Diskussion zum Thema Aktueller Zwischenstand zum Bienenwachsskandal 2015/2016

  • . Kostenaufwand für eine Echtheitsanalyse (bei Ceralyse: rd. 225,-, Belan: 140,- EU:

    http://www.bee-gann.de/Wachs/analyse.html

    Der Kostenmehraufwand beträgt bei der 400kg-Charge max. 0,56 EU/kg (Ceralyse) - Das o.g. Angebot jedoch schlägt mehr als 625% davon auf!

    Menschen die nicht richtig lesen und schreiben können, nennt man Legastheniker, Mensch die nicht richtig rechnen können nennt man Imker...


    Eigentlich wollte ich hier ja gar nichts mehr schreiben, aber das ist wirklich eine mit Verlaub echte Milchmädchen Rechnung.


    Schon mal einen Kessel gesehen der 400 Kg schmelzen kann?

    Was denkst du was der Strom braucht?

    Dann aus dem Homogenisierten Wachs Blöcke Gießen und diese zwischen Lagern

    Dann die Analyse.

    Dann die ganze Charge wieder einschmelzen und zu MW verarbeiten

    Dann Proben lagern

    Und zu guter letzt, das Risiko falls irgend ein anlieferter 10 KG Kerzen mit reingeworfen hat 400 KG Sondermüll auf dem Hof zu haben.


    Und das soll ein Umarbeiter für 0,56€ leisten?


    Na dann herzlichen Glückwunsch.

  • (...) Wer für den Weiterbetrieb eines solch grundhaft kranken Vertriebssystems auch noch zusätzlich Geld ausgibt für eine falsche/vorgetäuschte Sicherheit, der hat weder das Grundproblem erkannt, noch die Ergebnisse der bisherigen Diskussion bspw. zum QMS zur Kenntnis genommen. I.ü. ist der Preisaufschlag so happig im Vergleich zur "Imkerqualität" (+ 22%), daß keine Verbindung besteht zum zusätzlichen Kostenaufwand für eine Echtheitsanalyse (bei Ceralyse: rd. 225,-, Belan: 140,- EU:

    http://www.bee-gann.de/Wachs/analyse.html

    Der Kostenmehraufwand beträgt bei der 400kg-Charge max. 0,56 EU/kg (Ceralyse) - Das o.g. Angebot jedoch schlägt mehr als 625% davon auf!

    Werden derartige Angebote vom Markt angenommen, schlußfolgert der Gewinnoptimierer: Na also, geht doch (auch ohne grundhafte Systemänderung)!

    Wird das Angebot enttarnt und nicht angenommen, wird er dem DIB am Runden Wachstisch mit treuem Hundeblick berichten: Die Imker sind zu geizig, sie nehmen das angebotene Mehr an Sicherheit nicht an. Das wiederum wird die Front der QMS-Ablehner im DIB-Parlament (Vertreterversammlung) stärken, wenn es (überhaupt) zu einem erneuten Anlauf für ein QMS-gestütztes Qualitätssiegel kommen sollte. Die daran interessierten Kreise erhoffen sich so ein erneutes Scheitern von Bemühungen um ein Qualitätssiegel wie bereits 1998. Warum wohl?

    Ich halte diese Rechnung aber auch für zu kurz gesprungen. Die reinen Analysekosten liegen vielleicht sogar noch niedriger, wenn man damit Stammkunde ist.

    Trotzdem kommen dann noch andere Kosten dazu:

    • Chargen zusammenstellen statt einfach einen "Topf" füllen und schmelzen
    • Proben nehmen und einsehden
    • Logistik für Zuordnung und Dokumentation
    • Risiko, dass man auch einmal eine Charge bekommt, die man dann eben nicht verwerten kann, weil die Analyse ergibt, dass es kein reines Wachs ist


    Komischerweise sind wir uns in den Honig-Beiträgen immer einig, dass dieser zu billlig ist und Qualität eben kostet. Jetzt bietet (nochmal) jemand freiwillig eine Analyse an, die auch wirklich zum verarbeiteten Wachs gehört und man unterstellt hier sofort komische Absichten, nur weil es nicht gleich ein komplettes QM für den vollständigen Prozess gibt. Es könnte ebenso gut ja anders herum sein. Vielleicht will jemand testen, ob es einen Markt dafür gibt und es sich lohnt ein vollständiges QMS aufzubauen.

