Diskussion zum Thema Aktueller Zwischenstand zum Bienenwachsskandal 2015/2016

    • Selbst mit den ganzen Diskussionen hier ist mir noch nicht klar, was vernünftige und sinnvolle Regeln sein können, die wir am Schluss erreichen sollten

    Das ist ein wichtiger Punkt. Insbesondere unter dem Gesichtspunkt, dass zB von den Verbänden keinerlei Anstrengungen zu erkennen sind, sich des Problems anzunehmen.


    Wenn wir nicht in der Lage sind, das Problem in den Griff zu bekommen, dann ist es nur eine Frage der Zeit bis sich die Politik um das Problem "kümmert". Das kann dann schnell mal bedeuten, dass es zu über-Regulierungen kommen kann. Das ist unseren Politikern durchaus zuzutrauen. Eigenes Deckelwachs nur mit Analyse verarbeiten dürfen, zB. Ähnliche Über-Regulierungen kennen wir aus anderen Bereichen ja zur Genüge.

  • Hallo,

    ich hoffe der Blutdruck ist wieder im Normalbereich. Nichts ist es wert sich "Krank zu ärgern".

    Aber es interessiert natürlich schon was der Staatsanwalt so meint.

    Frühlingsfrohe Grüße

    Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

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  • Außerdem kann er sich ja auch MW mit Wachs mit echtem Zertifikat kaufen

    Papier ist geduldig. Wer bei Eigenwachsumarbeitung fremdes Wachs liefert, der hat auch keine Hemmungen einen Zertifikatszettel mal schnell durch einen Kopierer zu schieben.

    Mit seinem Wachs auf einer MW-Presse selbst gießen

    Scheinbar bin ich der einzige, der seine MW nicht selbst giesst.


    Und ihr habt mich ja schon fast überzeugt.


    Eine Giessform zu bestellen ist ja auch kein Akt. Wachs reinigen und klären auch nicht.


    Aber wie macht ihr das mit der Entseuchung? Trotz intensiver Recherche (auch in den Vorjahren) konnte ich hierzu nur schwammige Informationen finden.


    Die Spanne reicht von 3 Stunden bei 100°C (das wäre ja noch machbar) bis hin zu 180°C (=O=O=O)

  • Sollte man das eigene Wachs ohne AFB überhaupt entseuchen...?

    Sollte man das bei vorhandener AFB selber machen...?


    Bei den Händlern gibt es Klärbehälter mit doppelter Wandung mit Öl drin.

    Werd ich mir zum Klären ohnehin zulegen.

    Das mit dem Edelstahltopf in nem Einkocher ist was für wen der Vater und Mutter erschlagen hat!

  • Sollte man das eigene Wachs ohne AFB überhaupt entseuchen...?

    Angeblich sind in jedem Volk AFB-Sporen. Nur dass die Anzahl nicht ausreicht für einen Ausbruch der Krankheit.


    Packt man das Wachs in Form von MW wieder in die Völker, werden die Sporen angereichert und irgendwann ist die Konzentration dann gross genug für einen Ausbruch. Möglicherweise ist diese Befürchtung unbegründet. Was aber, wenn das tatsächlich zutreffen sollte? Will man das riskieren?

    Sollte man das bei vorhandener AFB selber machen...?

    Das sicherlich nicht. Aber siehe oben.

    Bei den Händlern gibt es Klärbehälter mit doppelter Wandung mit Öl drin.

    Damit erreicht man aber nicht die 2 Bar Druck, die angeblich für die Abtötung der Sporen notwendig sind.


    Spekulationen findet man im Forum ja zuhauf. Leider aber nichts belastbares. Dazu muss es doch Untersuchungen geben?

  • bei negativen Futterkranzproben brauche ich keine AFB-Entseuchung, wenn ich nur eignes Wachs für mich selber umarbeite. Habe ich entsprechende Mengen umzuarbeiten, macht gutes Werkzeug immer Sinn.

    Nutze ich die Technik gemeinschaftlich oder gewerblich- gehört es zur Risikovorsorge dazu.

    Im Faulbrutfall bestimmt der Amtsveterinär den Ablauf- in vielen Landesvereinen gibt es entsprechende mobile Technik zum Sanieren.

  • Denke auch dass da die "Untersuchungsergebnissen" bewußt sparsam verbreitet werden, da sonst mit gefährlichem Halbwissen nur Dummheiten gemacht würden...


    Entweder ist die Sanierung überflüssig, ("Anreicherungen" im Wachs wirkt man genauso entgegen wie der von anderen Schadstoffen, die ich auch nicht "durch Hitze/Druck entfernen kann.) oder gehört von "Profis" gemacht.

  • Angeblich sind in jedem Volk AFB-Sporen. Nur dass die Anzahl nicht ausreicht für einen Ausbruch der Krankheit.

    Lt. Guido Eich, dessen Vortrag ich Anfang des Jahres zu diesem Thema hörte, ist das nicht so!

    Wenn Du tot bist, weißt Du nicht, daß Du tot bist. Aber für Dein Umfeld ist es hart.

    Genauso ist es, wenn Du blöd bist.


