Adam-Fütterer: Wie verhindern, dass Bienen ertrinken?

  • Hallo, um meine Frage zu verstehen, möchte ich vorher noch beschreiben, wie es dazu kam:


    ich verwende derzeit Plastikfütterer, die dem Adam-Fütterer "nachempfunden" sind und z.B. in einen Innendeckel mit Spundloch gestellt werden können.

    Sie haben wie das Original einen Dom, in dem die Bienen aufsteigen und auf der Außenseite des Doms wieder absteigen können, um dann am Fuß des Doms das Futter abzunehmen.

    Auf dem Dom ist noch ein Plastikdeckel, durch dessen Rand unten das Futter einsickern kann, aber keine Biene raus kann.


    Soweit funktionieren die Teile ganz gut, doch weil halt meine Völkerzahl deutlich angewachsen ist, beginnt ein anfänglich kleines Problem langsam doch etwas lästig zu werden. Denn der große Nachteil gegenüber dem Original ist, dass die Bienen anschließend den Rest des Fütterers nicht belaufen können, um ihn zu reinigen.

    Denn der Domdeckel verhindert, dass die Bienen den Dom verlassen können, was zunächst auch gut ist, siehe weiter unten.


    Ich muss also zwischendurch den Deckel entfernen, damit die Bienen den Fütterer belaufen und reinigen können.

    Der Haken: Weil die Beuten meist nicht wirklich waagrecht stehen, ist in einer Ecke des Fütterers meist noch eine mehr oder weniger große Restlache Zuckerwasser.


    Wenn ich dann den Domdeckel wegnehme, gelangen die Bienen auch dort hin, aber statt die Lache brav vom Rand her aufzuschlecken kommt es oft vor, dass sie zu Hunderten und mehr reinlaufen und jämmerlich darin versumpfen - bei erstaunlich kleinen Lachen. Meist komme ich noch rechtzeitig, aber schön ist das nicht.


    Einige meiner Domdeckel habe ich gebraucht gekauft und der Vorbesitzer hat unten Löcher reingebohrt, so dass die Bienen durchkönnen, sobald der Futterpegel niedrig genug ist. Ergebnis: Das selbe wie eben beschrieben, nur eben automatisch ohne dass ich den Deckel selbst abnehme. Die Bienen gelangen in diese Futterlachen und zwar in Massen und können so ersaufen.


    Jetzt ist es doch beim Adam-Fütterer so, dass der Deckel auf Schrauben im Dom "liegt" und unten IMMER offen ist, also vergleichbar mit der Situation bei mir mit den gelöcherten Domdeckeln. Ertrinken denn die Bienen dort nicht wie eben bei mir beschrieben, sobald die Bienen unten rauslaufen können und an etwaige Futterlachen in einer Ecke gelangen? Wenn nein, warum ist das dort anders?


    Ich bin von Anbeginn an nicht wirklich zufrieden mit der Füttertechnik, denn entweder können die Bienen nicht überall hin zum säubern und es schimmelt oder sie können hin, aber dann besteht immer das Risiko, dass größere Bienenmengen ersaufen. Aber wenn ich andere Stände oder Bilder davon sehe, stehen die Beuten dort wie bei mir NIRGENDS wirklich alle exakt im Wasser oder einheitlich geneigt, ich halte das in der Praxis bei größeren Völkerzahlen auch für nicht gut machbar. Also müsste es doch immer größere Restlachen von Futter und damit die beschriebenen Probleme geben?


    Den Fütterer so drehen, dass der Dom möglichst an der tiefsten Stelle ist, geht nicht immer, weil der Dom muss ja auch möglichst über dem Brutnest sein.

    Ich könnte mir sogar vorstellen, von den Plastikteilen weg zu Adam-Fütterer-Zargen zu wechseln, doch wenn das Problem dort immer noch besteht, macht das keinen Sinn.


    Was läuft da bei mir also falsch? Oder muss man mit diesem Problem leben?


    Gruß

    hornet

  • Wenn der Futterkasten stark aus dem Lot ist und das Futter in eine Ecke läuft, dann kann das natürlich auch passieren. Der Abstand des Deckels zum Boden regelt ja nur, wann die Bienen die komplette Zarge belaufen können und wann sie nur innerhalb des Deckels abtragen können. Du öffnest die Schleusen halt per Hand... Anders gehts "automatisch".