    Immerhin könnte man jetzt zur Überprüfung ja eine Vegleichsanalyse machen lassen und sollte diese andere Zusammensetzung haben als die vom Zertifikat für diese Charge beschriebene ist der Betrug sofort eindeutig nachweisbar.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Eine Korrektur am Gedankengang, Max, sei erlaubt: Der große Umarbeiter hier im nördlichen Deutschland entnimmt die Probe aus der Schmelze, macht die Analyse und verarbeitet dann weiter, wenn das Ergebnis i.O. ist. So etwas nennt man "in Prozess Kontrolle" und die muss er nachweislich haben, weil die Industriekunden mit deren QM-System es verlangen. Wir als Imker brauchen (wollen) das nicht - ist ja teuer....


    Beste Grüße


    Rainer

  • Bedeutet aber dann wohl auch, dass er ggf. eine größere Menge fertig verarbeitete Ware hat, wenn die Analyse nicht das Wunschergebnis liefert und er fertige Ware lagern muss bis die Analyseergebnisse dazu vorliegen. Solange die Ausfallraten klein sind, ist das sicher eine gute Alternative, weil der Prozess nicht unterbrochen werden muss.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Und zu guter letzt, das Risiko falls irgend ein anlieferter 10 KG Kerzen mit reingeworfen hat 400 KG Sondermüll auf dem Hof zu haben.

    Hallo Max, ne das macht er bestimmt nicht, er macht andere MW daraus, wenn es zur Anklage kommt, windet er sich raus. Was soll den passieren ? Entweder den großen Reibach mit guter analyse, oder halt das normale Geschäft mit gestrecktem Wachs.

    Bis bald

    Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • Bedeutet aber dann wohl auch, dass er ggf. eine größere Menge fertig verarbeitete Ware hat, wenn die Analyse nicht das Wunschergebnis liefert und er fertige Ware lagern muss bis die Analyseergebnisse dazu vorliegen.

    Er macht das alles "in time", will heißen, bevor MW o.ä. produziert wird, muss die Analyse positiv sein. Dazu benötigt man eine eigene Analytik, sprich ein GC im Labor. Das soll aufgebaut werden, um die Zeiten zu optimieren; denn momentan wird die Analytik noch extern gemacht....


    Weiterhin umfasst die Wachsqualität natürlich die jeweiligen Quellen. Und wenn man sich diese genau ansieht, kann man schon differenzieren und damit das Risiko senken, eine Fehlcharge aufgrund von Beimischungen zu produzieren. Es sind viele (kleine) Bausteine, die zusammen ein qualitativ gutes Produkt ergeben. Niemals liegt es nur an einer Sache und darum geht es beim Thema Qualitätsm'ment.

    Hallo Max, ne das macht er bestimmt nicht, er macht andere MW daraus, wenn es zur Anklage kommt, windet er sich raus. Was soll den passieren ? Entweder den großen Reibach mit guter analyse, oder halt das normale Geschäft mit gestrecktem Wachs.

    Bis bald

    Marcus

    Genau das unterstelle ich bei der in # 179 beschriebenen Vorgehensweise. Insofern ist das Verfahren intransparent, damit inakzeptabel.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Ich bereue es schon wieder was geschrieben zu haben...


    Denn alle Antworten, nach meinem Beitrag waren entweder Unterstellungen oder sehr praktikabele Tipps sich Geräte für 100.000€ zu kaufen, damit die MW nur 56 Cent teurer werden.:eek:

    Mich erinnert diese ganze Debatte eher an Weltverschwörung und Aluhut als auf einer faktenbasierten Diskussion.

    Aber vielleicht ist es ein Problem der Generation Internet, das man nur en Vogue ist, wenn man sich am lautesten Mitempört, wenn man das größte Virtuelle Mitleid erzeugt oder sich selbst durch seine Beiträge überhöhen möchte.

    Manche Bilder die ich auf Facebook sah, selbst wenn das Wachs reinstes Parrafin gewesen wäre, da haben die Bienen ein anderes Problem und das steht hinter dem Kasten.

