Diskussion zum Thema Aktueller Zwischenstand zum Bienenwachsskandal 2015/2016

  • Lieber Bernhard, auch wenn es kaum etwas bedeutet, will ich mein Mitgefühl zum Ausdruck bringen. Von Deinen vielfältigen Erklärungen, Versuchen, Texten, Videos usw. usf. konnte ich so viel profitieren (und ich bin gewiss bei weitem nicht der Einzige) … ! Dass es Deine Völker nun so trifft, gewissermassen trotz bester Vorsichtsmassnahmen, ist einfach nur hart. Ich hoffe, dass sich die Dinge wieder zum Guten wenden!

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Moin Bernhard,


    auch dir mein vollstes Mitgefühl. Ich hatte ja letztes Jahr ein fast identisches Bilder. Hier nochmal ein paar Bilder


    imkerforum.de/attachment/8215/imkerforum.de/attachment/8216/imkerforum.de/attachment/8217/imkerforum.de/attachment/8218/


    Daraufhin nahm der Mirko Wohlrabe Kontakt zu mir auf, der zu diesem Zeitpunkt das Problem seit 3 Jahren hat, immer mit mehr oder weniger Löchern. Er hat ebenfalls umgearbeitetes Eigenwachs und keine zugekauften MW.

    Nach Wachsanalysen die ebenfalls ergebnislos verliefen hatte er Kontakt mit Guido Eich. Dieser geht in seinem Fall mittlerweile von einer Vergiftung aus und nicht mehr von Schadwachs.

    Was es ist, weiß aber wieder keiner.

    Auch bei Ihm tritt es in allen Völkern auf, egal wie alt die Kö, ob Ableger oder Wirtschaftsvolk.


    Hier mal die Bilder die ich von Ihm als PDF bekam


    IMG_1243.PNGIMG_1244.PNGIMG_1245.PNGIMG_1246.PNG


    Wenn du seine E-Mail möchtest, gib mir kurz bescheid, dann leite ich sie dir PN weiter.

    Schade das wir so eine Diskussion nicht vor 1 Jahren führen konnten.



    Ich drück dir die Daumen Bernhardt und ich vermute dein Wachs wird Ok sein.


    Viele Grüße,


    Max

  • Jetzt werde ich mir überlegen müssen, wie ich meine Bienen vor dem Siechtod bewahre und in den Winter bringe.

    Jetzt hast noch die Chance, darfst aber nicht mehr wirklich warten, nach Mitte Juli würd ich es nach meiner heutigen Erfahrung nicht mehr versuchen. Es darf keine Winterbiene darauf erbrütet werden!

    Raus mit dem Mist, höchstens Waben die mind. 3 Waben Abstand zu den betroffenen hatten behalten und dann bauen lassen. Mit deiner Warre Erfahung muss man dir da ja nichts dazu sagen zwecks Naturbau.

    Vereinigen was vereinigt werden muss, fragliches mit Potential zum Überleben genauso, die Masse wird erstmal noch abnehmen und man braucht jede Biene.


    Hatte gehofft sowas nicht mehr sehen zu müssen. Muss dir glaub ich nicht sagen, dass ich mehr als nachvollziehen kann was bei dir gerade los ist und wie es dir geht.



    Ich habe nun Honigräume ausgeschmolzen und das daraus entnommene Wachs selbst (!) zu Mittelwänden verarbeitet.

    Aus was für Wachs entstammen diese Waben? Zugekaufte eingeschmolzene Honigraumwaben die somit schonmal verdünnt waren, von dir ausgeschmolzen und zum Umarbeiter gingen, dann in die Völker kamen und nochmal verdünnt wurden und nun wieder ausgeschmolzen und selbst umgearbeitet?

    Dann hattest Glück im Unglück, dass die Völker dadurch nicht schon kurzlebig wurden.

    Oder hattest du doch schon Probleme und nur nicht erkannt? Damit spiel ich auf deine Doppelvölker hin, waren die Völker zu schwach und daher kamen die 2 Königinnenvölker als rettende Lösung?

    Rückblickend erkenn ich bei mir gewisse Handlungen die versucht hatten aus der Situtation noch das beste zu machen.


    Hast du dieses Wachs mal dem Thie Test unterzogen?

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Ich drück dir die Daumen Bernhardt und ich vermute dein Wachs wird Ok sein.

    Max, vergleich mal die Bilder indem du auf die Zellränder und die Propolisierung achtest. Mit ein wenig Sensibilisierung auf die wirklichen Zeichen wirst du Problemwachs schneller erkennen als dir lieb ist.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Bernhardt - mal kurz eine Frage:

    Wie weit stehst du beim Spargel weg?

    Mein Nachbarimker der direkt am Spargel steht hat mir gestern genau die selben Probleme geschildert die du hast.

    Die Völker laufen aber auf Naturbau.

