Diskussion zum Thema Aktueller Zwischenstand zum Bienenwachsskandal 2015/2016

  • Danke, Bernhard, dass Du all das hier schreibst. Wahrscheinlich sind Markus und Du nur die ersten auf einem Weg, den wir noch vor uns haben ...

    Keep going, und Berichte bitte weiter!

    Good luck!!


    Mitfühlende Grüße, iJörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Bernhard, keep fighting!


    Die Winterbienen kommen erst noch. Noch hast du es in der Hand zu retten was man noch retten kann -und wenn nicht du wer dann?

    Bei mir waren leider schon Winterbienen erbrütet und die vermeintlich geretteten haben es bis in Februar geschafft um dann mangels Bienenmasse von uns zu gehen.

    Kann daher den Schritt zu den Plastikmittelwänden zur Rettung verstehen. Hoffen wir das Wachs darauf ist in Ordnung.


    Ich hoffe wir bleiben mit eine der ersten und letzten die sowas mit machen müssen. Nicht nur das Elend der Bienen, auch die eigene Gesundheit leidet da sehr stark darunter. Normal sollte man sich da direkt auf die Couch legen und sich seine Probleme und Ängste von der Seele reden.


    Liebe Verbände, Institute und Politik... einmal nach Belgien schauen und überlegen ob die übertreiben oder die Situation einfach nur richtig erkannt haben.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Kunststoffmittelwände könnten für mich nur eine Übergangslösung sein.


    Auf Dauer möchte ich sowas nicht - dann lieber keine Bienen mehr.


    Wobei ich hier noch kein Problem habe - alles noch "normaler" Wahnsinn.


    Grüße Ralf

  • Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Mit den alten Waben erstelle ich nun Zweiköniginnenvölker, immer zwei alte (gute) Waben und zwei neue Mittelwände dazu.




    Ich stelle immer fest, wenn ich in dieser Jahreszeit fertige Waben mit Mittelwänden mische und füttere, dann werden die Mittelwände nur zögerlich oder garnicht ausgebaut. Stattdessen werden die eingesetzten Waben verhonigt.

    Wenn ich aber das Volk auf nackte Mittelwände setze und flüssig füttere, funktioniert der Ausbau gut, da die Bienen das Futter nur auf diese Weise unterbringen können. Warum also mischst du Mittelwände mit ausgebauten Waben?

    Eine Alternative wäre es doch auch, alle bebrüteten Waben bienenfrei in weiselrichtigen Brutsammlern zu sammeln und die Bienen dort schlüpfen zu lassen. Derweil könnten die Spendervölker die nackten Mittelwände zu Waben ausbauen. Mit den in den Brutsammlern geschlüpften Bienen und auch mit noch nicht geschlüpften Brutwaben könnten die Spendervölker dann verstärkt werden. Auch wäre es möglich, mit den ausgelaufenen Brutwaben die Spendervölker nach dem Ausbau der Mittelwände zu komplettieren.

    Gruß Ralph

  • Ich komme gerade zum Kaffee rein und dein Posting, Ralph, lässt mein Kaffee sauer werden. Hast Du irgendwie mitbekommen, dass die Brut abstirbt? Hast Du irgendwie mitbekommen, dass es hier nicht um ein übliches Problemchen geht?


    Ich habe zwei Bruträume voll Dadant-Brutwaben auslaufen lassen: 2x 12 Waben x 6.000 Brutzellen pro Wabe. Das sind 144.000 schlüpfende Bienen.

    Davon ist etwas mehr als ein kräftiger Kunstschwarm nach dem Schlupf rausgekommen. Mehr nicht!


    Die Probleme, die ich im Moment habe, würde ich meinem ärgsten Feind nicht wünschen. Die üblichen Tricks und Kniffe funktionieren nicht. Sei nicht so naiv und denke, dass ist mit etwas Wachstausch getan. Wenn Du das nicht schnell genug mitbekommst, oder die Waben nicht schnell genug rausbringst - weil es einfach zu viele sind! - dann knicken die Völker ein. Es kommt zu wenig Brut nach! Lauter alte Bienen im Kasten. Die Königin wird auch geschwächt, weil sie die ausgeräumten Zellen wie wild nachstiftet! Das strengt die Königinnen unwahrscheinlich an. Völker mit alten Königinnen sind schnell am Ende = tot! Junge Königinnen werden wohl schnell am Limit der Kräfte kommen.


    Um Moment schmelze ich alles ein, auch verdeckelte Brut. Weil davon eh nur ein Teil schlüpft und vermutlich auch kurzlebig ist. Alle halbwegs gute Waben lasse ich drin. Verdächtige Waben markiere ich und sehe sie in einer Woche noch mal an.


    Alles in allem eine sehr anstrengende Arbeit. Mitten in der Sonne den ganzen Tag und bei allerfeinster Räubereistimmung. Abends und nachts schmelze ich dann den übertags angesammelten Haufen Waben ein. Morgens dann entdrahten und Plastikmittelwände rein.


    Einfach nur brutal. Für Bienen und Imker.

