Buckfastbienen unerwünscht

  • Hallo Zusammen
    Die Imkerschaft hat in den letzten Jahren harte Fakten geschaffen die einfach mal da sind .
    Doch zur Erinnerung die Dunkle Biene , Apis mellifera mellifera ist oder war unsere von der Imkerschaft verdrängte Wildbiene . Buckfast frei fliegen zu lassen ist eine Zumutung , wir lassen ja auch nicht Gänse zur Mast
    in die freie Natur .
    Die Carnica ist in DE ein Kind der NS- Zeit .
    Den Reinzüchtern von Melliferas Rassismus unterzuschieben ist somit schlicht absurd .
    LG Markus

    " Wohlstand ist die Summe aller Sünden ." (mw)

  • Hallo Maxikaner,


    wieso darfst du nicht im DIB-Glas vermarkten, weil du keinen Honigkurs hast oder weil du mit der "falschen" Biene imkerst?


    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • Hallo Susanna,


    da der gute Max nicht Mitglied im Imkerverein und somit über dem IV Mitglied bei dem DIB ist. Daher bekommt er keine Etiketten und somit darf er nicht im DIB-Glas verkaufen - Honigkurs hin oder her...


    Gruß
    Frank

  • Sorry, habe ich überlesen, das er nicht im Imkerverein ist! Klar kann er dann nicht im DIBglas verkaufen!


    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • Moin zusammen!


    Na das ist doch mal wieder ein sich äußerst spannend entwickelnder Faden. Ich dacht`s mir ja schon als ich gestern die Überschrift las, harrte der Schriebe die da zu erwarten waren (aus meiner Erfahrung heraus) und ... sie kamen.
    Zusammenfassend folgend erst mal einige Zitate aus diesem Verlauf (nicht zwingend chronologisch):


    Zitat

    die Original Crainer Biene, hatte einen Lederbraunen bis gelben Ring. So hat es Ruttner beschrieben und gezeichnet. Das wiederum scheinen viele Carnica Experten immer wieder zu verdrängen.


    Zitat

    Ich für meinen Teil werde Carnica und Buckfast nutzen. Um beide Rassen selbst zu erleben.


    Dazu sei direkt honigmayerhofer zitiert:

    Zitat

    böse Stecher gibt es bei der Bu und der Ca.


    Oder WFLP:

    Zitat

    Dass Kreuzungen von Carnica und Buckfast stechlustig sind, ist Unsinn. Ich imkere mit einer bunten Mischung aus beiden und entsprechenden Vermischungen.


    Zitat

    "Züchter" der "alten Schule" die gezielt Stände suchen und kontrollieren ob alles im nicht gelben Bereich ist.


    Zitat

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.


    Zitat

    "Über Buckfast spricht man nicht, man hat sie."


    Zitat

    Wegen den Buckfast-Einkreuzungen hätte man schon Bienenvölker bei uns, auf Grund der Stechlust, abschwefeln müssen (Aussage des BienensachUNverständigen (!) in meiner Region).


    Zitat

    Doch zur Erinnerung die Dunkle Biene , Apis mellifera mellifera ist oder war unsere von der Imkerschaft verdrängte Wildbiene .


    Zitat

    Buckfast frei fliegen zu lassen ist eine Zumutung , wir lassen ja auch nicht Gänse zur Mast in die freie Natur.


    :eek::eek::eek:


    @ Markus "Widder": Kannst / magst du mir / uns das mal erläutern? Insbesondere das unmittelbar obenestehende Zitat?


