stehen lässt. Den Heimstand kann man ja auch für Ableger und Ziehen von Königinnen verwenden. Wenn es keine Bestäubungsprämie außer der eignen Obsternte gibt, sollte man nicht auf den Rapshonig verzichten- der Aufwand für mehr HR-Zargen lohnt sich. Vielleicht stellt sich ja heraus, das noch andere Trachtquellen im Flugkreis liegen. Vor allem kommt nicht gleich jemand an, das für die Grundstücksfläche 4 Völker viel zu viele sind. Zu DDR-Zeiten standen Bienenhäuser mit 15 NB52 im Kleingarten.

    Wir haben, obwohl zT nur 10m-50m Abstand zum Raps in den letzten 10 Jahren keine Völker im Raps verloren, evt Schädigungen werden durch den Entwicklungspush überkompensiert.

    Die Landwirte kennen unsere Bienenstände.

    Das Risiko von Pestizid-Schaden oder Faulbrut oder Varroa-Reinvasion oder mangelnder Tracht an einer Stelle trifft dann nur 50% deiner Völker.


    v

  • Grüsse

    Raps ist für die Völker immer gut bei guten wetter bekommen sie einen richtigen Schub

    ich habe zwei Stände und einer hat immer ein Rapsfeld vor der Tür den unterschied merkt man sofort

    Der Honig ist auch nicht zu unterschätzen ich habe schon oft zweimal den Raps schleudern müssen

  • Das Problem ist, dass ich unter der Woche in Nürnberg wohne und nur am Wochenende in Bamberg bin. Deswegen ist es aus zeitlichen Gründen nicht möglich einen zweiten Standort zu machen... so gerne ich es auch wollte. Ich bin sozusagen ein Wochenend-Imker...


    Danke für die vielen Antworten

  • Hallo,

    Ich krame das Thema mal wieder vor. Meine Bienen stehen etwa 1 km weit von einem Rapsfeld entfernt. Ich nehme stark an, dass sie es anfliegen werden. Aber würde es sich dennoch lohnen, direkt an ein Rapsfeld zu wandern? Oder ist der Unterschied zwischen meinem Standort und direkt am Feld stehen nicht so gravierend?

  • Je näher an der Tracht, um so besser ist es. Ausser du hast meine Bienen, mitten im Raps, hatten sie keine Lust auf Raps. Da kannst du noch so nah sein. Es gibt also noch jede Menge anderer Faktoren, die du nicht beeinflussen kannst.

    Nur wenn Du weißt was Du willst, kannst Du tun was Du willst. (Moshe Feldenkrais)