Diskussion zum Thema Aktueller Zwischenstand zum Bienenwachsskandal 2015/2016

  • Hallo Markus,


    du verkaufst keinen Honig mehr oder? Denn bei dem Wissen wäre es ja fast schon Vorsatz soviel Gift an Menschen weiterzureichen, die es am Ende ihren Kindern geben?

    Max so sah es bei mir aus, ich hätte lustig weiter verkaufen können, keine Behörde hat hier jemals gesagt ich müsse irgendwelche Untersuchungen abwarten. Es wurden Proben gezogen und nach wochenlangem hin und her kam dann die Freigabe.

    Aber ich versicher dir, der betroffene Honig wurde entsorgt. Wenn ich da kein Vertrauen mehr habe, dann werde ich auch niemanden mit sowas belasten.

    Mein restlicher Honig bzw. neue Ernten werden trotz meiner recht guten Standplätzen ebenfalls untersucht. Das gehörte bei mir schon länger dazu.

    Insbesondere der letzte Beitrag vom Markus. Ohne was genaues zu wissen, beginnt man schon wieder die nächste Sau durchs Internet zu treiben. Das erinnert mich irgendwie an den investigativen Stil der Bildzeitung.

    Gibt es was, dann bitte Zahlen, Daten, Fakten und man kann darüber reden, alles andere ist für die Katz und macht die Leute nur verrückt.

    Max, mein Beitrag enthielt Infos die nicht neu sind und schon die ganze Zeit ein Teil des Themas waren. Gibt hier noch andere Themen bei denen dies schon mehrfach angesprochen wurde. Langsam ist es aber Zeit mal direkter zu werden und irgendwie glaube ich, wenn du an den von dir damals geschilderten Fall zurück denkst, da wird selbst dir etwas anders zumute und ich glaub fast, deine Reaktion auf die von einigen "Schwarzsehern" aufgestellte Theorie (die in manchen Teilen bereits wissenschaftlich bestätigt ist) entspringt der selben Angst die wir haben.


    Wir erinnern uns an den Beitrag aus den USA zu Sylgard 309. Ein Benetzungsmittel um PSM auf Pflanzenteilen flächig auszubringen. Was soll daran schwierig sein? Alle Pflanzen haben eine Wachsschicht zum Schutz und wer kennt nicht den Lotuseffekt? So würde bei den meisten Pflanzen die Brühe in den Boden tropfen und dafür verwendet man Tenside um die Oberflächenspannung zu brechen, damit sich ein gleichmässger Film auf alles legt.

    Tenside, laut Produktdatenblatt biologisch abbaubar... Wir wissen mittlerweile, diese Angabe bezieht sich auf feuchtes Milieu und unter der Hilfe von Bakterien = a la Kläranlage oder im feuchten Boden etc.

    Die Behauptung, dass kein ausreichender biologischer Abbau auf Bienenwachs/im Bienenvolk erfolgt ist mittlerweile auch belegt.

    Habt bitte Nachsicht, wenn hier nicht alle Quellen und Belege beim Namen genannt werden, es ist teils noch zu früh und zum anderen muss auch erstmal alles richtig verstanden und erfasst werden.


    So aber nun mal kurz weiter gesponnen. Tenside brechen die Oberflächenspannung. Nun wissen wir ja, Bienenwachs nimmt PSM aus Honig auf. vermehrt aus den Zellwandnahen Bereichen. Normal sind hier auch nur die lipophilen in der Lage ins Wachs zu wandern. Durch Tenside am/im Wachs erfolgt ein verbesserter Kontakt des Honigs/Pollen mit der Zellwand und damit auch ein verbesserter Übergang ins Wachs.

    Wie kommt es, dass sich PSM im Wachs finden, die nicht fettliebend/löslich sind und wasserlöslich sind.

    Hab es nun nur mal kurz angerissen und freue mich auf weitere Beiträge. Max, bitte dresch es nicht als an den Haaren herbei geholte Theorie ab. Aktuell sprechen zuviele Zeichen für ein größeres Problem in der Imkerei. Und wenn hiervon Imker in heiler Umgebung wie auch in extremen Agrarwüsten betroffen sind, dann müssen wir doch mal unseren Popo zusammen kneifen und uns alle einen Kopf darüber machen was hier passiert. Ob wir uns nun total verrennen bezweifel ich. Wollen ja nicht als Pausenclown enden die am Ende unlaubwürdig sind -denn davon würden wir sicher nicht profitieren und uns allen schaden!

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Guter Ansatz. Da sind halt einige Spinner zu penetrant die Welle der Aufmerksamkeit geritten und haben damit das ganze Themenfeld diskreditiert. Hast Recht, wäre an der Zeit sich das zurück zu erobern. Weil das Probleme bestehen ist, glaube ich, unstrittig.


    max : nimm mal die Reflexe raus.

    Bernhard : ja, es ist Krieg, aber nicht alle, die nicht 100% auf Alarm sind, sind doof und/oder uninteressiert.


    STUHLKREIS!


    :)


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • ...aber nicht alle, die nicht 100% auf Alarm sind, sind doof und/oder uninteressiert.


    Wo habe ich das behauptet? Nirgendwo. Genau. Schön, daß einem wieder die Dinge in den Mund gelegt werden.


    Zum Rumalbern ist mir gerade nicht zumute. Bei mir hängt die Existenz dran und ich kann seit Wochen nicht mehr schlafen deswegen. Den Stuhlkreis könnt ihr ohne mich machen.

  • Keiner will Dir was Bernhard, ich am wenigsten. Ich drücke feste die Daumen.


