DNM oder Zander oder doch DNM?

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    Der Vorteil besteht darin, das in diesem 1. Honigraum ein virtuelles Brutnest entsteht, also kein Futterkranz über dem Brutnest und das alleine schon ausreicht, daß dir die Bienen nicht schwärmen. Der zweite Honigraum wird voll getragen und ein dritter ist oft angebracht.


    Von daher verstehe ich eher die Aussage nicht, daß 3 Zargen reichen sollen, hatte ich letztes Jahr auch, aber da war der Honig auch teilweise man gerade so bei 18% Wassergehalt. Ich glaube eher bei 1 Brutraum DNM sollte man mit 3 Honigraumzargen kalkulieren, also 2 effektiv nutzbaren.


    Bei DNM ersteckt sich das virtuelle Brutnest aber nicht über den größeren Teil der 1. Honigraumzarge; die Waben sind ja höher als bei Dadant. Zudem reicht das Brutnest nicht über alle 12 Waben. Bei 12 Waben passen rund 25 kg Honig in eine Zarge, plus eine gut halb gefüllte erste Honigzarge. Ich habe keine Tracht, die das ausfüllt (also mehr als 35 kg Honig bringt). Irgendwann wird dann ja abgeerntet. Zwei Honigräume brauche ich nur im Raps und in der Linde.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Auch wenn 25 kg Honig locker rein passen, sind das keine 50-70 kg Nektar.


    Ja, aber die Bienen lagern nicht erst 70 kg Nektar ein und fangen dann irgendwann an, Honig daraus zu machen.
    Außerdem trocknet der Honig besser, wenn die Bienen enger sitzen.


    Unabhängig von aller Theorie spricht die Erfahrung für das System: Ich habe so schon bis zu 90 kg Honig pro Volk und Jahr geerntet.
    Die Honigernten sind deutlich größer geworden, nachdem ich auf einen Brutraum umgestellt habe, was nicht nur daran liegen kann (wie Liebig meint), dass weniger Honig im Brutraum bleibt.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Wolfgang, einräumiger BR in der Trachtsaison und zweiräumig aufgefüttert - so verstehe ich es. Da bleibt aber die Notwendigkeit, im Frühjahr die Brutwaben in einer Zarge zu sammeln. Wann machst Du das üblicherweise ?


    Danke für ein Antwort


    Rainer

  • Hallo Tine, Du wirst für jede Betriebsweise genauso viele Befürworter wie Gegner finden bzw. genauso viele Vorteile wie Nachteile aufzählen können. Mache Dich davon frei. Ich habe die ersten Völker auf DNM bekommen und bin dabei geblieben. Nach gefühlten 100 Stunden Abwägung: bleibe ich dabei oder steige ich um und nach vielen 1000 Eur die ich inzwischen in die Hardware investiert habe, imkere ich immer noch auf DNM. Was ich dabei am angenehmsten finde ist das selbe Maß im Brutraum und Honigraum. Die ausgebauten Rahmen aus dem HR kann ich im BR verwenden und wenn die Bienen in der Tracht die Rähmchen im BR mit Honig voll knallen werden sie kurzerhand in den HR umgehängt. Der einziger Nachteil sind für mich die kleinen Ohren, die z.B. bei Zander größer sind. Ansonsten werden alle anderen Aspekte im Hobby Bereich überbewertet oder spielen keine Rolle. Meine Meinung.


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  • Wolfgang, einräumiger BR in der Trachtsaison und zweiräumig aufgefüttert - so verstehe ich es. Da bleibt aber die Notwendigkeit, im Frühjahr die Brutwaben in einer Zarge zu sammeln. Wann machst Du das üblicherweise ?


    Ja ganz richtig. Schwache Völker überwintere ich einzargig, die anderen zweizargig.
    Im Frühjahr werden die Bienen auf eine Zarge eingeengt. Das mache ich im März, wenn die Bienen zum ersten Mal richtig fliegen. (Warme Tage im Februar sind bei uns selten). Dass sie dann auf zwei Zargen brüten, ist die Ausnahme. In solchen Fällen werden bebrütete Waben umgehängt. Das gilt auch für die Futterwaben. In den 12er Zargen ist genug Platz für Futter bis zum Beginn der Trachtzeit.
    Schwache Völker schiede ich zusätzlich.


    Wolfgang

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  • Hallo Tine, Du wirst für jede Betriebsweise genauso viele Befürworter wie Gegner finden bzw. genauso viele Vorteile wie Nachteile aufzählen können. Mache Dich davon frei. Ich habe die ersten Völker auf DNM bekommen und bin dabei geblieben.


    Das sehe ich genauso. Und wie die Beiträge hier zeigen, gibt es auch ohne Wechsel des Wabenformats einige Möglichkeiten, die Betriebsweise zu ändern. Sobald man die Grundverfahren beherrscht und im Groben weiß, worauf es ankommt, kann man das bei einzelnen Völkern ausprobieren.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Boah -ihr ballert einen Anfänger ja ganz schön zu 😉


    Vielen Dank für die vielen Antworten und die angeregte Diskussion.


    Mein "Bienenvater" (= Wiesennachbar) ist so freundlich, im Rahmen seiner Möglichkeiten, mir einen Ableger abzutreten. Hierher rührt die Überlegung DNM weiter zu verwenden.
    Das bietet sich in so fern an, als dass die Völker dann auch gemeinsam bewirtschaftet werden könnten.


