Diskussion zum Thema Aktueller Zwischenstand zum Bienenwachsskandal 2015/2016

  • Beziehst du dich jetzt auch mich oder auf Bernhard? Ich bin gerade irritiert am Überlegen, welches Thema aus dem letzten Jahr du meinst...

    Ich habe Bernhard nur nachgefragt, weil seine Aussage für mich neu ist.


    Wenn jetzt plötzlich auch Deckelwachsprobleme schon noch viel länger bekannt sind, frage ich mich, warum auch das nicht noch viel eher viel deutlicher mitgeteilt worden ist... Wenn du das letztes Jahr schon mit eindeutiger Sicherheit wusstest, dir aber niemand ernsthaft zugehört hat, dann vllt. deshalb, weil auch du es nicht deutlich und offen genug mitgeteilt hast... Das ist doch immer das gleiche Problem:

    Jemand kennt wen, der jemanden kennt, der von irgendwem weiß, dass der jemanden kennt...


    Gruß Andreas


  • Ich habe nur eigenes Wachs (in der Hauptsache Entdeckelungswachs) und Bio-Mittelwände verwendet. Und trotzdem habe ich jetzt die gleichen Schäden wie bei Markus Gann.

    Vielleicht sind "nur" die BioMW das Problem? Die Aussage "Bio ist genauso betroffen" hört man ja auch öfter und von verschiedenen Quellen.


    Und es tut mir sehr leid, dass es Dich auch getroffen hat!


    Mitfühlenden Gruß

    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • "Bio" = gut, das passt nicht, schon gar nicht im Fall von verunreinigtem Bienenwachs. Aber das hatten wir unter der Rubrik schon mehrfach.


    Die Komplexität des Problems kann m.e. nicht eindimensional diskutiert werden: Anreicherung von PSM über Jahre, Kumulierung fettlöslicher Akarizide zur Milbenbehandlung, Stearinsäure, Paraffin synthetisch (noch das Harmloseste), Katalysatoren und Hilfsstoffe aus der Paraffin- und Stearinsäureproduktion, die letztjährige "Chinakomponenten" (völlig unbekannte Mixtur), oberflächenaktive Trennmittel mit toxischer Wirkung auf Membranen und Unbekanntes.


    Das ist nur eine Aufzählung meiner bescheidenen Kenntnisse; und da sollen die Folgen jetzt durch Eigenumarbeitung ausbleiben !? Ich beobachte interessiert weiter....


    Auch wenn's wieder als Humbug beantwortet werden wird: Ohne ein Qualitätsm'ment unter Beteiligung unabhängiger Dritter und ohne definierte Bienenwachszusammensetzung in Form einer adäquaten Wachsverordnung sind das nur Wellen eines verfahrenen Systems - mit entsprechenden Folgen.


    Beste Grüße


    Rainer

  • "Bio" = gut, das passt nicht, schon gar nicht im Fall von verunreinigtem Bienenwachs. Aber das hatten wir unter der Rubrik schon mehrfach.


    Die Komplexität des Problems kann m.e. nicht eindimensional diskutiert werden: Anreicherung von PSM über Jahre, Kumulierung fettlöslicher Akarizide zur Milbenbehandlung, Stearinsäure, Paraffin synthetisch (noch das Harmloseste), Katalysatoren und Hilfsstoffe aus der Paraffin- und Stearinsäureproduktion, die letztjährige "Chinakomponenten" (völlig unbekannte Mixtur), oberflächenaktive Trennmittel mit toxischer Wirkung auf Membranen und Unbekanntes.

    Eigenwachsumarbeitung heißt bei mir:

    • Erzeugung im Honigraum und im Baurahmen als Naturbauwachs
    • Ausschmelzen und zu Mittelwänden umarbeiten
    • Verwendung der Mittelwände im Brutraum
    • Ausschmelzen der Brutwaben, Wachs ausschleusen

    Das ist ein sauberer Weg, wo sich auch nichts durch wiederholtes Recycling anreichern kann. Das ist auch besser als jedes noch so gute Qualitätssicherungssystem beim Anbieter von Mittelwänden, denn der wird recyceltes Wachs einsetzen.

    Und: Wünschen kann man sich viel, wird aber nicht viel bringen. Besser, man boykottiert in großem Umfang den Ankauf von Mittelwänden aus Wachs unbekannter Herkunft und geht stattdessen andere Wege. Damit sollte bei den Mittelwandproduzenten erst einmal ein Reset ausgelöst werden und ein Umdenken eingeleitet werden.