  • Hallo Bernhard, du musst mich wohl missverstanden haben. Ich versuche es anders zu formulieren:

    Der Mix von Mittelwänden mit ausgebauten Waben funktioniert meiner Meinung nach nicht. Wenn man einen schnellen Mittelwandausbau will, dürfen die Völker in dieser Jahreszeit keine oder höchstens eine ausgebaute Wabe vorfinden und müssen dabei flüssig gefüttert werden. Das wird auch bei deinen Kunststoffmittelwänden vermutlich nicht anders sein.

    Ich nehme einmal an, dass die ausgebauten Waben, die du zwischen deine Kunststoffmittelwände stecken willst, nicht die sind, in der die Brut stirbt; das wäre ja wohl sinnlos. Falls die leer sind, würde ich sie in Völker ohne Mittelwände geben, damit sie bebrütet werden. Eine einzige gute Leerwabe könnte man auch zwischen die Kunststoffmittelwände stecken, damit die Königin sofort starten kann und um das Brutnest zu zentrieren. Da funktioniert der Mittelwandausbau auch noch gut.

    Falls in irgendwelchen Waben ordnungsgemäße Brut sein sollte, würde ich die in Brutsammler stecken, um möglichst viele Völker auf die Kunststoffmittelwände zu setzen. Dadurch könnte ich mehr neue Waben erzeugen und aus den Brutsammlern nach dem Auslaufen der Brut Leerwaben aus gutem Material und Bienen zur Verstärkung der Brutspender gewinnen.

    Falls das deiner Meinung nach nicht funktionieren sollte, kläre mich bitte auf, warum nicht, vielleicht auch per PM. Vielleicht verstehe auch ich etwas falsch und wir schreiben aneinander vorbei.

    Gruß Ralph

  • Ralph ich denke Bernhard braucht jede Biene die da noch schlüpft. Wer sowas noch nicht selbst gesehen hat kann sich nicht vorstellen wie die Völker sprichwörtlich zusammen brechen.

    Normal hat man bei einer Brutentnahme Bienen die langlebig werden und nochmal mind. Einen Brutsatz schaffen und erst nach dem Schlupf abgehen.

    Bei diesem Problem werden die Bienen selbst dann nicht mehr wirklich kurzlebig und bevor die Königin 21 Tage zum Brutnestausbau hatte sind dann einfach die Bienen schon nach 14 Tagen weg und leben nicht bis zu 6 oder mehr Wochen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Könnte es sein, dass Futtersaft der kontaminiert ist mit PSM bei den neu ausgebauten MW's ins Wachs übergeht da ja fettlöslich und bei den alten Futterwaben die mehrfach mit Nymphenhäutchen ausgelegt sind das praktisch nicht passiert?

  • Das könnte sein, wenn die Bienen da überhaupt dann noch Futtersaft produzieren können.

    :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Es kann alles sein, jedoch nochmal mit Verweis auf die Studie aus Belgien, es wurde sauberes Afrikawachs mit Stearin versetzt. Unsere ursprüngliche Vermutung auf PSM und Co ist damit erstmal nicht zwingend dafür verantwortlich, kann jedoch in der Summe ebenfalls noch ihren Teil dazu beitragen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
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  • Ganz abgesehen von Bernhards Problem, konnte ich über die Jahre feststellen, das ausgebaute unbebrütete MW im Brutnest nicht mehr, bzw kaum von alten Königinnen bestiftet werden, dann eher von jungen Königinnen. Da ich vor 6 Tagen ein starkes Volk auch auf MW gestetzt habe, Waben sind inzwischen ausgebaut und voll Futter. Ich bin gespannt ob die alte Königin da noch ein richtiges Brutnest schaffen wird. Ich habe bei allen Volkern nur bebrütete Waben im Wintersitz.

    Also ich wünsche dem Bernhard viel Erfolg mit den Plaste-MW, das das beim Honig klappt das ist schon bewiesen, aber das das Brutwaben werden, aus denen gesunde Bienen schlüpfen, da habe ich meine Zweifel. Also ich würde mich da mal umhören, ob nicht einer, ein paar gut gebrauchte Brutwaben, abgeben kann.

    Bernhard, ich kann mir gut vorstellen wie es dir geht, nun fällt es mir schwer die richtigen Worte zu finden, aber schlaf mal drüber.


    Ich möchte auch nur ganz am Rande erwähnen, das ich die Ursache für die Völkerverluste im vergangenen Jahr bis heute nicht erklären kann. Aber das die Hauptursache das Wachs war davon bin ich nicht überzeugt. Ich kann nur sagen das ich ein gutes Gefühl habe wenn ich meine Völker betrachte. Ob sie nun auf frischen guten Wachs sitzen, oder manche noch auf Wachs von vor 2 Jahren.


    Wenn mir ab und zu noch eine Wabe vom vorigen Jahr begegnet, das fällt sofort auf, dann kommt mir die Galle hoch. Aber nächstes Jahr sollte das Problem dann endlich doch gelöst sein. ich dachte das Aussortieren ginge schneller. Die Praxis sie eben oft anders aus als die Theorie.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)