    Da fällt mir ein Spruch ein den Will Smith sagte:

    "Früher war ich ganz schön dumm, aber wir hatten kein Twitter und Facebook, also wusste es keiner, ich war dumm für mich alleine".


    In diesem Sinne, frohes schaffen.

  • Denn alle Antworten, nach meinem Beitrag waren entweder Unterstellungen

    Hallo Max, eine Unterstellung war es nicht. Fakt ist doch, dass von dem einen Umarbeiter merkwürdiges Wachs in Verkehr gebracht wurde. Fakt ist ebenfalls, dass die Anzeige fallen gelassen worden ist, weil er ja nichts für seine Anlieferung konnte, und die nicht kontroliert hat.

    Bis bald

    Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • Sicherlich ist eine Kontrolle des angelieferten Wachs durch den Verarbeiter angebracht. Ich würde hier sogar von jeder angelieferten Charge eine Rückstellprobe als Verarbeiter nehmen und sicher aufbewahren.

    Wenn dann die 400 kg Mischprobe Probleme macht kann man weiter nachforschen, wer für eine eventuelle Verunreinigung oder Streckung verantwortlich ist.


    In der Honigerzeugergemeinschaft Süddeutschland unterschreibt man bei Anlieferung, dass Wäre die nicht passt zurück zu nehmen ist vom Anlieferer auf eigene Kosten. Und es gibt eben Rückstellproben.


    Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)


  • Denn alle Antworten, nach meinem Beitrag waren entweder Unterstellungen oder sehr praktikabele Tipps sich Geräte für 100.000€ zu kaufen, damit die MW nur 56 Cent teurer werden.:eek:

    Mich erinnert diese ganze Debatte eher an Weltverschwörung und Aluhut als auf einer faktenbasierten Diskussion.

    Lieber Max,

    sehr schade, dass Dich das so nervt, aber unterstellt hat keiner etwas. Und wo die Hausnummer 100 T€ herkommt, verstehe ich nicht. Ein GC-Gerät (gebraucht und generalüberholt) habe ich schon für 1/5 der genannten Summe einkaufen lassen; eine Summe, die ein größerer Umarbeiter stemmen kann.


    Ich finde es auch nicht o.k., dass Du Gottfried (ribes) mal so runterputzt. Das Thema verträgt keine Emotionen, dazu ist es viel zu wichtig.


    Wie luffi schon richtig schreibt, ohne Kontrolle ist bei dem aktuellen Wachsproblem nichts zu erreichen. Dann bleibt alles beim Alten. Und es kann nicht sein, dass die Wachserzeuger die schlechteste Qualität zurückbekommen und dann die Folgen tragen müssen.

    Und wenn der oberste Verband es nicht vorantreibt, müssen wir das eben auf einer anderen Ebene versuchen. Und dazu sind alle eingeladen, die das für zielführend halten.


    Beste Grüße


    Rainer


  • Hallo Reiner,


    das mit den Emotion stört mich schon lange in dieser Diskussion, vor allem wenn jemanden Vorsatz unterstellt wird.

    Das Thema ist wichtig, jedoch würde ich es langsam die Diskussion der Ahnungslosen nennen.

    Warum? Ganz einfach.

    Abgesehen, das viele betroffene schon seit mehreren Jahren Parrafinwachs in Ihren Völkern haben und nichts merken, jetzt aber auf den Zug der empörten aufspringen und laut poltern.

    Viele der "empörten" waren noch nie bei einem Umarbeiter und haben gesehen wie so eine MW Herstellung funktioniert.

    Ebenso fehlen über 80% grundlegende Betriebswirtschaftliche Kenntnisse um selbst eine realen Preis kalkulieren zu können, schmeißen aber ganz "unemotional" 50 Cent Mehrpreis in den Raum.

    Vor 4 Wochen haben wir einen Bioland Berufsimker besucht, dieser Verkauft sein Wachs für 20€ pro KG an die Kosmetikindustrie.

    Wenn die "empörten" nicht aufhören mit dieser Hexenjagd auf Umarbeiter und jeden noch so guten freiwilligen Ansatz im Internet zerreden, werden hoffentlich normale MW irgendwann 40€ das KG kosten.