    Die vielen Rufe nach einem Qualitätssicherungssystem könnten im ungünstigsten Fall dazu führen, dass die Verarbeitung von eigenem Wachs zu Mittelwänden nur noch nach einer Zertifizierung erlaubt wird und dass gute Eigenwachsumarbeiter nicht mehr umarbeiten dürfen. Im besten Fall kommt es zu einer Verteuerung und Verknappung von Mittelwänden.

    Wollt ihr das wirklich? Ich nicht.


    Gruß Ralph

  • Hallo Andreas,


    schau mal hier Irgendwas ist anders dieses Jahr, aber es ist nicht das Wachs!

    So sah es bei mir aus letztes Jahr, damals war ich noch der Meinung das ich evtl. zu viel Futter gegeben habe. Ich hatte dann auch Lücken bei Miniplus die vorher ganz verdeckelte waren. Es hat sich wieder gegeben. Die Waben mit den Lücken sind wieder bebrütet und ohne Löcher. Was es war, weiß ich bis heute nicht, damals wurde kein anderer Ansatz gelten gelassen.

    Ich vermute es ist ein Spritzmittel und hat gar nichts mit dem Wachs zu tun, aber wie gesagt es ist nur eine Vermutung.

    Ich hatte aufgrund des Beitrags Kontakt zu einem Imker der das Phänomen seit 4 Jahren hat.

    Auch er lässt Entdeckelungswachs umarbeiten und hat auch Analysen davon machen lassen, die wie zu erwarten rückstandsfrei waren.

    Ich hab damals schon gesagt, das man sich nicht so verrennen soll, jetzt ist 1 Jahr rum, keiner weiß was die Larven tötet, es wurde viel vermutet, verunglimpft und verleumdet. Eine Petition wurde ins Leben gerufen, die zu. Boomerang für die Imkerschaft werden könnte und das wars.

    Schade das man nicht miteinander verschiedene Dinge diskutieren kann, im Internet will immer jeder recht haben, das ganze wird dann manchmal noch garniert mit einer Portion Selbstdarstellung und schon ist jedes Thema tot.

  • Ja Ralph, da stimme ich Dir zu - so versucht es momentan wohl ein jede(r), die/der das Problem wahrgenommen hat. Nur klappt es nicht bei allen; man muss sehr diszipliniert sein!

    Der Vorteil ist die Eliminierung einer großen Unbekannten, sofern man garantiert wieder das eigene Wachs bekommt und einsetzt.


    Dennoch ist es m. E. ein unhaltbarer Zustand, dass Bienenwachs als solches angeboten wird, mglw. noch unter div. "Siegeln" und darin enthalten sind wissentlich bienengefährdende Stoffe, die nicht hineingehören. Für die "nicht Eigenumarbeiter" eine sehr schwierige Situation meine ich.


    Rainer

  • Max, sog. Analysenergebnisse, die "rückstandsfrei" lauten, sind sehr mit Vorsicht zu genießen : jeder Analytiker kann nur nach dem suchen, was er erwartet und kennt. Der Rest bleibt im Verborgenen... und lautet dann "rückstandsfrei", worunter verstanden wird frei von Thiacloprid, Clothianidin usw. Wenn aber bspw. Tenside (Trennmittel) drin sind - in geringsten Mengen, mit den üblichen Methoden nicht auffindbar, wird's auch bei "rückstandsfrei" problematisch.


    Wir wissen zu wenig!


    Rainer

  • Man sollt die Gegenseite nicht vernachlässigen. Wäre ich ein Mittelwandproduzent, so wäre meine Überlegung:

    "Oh, ein Qualitätssicherungssystem mit externer Zertifizierung? Das wird aber die Herstellung von Mittelwänden verteuern. Außerdem werde ich kleine Portionen von Wachs nicht mehr ankaufen können. Die Verteuerung und der Wachsmangel wird dann die Imker wohl in die Eigenwachsumarbeitung treiben. Das wäre billige Konkurrenz! Wenn das geschieht, werde ich mein Wachs wohl nicht mehr los und ich bleibe auf den Zertifizierungskosten sitzen. Das muss ich verhindern! Also muss ich durch Lobbyarbeit darauf hinwirken, dass durch die künftige Verordnung inbesondere die Eigenwachsumarbeitung stark erschwert wird und die Imker gezwungen sind, mein Wachs zu kaufen. Oder dass sie so verwässert wird, dass sie mein Geschäftsmodell nicht beschädigt."