    @ all:
    Ich entnehme dem Geschriebenen, dass in diesem Punkt nichts maßgeblich Neues passiert, was auf eine mögliche Steigerung der Toleranz gegenüber "anderen" Rassen in einem offenkundig nicht ganz unerheblichen Teil der Imkerschaft schließen ließe, richtig?!
    Merke (mein persönlicher Senf zum Thema!):
    - Kreuzungen aus Buckfast und Carnica können Stecher sein, ebenso wie jede andere Kreuzung auch
    - Buckfast werden nicht auf Farbe selektiert, ergo ist es nicht möglich, diese daran zu identifizieren
    - vor dem Hintergrund der Entwicklungen in der Imkerschaft und bzgl. der Bienenzucht kann man leider in Deutschland nicht mehr von irgendeiner derzeit heimischen Biene sprechen - somit haben meines Erachtens Bienen, egal welcher Rassezugehörigkeit, allein weil sie Bienen sind, ein grundsätzliches Recht gehalten zu werden - ja, ich gehe soweit, dass wir uns in erster Linie daran erfreuen sollten, dass Bienen gehalten werden! Wenn dies vernünftig geschieht -(-> Hygiene, Bienengesundheit, Kooperation mit amtlichen Stellen, etc.)
    - "Kollegen", die meinen es nötig zu haben, Bienenstände anderer Imker zu kontrollieren: Bah!
    - ganz offenkundig (s.o.) schützt auch der Nachweis des "Bienensachverständigen" nicht vor mangelndem Sachverstand auf anderen Gebieten der Imkerei


    Das war`s in Kürze von mir.


    Gespannte Grüße
    Patrick, der imkert...mit...Bienen...

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Markus,
    ich glaube, Du vergreifst Dich etwas im Ton, wenn Du schreibst:


    Apis mellifera mellifera ist oder war unsere von der Imkerschaft verdrängte Wildbiene.
    Buckfast frei fliegen zu lassen ist eine Zumutung , wir lassen ja auch nicht Gänse zur Mast in die freie Natur.
    Die Carnica ist in DE ein Kind der NS- Zeit.


    Wie anders soll man gezüchtete Bienen, und nichts anderes sind die Dunkle, die Carnica und die Buckfast alle ohne Unterschied, halten, wenn nicht "frei fliegend"?


    Du glaubst doch selber nicht, dass die Dunkle heute noch(!) eine reine Wildbiene ist.
    Auch die Carnica ist ursprünglich aus Wildbienenformen entstanden und wurde hier verbreitet. Ob nun von nazis oder Nicht-Nazis ist doch hier völlig ohne Belang!
    Und sogar die Buckfast ist nichts anderes als eine Züchtung aus Wildbienen. Sie ist nicht vom Mond gefallen!


    Die Idee von "unserer" ungezüchteten Wildbiene als Honigbiene, die aus deinem Beitrag spricht, ist reine Phantasie.


    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • Hallo Patrick

    Nimm es mir nicht übel aber diese Frage meinst Du doch nicht im ernst ? Die Antwort weisst Du sicher selber .
    Wenn nicht hast Du zuwenig Wissen über biologische Zusammenhänge , was Imker bisweilen von sich stehts behaupten .
    Die heutigen Fakten , Tatsachen , Bestimmungen sind klar ich habe mich damit abgefunden so is es halt . Streit an dieser Stelle bringt gar nichts .
    Wir dürfen ja auch anderweitig legal die Umwelt bedrängen und vergiften etc. : Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!


    LG Markus

    " Wohlstand ist die Summe aller Sünden ." (mw)

  • In einigen hessischen Imkervereinen wird die sog. Rasse Apis mellifera carnicae gerne als das non plus ultra gehegt - zu Unrecht wie ich meine. Ich selbst durfte das auch schon (in abgeschwächter Form wie beschrieben) erfahren, als ich noch in Hessen Bienen gehalten habe.


    Die Mär von den "Stechern" aus Kreuzungen der bestenfalls Unterarten A. mellifera carnicae und der Buckfasbiene, die ja letztlich eine Mischung sehr verschiedener Apis mellifera Vertretern darstellt, muss wohl erfunden worden sein, um eine "Reinheit der sog. Rasse" A. mellifera carnicae zu erhalten.


    Ich habe mir das alles auch anhören dürfen, dennoch habe ich gezielt Buckfast an den Stand geholt und durfte mit den - zwangsläufig entstehenden - Kreuzungen imkern. Es war und ist gar kein Problem!


    Wie Patrick schon richtig schreibt, geht es um Bienen - auch im Hochtaunus. Beide - Buckfast wie Carnica - haben ihre jeweiligen Charakteristika, die man berücksichtigen muss, wenn man mit ihnen arbeitet. Und wer sich für eine von beiden entscheidet, wird es nicht schaffen, seinen Bestand auf Dauer rein zu erhalten - es sei denn, man verzichtet auf die Standbegattung.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Wir dürfen ja auch anderweitig legal die Umwelt bedrängen und vergiften etc.