    Dann dauert es 10 Jahre und wir haben wieder Alibaba Wachs und den nächsten Skandal, weil die Menschen einfach zu blöd sind.

    Apropos Ahnungslose, seit 9 Monaten wird nun rumgedoktert und keiner weiß, was die Larven genau tötet, wie kann denn sowas sein?

    Ebenfalls fällt es vielen schwer zwischen dem offensichtlichen Schrottwachs aus dem Hamburger Hafen und Parrafinverunreinigungen zu unterscheiden.

    Selbst Ceralyse sagt, das Parrafin nicht schön, aber für die Larven ungefährlich ist, dieses Schrottwachs aus dem Hafen hingegen ist wirklich gefährlich.


    Ich hoffe das war jetzt emotionslos genug Reiner, vielleicht schaffen das die anderen Beteiligten auch, so ganz ohne Unterstellungen, Mutmaßungen oder Panikattacken.


    Ernstgemeinte liebe Grüße,


    Max

  • Danke Max, so geht's ja auch. Wir haben sicher alle paraffinhaltige MW in den Völkern - bis auf ein paar Ausnahmen. Wie Du richtig anmerkst, ist davon noch kein sichtbarer Schaden bei den Larven aufgetreten, was nicht wundert, da Paraffinwachs reaktionsträge ist und nicht mit anderen Stoffen reagiert. Es gehört aber nicht ins Bienenwachs - ebenso wie die (noch) unbekannten Verunreinigungen, welche die Schäden verursachen.


    Die Wachsumarbeiter, die nicht wissentlich Fremdstoffe eingetragen haben, sind (fühlen) sich ja ebenso betroffen wie manch ein Imker. Deren Qualitätsanspruch, den es zweifellos gibt, wird ja auch über einen Kamm geschoren.


    Wesentlich ist m.E. eine Differenzierung zwischen denen, die Qualität leben und denen, die nur so tun, als ob... Da hat man doch fundamentale gemeinsame Interessen!


    Und das geht nur mit Systematik und dem Willen derer, die ausschließlich Bienenwachs haben möchten - paraffin-, stearin- und fremdstofffrei. Es ist schon schlimm genug, dass der oberste Lobbyist, unsere Vertretung sich verhält wie Paraffin (s.o.).


    Auch Dir ernstgemeinte herzliche Grüße


    Rainer

  • Moin Rainer,


    weißt du was mich so ärgert, das ist dieses Sinnlose Panik verbreiten.

    Endlich rückt mal das Wachs in den Fokus und die Imker haben eine Chance endlich mal sauberes Wachs in den Kästen zu haben.

    Und es ist so einfach, wer nach dem Winter noch lebend Völker hatte, hatte kein Schrottwachs aus Hamburg. Der TGD bietet in Bayern kostenlose Wachsanalysen an. Wenn da jetzt rauskommt, das man unsauberes Wachs hat, sammelt man sein entdeckelungswachs und macht am Saisonende eine TBE. Aus dem TBE Wachs werden Kerzen gemacht und Gut ist es.

    Vielleicht dauert es 2-3 Jahre bis man alles saniert hat, aber dann steht die eigene Imkerei komplett sauber da.

    Wenn sich ein paar Imker zusammen tun, würde ich Blockwachs bei einem Bioimker kaufen, dieses analysieren lassen und das zu MW umarbeiten lassen.

    Aber statt Lösungsoriemtiert zu denken, macht es manchen mehr Spaß problemorientiert zu denken.

    Wir haben soviele Probleme in der Imkerei die noch auf uns zukommen und sich nicht so einfach lösen lassen wie das Wachsproblem. Ich prophezeie euch, das wenn die Asiatische Hornisse hier wirklich Fuß fassen kann, einige durch ein ganz großes Tal der Tränen gehen und der "Wachskandal" eher wie ein kleiner Schnupfen gewirkt hat. Dennoch wird dieses Thema wie eine Sau durchs Dorf getrieben. Mit Unterstellungen und Diffamierung und das ist in meinen Augen definitiv nicht richtig.


    Viele Grüße Max

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