    In der Lobbyarbeit werden die Mittelwandhersteller wohl am längeren Hebel sitzen. Daher wird bei der ganzen Sache, wenn überhaupt, wohl entweder eine Verordnung herauskommen, die niemandem nützt, aber alle belastet. Oder eine, die den Imkern das Leben schwer macht.

    Deshalb bin ich dafür, stattdessen Marktmechanismen zu aktivieren, die die Mittelwandproduzenten zum Handeln zwingen. Man sollte nicht immer nach dem Staat rufen, davon haben wir schon ausreichend viel. Unser Trumpf ist die gute Kommunikationsstruktur der heutigen Gesellschaft wie z.B. dieses Forum. Wir können uns gegenseitig mittels persönlicher Mitteilung über Erfahrungen mit Mittelwandproduzenten informieren, was zu gezieltem Boykott führen kann. Das kann und muss so eingespielt werden, dass die Mittelwandproduzenten das fürchten müssen. Man könnte da auch mit anderen Foren wie dem Landlive zusammen arbeiten. Parallel sollten die Imker Wege für die Eigenwachsumarbeitung schaffen, um nicht auf die Mittelwandhersteller angewiesen zu sein.

    Das Argument, dass das schwierig sei, lasse ich nicht gelten, weil das ein Bequemlichkeitsargument ist. Machbar ist es, im Rahmen von Vereinen oder inoffiziellen Zusammenschlüssen auch für die Imker mit ganz wenigen Völkern. Und der Staat bleibt außen vor.


    Gruß Ralph

  • Der "Staat" richtet es nicht und der Weg über die "Politik" kann schon mal was völlig anderes hervorbringen, ganz abgesehen von der Zeit - geschenkt.


    Eine pauschale Abqualifizierung von Wachsumarbeitern ist ebenso falsch, weil man nicht differenziert. Die größeren von ihnen, die der Lebensmittel- und Pharmaindustrie Bienenwachs verkaufen, genügen deren Anforderungen, d.h., sie produzieren Chargen mit zugehöriger Analytik und Grenzwerten. Es braucht nicht viel, um diese Anforderungen für die Imkerschaft verfügbar zu machen: es reicht, auf jedem Paket MW eine Chargenbezeichnung anzugeben und die Analysenergebnisse auf der jeweiligen Homepage zu veröffentlichen, so dass jeder einsehen kann, was man kauft. Dazu benötigt man keine staatliche Regelung - das regelt der Markt ganz schnell alleine.


    Das ist ja nicht so weit weg von dem, was Du vorschlägst.


    Für eine Definition von Bienenwachs bedarf es der Beschreibung der Grenzwerte - so wie beim Honig. Als dieser vor ca. 100 Jahren verfälscht wurde, haben sich die Imkerverbände auf ein Qualitätssystem geeinigt, das bis heute trägt.


    Beste Grüße


    Rainer

  • - so wie beim Honig. Als dieser vor ca. 100 Jahren verfälscht wurde, haben sich die Imkerverbände auf ein Qualitätssystem geeinigt, das bis heute trägt.

    ???


    ;)


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Und, es muss alles möglichst saubillig und ausreichend vorhanden sein.

    Dieser Trend pflügt dann auch Redliche unter.

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

  • Ich habe nur eigenes Wachs (in der Hauptsache Entdeckelungswachs) und Bio-Mittelwände verwendet. Und trotzdem habe ich jetzt die gleichen Schäden wie bei Markus Gann.

    Vorausgesetzt, die Bio-Mittelwände sind nicht das Problem, bliebe ja noch das Serdox als Schnittmenge....

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Nicht nur auf Serdox schauen. Schlau machen was ein Tensid bewirkt un wo es noch eingesetzt wird. Dann hinterfragen was es im Bienenvolk bewirkt. Ich wart mal ab ob sich jemand die Zusammenhänge erklären kann und hier zum Besten gibt. sonst nehm ich mir mal die Zeit und geb dem Weltuntergang ein neues Gesicht. Klar ist es viel Theorie aber zu viele Zeichen sprechen in diese Richtung.


    Ich werf mal noch wasser- und fettlöslich in den Raum.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Ich verstehs nicht. Sooo schwer ist es doch nicht seine Anlage auf Trennmittelfrei umzurüsten, oder zumindest ein Wasser/Alkoholgemisch als Trennmittel zu verwenden.

    Und zum Thema Bio Mittelwände - Markus hat glaub ich mit mehreren geschädigten Kontakt die Bio Mittelwände benutzen.