    Ich halte die Erkenntnis für einleuchtend, dass alle Menschen frei geboren sind und nicht alle das überhaupt wollen.

  • Scheinbar bin ich der einzige, der seine MW nicht selbst giesst.

    Nein, das bist Du sicher nicht - wir sind schon mind. zwei! Und es gibt noch ganz viele andere, die sich mit MW über den Handel versorgen. Ich bewundere die Eigenumarbeiter, habe aber momentan nicht die Zeit dazu. Es muss drin sein, was draufsteht - alles andere ist Betrug. Und es braucht eine Wachsverordnung analog der Honigverordnung. Andernfalls garantiert nur der sorgfältige eigene Wachskreislauf nach Analyse des vorhandenen Bestands sauberes Bienenwachs oder ein Umarbeiter, der nachweislich (Analytik !) zeigen kann, dass er aus Bienenwachs ohne Zusätze MW herstellt. Übrigens ist das momentan ein sehr interessantes Geschäftsmodell; denn dafür kann man höhere Preise verlangen...

    Damit erreicht man aber nicht die 2 Bar Druck, die angeblich für die Abtötung der Sporen notwendig sind.

    Sporen sind nur unter wässrigen Bedingungen bei 121 Grad und 2 bar Druck über mindestens 15 Minuten abzutöten. Das sollte auch für AFB-Sporen gelten. Nun ist aber im Wachs kein wässriges Milieu, insofern sind die Bedingungen hier ggf. ganz andere.


    Es gibt Wachsumarbeiter, die eine Endfiltration des Wachs' im heißen Zustand vornehmen. Die Porengröße der Filter sind mir leider nicht bekannt, jedoch müssten es 0,2 Micrometer sein, damit das Wachs dann sporenfrei wäre. Das halte ich für eher unwahrscheinlich, weil diese Filter teuer sind (thermische Belastung, exakte Porengrößenverteilung) und die Filtrationszeiten recht lang. Damit lässt sich eine vollständige Entseuchung durch die Wachsumarbeitung m.E. ausschließen; man kann aber von einer Abreicherung ausgehen, wenn der Umarbeiter filtriert.


    Und das ist m.E. auch mit "entseuchtem Wachs" gemeint: Eingangsmaterial aus nicht (wenig) belastetem Rohwachs, Umarbeitung inkl. grober Filtration und damit Abreicherung um x %. Mehr ist wohl auch nicht notwendig.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Entweder ist die Sanierung überflüssig

    Überflüssig? Vermutlich.


    Aber schaden sollte es auf gar keinen Fall. Vom (evtl überflüssigem) Zusatzaufwand abgesehen.


    Ich schnalle mich auch an, obwohl es in 99.999% der Fahrten vollkommen überflüssig ist.


    Risiken minimieren.

  • Hallo Kollegen,

    ich muss hier auch mal was zum Thema ablassen.

    Ich wundere mich etwas über den Verlauf des Skandals, da hier wenig selbstkritisches zu lesen ist.

    Wer sich etwas etwas aufmerksamer mit dem Wachs beschäftigt hat, dem dürfte doch nicht entgangen sein, dass der Umgang mit dem Wachs spätestens Mitte der 90er Jahre ein Thema war. Es war Herr Dr. Wallner, der auf die Pestizidrückstände im Brutraumwachs hingewiesen hat , mit der Empfehlung dieses nicht für die Mittelwandproduktion zu verwenden. Unser Kollege Paul Jungels hatte Jahrelang (ab 1995)einen tollen Beitrag dazu auf seiner Homepage stehen, leider ist der nach einer Umgestaltung nicht mehr drauf. In dem war beschrieben war wie sich ein eigener Wachskreislauf in die Imkerei integrieren lässt. Habe es vor Jahren hier mal gepostet, hat bloß nicht viele interessiert.

    Sind wir Imker nicht ein großer Teil des Problems? Immer wird nur nach dem billigsten geschaut bzw. gekauft. Wenn ich einen Mittelwandhersteller Frage welche seiner 3 Wach- Qualitäten er am meisten verkauft, dann ist es meist die Günstigste. Da überliest "man" dann gerne den entsprechenden Aufwand der betrieben werden muss um Qualität zu produzieren. Ein Hersteller/ Umarbeiter hat jetzt ein Formular für die Anlieferer für den Wachstausch entworfen, auf dem muss der Anlieferer bestätigen, dass es sich bei dem angelieferten Wachs um von den Bienen selbst produziertes Bienenwachs handelt. Die allermeisten nehmen IHR Wachs wieder mit und verzichten auf das Geld.

    Das soll jetzt keinesfalls die entschuldigen, die den Skandal ausgelöst haben, aber wir müssen uns aber auch an der eigenen Nase fassen.

    Ich jedenfalls verwende mein eigenes Wachs, vorzugsweise Deckelwachs, bzw. Wachs aus dem Honigraum.

    Übrigens ist das eine der Richtlinien von Bioland, Mittelwände nur von Deckelwachs zu produzieren, warum wohl?

    Mir war es schon immer etwas schlecht, wenn ich in den Altwachssammelbehälter beim Umarbeiter geschaut habe.

    Das war mit ein Grund mein eigenes Wachs zu verwenden.


    beehead

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