Gestorbenes Volk mit brauner eingetrocknetem Schorf in den Zellen

  • Guten Abend,


    einem Freund von mir ist ein Volk gestorben. Typisches Bild, dachte ich erst, kaum Bienen, ausreichend Futter,
    Die Bilder, die er mir gesendet hat, lassen mich ratlos:
    Brauner Belag in den Zellen, fest getrocknet. Dazu fällt mir nichts ein.
    Durchfall so in den Zellen kann es ja wohl nicht sein, oder?
    In den wenigen stehen gebliebenen verdeckelten Brutzellen breiige Masse, eher grau, eher nicht Fäden ziehend.


    Volk ist ein Schwarm von 2016,
    Naturwabenbau, AS-Behandlung.
    Futterkranzprobe Anfang Oktober negativ.
    Zur Winterbehandung Mitte Januar 4 Wabengassen besetzt.
    Mitte Februar Bienen verschwunden.
    Hat jemand eine Idee?


    Gruß, Gunnar





    Meine Bienen fliegen zu 100 % mit flüssigem Sonnenschein.

  • Hallo Gunnar,
    der Aussage von Peter ist aus meiner Sicht nichts hinzuzufügen.
    Was aber sicher interessant sein könnte und einiges erklären wäre ein Bild von dieser Wabe im Ganzen.
    Gruß Norbert der Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Peter,


    Danke, das war auch einer meiner Gedanken, dachte nur, das Bienen nicht in die Zellen kacken.
    Macht aber Sinn, was soll es sonst sein.


    Gruß, Gunnar

    Meine Bienen fliegen zu 100 % mit flüssigem Sonnenschein.


  • Hallo Gunnar. Durchfall und Varoa. Außerdem ist eine Winterbehandlung Mitte Januar viel zu Spät. Winterbehandlungen müssen grundsätzlich zum 31. Dezember abgeschlossen sein, da sonst der aus den Völkern gewonnene Honig nicht in Verkehr gebracht werden darf. Dazu zählt auch verschenken des Honigs.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hier in Berlin auch an allen Ecken und Enden übelste "Schieteritis" - Nosema sagen die einen, Ruhr die anderen. Trifft vor allem alle durch die Bank, egal ob erfahrener Berufsimker oder Anfänger.


    Meines Erachtens lag es an dem kühlen, nassen Oktober, der plötzlich und laaaaang über die Immen kam. Bereits vor der Winterbehandlung war das bei den ersten Völkern symptomatisch erkennbar.
    Wüsste nicht, wann die noch gross ungeeigneten Nektar eingetragen haben sollten. Der "goldene Herbst" fehlte 2016 praktisch komplett und davon waren nicht nur wir überrascht.


    M.

  • Und hier klagen viele über vollgekrachte BR mit Wald- und Blatthonig im Herbst. Die stärksten waren die ersten! Hohe Belastung durch Flug, wenig Brut, wenig Platz - Schwächung der Winterbienen!?
    Ich habe das Problem nicht - Klee- und Unkrauttracht.
    Gruß
    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

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  • Die gezeigte Wabe ist typisch für Ruhr. Die Schorfe bezeichnet man auch als Ruhrschorfe. Amöbenruhr scheidet dagegen wegen der dunklen Farbe aus, Nosema hat ein ganz anderes Bild. Im Berliner Bereich hatten wir eine sehr starke Blatthonigtracht aus der Linde. Die bei mir erkrankten Völker fallen durch fast schwarzes Winterfutter auf, während die gesunden das nicht in dem Maße haben.
    Gruß Ralph

  • Danke für die Beiträge,


    Josef, Du hast recht und ich hatte mich verschrieben, Winterbehandlung war Mitte Dezember.
    Varroa glaube ich auch. Durchfall hatten dann die letzten Bienen.


    Hier in Hamburg auch viel Blatthonig und dunkles Futter.
    Und viel "Beutekunst",




    Meine Bienen fliegen zu 100 % mit flüssigem Sonnenschein.

  • Die gezeigte Wabe ist typisch für Ruhr. Die Schorfe bezeichnet man auch als Ruhrschorfe...Im Berliner Bereich hatten wir eine sehr starke Blatthonigtracht aus der Linde. Die bei mir erkrankten Völker fallen durch fast schwarzes Winterfutter auf, während die gesunden das nicht in dem Maße haben.


    Auch für hier zu bestätigen. In der Hochsommerphase im August/September hatten wir hier (nur) ca. 1 Woche lang mit allmorgendlichem Tau eine richtige Massentracht von Blatthonig aus der Linde. Die jetzt begonnenen Futterkranzproben zeigten noch immer Reste des buchstäblich cola-farbenen Herbsteintrages. Derartige Honige sind sehr mineralstoffreich und belasten die Kotblase der Bienen überdurchschnittlich. Wenn dann nicht rechtzeitig ein Wetterfenster für den Reinigungsflug aufgeht, wird es für viele Bienen (zu) eng.
    Die Winterbehandlung hat damit nichts zu tun. Und bitte, zum wiederholten Male: Den ominösen Stichtag "31.12." findet man auch nirgends in den maßgeblichen Rechtsvorschriften. Den hat nicht der Gesetzgeber, sondern irgendwelche Bürokraten zu ihrer eigenen Arbeitserleichterung erfunden oder Vortragsreisende, die durch markante Äußerungen im Gedächtnis bleiben wollen.

  • Hallo zusammen,

    mich hat es auch mit der Ruhr erwischt bei einen Volk.

    Wie ist die Vorgehensweise bei so was?

    Hätte jetzt gewartet bis es wärmer ist und hätte die in eine neue Beute umgezogen.

    Alle vekoteten Waben so gut wie möglich raus und alles desinfiziern oder?

    Gruß Hermann