  • Das ist Obersch.... !! Tut mir sehr leid für Dich und Deine Völker !

    die den Mittelwandwaben gegenüberliegenden Wabenseiten der alten Waben(!) werden allen Anschein von den Mittelwänden angesteckt und es zeigt sich ein ähnliches Bild auf der der Mittelwand zugewandten Seite.

    Der Umstand deutet auf zwei Möglichkeiten hin:


    - Verschleppung des/der Stoffe von einer Wabe auf die Andere durch die Bienen oder durch leicht flüchtige Substanz(en) aus dem Wachs über die Gasphase und Wiederaufnahme in das Wachs der gegenüberliegenden Wabe.


    Sicher hast Du schon Analysen in Auftrag gegeben - schon Ergebnisse ?


    Mitfühlende Grüße


    Rainer

  • Ich möche folgende Beobachtung beisteuern:

    (i) Meine Völker, verteilt auf 4 ortsfeste Stände produzieren 50 - 60 kg Wachs (Einschmelzwaben + Deckelwachs). Dieses schicke ich seit einigen Jahren zu demselben Umarbeiter für Mittelwände. Ich hatte bis einschließlich letztes Jahr keine Probleme oben gesehener Art.

    (ii) Über die letzten 10 Jahre oder so habe ich "rapsfrei" geimkert. 2017 wurde zum ersten Mal Raps im Umkreis zweier Stände angebaut, beide Male in ungefähr zweieinhalb km Entfernung. Die Völker dieser beiden Stände haben Rapspollen und -honig eingetragen, die anderen nicht.

    (iii) Ungefähr die Hälfte der "Rapsvölker", wie auch die dort aufgebauten frühen Ableger (aber nicht alle) zeigen dieses Jahr die oben angesprochenen Brutbilder auf (manchmal nicht vollständig ausgebauten) Mittelwänden.Tatsächlich: leichte Propolisierung der Zellränder.

    (iv) In den Völkern und Ablegern der beiden "rapsfreien" Stände habe ich dies nicht beobachten können.

    (v) Diese Beobachtungen an insgesamt 60 Völkern liefern keine besonders gute Datenbasis, und nichts ist gesichert hier. Dennoch mag man vielleicht eine Korrelation zwischen Rapseintrag und dem hier in Rede stehenden Phänomen hineininterpretieren. Wenn so, dann hätte das in # 310 angesprochene Vergiftungsargument etwas für sich. Glaubt man nun daran, dann wäre eine Wirkungskette aufzudröseln, die erklärt, warum man auf manchen (neuen) Waben das Phänomen sieht, auf weiter weg hängenden (alten) Waben aber nicht. Vielleicht spielt ein bestimmtes Zeitfenster eine Rolle, in dem PSM-Eintrag, Bau- und Bruttätigkeit auf fatale Weise zusammenkommen. Viel Raum für Spekulation ... und Dissertationen ...


    Frustrierte Grüsse

    Baudus

    Dateien

    • P7060248 (1).jpg

      (133,13 kB, 257 Mal heruntergeladen, zuletzt: )

    Und wieder ist Frühling / auf alte Torheiten / folgen neue Torheiten (Issa)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Baudus ()

  • Ich habe auch propolisierte Ränder an frischen mittelwänden.

    Hinzu kommt auch dass die Waben nicht ganz ausgebaut werden.

    Beutnest löchrig.

    Aber (!!!):

    Nur bei den Völkern die vom 04.05 - 06.06 am Raps standen!

    Bei den anderen nichts. Bei denen ist kein Raps im Flugkreis.

    Ich werde Bilder liefern.

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Moin, moin,


    habt Ihr bei den Untersuchungen Diflubenzuron auf dem Zettel? Gilt als bienenungefährlich, weil Bienenlarven nicht draußen rumlaufen, sieht aber fettlöslich aus und tötet Larven...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Habe mein wachs nicht untersucht. Aber wenn es die untersuchung einzeln und nicht so teuer gibt kann ich das machen.

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • habt Ihr bei den Untersuchungen Diflubenzuron auf dem Zettel?

    Im Rapshonig, der aus diesen Honigräumen stammt, wurde jedenfalls danach gesucht und noch nicht mal in Spuren gefunden.


    IMG_4470.PNG


    Spirotetramat hingegen wurde nicht berücksichtigt...

  • Habe mein wachs nicht untersucht. Aber wenn es die untersuchung einzeln und nicht so teuer gibt kann ich das machen.

    Wachs untersucht in Bayern der TGD (=Tiergesundheitsdienst) kostenlos für bayerische Imker.

    Aber nur entweder Rückstände oder Zusammensetzung/Wachsverfälschung.

    Ich habe heuer Zusammensetzung untersuchen lassen, weil ich letztes Jahr Rückstände habe beproben lassen.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • ALLES geht gar nicht.

    Das wichtigste an Behandlungsmitteln und PSM.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)