    Nach einiger Recherche bin ich auch auf den Trichter gekommen, dass bei einige Beutenmaße in eingeschränkten Rahmen (Warmbau oder Kaltbau) Rähmchentausch möglich ist. 🙂


    Ich habe mir daher überlegt, meine Beuten nach Zander Dr Liebig anzuschaffen - also Holz.
    Verschiedene Rähmchengrößen, wenn auch vom gleichen Beutenmaß, möchte ich eigentlich nicht haben.
    Dann nehme ich lieber zwei halbe Zargen und stelle sie nebeneinander. Das käme mir als Frau schließlich auch entgegen 😉


    Mit den anderen Formaten habe ich mich nur am Rande befasst, da wie schon gesagt, in meiner Gegend das Zanderformat vorherrscht.
    Was die Anzahl der Völker angeht: da fange ich doch erst mal klein an. zwei Völker für den Anfang. Ob es mehr werden und wie viele es dann werden - Das wird die Zeit zeigen. Und die Bienen natürlich 🐝


    Was mich schon zu einer nächsten Frage bringt:
    Wenn bei mir nicht der Honig im Vordergrund steht sondern Biene,
    Und wenn ich darüber hinaus noch Den Lernaspekt betrachten
    Was nehme ich dann?
    Wirtschaftsvolk ab April
    Ableger ab Mai


    Regnerische Grüße
    Tine

  • Du bekommst es auf DNM. Es gibt im Liebigsystem Kombibeuten, wo man im Warmbau DNM und im Kaltbau Zander einhängen kann, z.B. bei Bienenweber. Du benötigst eine solche Zarge. In die setzt du das Volk auf DNM ein. Auf diese Zarge setzt du eine Zarge mit Zanderrähmchen, die mit Mittelwänden bestückt sind. Ohne Mittelwände geht es nicht und auch Anfangsstreifen sind hier keine Lösung!
    Warte, bis das Volk die DNM-Waben richtig besetzt. Dann setze die Zanderzarge auf. Das Volk wird die Mittelwände schnell ausbauen. Dann die Königin nach oben und ein Absperrgitter zwischen beide Zargen. 3 Wochen später kannst du die untere Zarge entfernen. Die Zarge selbst kannst du anschließend für Zander weiter verwenden.
    Gruß Ralph

  • Das ist die eine Version. Theoretisch ist die Vorgehensweise vollkommen richtig. Im letzten Jahr haben meine Bienen aber wieder mal diese Theorie nicht nachgelesen. Meist klappt das aber so, wie von Ralph beschrieben.
    Eine andere Version wäre ein Schwarm. Dann brauchst Du erst gar nicht mit DNM anfangen und Mittelwände sind auch nicht unbedingt notwendig. Die gibt es aber erst ab Mai und für dieses Jahr ist nicht mit einer sehr großen Honigernte zu rechnen, wenn überhaupt.
    Frag doch deinen Wiesennachbarn mal wie "im Rahmen seiner Möglichkeiten" genau aussieht. Was würde er dir denn geben? Vollvolk im April, Ableger im Mai, Ableger später, Schwarm (Natur- oder Kunst-)...

  • Mein freundlicher Wiesennachbar wird mir einen Ableger überlassen - also ab Mai.
    Das gibt mir aber auch noch genügend Zeit, die Beute zu besorgen und vorzubereiten.


    Irgendwo habe ich eine Bemerkung zu den Rähmchen gelesen - die sind vom Bienen Weber, die Mittelwände auch.


    Spricht eigentlich etwas dagegen, diese Mittelwände in einen Zanderrahmen zu löten?
    Ja ich weiß, die sind kleiner als Zander, aber das bauen die Damen doch dann zu, oder?


    Oh Mann, Katzen halten ist einfacher - da kenn ich mich mit aus ^''^
    ;-)


  • Spricht eigentlich etwas dagegen, diese Mittelwände in einen Zanderrahmen zu löten?
    Ja ich weiß, die sind kleiner als Zander, aber das bauen die Damen doch dann zu, oder?


    Ja, natürlich. Kann halt auch Drohnenbau sein, was dann angebaut wird.


    Was übrigens auch geht (wenn die Rähmchen horizontal gedrahtet sind), ist stückeln. Also an der Seite einen Streifen anlöten. Die "Naht" macht den Bienen keine Probleme. Die können das von Natur aus - Naturbau wird auch an verschiedenen Stellen am Oberträger angefangen und dann zusammengeführt.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo,
    ich würde heute nicht mehr drauf schauen was mein Nachbar hat. Allzuoft wirst Du darauf nicht zugreifen müssen.
    Das Maß aussuchen, gut einlesen, was Dir gefällt. Sonst hast Du nachher 2-3 Beuten dastehen und 500 Material, dass Du nicht mehr willst.
    Er kann Dir ja auch einen z.B. einen Kunstschwarm machen, oder du setzt Bienen auf ein anderes Maß. Die Arbeit hat man 1-2 Mal danach, bist Du bei etwas Glück nicht mehr auf andere angewiesen und hast das Maß, dass Du möchtest. Natürlich schwer zu sagen was einem gefällt was man noch nicht gesehen hat.
    Aber generell kann man ja schon mal einteilen. Großraum, 2 zargig. Heute gibt es für DNM wie auch für Zander Bruträume in 1.5 fachen Höhe. Warum Du jetzt noch mit Zander anfangen willst, kann ich zB nicht nachvollziehen. Du bekommst DNM und kannst, wenn Du dir vorher Verfügbarkeit anschaust, ohne Probleme auf 1,5. Zander musst du schon "basteln". Und wenn du schon "basteln" willst, dann kannst du auch auf Dadant. Alles geht, aber unnötig Arbeit würde ich mir nicht machen.


    Beste Grüße
    Olli