Begattungskästchen vs Veterinäramt

  • Hallo zusammen,
    mittlerweile führe ich im zweiten Jahr Bienen und nach einem Kurs in der Königinnenzucht möchte ich mich dieses Jahr auch mal heran trauen und kontrolliert Königinnen ziehen.


    Mein Standort der Bienen ist in Bamberg, dort führe ich aktuell 5 Zander Völker in einem großen Garten.


    Mein Wohnort unter der Woche ist Nürnberg, knapp 65km vom Bienenstand entfernt.


    Nun wollte ich in Bamberg die Königin ziehen, und das Begattungskästchen in Nürnberg auf dem Balkon aufstellen, da ich ja unter der Woche dort wohne. Meine eigene kleine Balkonnelegstelle.


    Allerdings verlasse ich dann ja den Landkreis und sogar den Regierungsbezirk, von Ober- nach Mittelfranken.


    Meine Frage bezieht sich auf die rechtliche Lage. Kann ich das denn einfach so machen?


    Der Typ vom Veterinäramt Nürnberg hatte überhaupt keine Ahnung, der weiß nicht einmal was ein Begattungskästchen ist. Bezüglich Gesundheitszeugnis habe ich das Veterinäramt in Bamberg angerufen und eine Email geschrieben, aber es meldet sich niemand im meine Fragen zu beantworten.


    Was kann ich denn jetzt machen? Irgendwie fühle ich mich vom Amt total im Stich gelassen. Dabei möchte ich doch einfach nur ein paar Königinnen ziehen



    Gruß Rex

  • Hallo Rex,


    da gibts nicht viel zu überlegen. Auch ein Begattungskästchen ist in dieser Hinsicht ein Bienenvolk. Wenn du die Völkchen also mit nach Hause nehmen möchtest, brauchst du für die Bienenvölker aus denen du die Begattungseinheiten bildest ein Gesundheitszeugnis und musst die Wanderung entsprechend an deinem Wohnort auch anzeigen. Auch jede 'richtige' Belegstelle wird diese Bescheinigung von dir verlangen, wenn du dort Bienen aufstellen möchtest.
    Noch ist Zeit. Bist du in Bamberg in einem Imkerverein? Normalerweise gibt es dort auch einen Bienensachverständigen (BSV). Wenn du beim Veterinäramt kein Glück hast, fragst du am besten den, wer deine Ansprechpartner vor Ort sind, bzw. wie die Abläufe bei euch geregelt sind, um ein Gesundheitszeugnis zu erhalten. Obwohl das ein Trauerspiel ist, wenn das Veterinäramt sich da nicht auskennt.


    Gruß
    Ludger

  • Hallo Rex,


    per Definition ist ein Begattungskästchen, wie auch ein Ableger und ein Wirtschaftsvolk ein "Bienenvolk".


    Um dies aus dem Zuständigkeitsbereich eines Veterinäramts (meißt Landkreis) in den eines anderen zu bringen ist ein Gesundheitszeugnis und die Meldung im Veterinäramt des neuen Standortes nötig.


    Rufe am Besten im für dir zuständigen Veterinäramt an und schildere denen, dass einige Bienenvölker im Mai nach Nürnberg verbringen willst und deswegen ein Gesundheitszeugnis benötigst.


    Die kennen dann den nötigen Ablauf.


    Mit dem ausgestellten Zeugnis kannst du dann "spätestens zum Zeitpunkt der Verbringung der Bienen" (oder so ähnlich der Gesetzestext) dem Veterinäramt in Nürnberg den Ursprung und die Gesundheit deiner mit nach Nürnberg mitgenommenen "Bienenvölker" nachweisen und gleichzeitig dort die Haltung von Bienen in Nürnberg mitteilen.


    Dies ist aber auch schon vorher möglich. Dann ist die Sache stressfreier :)


    Und nicht vergessen, die Rückwanderung der Bienen wieder nach Bamberg in Nürnberg zu melden ;)
    Grüße
    Stefan

  • Achso:


    Wichtig wäre noch, dass du in Bamberg mitteilst, dass du "nur" nach Nürnberg willst.
    Für Wanderungen innerhalb Bayerns gibt es ein "extra" Gesundheitszeugnis.
    Dazu müssen die Bienen nicht begutachtet werden, da reicht die Feststellung, dass die Bienen nicht aus einem Faulbrutbereich kommen.


    Den Fall hatte ich vor einigen Jahren, da hätte ich das Gesundheitszeugnis für Wanderungen in Bayern schnell ausgestellt bekommen.
    Da ich aber nach Hessen wollte (also aus Bayern raus), wurden alle meine Völker auf Faulbrut kontrolliert.


    Grüße
    Stefan

  • Erstmal Danke für die Antworten.


    Nein, ich bin nicht in einem Imkerverein. Aber ich kenne einen Bienensachverständigen. Der hat mir auch den Tipp mit dem Veterinäramt gegeben. Aber es meldet sich halt niemand und jetzt weiß ich nicht weiter. Ich möchte ja einfach nur ein paar Königinnen ziehen und mich an die Gesetze halten.


    Ansonsten sende ich einfach einen Antrag an die Nürnberger dass ich Bienen halten möchte. Vielleicht stelle ich ja tatsächlich mal ein Bienenvolk in den großen Innenhof. Gestört würde niemand werden, aber man muß natürlich auch vorher das okay der Anwohner einholen. Das wird aber frühestens 2018/2019 werden.


    Ich versuche es halt nächste Woche mal telefonisch etwas zu erreichen, ansonsten bleibt mir wohl nur... ein paar Proben an das Bieneninstitut in Veitshöchheim zu senden... und alles nur wegen ein paar kleinen Styroporboxen...

  • Naja. Ist doch aber sehr löblich! Ich weiß zwar auch nicht ob ich mir wegen ein paar Begattungskästchen so viele Gedanken machen würde. Aber es gibt halt auch böse AFB Geschichten. Das möchte ich mir auch nicht einschleppen oder für die Weiterverbreitung verantwortlich sein.
    Gruß Jörg

    Imkerforumstreffen 2019 am 8.-10. März 2019 in Kleinlüder

  • Wäre es nicht um ein vielfaches einfacher, die Begattungskästchen im Erstellungskreis zu belassen? So richtig viel helfen kannst Du den Bräuten doch eh nicht. Mehr als wöchentliche Besuche sind zumindest nicht notwendig, wenn auch wünschenswert für den Imker. Ob der Balkon gerade die besten Belegstellenvoraussetzungen hat, weißt Du doch auch nicht, oder?

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • Ich habe zwei Wohnungen. Meine Bienen mit mehreren Hektar Streuobstwiesen stehen in BA. Meine Wohnung mit Balkon befindet sich 65km südlich in Nürnberg. Ich möchte nicht irgendwo meine Begattungskästchen abstellen. Ich möchte auf meinem Balkon das kleine Völkchen wachsen und gedeihen sehen. Das ist... wie kann man das erklären... mehr etwas fürs Herz wenn man in der kargen Nürnberg Südstadt aus Beton ein paar eigene Bienen auf dem Balkon stehen hat.


    Ich werde es wahrscheinlich so machen, ein Volk mit Gesundheitszeugnis kaufen. Dann neu in Nürnberg anmelden und gut ist.


    Das Veterinäramt in BA hat sich nämlich nach einer Woche immer noch nicht gemeldet. Schade Deutsche Bürokratie