    Aber wenn die Wasserwaage und/oder die Augen kaputt sind, dann kann das auch passieren... :) Aber muss schon einigermaßen schief stehen.

  • eben leider nicht, es passiert bei minimalen Lachen, 5mm tief und noch nicht mal bis zum Dom reichend. Und wenn es schon etwas kühler ist, passiert es besonders "gerne", aber kühl kann es bei der herbstlichen Fütterung nunmal sein.

    Meine Kisten stehen eigentlich sogar ziemlich gerade, aber eben nicht völlig. Und manche sacken halt mit der Zeit einseitig etwas ein, aber da sehen andere Stände schon viel schlimmer aus.


    Was ich mir bisher zusammengereimt habe ist nur, dass es daran liegen könnte, dass beim Adam-Fütterer-Original die Bienen dem Futter nur ganz allmählich und daher "gesittet" nachrücken können, während sie beim Abnehmen des Deckels vielleicht etwas ungestüm überall hinrennen und sich dann eben auch in die Lachen hinein"verrennen".

  • Ist beim meinen Adam-Holzfütterern mit Wachs abgedichtet auch so. In den glatteren Kunststofffütterern auch nicht schlimmer, wenn man die Domabdeckung (am Ende) wegnimmt

    Habe allerdings den Eindruck, dass bevorzugt in Völkern mehr Bienen ertrinken, die ansonsten auch mit hohen Milbenfall auffallen. In manchen Völkern wird bei gleicher Füttererpfützenlage nämlich brav einfach leer geputzt und nur vereinzelt sind tote Bienen drin und in anderen sind es bis zu 100, die dann in einer kleinen Pfütze ersaufen. Einen eindeutigen Zusammenhang mit der Pfützengröße sehe ich momentan weniger. Nur, wenn die Bienen auf einer Seite in den Fütterer können, der ansonsten noch ziemlich voll ist, scheinen sie den Ausgang nicht mehr zuverlässig zu finden. Das passiert, wenn man den Aufstieg versehentlich an der höchsten Stelle hat.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Ich bin mir ja nicht so ganz sicher ob wir uns komplett verstehen bzw. ich die Ausgangslage richtig vor Augen habe, aber zur Sicherheit...

    Wenn in meinen Trögen (Wagner) das Futter 5mm flächig steht, dann kommen die Bienen nicht unter der Kappe raus, sondern nehmen das Futter unter der Glocke ab. Andernfalls müssten sie ja tauchen ;) Sollte zumindest so sein, wenn man die Schrauben richtig einstellt...


    Wenn die Kiste etwas schief steht kommt es zwangsläufig dazu, dass sie irgendwann auf einer Seite der Glocke mit trockenen Füßen raus können und auf der anderen Seite knietief in der Blörre stehen.

    Wenn in einer Ecke sich das Futter so sammeln kann, dass es 5mm tief steht, aber keine große Fläche einnimmt, dann klingt halt einfach nach schief...! Wenn ich schludere, dann passiert das... und ich bin ziemlich sicher, dass ich den Fehler selbst gemacht habe. Zu schief = Ersaufen.


    Jörg in allen Ehren... aber ich halte nichts davon Futterzargen die ein Stück extra dazu gedacht sind ohne Schwimmer auszukommen am Ende wieder mit Schwimmern auszurüsten.


    Es gibt noch eine Möglichkeit... Ich hatte genau 1 Dadant-Fütterer von Bergwinkel im Einsatz und dort sind sie mir grundsätzlich ersoffen, weil die Dimensionierung des Doms scheinbar nicht passt. Der Aufstieg ist größer und die Kontaktfläche zum Futter auch. Der Weg zwischen Dom und Glocke ist dementsprechend auch weiter... Ich hab ihn aussortiert, weil es ein Massengrab war. Regelmäßig und immer wieder.


    So... gute Nacht für heute.