    Um so wichtiger, das Feld nicht gestörten Egomanen zu überlassen.


    Liebe Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hi Markus,


    Danke für deinen Beitrag, das ist was mit dem man was anfangen kann.

    Das vorher war mir einfach zu reißerisch.

    Bitte nichts für ungut;)


    Bernhard gibt es Gemeinsamkeiten zwischen deinen Völkern , also sprich alle im Raps, oder Obst oder sonstwas oder haben das Problem alle egal welcher Standort?

  • BernhardHeuvel ich finde das sehr interessant was du sagst und ich hab auch deine videos verschlungen. Würde ganz gerne die Frage vom MAxikaner erweitern.

    Hast Du auch ein paar "Stadtvölker", wo man sehen kann, ob dieses Problem dort weniger/gar nicht auftritt. Also ggf. eher mit Landwirtschaft (bzw. deren eingesetzten Mitteln) zusammenhängt oder nen generelles Problem ist?


    Ich hab den Flugradius der Damen echt unterschätzt. Am Rande von Berlin wähnte ich mich sicher, das eine Feld was ich im Blick hatte, war kein Raps doch hab ich jetzt festgestellt das der erste Schleudergang feinster Rapshonig ist. Da hab ich Glatt ein Feld übersehen in einer völlig anderen Richtung. Also alle die denken, ha bin auf der sicheren Seite .. ne ne ne .. Die Damen machen was sie wollen.

  • Ich habe nun Honigräume ausgeschmolzen und das daraus entnommene Wachs selbst (!) zu Mittelwänden verarbeitet. Ich habe die Rähmchen markiert und in die Völker eingesetzt:


    Wachs-1.jpg


    Und finde nun das vor: unabhängig vom Bienenstand, unabhängig von den Königinnen (jung/alt), Ableger oder Vollvolk. Egal.


    Wachs-2.jpg


    Wachs-3.jpg


    Die Waben werden absolut löchrig bebrütet. Die Brut stirbt anscheinend teilweise ab, während andere verdeckelt werden.


    Wachs-4.jpg


    Die Königin stiftet die freigeräumten Zellen wieder nach.


    Wachs-5.jpg


    Die Zellen werden auch nur auf halbe Höhe ausgezogen. Sehr auffällig ist außerdem, daß die Zellränder dieser Mittelwandwaben sehr stark propolisiert werden!


    Wachs-6.jpg


    Und jetzt kommt der Hammer: die den Mittelwandwaben gegenüberliegenden Wabenseiten der alten Waben(!) werden allen Anschein von den Mittelwänden angesteckt und es zeigt sich ein ähnliches Bild auf der der Mittelwand zugewandten Seite.


    Ein paar Waben weiter sieht es dann so oder ähnlich aus:


    Wachs-7.jpg


    Wachs-8.jpg


    Diese Waben sind gut. Trotzdem sind die Völker mit den neuen Mittelwänden (wohlgemerkt aus eigenem Honigraumwachs!) sehr unruhig, man merkt es richtig, daß sie sich unwohl fühlen. Wenn Du die Mittelwandwaben über einen längeren Zeitraum drin läßt, geht das Volk immer mehr in die Knie. Die Bienenmasse nimmt rapide ab. Völker und Ableger, die ausschließlich aus alten guten Waben bestehen, zeigen keinerlei dieser Merkmale.


    Ich weiß nicht, was da gerade vor sich geht. Es bereitet mir größte Sorgen, eben weil ich von den Anderen weiß, wie es weitergeht. Ich habe jetzt gar kein Wachs und gar keine Mittelwände mehr, denen ich trauen kann. Und das in einer Situation, wo der Honig geerntet werden muss, wo die Völker gefüttert und Ableger gebildet werden müssen. Wo dringend Mittelwände benötigt werden.


    Ich will keine Mittelwände mehr zukaufen oder geschenkt bekommen (Danke für die Angebote) – ich weiß jetzt schon nicht, wo die Schäden herkommen, was die Schäden verursacht und warum, wieso, weshalb. Ich will gar kein neues Wachs mehr in meine Imkerei bringen. Null.


    Jetzt werde ich mir überlegen müssen, wie ich meine Bienen vor dem Siechtod bewahre und in den Winter bringe.

  • danke für die Erklärungen und Bilder. Das klingt echt übel.


    Mir fehlt die Erfahrung aber so wirkt es auf mich, als wenn etwas aus den Wachs ausdünstet.


    Für deine eigenen Mittelwände, hast du bestimmt hast das gesamte Wachs von allen Ständen und allen Völkern genommen oder? Hast du es schon analysieren lassen?


    Viel anderes außer Naturbau und jeden Stand einzeln umarbeiten geht ja dann nicht? So könnte man die Region/Quelle eingrenzen.


    Ich wünsche dir nen ruhigen Schlaf, dann wirst du schon auf die Lösung kommen.

  • Moin,

    Solche Brutwaben, wie anfangs gezeigt, habe ich (über 40 Jahre bei den Bienen) noch nie gesehen.


    Wenn noch genug Volkstärke vorhanden ist, würde ich es mit totalem Neuaufbau, also alles draus und viel Futter an neuem Standort versuchen.


    Die Analysetechnik zeigt heute viele Indizien. Ursachen können aber auch immer ganz woanders liegen.


    Grüße Ralf

  • Bernhard, das ist echt übelst.

    Ich weiß, dass Du Dir von Mitgefühl nichts kaufen kannst, aber das erschüttert mich schon sehr.


    Ich hoffe, Du findest bald eine Heilung für dieses Desaster.


    Herzlich,

    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)