    Das verstehe ich jetzt nicht - ist den "Rassenerhalt" förderlich für die Umwelt ???


    Warum so aufgeregt - wollen wir die Biene jetzt ideologisieren ? Mit den unfehlbaren "menschlichen Kategorien" belegen ? Sie konnte Jahrmillionen ohne diese Zuordnung leben und hat sich prima angepasst. Und wenn der Mensch sich Bienen aus anderen Regionen bediente, so ist das ein evolutionäres Geschehen (wir sind Bestandteil dessen). Und ob das gut ist oder schlecht, wird die Zukunft weisen.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Ich glaube ja, in 90% der Fälle geht es garnicht um die Bienenrasse, sondern um Stolz u. Ego des Imkers. Als ob man nicht mit jeder gut durchgezüchteten Biene gleichermaßen Imkern könnte.... Aber Hauptsache anders als der Rest, und der ist natürlich rückständig und doof.


    Ego, äh, Logo.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Das Thema Carnica/Buckfast ist doch mitlerweile überholt. Alle Züchter die Reinzucht betreiben fahren sowiso zur Belegstelle. Als Wirtschaftsköniginen werde aber F1 genutzt um den Heterosiseffekt auszunutzen.
    Gerade da ist eine Mischung interessant.
    Wir haben keine echte ursprüngliche Biene mehr. Auch die versuche zur Wiedernsiedlung der Dunklen Biene muss man Kritisch sehen, denn es ist keine Wiederansiedlung sondern meist eine verwandte Form aus Skandinavien. Diese sind Züchterisch stark bearbeitet und Produzieren in der F1 auch kaum stecher.
    Ich selber Imkere hauptsächlich mit der Ligustica und bin damit sehr zufrieden, die F1 sind fast durchgängig leistungsfähiger als die P, aber Kreuzungen.
    Dies wissen auch Carnica Züchter in meiner Nähe und haben interessanterweise keine Probleme damit.

  • Hallo Zusammen
    Imkern die reine Melliferas erhäten möchten Rasseidelogien anzudichten ist nun auch nicht sehr reflektiert .
    Dass die Mellifera imkerliche Zuchtarbeit - Auslese wie bei allen unseren Honigbienen hinter sich hat ist auch unbestritten .
    Das Thema sollte nach Faktenlage beendet sein .
    Sich zu Beginn die Bienen zuzulegen die in der Region vorherrschen wäre jedoch sensibel und nett .:p_flower01:


    LG Markus

    " Wohlstand ist die Summe aller Sünden ." (mw)

  • Guten Tag Zusammen,


    als ich Anfang der 80ziger mit DNM Magazinen anfing, war es für mich vollkommen klar, dass ich mir die Bienen der Region zulege.
    Die Unterstützung des örtlichen Vereins war beispielhaft und ich habe sehr viel gelernt.


    Leider musste ich aber auch sehr viel empirisch lernen.
    Trotz angekörten Völkern für das Zuchtmaterial haben wir bei unserer Betriebsweise, was das Schwärmen betraf, die Bienen nie richtig in den Griff bekommen.


    Die Monate April, Mai und Juni waren harte Arbeit.
    Mit der ständigen Schwarmkontrolle habe ich den Bienen und mir sehr viel Verdruss bereitet.


    Jetzt nach langen Überlegungen habe ich mich, wie am Anfang beschrieben, für eine andere Betriebsweise entschieden und auch den passenden Bien gefunden.
    Über ein Jahr habe ich mir Vieles in der Praxis angeschaut.


    Es wird keine Kompromisse geben.


    Auch diese Forum hat mich dabei unterstützt, da ich ja als Gastbesucher mitlesen durfte.


    Heute bekam ich Kontakt zu zwei Imkervereinen in unmittelbarer Nähe, die meine Betriebsweise, auch mit Buckfast Bienen, zumindest tolerieren.
    Interessant ist auch für mich, dass doch etliche Imker in meiner Nähe, die von mir favorisierte Betriebsweise mit eben diesen Bienen haben.


    Ich war vorher einfach nur zur falschen Zeit beim falschen Verein.


    Diese positive Entwicklung verdanke ich diesem Forum und auch den privaten Zuschriften.


    Nochmals vielen Dank


    Thomas

    (Fange nie an aufzuhören, höre nie auf anzufangen)