  • Ich hatte das gleiche Problem mit den Plastik Fütter. Hba sie Geschenk bekommen, aber mir sind die Bienen auch wie sonst was abgesoffen. Es klingt sehr nach deinen. Bei mir lag es einerseits an der grossen Freifläche Glocke und Abstieg. Die beinen flogen immer hoch an die Glocke und sind letzt endlich irgendwann in den Sirup gelaufen um den Weg zurück durch das Loch zu finden. Und das Plastik gibt auch nicht genug halt. Man hat sie immer wieder abrutschen gesehen. Das gleiche Problem hatte ich auch bei den Pfützen. Es sah manchmal so aus, als ob sie in die Pfütze hineinrutschen, weil das Plastik zu glatt war. Ich habe die Dinger danach entsorgt und mir für dieses Jahr Adamsfütterer von Wagner bestellt.


    Einfache Erkenntnis ... Plastikschrott.

  • Habe in (fast) leeren Adam-Holzfütterern such schon mal tote, mal lebende Bienen gafunden, ohne dem intensiver nachzugehen. Dachte dass hinge evtl. mit Fertigungstoleranzen zusammen. Habe auch mal festgestellt, dass din Abmessungen von Domen bei Adamfütterern je nach Hersteller differieren, also die Dome nicht beliebig vertauscht werden sollten.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Der Haken: Weil die Beuten meist nicht wirklich waagrecht stehen, ist in einer Ecke des Fütterers meist noch eine mehr oder weniger große Restlache Zuckerwasser.

    Das kannst du verhindern, indem du die Futterzarge so aufsetzt, dass der Dom an der tiefsten Stelle ist. (Wasserwaage!)


    Ich finde es sogar ganz praktisch, die Beuten für diesen Zweck leicht schief zu haben, so dass alles Futter zum Dom laufen muss und helfe evtl sogar mit einem temporären Keil unter der Beute nach. Die großen Lachen, die man bei Aufstellung in Waage hat, bleiben dann aus.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • moin

    ich denke an Kälte.

    Gerade kann man schon mal früh Morgens an Pfützen Bienen beobachten die, wenn sie zu kaltes Wasser aufnehmen, ertrinken.

    Flüssiges Futter muss, auch wenn es obenauf steht, nicht immer warm genug sein. Bei einem schwächeren Volk ist das eher warscheinlich.

    In starken Völkern sehe ich selten (viele) toten Bienen im Fütterer, es sind eher die Schwachen, denen der Verlust von Bienen im Fütterer besonders weh tut. Eine gefüllte Futterzarge zur Unzeit auf den Völkern wird/kann auch als Kühlung wirken,bzw. dringend benötigte Wärme abziehen.

    Meine Lösung ist Futterteig über den Oberträgern angeboten, da ertrinkt oder erfriert keine Biene.

    Unsere Väter haben Abends kleine Portionen handwarm und in Decken verpackt über ein Deckelspundloch in Literflaschen gefüttert..

    Davon ist man abgekommen, den bei Magazinen die im Freien stehen ist das nur mit Materialschlacht zu machen.

    Ich würde sagen, besser mit Zipplock oder Futterteig nachfüttern...

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Hier gibts was Gutes zu lesen

    http://www.pedigreeapis.org

    Eure Pedigrees, könnt ihr ab sofort hier problemlos u. fachlich geprüft im Original eintragen

  • Hallo an Alle. Man kann nicht immer die Kisten 100%ig waagrecht stellen. Aber ich behelfe mir ganz einfach mit einer Schwinnhilfe in

    der Ecke in der der Futterrest zusammenläuft. Manchmal hilft ganz einfach eine handvoll Gras.

    Wenn die Kiste sauber ausgeleckt ist, raus mit der Schwimmhilfe,wegen Schimmelgefahr.

    Grüsse Josef

  • Moin,


    also meine Plastikfütterer haben den Aufstiegsdom in der Mitte. Um die Restlachen möglichst klein zu halten kann ich den Fütterer mittels Holzstückchen austarieren. Geht ganz gut.

    Den letzten Futterrest nehme ich dann mit dem Fütterer ab und spüle ihn aus. In dem Dom sind mir noch keine Bienen ertrunken.

    Im Fütterer auch nicht, denn ich gebe ihn nicht zum ausschlecken frei.


    Gruß

    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!